Elisabeth von Großbritannien, Irland und Hannover

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Prinzessin Elisabeth von Großbritannien und Irland

Prinzessin Elisabeth von Großbritannien und Irland (* 22. Mai 1770 im Buckingham Palace in London; † 10. Januar 1840 in Frankfurt am Main) war ein Mitglied des Hauses Hannover und durch Heirat Landgräfin von Hessen-Homburg.

Leben[Bearbeiten]

Sir William Beechey: Prinzessin Elisabeth von Großbritannien und Irland, Öl auf Leinwand, 1797
Elisabeth, Landgräfin von Hessen-Homburg, um 1830, Lithographie von Josef Lanzedelli d. Ä.
Wappen von Elisabeth, Landgräfin von Hessen-Homburg

Prinzessin Elisabeth war die dritte Tochter des britischen Königs Georg III. (1738–1820) und dessen Ehefrau Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz (1744–1818), zweite Tochter des Prinzen Karl (Friedrich Ludwig) zu Mecklenburg und seiner Gemahlin Prinzessin Elisabeth Albertine von Sachsen-Hildburghausen. Sie war die jüngere Schwester der späteren Könige Georg IV., Wilhelm IV. und Ernst August I., sowie die Tante von Königin Victoria.

Eliza, wie sie gerufen wurde, hatte wenig Interesse an der steifen Hofetikette, sie war temperamentvoll und resolut und sehnte sich einen eigenen Hausstand. Es gab am Hof auch Gerüchte von einer heimlichen Hochzeit und zwei illegitimen Kindern, die dieser Verbindung entsprossen sein sollen. Weiterhin interessierte sie sich seit ihrer Jugend für die Malerei und genoss eine Ausbildung als Zeichnerin und Graveurin. Ferner hatte sie intensiven Kontakt mit den Hofmalern wie Benjamin West, Thomas Gainsborough oder William Beechey sowie dem Kupferstecher Francesco Bartolozzi.

Dass Prinzessin Elisabeth, als sie den deutschen Erbprinzen Friedrich von Hessen-Homburg in seiner österreichischen Husarenuniform sah, gesagt haben soll: „Wenn der ledig ist, den heirate ich!“, ist eine Anekdote. In Wirklichkeit war die Vermählung von langer Hand vorbereitet. Zeigte Friedrich doch keinen Hang sich zu vermählen. Eindringliche Vorstellungen des Vaters, der 1804 sogar für seinen Sohn um die Hand von Elisabeths älterer Schwester Augusta Sophia anhielt, noch eine Bittvorstellung der „volksvertretenden Behörden“ Hessen-Homburgs fruchteten. Während des Wiener Kongresses fädelten der Herzog von Kent und der hessen-homburgische Bundesgesandte Johann Isaak von Gerning die Verbindung ein. Nachdem Friedrich noch einmal von allen Seiten bearbeitet worden war, reiste er am 15. Januar 1818 nach London, wo man ihn mit offenen Armen empfing. Am 4. Februar überreichte der künftige Bräutigam seinen schriftlichen Antrag und fand die Unterstützung des britischen Regenten Georg IV. Am 17. Februar fand die Verlobung und am 7. April 1818 die Trauung in London statt. Es war keine echte »Liebesheirat«, trotz gegenseitigem Einvernehmens und Respekts, es war ein Agreement, mit dem beide gut zurechtkamen. Als Friedrich VI. im Januar 1820 an die Regierung kam, hatte er dank der Mitgift von 40.000 Talern und der jährlichen Apanage von 13.000 Pfund genug Geld um den hessen-homburgischen Haushalt zu sanieren. Elisabeth hingegen konnte sich vom britischen Hof verabschieden und sich selbst verwirklichen. Sie ließ in ihrer neuen Heimat Straßen anlegen und ermöglichte den Bau des Gotischen Hauses, kümmerte um die Restaurierung oder Umbau des Homburger und des Meisenheimer Schlosses (Wolfgangsbau) und engagierte sich in der Armenpflege. Aus Großbritannien bezog sie Samen und Setzlinge und verfolgte deren Erträge in den Landgräflichen Gärten. Auch führte sie ihre künstlerischen Tätigkeiten weiter.

Nachdem ihr Mann 1829 unerwartet verstorben war, lebte sie mit ihrem kleinen Hofstaat abwechselnd in Homburg, in Frankfurt (hier im Hause Große Eschenheimer Straße/Zeil), London und am Hofe ihres Lieblingsbruders Adolph Friedrich in Hannover.

Sie verstarb in ihrer Wohnung in Frankfurt und ist in der Gruft des Bad Homburger Schlosses beigesetzt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Denkmal

Die Elisabethenstraße in Bad Homburg ist nach ihr benannt. Vor der englischen Kirche in der Ferndinandstraße steht ein unter Denkmalschutz stehendes Denkmal des Künstlers Fritz Gerth, das an sie erinnert. Diese Porträtbüste über dem barockisierend von Voluten flankierten Sockel zeigt die Landgräfin in jugendlichem Alter, gekleidet nach der Mode des Empire. Die Wertschätzung, die die Landgräfin genoss, zeigte sich auch daran, dass die Enthüllung am 12. August 1908 in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. und König Edward VII. erfolgte.[1]

Titel[Bearbeiten]

  • 1770–1818 Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Elisabeth von Großbritannien und Irland
  • 1818–1820 Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Elisabeth von Hessen-Homburg
  • 1820–1840 Ihre Königliche Hoheit Landgräfin Elisabeth von Hessen-Homburg

Ausstellung[Bearbeiten]

  • 2010: Das graphische Werk der Landgräfin Elizabeth (1770–1840), Museum im Gotischen Haus, Bad Homburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Flora Fraser: Princesses – The six daughters of George III. , Bloomsbury Publishing, London 2012, ISBN 978-1-4088-3253-0
  • C. Arnold McNaughton: The Book of Kings: A Royal Genealogy. in 3 volumes, Garnstone Press, London U.K. 1973.
  • Greta Walsh: Bemerkenswerte Frauen in Homburg. Frauen prägen 300 Jahre Bad Homburger Geschichte. Kramer, Frankfurt, ISBN 3-7829-0456-7.
  • Gerta Walsh: Liebesgeschichten in Bad Homburg. Societäts-Verlag, Frankfurt, ISBN 3-7973-0905-8.
  • Alison Weir: Britain’s Royal Family: A Complete Genealogy. The Bodley Head, London U.K. 1999.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elisabeth von Großbritannien, Irland und Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Denkmal Landgräfin Elisabeth. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen