Ellertshäuser See

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Ellertshäuser See
Ellershäuser See.jpg
Lage: Landkreis Schweinfurt
Größere Orte in der Nähe: Hofheim, Stadtlauringen
Ellertshäuser See (Bayern)
Ellertshäuser See
Koordinaten 50° 8′ 53″ N, 10° 22′ 29″ O50.14805555555610.374722222222Koordinaten: 50° 8′ 53″ N, 10° 22′ 29″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1955 - 1960
Höhe über Talsohle: 18 m
Höhe über Gründungssohle: 25 m
Höhe der Bauwerkskrone: 338,00 m
Bauwerksvolumen: 100.000 m³
Kronenlänge: 270 m
Kronenbreite: 5,5 m
Böschungsneigung luftseitig: 1:2
Böschungsneigung wasserseitig: 1:2,6 und 1:3
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 334,50 m
Wasseroberfläche 33 hadep1
Speicherraum 2,3 Mio. m³
Einzugsgebiet 8,4 km²

Der Ellertshäuser See ist ein Stausee bei Ebertshausen nahe Hofheim im Landkreis Schweinfurt auf dem Gebiet des Ortsteiles Altenmünster / Markt Stadtlauringen. Er wird vom Freistaat Bayern betrieben und dient dem Hochwasserschutz, der Naherholung und der Niedrigwasseraufhöhung.

Namensgebung[Bearbeiten]

Dort, wo sich heute der See befindet, lag früher die Wüstung Ellertshausen. Wahrscheinlich wurde Ellertshausen um das Jahr 1000 von Mönchen urbar gemacht. Diese gehörten zum Kloster Neustadt am Main und hatten bereits in Altenmünster eine Niederlassung. Als Landesherren waren damals auch die Grafen von Henneberg-Aschach Eigentümer des Dorfes Eylicheshusen. 1480 wurde Ellertshausen als Wüstung bezeichnet. Es wechselte dann im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. Verwaltungsmäßig gehörte Ellertshausen seit 1593 zum Amt Rotenstein bzw. kurz danach zu Stadtlauringen. 1699 wollten der Deutsche Orden, Münnerstadt und das Hochstift Würzburg gemeinsam Ellertshausen wieder besiedeln, was aber am Widerstand von Grundstückseigentümern scheiterte.

Ursprüngliche Nutzung[Bearbeiten]

Der Ellertshäuser See wurde auf dem Gebiet der damaligen Gemeinde Altenmünster angelegt. Er sollte als Wasserspeicher die Beregnung der Felder der umliegenden Gemeinden ermöglichen, die zum großen Gebiet der fränkischen Trockenplatte gehören. Im Rahmen der Flurbereinigung in den 1950er Jahren wurde dazu der Wasser- und Bodenverband als Betreiber- und Nutzergemeinschaft ins Leben gerufen. Baubeginn war 1955. Geflutet wurde der See vom Jahr 1957 an bis zum Frühjahr 1958. Zur Nutzung für die Beregnung kam es jedoch nie, da die Kosten für den Aufbau und die Unterhaltung der Beregnungsanlagen zu hoch waren. 1970 wurde der See vom Wasser- und Bodenverband an den Freistaat Bayern veräußert.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Der See wird nun als Naherholungsgebiet genutzt. Weite Teile sind zum Baden, Tauchen, Segeln und Angeln freigegeben. Die restlichen Flächen sind als Biotope angelegt und als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Eine weitere Nutzung ist die als Wasserrückhalt, um Hochwasser im Frühjahr bei der Schneeschmelze zu vermeiden und in der trockenen Zeit im Sommer und im Herbst den Sauerquellenbach mit genügend Wasser zu speisen.

Der See ist mit einer Gesamtfläche von 33 Hektar der größte See Unterfrankens. Er ist rundum von Wald umgeben. Der Rundweg ist 4,4 km lang.

Staudamm[Bearbeiten]

Der Staudamm ist ein 25 m hoher und 270 m (nach anderen Angaben 240 m) langer Erddamm. Er hat eine innen liegende schräge Kerndichtung. Auch für das Dammvolumen gibt es verschiedene Angaben: 97.000 oder 100.000 m³.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]