Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach (1912–2010)

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Elisabeth Freiin von Wangenheim-Winterstein (* 16. Januar 1912 in Tübingen; † 15. März 2010 in München) war die Ehefrau des letzten Erbgroßherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

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Elisabeths Vater war Baron Othmar von Wangenheim, Oberhofmarschall des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen, die Mutter (Maud) Mathilde von Trützschler, Baronin zum Falkenstein.

Elisabeth hatte eine (jüngere) Zwillingsschwester Dorothee und einen 1913 geborenen Bruder Jobst. Die Mutter verstarb nach der Geburt des Sohnes, die Kinder wuchsen als Halbwaisen auf. Die Familie zog auf das Wangenheimsche Schloss in Behringen am Hainich in Thüringen, das der Vater 1928 erwarb. Elisabeth besuchte das Luisenstift, ein Mädcheninternat in Berlin und legte dort ihre Reifeprüfung ab. Danach begann sie eine Ausbildung zur Pianistin in Hannover, brach diese jedoch ab, um ihren verwitweten Vater in Behringen zu unterstützen und dort den Haushalt zu führen. Die Schwester Dorothee übernahm die Verwaltung der landwirtschaftlichen Güter für den zum Wehrdienst eingezogenen und dann in sowjetischer Gefangenschaft ums Leben gekommenen Bruder Jobst.

In Eisenach lernte Elisabeth Karl-August Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach kennen, der dort als Offizier in einem Panzerregiment diente. Am 14. Oktober 1944 heiratete das Paar auf der Wartburg und lebte dann auf Schloss und Gut Behringen. Im Juni erfolgte die Flucht der Familie nach Westdeutschland, kurz bevor die US-Besatzung in Thüringen durch die Rote Armee abgelöst wurde. Elisabeth war zu diesem Zeitpunkt im 8. Monat schwanger. Die folgenden Nachkriegsjahre werden als „besonders hart“ geschildert. 1945 wurde die Tochter Elisabeth Sophie, 1946 der Sohn Michael-Benedikt und 1948 die Tochter Beatrice-Maria geboren. Wohnstationen waren anfänglich Wommen, dann Weikersheim, Kassel, Königswinter, Tübingen, Stuttgart, Freiburg und schließlich München. Elisabeths Ehemann Karl-August verstarb 1988 und konnte damit die Wiedervereinigung nicht mehr erleben.

Elisabeth besuchte nach der „Wende“ immer wieder Weimar und die Wartburg, die bis 1922 im Besitz der Familie gewesen war. Sie verstarb am 15. März 2010 in München bei ihrer Tochter Elisabeth Sophie. Bei der Trauerfeier in München legten der Präsident der Klassikstiftung Weimar und der Burghauptmann der Wartburg für den Freistaat Thüringen einen Kranz nieder „In ehrendem Gedenken“. Entsprechend dem Wunsch von Elisabeth erfolgte die Urnenbeisetzung auf der Wartburg, man hat sich auf die Elisabeth-Kapelle geeinigt. Das für die Wartburg einmalige Ereignis fand am 17. Mai 2010 im engen Familienkreis statt.

Elisabeth hatte sich zu dem Anthroposophen Rudolf Steiner hingezogen gefühlt, verfügte über eine außergewöhnliche geschichtliche und literarische Bildung, das klassische Weimar und besonders Goethe waren nach Schilderung des Sohnes ihre „täglichen Begleiter“. Sie hatte sehr unter der Aberkennung der Bürgerlichen Rechte der Familie von Sachsen-Weimar-Eisenach durch die Thüringer Landesregierung 1948 zur Zeit der SBZ gelitten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach:Rückblick auf das bewegte Leben der Erbgroßherzogin Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach. Nun ist ein Kapitel der Thüringer Landesgeschichte geschlossen. Thüringische Landeszeitung, 24. März 2010
  • Hans Hoffmeister:Letzte Ehre für die aus Thüringen Vertriebene. Betont schlichte Trauerfeier für Erbgroßherzogin Elisabeth in München. Thüringische Landeszeitung, 27. März 2010
  • Rita Specht:Beisetzung soll einmalig bleiben. Erbgroßherzogin Elisabeth wird in der Wartburg-Kapelle zur letzten Ruhe gebettet. Thüringische Landeszeitung, 31. März 2010
  • Rita Specht:Elisabeth ruht auf der Wartburg. Urne der Erbgroßherzogin wurde in den Kapellenboden eingelassen. Thüringische Landeszeitung, 19. Mai 2010