Ellen Wessinghage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ellen Wessinghage (geb. Tittel, geschiedene Wellmann; * 28. Juni 1948 in Mühlbach, Sachsen) ist eine ehemalige deutsche Mittel- und Langstreckenläuferin, die in den 1970er Jahren – für die Bundesrepublik Deutschland startend – zur Weltspitze im 1500-Meter-Lauf gehörte. 1975 wurde sie in der Bundesrepublik zur Sportlerin des Jahres gewählt.

Ihr größter Erfolg ist die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1971 (4:10,3 min). Sie startete auch bei den Olympischen Spielen 1972, den Olympischen Spielen 1976 und den Europameisterschaften 1974, jedoch ohne Medaillenerfolge.

Weitere Erfolge: 1970 gewann sie den 1500-Meter-Lauf im Europacup-Finale. 1970 bis 1975 wurde sie Deutsche Meisterin im 1500-Meter-Lauf (1970 bis 1973 unter ihrem Geburtsnamen Ellen Tittel). 1974 Studenten-Weltmeisterin über 3000 Meter; 1980 Deutsche Meisterin im Crosslauf, Mittelstrecke und Langstreckenlauf.

In den 1980er Jahren versuchte sie sich auf längeren Strecken und erreichte im 3000-Meter-Lauf 8:56,77 min (1981), im 5000-Meter-Lauf 15:34 min (1981) und im 10.000-Meter-Lauf 32:52,93 min. 1984 gewann sie den Murtenlauf über 17,2 km.

Sie ist insgesamt 38-fache Deutsche Meisterin und bestritt 40 Länderkampf-Einsätze.

1975 heiratete die Juristin den Mittelstreckenläufer Paul-Heinz Wellmann (Olympia-Bronze 1976 im 1500-Meter-Lauf); in zweiter Ehe war sie mit Thomas Wessinghage (5000-Meter-Europameister 1982) verheiratet. Sie ist Mitglied des Präsidiums des Landessportbundes Rheinland-Pfalz und in dieser Funktion für das Ressort „Frau im Sport“ verantwortlich. Sie leitet den Landes-Arbeitskreis „Frau im Sport“.

Weiterhin ist sie seit April 2004 Vorsitzende des Tennisclubs Boehringer Ingelheim. 2004 wurde sie in der Altersklasse W 55 Gesamtsiegerin auf der Halbmarathon-Strecke des Gutenberg-Marathons in 1:24:56 h.

Ellen Wessinghage startete für den Verein TuS 04 Leverkusen. Sie ist 1,58 m groß und wog in ihrer aktiven Zeit 44 kg.

Sie erhielt 1975 den Silbernen Bravo Otto der Jugendzeitschrift BRAVO.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft