Elisabeth von Thadden

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Dieser Artikel befasst sich mit der Widerstandskämpferin Elisabeth von Thadden, für die gleichnamige Journalistin (* 1961) siehe: Elisabeth von Thadden (Journalistin)

Elisabeth Adelheid Hildegard von Thadden (* 29. Juli 1890 in Mohrungen, Ostpreußen; † 8. September 1944 in Berlin-Plötzensee) wurde als Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus ermordet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Elisabeth von Thadden entstammte dem alten pommerschen Adelsgeschlecht Thadden und war die Tochter des mehrfachen Gutsbesitzers Dr.jur. Adolf von Thadden (1858-1932), königlich preußischer Landrat des Kreises Greifenberg, Mitglied des pommerschen Provinz-Landtags und Vorsitzender des Verbands pommerscher Landkreise, und dessen erster Ehefrau Ehrengard von Gerlach (1868-1909). Ihr Halbbruder Adolf von Thadden (1921-1996) war ein Politiker verschiedener rechtsextremer Parteien (z. B. der DRP, DNVP und NPD).

Sie blieb unverheiratet.

Siehe auch: Familie von Thadden

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Zusammen mit ihren Geschwistern Reinhold, Marie-Agnes, Helene und Ehrengard wuchs sie auf dem pommerschen Gut Trieglaff im Kreis Greifenberg (heute Trzygłów in Pomorze) auf. Im Jahre 1920 heiratete der Vater in zweiter Ehe die wesentlich jüngere Barbara Blank. Daraufhin verließ Elisabeth von Thadden die Familie und die geliebte Heimat. Sie übersiedelte nach Berlin. Dort betätigte sie sich in der Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Ost und absolvierte Kurzkurse in Sozialer Arbeit an der von Alice Salomon gegründeten Sozialen Frauenschule. Im April 1921 übernahm die Adelige die Stelle einer Erziehungsleiterin im Kinderdorf Heuberg auf der Schwäbischen Alb, einer Erholungsstätte, die nur einige Monate im Jahr in Betrieb war. Den Winter verbrachte Elisabeth von Thadden in Berlin. Mit dieser Situation war sie nicht zufrieden, sie sehnte sich nach einer festen Anstellung an einer Schule: „Dies war aber nicht möglich, da ihr die entsprechenden Zeugnisse fehlten. So beschloss sie, selbst eine Schule zu gründen, ein modernes Landerziehungsheim. Doch zuvor ging sie für eineinhalb Jahre in die seit 1920 bestehende Schule Schloss Salem, eine vergleichbare Institution, um vor Ort die Arbeit eines solchen Landerziehungsheimes kennen zu lernen“ (Schad 2001, S. 146).

Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ihr Landerziehnungsheim konnte die Adelige das leerstehende Wieblinger Schloss in der Nähe von Heidelberg pachten und gründete sofort den Verein Evangelisches Landerziehungsheim Wieblingen e. V. Ostern 1927 konnte das Evangelische Landerziehungsheim für Mädchen seiner Bestimmung übergeben werden. Das schulpädagogische Konzept orientierte sich an der Reformpädagogik mit christlicher Prägung. Bis zur Verstaatlichung aller konfessionellen Privatschulen 1941 leitete Elisabeth von Thadden die Bildungsinstitution, die noch heute unter dem Namen Elisabeth-von-Thadden-Schule besteht. Nachdem die Nazis sie aus ihrem Amt vertrieben hatten, fand Elisabeth von Thadden in Berlin im Haus von Anna von Gierke Unterschlupf. Ab 1942 war sie für das Deutsche Rote Kreuz als Leiterin von Soldatenheimen tätig. Sie war Mitglied des Solf-Kreises. 1943 wurde ein Spitzel in den Kreis um ihre Freunde eingeschleust, der die Adelige denunzierte. Am 13. Januar 1944 wurde Elisabeth von Thadden in Menaux (Frankreich) verhaftet; „von dort aus kam sie zu einem 24 Stunden Verhör nach Paris, dann zurück nach Deutschland in die Vernehmungszentrale in der Prinz-Albrechtstraße“ (Berlin M. B.), „weiter nach Oranienburg und schließlich nach Ravensbrück“ (Schad 2001, S. 162).

Im Juli 1944 wurde Elisabeth von Thadden vom Volksgerichtshof unter dessen Präsidenten Roland Freisler zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung fand am 8. September in Berlin-Plötzensee statt. Ihre letzten Worte waren: „Mach End’ o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not!“

[Bearbeiten] Literatur

  • Manfred Berger: Thadden, Elisabeth von; in: Hugo Maier (Hrsg.): Who is who der Sozialen Arbeit; Freiburg/Br. 1998, S. 588 f
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A; Bd. 25, S. 519, Bd. 117 der Gesamtreihe; Limburg (Lahn): C. A. Starke, 1998; ISSN 0435-2408
  • Matthias Riemenschneider u. Jörg Thierfelder (Hg.): Elisabeth von Thadden. Gestalten – Widerstehen – Erleiden; in: Edition Zeitzeugen; Hans Thoma Verlag, 2002; ISBN 3-87297-148-4
  • Irmgard von der Lühe: Eine Frau im Widerstand. Elisabeth von Thadden und das Dritte Reich; Freiburg u.a.: Herder, 1983; ISBN 978-3451077852; Lax Verlag, 19894; ISBN 978-3784870120
  • Martha Schad: Frauen gegen Hitler. Schicksale im Nationalsozialismus; München 2001, S. 145 ff

[Bearbeiten] Weblinks

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