Eliza Marian Butler

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Schlachtenmalerin siehe Elizabeth Thompson

Eliza Marian Butler (* 29. Dezember 1885 in Lancashire; † 13. November 1959 ebenda), auch E. M. Butler und Elizabeth M. Butler, war eine britische Germanistin. Sie hatte als Professorin den John Henry Schröder Stiftungslehrstuhl an der Universität Cambridge inne. Ihre Werke umfassen unter anderem eine Trilogie über Ritualmagie und die Faustlegende sowie Betrachtungen über den deutschen Philhellenismus.

Leben[Bearbeiten]

Sie wuchs in Lancashire in einer Familie irischer Herkunft auf und wurde von einer norwegischen Gouvernante in deutscher Sprache erzogen. Ihre wohlhabenden Eltern Theobald FitzWalter Butler, ein Montanindustrieller, und Catherine Elizabeth Barraclough kamen aus Irland. Ihre Schulausbildung fand unter anderem an Privatschulen in Hannover, Paris und Reifenstein im Harz statt.[1]

Sie graduierte 1911 am Newnham College, Cambridge University mit einem Bachelor of Arts (B.A.). Ein Bonnaufenthalt 1913/1914 weckte ihr Interesse an Friedrich Hebbel, eine geplante Promotion bei Berthold Litzmann kam nie zustande, kriegsbedingt brach sie den Aufenthalt ab.[1] Zeitweise arbeitete sie als Lehrerin an Mädchenschulen.

Sie diente während des Ersten Weltkriegs, nachdem sie in kurzer Zeit Russisch gelernt hatte, als eine von vier englischen Krankenschwestern im Sanitätsdienst in Russland und Mazedonien.[1]

Lehrtätigkeit[Bearbeiten]

Sie leitete zwischen 1920 und 1936 die neusprachliche Abteilung in Cambridge und hatte von 1929 bis 1936 einen Lehrauftrag. Anschließend übernahm sie in Manchester die Henry-Simon-Professur für Deutsch und Literatur (1936–1945). 1945 bis 1951 hatte sie eine Professur für Deutsch in Cambridge inne.

Nach einiger Zeit Berufstätigkeit in Krankenhäusern lehrte sie in Cambridge und wurde 1936 Professorin an der Manchester University. Laut ihrer Autobiographie Paper boats stand die Lehrtätigkeit in Cambridge unter schwierigen Vorzeichen. Ihr persönlicher Versuch, dem wahren Deutschland eine erneute Chance zu geben, war dabei nach eigenen Angaben nicht gerade von Erfolg gekrönt. 1926 bis 1959 reiste Butler mit ihrer Lebensgefährtin, der Pali-Expertin Isaline Blew Horner, nach Asien, unter anderem nach Ceylon.[1] Ihre Autobiographie Paper Boats wurde in ihrem Todesjahr veröffentlicht.

Unter anderem in Nachrufen wurde auf ihre irische Herkunft und ihre davon geprägte fröhliche und hochgeistige Persönlichkeit verwiesen, die in ihren schriftlich niedergelegten und unkonventionellen Ansichten und Büchern nur unvollkommen wiedergegeben werde.[2]

The Tyranny of Greece over Germany[Bearbeiten]

Ein grundlegendes Werk ist The Tyranny of Greece over Germany. Der deutsche Griechenenthusiasmus und dessen vielfältige auch negative Auswirkungen wurden bereits von Friedrich Paulsen thematisiert, der sich erfolgreich für die Stärkung des neusprachlichen Gymnasiums einsetzte. Butler hat die Bedeutung des deutschen Philhellenismus für den englischen Sprachraum beschrieben und verbreitet. Das Buch selbst wurde 1935 in Deutschland vernichtend rezensiert und eine Übersetzung verboten.[1] Butler wurde auch nach 1945 mit ihren germanistischen Arbeiten in Deutschland kaum rezipiert. Eine Erweiterung auf die außen- und kulturpolitische Rolle stammt unter anderem von Suzanne L. Marchand.

Werke[Bearbeiten]

  • The Myth of the Magus. Cambridge University, 1993, ISBN 0-521-43777-6
  • Ritual Magic, University Park, The Pennsylvania State University Press, 1949; Neudruck1998
  • Paper Boats (Autobiographie)
  • The tyranny of Greece over Germany: a study of the influence exercised by Greek art and poetry over the great German writers of the 18., 19. and 20. centuries, Beacon Press: Boston 1958

Preise[Bearbeiten]

  • Honorardoktor (D.Litt.) der London University 1957
  • Honorardoktor (D.Litt.) der Oxford University 1958

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Internationales Germanistenlexikon 1800-1950, Band 3, Christoph König, Birgit Wägenbaur, Walter de Gruyter, 2003 Seite 304
  2. Nachruf in der Times, von Frank C. Roberts

Weblinks[Bearbeiten]