Eliyahu Rips

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Elia Rips (2008)

Eliyahu Rips (auch Ilya Rips; hebräisch ‏אליהו ריפס‎; * 12. Dezember 1948 in Riga) ist ein israelischer Professor der Mathematik. Bekannt ist Rips durch seine Arbeiten in der Gruppentheorie sowie durch den kontroversen Bibelcode, den er zusammen mit Doron Witztum meinte entdeckt zu haben.

Leben[Bearbeiten]

Rips wuchs in Lettland in der damaligen Sowjetunion auf. Als erster Schüler Lettlands nahm er an der Internationalen Mathematik-Olympiade (IMO) teil.

1969 wurde Rips kurz nach Abschluss seines Studiums an der Universität Lettland verhaftet, weil er gegen die Invasion der Tschechoslowakei mit einem Selbstverbrennungsversuch protestierte. Zwei Jahre verbrachte Rips als politischer Gefangener. Hier stellte er der Legende nach gruppentheoretische Untersuchungen auf Toilettenpapier an, da ihm kein richtiges Papier zugebilligt wurde. Nach Intervention westlicher Mathematiker wurde Rips 1971 schließlich freigelassen und wanderte 1972 nach Israel aus, wo er bis heute an der Hebräischen Universität Jerusalem unterrichtet.

Neben Professuren an den Universitäten von Chicago und Berkeley erhielt der promovierte Mathematiker außerdem den Erdős-Preis durch die Israelische Mathematische Union im Jahr 1979.

Teilweise mit seinem Doktoranden Zlil Sela leistete er wichtige Beiträge zur geometrischen Gruppentheorie. 1994 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Zürich (Cyclic splittings of finitely presented groups and the canonical JSJ decomposition).

1994 erschien ein Artikel im Magazin Statistical Science, in dem Rips zusammen mit Doron Witztum und Yoav Rosenberg über die Entdeckung angeblich codierter Nachrichten in der Tora berichtete. Durch das Buch Der Bibelcode des Journalisten Michael Drosnin, von dem sich Rips, Witztum und Rosenberg distanzieren, wurde die strittige Entdeckung weltbekannt.

Nach Meinung anderer renommierter Statistiker sind die Ergebnisse des Bibelcodes nicht statistisch signifikant.

Rips ist charedischer Jude, der Einsteins Beschäftigung mit Physik und profanen Wissenschaften in erster Linie als „Verlust“ betrachtet. Er äußerte sich dazu in einem Interview 2010 so: „Ich stamme aus der Welt der Wissenschaft und weiss, was intellektuelle Erfolge bedeuten. Ich verstehe, was unter Akademie zu verstehen ist, und sage dennoch, dass es nichts Wichtigeres als die Tora auf der Welt gibt. Und mehr noch: Die Leute betrachten jüdische Genies wie Einstein als Weltsegen erfolgreicher Juden. Ich betrachte sie als Verlust. Die Welt hat diese unermesslichen Kräfte verloren, die sich der Tora hätten widmen können. Stellen Sie sich vor, welche geistigen Kräfte in der Welt bestehen könnten, wenn Einstein sein Leben der Tora gewidmet hätte“.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview in der Zeitung Mischpacha, hier zitiert nach Die Jüdische Zeitung 46/2010, Zürich, 19. November 2010, Seite 10.