Elon Musk

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Elon Musk (2012)
Unterschrift von Elon Musk

Elon Musk (* 28. Juni 1971 in Pretoria, Südafrika) ist ein US-amerikanischer Unternehmer. Er wurde bekannt durch seine Erfolge als Internetdienstanbieter, insbesondere mit dem Bezahldienst Paypal, der ihn reich machte, und der mit diesem Geld finanzierten Gründung von drei Unternehmen: des Solarstromunternehmens SolarCity, des Elektroautoherstellers Tesla Motors und seinem dritten Unternehmen SpaceX, mit dem er seine Vision einer privat finanzierten Raumfahrtindustrie verwirklicht.

Leben[Bearbeiten]

Musks Vater war ein südafrikanischer Maschinenbauingenieur, seine Mutter ein kanadisches Model.[1] Elon Musk war mit der Fantasyschriftstellerin Justine Musk verheiratet, das Paar hat fünf Söhne.[2]

Als 12-jähriger entwickelte Musk ein Videospiel, das er an eine Computerzeitschrift verkaufen konnte. Kurz vor seinem 16. Geburtstag beantragte Musk gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder in der kanadischen Botschaft Reisepässe und ein Jahr später wanderte er nach Nordamerika aus, um dem Wehrdienst in der südafrikanischen Armee zu entgehen. Sein erstes Ziel war Kanada, wo er sich an der Queen’s University in Kingston, Ontario, einschrieb. Nach einem Wechsel an die University of Pennsylvania schloss er die Studien dort mit einem Bachelor-Abschluss in Wirtschaft und Physik ab. 1995 wechselte er nach Palo Alto in Kalifornien, wo er an der Stanford University zu einem Ph.D.-Programm in Physik zugelassen worden war.[3]

Allerdings beschloss er nach zwei Tagen auf dem Campus, das Studium nicht aufzunehmen und stattdessen ein Internetunternehmen zu gründen.[4]

Im März 2010 war er im Dokumentarfilm Die 4. Revolution – EnergyAutonomy zu sehen. Am 25. September 2010 heiratete Musk die britische Schauspielerin Talulah Riley, ließ sich allerdings Anfang 2012 wieder scheiden.[5] Musk hat seinen Hauptwohnsitz in Bel Air, einem Stadtteil von Los Angeles.

Unternehmerische Aktivitäten[Bearbeiten]

1995, bei Gründung seines ersten Unternehmens, Zip2 (zusammen mit seinem Bruder Kimbal), das Inhalte für Medienunternehmen anbot, hatte Musk nach eigener Aussage „eine vage Idee über die Chancen, die ein Dotcom-Unternehmen bieten könnte, 2.000 Dollar Kapital, ein Auto und einen Computer.“ Als Compaq das Unternehmen 1999 für 307 Millionen Dollar aufkaufte, war dies der bis dahin höchste für ein Internetunternehmen gezahlte Preis; Musk selbst konnte über die Beteiligung anschließend auf 22 Millionen Dollar Kapital zurückgreifen.[4]

Direkt anschließend gründete Musk die Firma X.com, die ein Onlinebezahlsystem via E-Mail entwickelte. Schon 2000 fusionierte X.com mit einem Konkurrenten, Confinity, der sich auf ein ähnliches Produkt namens PayPal spezialisiert hatte.[6] PayPal wurde in den folgenden Monaten zum wichtigsten Onlinebezahlsystem weltweit – und erzielte einen Verkaufserlös von 1,5 Milliarden Dollar, als es 2002 an eBay verkauft wurde. Musk hielt zu diesem Zeitpunkt 11,7 % Firmenanteile und war damit der größte Anteilseigner.[7]

Elon Musk inspiziert einen Hitzeschild in der SpaceX-Montagehalle (2008)

Während Musks Internetunternehmen mit Produkten, die es zuvor in dieser Form nicht gab, neue Märkte erschlossen, war die Geschäftsidee, die den unternehmerischen Aktivitäten der folgenden Jahre zugrunde lag, eine andere: Musk wollte teure und technisch komplexe Produkte billiger und für die Massenfertigung tauglich anbieten.

Musks dritte Unternehmensgründung war 2002 die Raumfahrtfirma SpaceX. SpaceX verkauft zunächst unbemannte Raumflüge, um Satelliten in den Orbit zu bringen und zur Versorgung der Raumstation ISS, später sind auch bemannte Flüge geplant. Die dahinterstehende Vision ist „to help reduce the cost of space transportation so it would be feasible to establish life on another planet“[8] (zu helfen, die Kosten von Raumfahrten zu senken, so dass Leben auf anderen Planeten ermöglicht werden kann). Seit dem erfolgreichen Start der Falcon 1 am 28. September 2008 ist SpaceX die erste Firma, der es gelang, mit einer vollständig privat finanzierten Flüssigtreibstoffrakete den Orbit zu erreichen. Die Kosten eines Starts belaufen sich auf nur etwa ein Drittel der Kosten bei vergleichbaren staatlich finanzierten Raumflügen.[9]

Musk und Senatorin Dianne Feinstein neben einem Tesla Model S (2010)

Außerdem investierte Musk im Jahr 2003 sehr früh in den Fahrzeughersteller Tesla Motors, der auf die Produktion von Elektroautos spezialisiert ist, mit dem Ziel, herkömmlichen vergleichbaren Fahrzeugen in nichts nachzustehen. Musks bisher (Stand August 2013) vorletzte Unternehmensgründung ist die Firma SolarCity, die seit 2006 die Installation von Solaranlagen betreibt.[8]

Unter der Bezeichnung Hyperloop wurde im August 2013 ein Projekt für Personen- und Güterverkehr für Fernstrecken vorgestellt. In einer Doppelröhre sollen abgeschlossene Kapseln für 28 Personen auf Luftkissen auf 1.220 km/h beschleunigt und nach Aussagen von Musk z.B. eine 600 km lange Strecke kostengünstiger als der Zug in 35 Minuten überwinden. Laut Musk arbeiten ein Dutzend Ingenieure der Unternehmen Tesla und SpaceX an den Plänen, man will offen weiterentwickeln und bis etwa 2017 ein Testmodell fertigstellen.[10]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Juni 2011 erhielt Musk den mit 500.000 $ dotierten Heinlein Prize for Advances in Space Commercialization.[11]

Im Februar 2011 zählte Forbes Musk zu "America's 20 Most Powerful CEOs 40 And Under".[12]

Die Fédération Aéronautique Internationale verlieh Musk 2010 die höchste Auszeichnung, die FAI Gold Space Medal; zu den vorherigen Preisträgern gehören Neil Armstrong, Burt Rutan und John Glenn.

In seinem Beitrag für die Reihe "Die 100 einflussreichsten Menschen 2010" des Time Magazine beschreibt Regisseur Jon Favreau, wie Musk als Vorlage für die Figur des genialen Milliardärs Tony Stark im Iron Man (Film) diente.[13]

Die Zeitschrift Esquire nannte Musk einen der 75 einflussreichsten Menschen des 21. Jahrhunderts.[14]

Die Kitty Hawk-Stiftung würdigte ihn 2010 als Lebende Legende der Luftfahrt; andere Träger dieses Titels sind Buzz Aldrin und Richard Branson.[15]

Die National Space Society verlieh Musk die Von Braun Trophy 2008/2009; frühere Empfänger dieser Auszeichnungen waren Burt Rutan und Steve Squyres.[16]

Die National Wildlife Federation verlieh ihm 2008 den National Conservation Achievement award; weitere Preisträger in jenem Jahr waren der Journalist Thomas Friedman, US-Senator Patrick Leahy sowie Floridas Gouverneur Charlie Crist.[17]

Das R&D Magazine würdigte ihn als Innovator des Jahres 2007.[18]

Nach Bill Ford, Bob Lutz, Dieter Zetsche und Lee Iacocca wurde Musk als Auto-Manager des Jahres 2010 ausgezeichnet.[19]

Das Inc Magazine zeichnete ihn 2007 als Unternehmer des Jahres für Tesla und SpaceX aus.[20]

Sein Entwurf des Tesla Roadster gewann 2007 den Index Design award[21] und den Global Green-Preis für Produktdesign 2006, überreicht durch Michail Gorbatschow.[22]

Das Art Center College of Design verlieh ihm eine Ehrendoktorwürde in Gestaltung.[23]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elon Musk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mark Gimein, Fast track, Elon Musk is poised to become Silicon Valley’s Next Big Thing. What put him in the driver’s seat?, Salon.com, 17. August 1999, Weblink zuletzt abgerufen 17. Februar 2009
  2. Der Mann, der zum Mars will, Kerstin Kohlenberg, Portrait in Die Zeit, 31. Dezember 2008, Weblink zuletzt abgerufen 8. Dezember 2010
  3. Entrepreneur of the Year, 2007: Elon Musk, Max Chafkin, 1. Dezember 2007, Portrait bei Inc., S. 3, Weblink zuletzt abgerufen 17. Februar 2009
  4. a b Entrepreneur of the Year, 2007: Elon Musk, Max Chafkin, 1. Dezember 2007, Portrait bei Inc., S. 4, Weblink zuletzt abgerufen 17. Februar 2009.
  5. Millionaire PayPal founder Elon Musk divorces actress wife Talulah Riley...and announces split via Twitter. In: Daily Mail, 20. Januar 2012. Abgerufen am 21. Januar 2012. 
  6. Fusionsvertrag von X.com und Confinity, Weblink zuletzt abgerufen 17. Februar 2009
  7. Commission File Number: 000-49603, März 2002, PAYPAL, INC., S. 74 f, bei der United States Securities and Exchange Commission, Weblink zuletzt abgerufen 17. Februar 2009
  8. a b Chafkin 2007, Datenblatt zu Musks Firmen, Weblink zuletzt abgerufen 17. Februar 2009
  9. Vierter Versuch: Privatrakete "Falcon 1" endlich im All, Spiegel-online, 29. September 2008, Weblink zuletzt abgerufen 17. Februar 2009
  10. http://orf.at/#/stories/2194567/ Hyperloop-Projekt in Kalifornien vorgestellt, ORF.at vom 13. August 2013
  11. Art Dula: Heinlein Prize Honors Elon Musk of SpaceX. In: The Heinlein Prize. 16. Juni 2011. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  12. Jacquelyn Smith: America's 20 Most Powerful CEOs 40 And Under. In: Forbes, 14. Februar 2011. Abgerufen am 18. Februar 2011.  „To make this list, you had to be the chief executive of one of the 20 biggest publicly traded companies in the U.S. (as of Feb. 11, by market capitalization) with a CEO aged 40 or under.“ 
  13. The 2010 Time 100. In: Time, 29. April 2010. Abgerufen am 15. Mai 2012. 
  14. 75 most influential people: Elon Musk. Esquire. 1. Oktober 2008. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  15. Living Legend in Aviation Awards. Kittie Hawk Air Academy. 2010. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  16. Space Community Gathers at National Space Society's ISDC 2009. National Space Society. 17. Juni 2009. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  17. Connie Awards. National Wildlife Federation. 2008. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  18. Rocket Man. R&D. 4. September 2007. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  19. Automotive Executive of the Year. DNV Certification. 2010. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  20. Max Chafkin: Entrepreneur of the Year, 2007: Elon Musk. Inc. 1. Dezember 2007. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  21. Tesla Roadster. Index. 2007. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  22. Tesla Motors team. Tesla Motors. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  23. Graduation show, Art Center College of Design, USA – December 18, 2010