Elisabeth Franziska von Österreich-Toskana

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Erzherzogin Elisabeth Franziska (um 1910)

Elisabeth Franziska Maria Karolina Ignatia, verheiratete Elisabeth Gräfin von Waldburg zu Zeil und Hohenems, (* 27. Jänner 1892 in Wien; † 29. Jänner 1930 in Schloss Syrgenstein) war eine geborene Erzherzogin von Österreich und Prinzessin von Toskana.

Leben[Bearbeiten]

Elisabeth Franziska (links) mit Eltern und Geschwistern (um 1905)

Elisabeth Franziska, genannt Ella, war die erstgeborene Tochter des Erzherzogs Franz Salvator von Österreich-Toskana und der Erzherzogin Marie Valerie von Österreich. Somit war sie eine Enkelin von Kaiser Franz Joseph und Sisi, der Kaiserin Elisabeth von Österreich, welche auch ihre Taufpatin war.[1] Ihre Erzieherin war Elsa Köhler. Ab dem Schuljahr 1903/04 besuchten sie und ihr Bruder Franz Karl als Privatisten das Schottengymnasium in Wien.[2]

Im Jänner 1911 nahm Ella an ihrem ersten Hofball teil.[3]

Elisabeth Franziska verlobte sich am 8. April 1912[4] mit Graf Georg von Waldburg zu Zeil und Hohenems (1878–1955), den sie am 19. September 1912 in Niederwallsee heiratete. Seit Ihrer Vermählung bis zum Tod hatte sie in Syrgenstein im Allgäu ihren Wohnsitz, wo sie sich zeitweise auch als Malerin betätigte. Sie starb mit 38 Jahren an einer Lungenentzündung.[5] Begraben wurde sie in Maria Thann im Allgäu. Am 29. Dezember 1931 heiratete ihr verwitweter Ehemann Georg ihre Schwester Gertrud.

Wissenswertes[Bearbeiten]

In der 33.000 Einzelobjekte umfassenden Sammlung des Journalisten und Monarchisten[6] Raoul Korty (1889–1944), welche 2005 von der ÖNB restituiert und auf Wunsch der Eigentümerin von der Österreichischen Nationalbibliothek angekauft wurde, finden sich zahlreiche Fotografien der kaiserlichen Familie und damit auch von Elisabeth Franziska[7][6]. Die Sammlung wurde im April 2008 unter dem Titel Zur Erinnerung an schönere Zeiten - Bilder aus der versunkenen Welt des jüdischen Sammlers Raoul Korty im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek gezeigt. Darunter befand sich auch ein Foto ihres Großvaters mit Elisabeth Franziska.[6] Auf der Webseite Royal magazin wird erwähnt, dass ein Diadem von Marie Valerie von Österreich später einmal von Elisabeth Franziska getragen wurde.[8][9] Ihre Kinder standen im Jahr 1961 auf den Plätzen 1057 bis 1060 einer hypothetischen britischen Thronfolge, die den Ausschluss von Katholiken, wie er im Act of Settlement festgelegt wurde, ignoriert.[10]

2008 wurden im Wiener Dorotheum zwei Telegramme von Kaiserin Elisabeth zu einem Rufpreis von je 800 € versteigert, eines davon wurde 1896 an die damals fünfjährige Erzherzogin Elisabeth Franziska geschickt:S.A.I.R. l’Archiduchess Ella, Wallsee, Amstetten, Autriche. God bless you. With many kisses your loving Omama.[11]

Ella wurde zeitweise als die hübscheste oder eine der hübschesten Enkelinnen der Kaiserin Elisabeth bezeichnet.[12] Als Aussteuer bekam sie eine Reisetoilettegarnitur geschenkt. Die darin enthaltenen Silberteile stammten vom Hoflieferanten Josef Carl Klinkosch, die Glasobjekte wurden von J. & L. Lobmeyr gefertigt.[1]


Nachkommen[Bearbeiten]

  • Marie Valerie Waldburg-Zeil (1913–2011)
  • Klementine Waldburg-Zeil (1914–1941)
  • Elisabeth Waldburg-Zeil (1917–1979)
  • Franz Josef Waldburg-Zeil (* 1927)

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnold McNaughton: The Book of Kings. A Royal Genealogy. Garnstone Press, London 1973, ISBN 0-900391-19-7, Band 1, S. 368, 376.
  • Révai Nagy Lexikona. Az ismeretek enciklopédiája. Band 4: Brutus – Csát. S.n., Budapest 1912, OBV.
  • Elisabeth Franziska. In: Brigitte Hamann (Hrsg.): Die Habsburger - ein biografisches Lexikon, Piper, München 1988, ISBN 3-492-03163-3, S. 96.
  • Franz-Joseph I., Georg Nostitz-Rieneck (Hrsg.): Briefe Kaiser Franz Josephs an Kaiserin Elisabeth. 1859–1898. Herold, Wien/München 1966, Band 1, OBV, S. 162.
  • Marie Valerie, Martha Schad und Horst Schad (Hrsg.): Das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth 1878–1899. Vierte Auflage. Serie Piper, Band 4364. Piper, München 2008, ISBN 978-3-492-24364-3.
  • Martha Schad: Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. Piper Taschenbuch, Band 30181. Piper, München (u.a.) 2012, ISBN 3-492-30181-9.

Presseberichte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Dorotheum: Frühstück bei Sisi’s - Kaiserhaus-Auktion im Wiener Dorotheum (MS Word; 174 kB)
  2. F. Gymnasial-Chronik. In: Jahresbericht Schottengymnasium Wien, Jahrgang 1904, S. 44 oben. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/jsg.
  3. Aus dem Allerhöchsten Kaiserhause. In: Sport & Salon, Nr. 5/1911 (XIV. Jahrgang), 28. Jänner 1911, S. 2, Mitte rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/sus.
  4. Chroniknet/wissen.de
  5. Tagesbericht. (…) Todesfälle. In: Reichspost, Nr. 29/1930 (XXXVII. Jahrgang), 30. Jänner 1930, S. 6 Mitte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/rpt.
  6. a b c Restitution Sammlung Korty (abgerufen am 16. Oktober 2009)
  7. Sammlung Korty
  8. Diadem der Erzherzogin
  9. Diadem Waldburg-Zeil
  10. Britische Thronfolge, Stand 1961
  11. Dorotheum
  12. Elisabeth Franziska. In: Brigitte Hamann: Die Habsburger – ein biographisches Lexikon. Dritte, korrigierte Auflage. Piper, Wien 1988, ISBN 3-492-03163-3, S. 96.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elisabeth Franziska von Österreich-Toskana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien