Elizabeth de la Poer Beresford, Baroness Decies

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Giovanni Boldini: Elizabeth Wharton Drexel, Öl auf Leinwand, 1905

Lady Elizabeth de la Poer Beresford, Baroness Decies, geborene Elizabeth Wharton Drexel (* 22. April 1868 in Philadelphia; † 13. Juni 1944 in London) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und High Society-Lady in der New Yorker Gesellschaft in der Belle Époque.

Leben[Bearbeiten]

Elizabeth Drexel war die jüngste Tochter des Bankiers Joseph William Drexel (1833–1888) und seiner Ehefrau Lucy Wharton (1841–1912). Ihre Kindheit drehte sich um perfektes Benehmen und die gesellschaftliche Repräsentation. Sie wurde zusammen mit ihrer älteren Schwester Lucy (1867–1944) zu Hause von Gouvernanten und Tutoren mit Hilfe der väterlichen Bibliothek unterrichtet. Neben Geographie, Geschichte, Mathematik, Kunst, Tanz und Musik lernte Elizabeth auch französisch und italienisch.

Am 29. Juni 1889 heiratete Elizabeth Drexel in New York John Dahlgren († 1898), einen Sohn des Konteradmirals John Adolphus Bernard Dahlgren und der Schriftstellerin Madeleine Vinton. Aus der gemeinsamen Verbindung ging ein Sohn, John Jr. (* 1892), hervor. Ihre Schwester Lucy heiratete ihren Schwager, Eric Bernard Dahlgren, im Jahre 1890.

Porträt von Elizabeth Dahlgren, 1899

Um die Jahrhundertwende zog Elizabeth Dahlgren mit ihrem Sohn nach New York und wurde sofort von der damaligen Grand Dame der New Yorker Gesellschaft, Mrs. Caroline Astor (1830–1908), und in den Kreis der «Four Hundred» aufgenommen. Zu dieser Zeit lernte sie den exzentrischen Lebemann Henry Symes Lehr (1869−1929), ein Sohn des deutschen Konsuls in Baltimore, kennen. Im Juni 1901 ging die 33-jährige Witwe eine erneute Ehe ein, doch das Ehepaar führte eine «Getrennte Betten-Ehe», da Lehr eher die Gesellschaft von Männern bevorzugte. Anfang der 1910er Jahre reiste Elizabeth Lehr nach Paris und engagierte sie sich in der Tätigkeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs arbeitete sie als Krankenschwester in verschiedenen Lazaretten. Nach dem Krieg kehrte sie nach New York zurück. Anfang der 1920er Jahre diagnostizierten Ärzte bei ihrem Mann einen Gehirntumor, den er erst 1927 operieren ließ. Sie pflegte ihn schließlich bis zu seinem Tod.

Anfang der 1930er Jahre reiste Elizabeth Lehr nach England zu ihrer Freundin Lady Spencer-Churchill, Duchess of Marlborough. Zusammen engagierten sie sich in mehreren karitativen Organisationen, darunter im Schul- und Krankenwesen. Neben den gesellschaftlichen Verpflichtungen gehörte Elizabeth dem Zirkel von Freunden des Königs Georg V. und seiner Ehefrau Prinzessin Maria von Teck an. Im Mai 1936 heiratete sie in London den irischen Aristrokraten John Graham Hope de la Poer Beresford, 5. Baron Decies (1866–1944). Die Ehe, die allen Berichten zufolge glücklich verlief, blieb kinderlos. In ihrem zweiten Buch Turn of the World (1937) verarbeitete Lady Elizabeth ihre Eindrücke bei der prunkvollen Krönung von König Georg VI. und seiner Ehefrau Lady Elizabeth Bowes-Lyon in der Westminster Abbey.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elizabeth Drexel Lehr: King Lehr and the Gilded Age: With Extracts from the Locked Diary of Harry Lehr. Kessinger Publishing, 1935, Neuauflage 2007, ISBN 1-432-51643-4
  • Elizabeth Drexel Lehr: Turn of the World. 1937