Elisabeth Volkenrath

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Elisabeth Volkenrath (1945)

Elisabeth Volkenrath (* 5. September 1919 in Schönau (Schlesien); † 13. Dezember 1945 in Hameln) war als Angehörige des SS-Gefolges Oberaufseherin im KZ Auschwitz.

Biografie[Bearbeiten]

Elisabeth Volkenrath arbeitete vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges als Friseuse und wurde nach Kriegsbeginn zur Arbeit in einer Munitionsfabrik eingesetzt. Im Oktober 1941 wurde sie zum SS-Gefolge dienstverpflichtet, absolvierte unter Dorothea Binz im KZ Ravensbrück eine Ausbildung zur Aufseherin und beaufsichtigte in der Folge Außenkommandos. Ab März 1942 wurde Volkenrath in dem KZ Auschwitz I (Stammlager) eingesetzt und erhielt dort einen Posten als Aufseherin in der Häftlingsschneiderei. Von dort wurde sie im August 1942 in das Frauenlager des KZ Auschwitz-Birkenau versetzt, wo sie eigenen Angaben zufolge bald darauf an Typhus erkrankte und in ein Hospital eingeliefert wurde. Nach dem Hospitalaufenthalt übernahm sie in Birkenau ab Ende Dezember 1942 die Paketstelle, wo sie ungefähr 25 bis 30 Häftlinge überwachte. In der Paketstelle wurden ihrer Aussage nach die ankommenden Pakete vom Roten Kreuz oder Häftlingsangehörigen durchsucht und anschließend an die entsprechenden Häftlinge ausgegeben. Zudem war sie zusätzlich hauptverantwortlich für die Brotverteilung im Lager. Diese Funktionen im Lager führte sie bis zum September 1944 aus. Danach wurde sie in das Stammlager des KZ Auschwitz zurückversetzt und im November 1944 zur Oberaufseherin befördert. Im Zuge der Evakuierung verließ Volkenrath am 18. Januar 1945 Auschwitz und gelangte am 5. Februar 1945 in das KZ Bergen-Belsen, wo sie unter dem Lagerkommandanten Josef Kramer arbeitete. Dort erkrankte sie eigenen Angaben zufolge nach wenigen Tagen erneut und nahm nach einem Hospitalaufenthalt ihre Tätigkeit als Oberaufseherin erst wieder am 22. März 1945 auf.

Am 15. April 1945 wurde das KZ Bergen-Belsen durch britische Truppen befreit, die dort über 10.000 Tote und etwa 60.000 Überlebende vorfanden. Das SS-Lagerpersonal wurde dazu verpflichtet, alle Leichen abzutransportieren und in Massengräbern zu bestatten.

Danach wurde Volkenrath verhaftet und durch britische Militärangehörige verhört. Im Bergen-Belsen-Prozess (17. September bis 17. November 1945 in Lüneburg) wurde sie wegen ihrer im KZ Auschwitz und Bergen-Belsen begangenen Verbrechen angeklagt, die sich auf Zeugenaussagen stützten. Sie gab zu, Häftlinge geschlagen zu haben.

Volkenrath, die wie alle anderen Angeklagten auf „nicht schuldig“ plädierte, wurde am 17. November 1945 schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Der britische Henker Albert Pierrepoint vollstreckte das Urteil am 13. Dezember 1945 im Zuchthaus Hameln. Am selben Tag wurden auch Irma Grese und Johanna Bormann hingerichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • United Nations War Crimes Commission (Hrsg.): Law reports of trials of war criminals, selected and prepared by the United Nations War Crimes Commission. 3 Bände, William S. Hein Publishing, Buffalo (New York) 1997, ISBN 1-57588-403-8 (Reprint der Originalausgabe von 1947–1949)

Weblinks[Bearbeiten]