Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern

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Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern auf einem Porträt von Antoine Pesne, um 1739

Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, Königin von Preußen, (* 8. November 1715 in Wolfenbüttel; † 13. Januar 1797 in Berlin) war die Tochter des Herzogs Ferdinand Albrecht II. von Braunschweig-Wolfenbüttel (Haus Bevern) und dessen Gemahlin Antoinette Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel. Sie war als Gemahlin Friedrich II. Königin in Preußen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, spätere Königin von Preußen

Am frühen Morgen des 8. November 1715 wurde Elisabeth geboren. Nach der Geburt von zwei Söhnen war sie das dritte Kind von Ferdinand Albrecht II. und seiner Frau. Elisabeth wurde im lutherischen Glauben unterrichtet.

Elisabeth Christine wurde am 10. März 1732 in Berlin mit dem Kronprinzen von Preußen, dem späteren König Friedrich II., verlobt. Die Vermählung fand am 12. Juni 1733 im Schloss Salzdahlum statt. Es gab Ballett, eine Pastorale wo der Kronprinz die Querflöte spielte, und Oper von Carl Heinrich Graun und Georg Friedrich Händel.[1] Bis zur Fertigstellung der Innenausstattung des Rheinsberger Schlosses im August 1736 lebten Friedrich und Elisabeth getrennt voneinander – er in Küstrin und sie im Kronprinzenpalais in Berlin. Nach dem Tod seines Vaters 1740 entsagte Friedrich dem Familienleben in der ihm aufgezwungenen Ehe, die kinderlos blieb. Elisabeth Christine lebte während der drei Sommermonate im Schloss Schönhausen bei Berlin, das der König im Unterschied zu seiner Familie, nie besuchte. Im Berliner Schloss war sie in das Hofleben integriert und der Elisabethsaal ihrer Wohnung, die größer als die des Königs war, „bildete das Herz des höfischen Alltags in Berlin“.[2] Ihren Gemahl, der in Potsdam lebte, sah sie jedoch nur bei Galafesten. Auf Familienfeiern setzte er sie zurück, wenn er sie nicht ausschloss.

Die Königin hatte einen eigenen Hofstaat, der auf Friedrichs Wunsch gelegentlich Repräsentationszwecken diente, und unterhielt freundschaftliche Verbindungen zu Luise Amalie, ihrer Schwester, und der Wilhelmine von Hessen-Kassel, den Gemahlinnen der Brüder Friedrichs, die ebenso wie er ein Zusammenleben mit ihren Frauen ablehnten.

Die Königin vor Schloss Schönhausen (Porträt von Frédéric Reclam, nach 1764)

Während des Siebenjährigen Krieges bedrohten die Österreicher im Oktober 1757 Berlin und Elisabeth musste nach Magdeburg fliehen. Auf dem Weg dorthin hielt der Hof in Potsdam an und die Königin sah zum ersten Mal in ihrem Leben das Schloss Sanssouci, das Friedrich sich gebaut hatte. Am 5. Januar 1758 konnte sie nach Berlin zurückkehren, doch schon zwei Jahre später musste sie die Stadt erneut Richtung Magdeburg verlassen, als die Russen Berlin besetzten und Schönhausen plünderten. Drei Jahre vergingen bis zum Frieden und der endgültigen Heimkehr nach Berlin am 17. Februar 1763. Friedrich hatte für Elisabeth nach sechsjähriger Abwesenheit am 30. März nur den Satz übrig: „Madame sind korpulenter geworden.“[3]

Initialen „EC“ am Schloss Schönhausen, 2009

Sie baute ihr Schloss Schönhausen vergrößert wieder auf, beschäftigte sich viel mit Literatur und verfasste auch einige moralische Schriften in französischer Sprache. Das Bild der verstoßenen, vereinsamten und verbitterten Königin erfuhr im späten 20. Jahrhundert Korrekturen.

Elisabeth Christine starb 1797 im Berliner Schloss und wurde in der Gruft des Berliner Doms beigesetzt.

Ein von Antoine Pesne gemaltes Porträt hängt im Schloss Charlottenburg.

[Bearbeiten] Literatur

  • Literatur von und über Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Thomas Biskup: The hidden queen. Elisabeth Christine of Prussia and Hohenzollern queenship in the eighteenth century. In: Clarissa Campbell Orr (Hrsg.): Queenship in Europe, 1660–1815. The role of the consort. Cambridge University Press, Cambridge 2004, S. 300–321.
  • Else Kurbjeweit: Elisabeth Christine und Friedrich II. Eine königlich-preußische Ehe. Deutscher Literatur-Verlag Melchert, Hamburg 1988, ISBN 3-87152-263-5.
  • Heinz Grunow: Die Prinzen-Hochzeit oder die Geschichte von der Hochzeit des späteren Königs Friedrich des Großen mit der Prinzessin Elisabeth Christine in Wolfenbüttel und Salzdahlum am 12. Juni 1733. Mit Zeichnungen von Adolph Menzel. Verkehrsverein, Wolfenbüttel 1981 (Schriften zur Heimatkunde; H. 16)
  • Annemarie von Puttkamer: Constance. Ein Lebensbild der Königin Elisabeth Christine von Preußen, Gemahlin Friedrichs des Großen. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1951.
  • Friedrich Wilhelm M. von Hahnke: Elisabeth Christine, Königin von Preußen, Gemahlin Friedrichs dem Großen. Eine Biographie. Reimer, Berlin 1848.
  • Karin Feuerstein-Praßer: Die preußischen Königinnen. Piper, 2005.
  • Helga Thoma: Ungeliebte Königin. Piper 2006.
  • Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Schönhausen – Rokoko und Kalter Krieg. Jaron, 2009.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hans-Henning Grote: Schloss Wolfenbüttel. Residenz der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg. 2005, ISBN 3-937664-32-7, S. 228.
  2. So Alfred P. Hagemann: Königin Elisabeth Chrtistine und ihre Sommerresidenz, in: Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Schönhausen – Rokoko und Kalter Krieg. Jaron, 2009. S. 49
  3. Paul Noack: Elisabeth Christine und Friedrich der Große. Ein Frauenleben in Preußen. 2. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2002, ISBN 3-608-94292-0, S. 185


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