Elisabeth Pähtz

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Paehtz elisabeth 20070616 juedischesmuseum.jpg
Elisabeth Pähtz 2007
beim Schachfestival im Jüdischen Museum
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Geboren 8. Januar 1985
Erfurt
Titel Internationaler Meister (IM, 2004), Großmeisterin der Frauen (WGM, 2001)
Aktuelle Elo-Zahl 2456 (Juli 2014)
Beste Elo-Zahl 2493 (Juli 2012)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Elisabeth Pähtz (* 8. Januar 1985 in Erfurt) ist eine deutsche Schachspielerin. 2002 wurde sie Jugendweltmeisterin, 2005 Juniorenweltmeisterin.

Jugend[Bearbeiten]

Trainiert wurde sie seit ihrer Kindheit von ihrem Vater Thomas Pähtz, der selbst Schachgroßmeister ist. Mit fünf Jahren nahm sie zum ersten Mal an einer Deutschen Damenmeisterschaft teil.[1] Im Alter von neun Jahren gewann sie in der Altersklasse U11 ihre erste Deutsche Meisterschaft. 1995 wurde sie in Verdun Vize-Europameisterin der Altersklasse U10 sowie im gleichen Jahr in São Lourenço Vize-Weltmeisterin. 1999 wurde sie Deutsche Meisterin der Frauen. Im gleichen Jahr unterstützte sie Hape Kerkeling via „Knopf“ im Ohr bei einem Sketch für die Sat1-Sendung Darüber lacht die Welt und war Mitglied des Beraterteams bei der über Internet ausgetragenen Partie Kasparov versus the World. 2002 wurde sie Jugendweltmeisterin der Altersklasse U18, 2004 Vizeweltmeisterin der Altersklasse U20. Bei der Europameisterschaft der Frauen in Dresden belegte sie im gleichen Jahr Platz 16. 2005 wurde sie Juniorenweltmeisterin der Altersklasse U20.

Abitur und Folgezeit[Bearbeiten]

Sie besuchte bis 2004 das Sportgymnasium Dresden. Als eines der größten deutschen Nachwuchstalente ist sie Gegenstand eines großen Medieninteresses, und so wurde unter anderem darüber berichtet, dass sie beim Abitur in Mathematik zu scheitern drohte. Ihre eigene Erklärung ist jedoch, dass sie eine sehr intuitive Spielerin sei und deshalb kein Universalgenie sein müsse.

Ab Januar 2006 gehörte sie der Sportfördergruppe der Bundeswehr an. Nach Ende ihrer Dienstzeit im April 2009 nahm sie ein Journalistik-Studium in Berlin auf.[2] Bei der Schachweltmeisterschaft der Frauen 2010 scheiterte sie in der 2. Runde mit 1,5-2,5 an Viktorija Čmilytė.

1998 erlangte Elisabeth Pähtz den Titel Internationale Meisterin der Frauen (WIM), 2001 wurde sie Großmeisterin der Frauen[3] (WGM), seit 2004 trägt sie den Titel eines Internationalen Meisters (IM). Ihre aktuelle Elo-Zahl beträgt 2437, die höchste mit 2493 hatte sie im Juli 2012; damit ist sie die stärkste deutsche Schachspielerin und belegt Platz 45 der Frauen-Weltrangliste (alle Elo-Angaben: Stand Mai 2014)[4].

Mannschaftsschach[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Elisabeth Pähtz gehörte erstmals bei der Schacholympiade 1998 zur deutschen Frauen-Nationalmannschaft und hat seitdem an jeweils acht Schacholympiaden der Frauen[5] und Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen[6] sowie an der Mannschaftsweltmeisterschaft der Frauen 2007 teilgenommen.[7]

Vereinsschach[Bearbeiten]

Elisabeth Pähtz spielte in der Schachbundesliga der Frauen erstmals in der Saison 1994/95 beim RVA Stade und ist damit die jüngste Spielerin, die jemals in dieser Klasse spielte. Ihre weiteren Vereine in der Frauenbundesliga waren der OTG Gera (1996 bis 1998), der Dresdner SC beziehungsweise USV TU Dresden (1998 bis 2004 und 2006 bis 2009), der OSC Baden-Baden (in der Saison 2004/05) und der SC Bad Königshofen (seit 2009). Sie gewann die Frauenbundesliga in den Spielzeiten 1999/2000, 2001/02, 2004/05, 2005/06 und 2013/14. In der 1. Bundesliga spielte Elisabeth Pähtz von 2001 bis 2003 beim Erfurter SK, von 2006 bis 2009 beim SC Kreuzberg, von 2009 bis 2011 beim Schachclub Eppingen; seit 2011 spielt sie beim SV 1930 Hockenheim. Pähtz ist beziehungsweise war auch in verschiedenen ausländischen Ligen aktiv. In der britischen Four Nations Chess League spielt sie seit 2010 bei Cheddleton, die luxemburgische Mannschaftsmeisterschaft gewann sie 2002 mit Gambit Bonnevoie und 2006 mit De Sprénger Echternach. In der österreichischen Bundesliga spielte Pähtz in der Saison 2011/12 bei ASVÖ Pöchlarn/Mauerbach, in der Saison 2013/14 beim SK Advisory Invest Baden. In der belgischen Interclubs spielte Elisabeth Pähtz von 2003 bis 2005 beim KSK 47 Eynatten, an der chinesischen Mannschaftsmeisterschaft 2010 nahm sie für Tianjin teil[8].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elisabeth Pähtz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 10. Offene Deutsche Damenmeisterschaft 1990 in Neustadt (Saale) auf TeleSchach
  2. Interview mit Chessdom.com (abgerufen 1. April 2010)
  3. WGM Elisabeth Pähtz beim Deutschen Schachbund.
  4. http://ratings.fide.com/top.phtml?list=women
  5. Elisabeth Pähtz' Ergebnisse bei Schacholympiaden der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
  6. Elisabeth Pähtz' Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
  7. Elisabeth Pähtz' Ergebnisse bei Mannschaftweltmeisterschaften der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
  8. Elisabeth Pähtz' Ergebnisse bei chinesischen Mannschaftsmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)