Elsa Einstein

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Elsa Einstein (1929)

Elsa Einstein (* 18. Januar 1876 in Hechingen, Hohenzollernsche Lande; † 20. Dezember 1936 in Princeton, New Jersey, Vereinigte Staaten) war die Cousine und zweite Ehefrau von Albert Einstein. Elsas Geburtsname war Einstein. Durch ihre erste Heirat mit Max Löwenthal nahm sie dessen Nachnamen an. Durch ihre zweite Heirat mit Albert Einstein erlangte sie ihren Geburtsnamen zurück.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Elsa Einstein war die Tochter von Rudolf und Fanny Einstein (geborene Koch) und war jüdischen Glaubens. Sie wurde in Hechingen in der Schlossstraße 16 geboren und hatte zwei Schwestern, Paula (1878-1955) und Hermine (1872-1942). Rudolf Einstein war Textilfabrikant in Hechingen. Elsas Mutter war die Schwester von Pauline Einstein (geborene Koch), der Mutter von Albert Einstein. Ihr Vater war zudem ein Cousin von Albert Einsteins Vater Hermann Einstein.[1]

Elsa und Albert Einstein kannten sich bereits aus der Kinderzeit. Albert Einstein, in Ulm geboren, zog bereits als Einjähriger mit seinen Eltern nach München und wuchs später in Italien und der Schweiz heran. Bei den regelmäßigen Besuchen der Familie in München spielte Elsa oft mit ihrem um drei Jahre jüngeren Cousin Albert, der später mit seiner Relativitätstheorie die Physik revolutionieren sollte. Für seine Familie wie auch für seine Cousine Elsa blieb er jedoch zeitlebens das „Albertle“, eine dem schwäbischen Dialekt eigentümliche Neigung zu Diminutiven. Als Albert 1894 das Gymnasium in München abbrach und seiner Familie nach Mailand folgte, um sich auf das Zürcher Polytechnikum vorzubereiten, riss der Kontakt zu Elsa ab. Über Elsas eigene Ausbildung in Hechingen ist heute nichts bekannt.

Erste Heirat mit Max Löwenthal[Bearbeiten]

1896 heiratete Elsa den Berliner Textilhändler Max Löwenthal (1864-1914). Die beiden lebten mit ihren Töchtern Ilse (1897-1934) und Margot (1899-1986) in Hechingen. Ein drittes Kind, ein Sohn, kam 1903 zur Welt, starb jedoch kurz nach seiner Geburt. Schon ein Jahr vor der Geburt des Jungen ging Max Löwenthal aus beruflichen Gründen nach Berlin. Seine Familie blieb in Hechingen.

1908 ließ sich Elsa von ihrem Mann scheiden, behielt aber weiterhin den Namen Löwenthal. Sie zog mit den beiden Töchtern nach Berlin und lebte in der obersten Etage eines der komfortablen gutbürgerlichen Mietshäuser im Bayerischen Viertel (Haberlandstraße 5). Die darunterliegende Etage bewohnten ihre Eltern. Auch Albert Einsteins Mutter Pauline war 1910 mit der Verwandtschaft aus Hechingen nach Berlin gekommen, hatte aber 1911 eine Stelle als Haushälterin im Württembergischen angenommen.

Leben an der Seite des berühmten Physikers[Bearbeiten]

Albert Einstein, der 1911 Professor an der Prager Universität war und ab 1912 an der ETH Zürich lehrte, traf Elsa etwa zu dieser Zeit bei einem Besuch in Berlin wieder. Er hatte sie seit den Münchner Kindertagen nicht mehr gesehen. Einstein war zu dieser Zeit noch mit Mileva Marić verheiratet und lebte mit ihr und den beiden Söhnen gemeinsam in Zürich. Der unabänderlichen Meinung seiner Mutter und vermutlich auch der anderen Einsteins, dass seine Heirat mit Mileva ein großer Fehler, wenn nicht gar ein Unglück gewesen sei, hatte er sich inzwischen soweit angeschlossen, dass sich schon die spätere Trennung und schließlich Scheidung abzeichnete.

Elsa mit ihrem Mann Albert

Um 1912 begann das Verhältnis zwischen dem 33-jährigen Einstein und der damals 36-jährigen Elsa. Es ist nicht bekannt, wann Einstein seiner Cousine die Anschrift des Physikalischen Instituts der ETH mitgeteilt hat, sicher aber ist, dass Elsa Löwenthal ihrem Cousin zum 34. Geburtstag am 14. März 1913 geschrieben hat. Ein geheimer Briefwechsel entbrannte zwischen den beiden. Als sich bei Einsteins Besuch in Berlin Ende September 1913 Cousin und Cousine ganz nahegekommen waren, hielt es Elsa für notwendig, ihrem Albert einige Utensilien zur Körperpflege zu schenken, welche dieser mit den Worten „… wenn ich Dir so unappetitlich bin, dann such Dir einen für weibliche Geschmäcker genießbareren Freund..“ ungenutzt ließ. 1914 wurde Einstein von Max Planck nach Berlin gerufen. Einstein war - nicht zuletzt wegen der Nähe zu Elsa - begeistert.

Einsteins Ehefrau Mileva und die Söhne zogen zunächst mit nach Berlin. Doch schon nach kurzer Zeit kam es zu Konflikten, die ein weiteres gemeinsames Leben unmöglich machten. Mileva und die Söhne gingen zurück in die Schweiz. Für Einstein war der Abschied damals schon endgültig. Mileva dagegen schwankte jahrelang zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Ende 1914 ließ Einstein die meisten Möbel in die Schweiz verfrachten und zog selbst in eine kleinere Wohnung mehr im Zentrum der Stadt in der Nähe des Kurfürstendamms. „Mit der Trennung bin ich höchst zufrieden, trotzdem ich nur selten etwas von meinen Buben höre. Der Frieden und die Gemütsruhe tun mir ungemein wohl, nicht minder als das wirklich hübsche Verhältnis zu meiner Cousine“, äußerte er. Elsas Wohnung im Bayerischen Viertel war nach etwa einer Viertelstunde Fußmarsch zu erreichen.

Elsa Einstein auf einer Pazifistendemonstration im Berliner Lustgarten (1921)

Noch nicht 38 Jahre alt, erkrankte Einstein zu Beginn des Jahres 1917 schwer. Er musste eine Lebererkrankung durch strenge Diät und ein ruhiges Leben kurieren. Die nächsten vier Jahre litt Einstein an einer Serie von Erkrankungen mit verschiedener Intensität. Er mietete eine Wohnung in der Haberlandstraße 5, die direkt neben der von Elsa lag. Nun konnte Elsa die Pflege des immer noch Rekonvaleszenten perfekt organisieren.

Von Berlin aus versuchte Einstein 1915 und erneut 1918, Mileva zur Scheidung zu bewegen, unter anderem mit dem Versprechen, dass er ihr, sollte er den Nobelpreis erhalten, das Preisgeld überlassen werde. Die Ehe wurde am 14. Februar 1919 wegen „natürlicher Unverträglichkeit“ am Bezirksgericht Zürich geschieden. Ungeachtet des zweijährigen Heiratsverbots, das Einstein im Scheidungsurteil vom Zürcher Bezirksgericht auferlegt worden war, schritt er am 2. Juni 1919 in Berlin zum Standesamt und heiratete seine Cousine Elsa. Elsas Töchter Ilse und Margot hatten schon zuvor den Namen Einstein angenommen und redeten ihren Onkel im Familienkreis als „Albert“ an, vor Dritten immerhin als „Vater Albert“.

Elsa war eine immer noch attraktive, lebenslustige und lebenstüchtige Frau, nicht ohne Bewusstsein für gesellschaftlichen Status und empfänglich für den Ruhm ihres Mannes. Bei der Anrede „Frau Professor“ erblühte sie regelrecht. In Berliner Professorenkreisen hörte man aber auch allerlei Kritik. Manche sollen ihr Niveau bemängelt haben, andere sagten ihr nach, sie schirme ihren Mann wie einen persönlichen Besitz ab, und wieder andere machten sie und ihre Ruhmessucht dafür verantwortlich, wenn ihnen Einsteins öffentliches Auftreten missfiel. Elsa Einstein bemühte sich aber, ihrem Albert eine Atmosphäre zu schaffen, die seiner angegriffenen Gesundheit und seiner Arbeit gleichermaßen zuträglich war. Sie begleitete ihn auf seinen vielen Reisen. 1929 war sie die treibende Kraft bei dem Bau ihres Sommerhauses in Caputh in der Nähe von Potsdam.

Anfangs konnte Elsa noch über die Flirts ihres „Albertle“ lächeln, aber 1923 war sie sich ihres Mannes keineswegs mehr sicher. Eine junge Dame namens Betty Neumann hatte den Dienst als Sekretärin angetreten und Einstein war in heftiger Liebe zu ihr entbrannt. Diese Liebe endete mit Ablauf des Jahres 1924, als er ihr schrieb „er müsse in den Sternen suchen, was ihm auf der Erde versagt sei“, ein seltsam erhabener Verzicht. Gäste bei Einsteins konnten nicht übersehen, „dass das Verhältnis zwischen ihm und seiner Frau unerklärlich kühl war. Frau Einstein war da und doch nicht vorhanden“. Nach dem Ende der Beziehung zu Betty Neumann hatte er sich offenbar nicht damit abgefunden, sein Glück in den Sternen suchen zu müssen, sondern traf sich weiterhin gerne mit schönen Frauen.

Emigration nach Princeton und Tod[Bearbeiten]

1933 emigrierte Einstein aufgrund der Machtübernahme Hitlers mit Elsa in die USA nach Princeton, New Jersey. 1934 erkrankte Elsas Tochter Ilse schwer. Mitte Mai desselben Jahres begleitete Einstein Elsa zur Belgenland im Hafen von New York, ließ sie aber allein nach Europa reisen. Sie konnte ihrer Tochter nur noch im Sterben beistehen. Im August wurde die Asche der nur 37 Jahre alt gewordenen Ilse in Holland beigesetzt. In Princeton kauften Albert und Elsa im August 1935 ein Haus in der Mercer Street 112. Doch schon beim Einzug wurde Elsa von dem Gefühl geängstigt, dass sie sich an dem neuen Heim nicht lange würde erfreuen können. Eine Schwellung am Auge war aufgetreten, die als Vorbote ernsthafter Kreislauf- und Nierenprobleme diagnostiziert wurde. Es folgte ein leidvoller Winter und auch die lange Sommerfrische im milden Klima der Adirondack Mountains am Saranac Lake im Norden des Staates New York brachte nur mäßige Linderung. Während der anschließenden Monate in Princeton war Einstein um seine Frau so besorgt, „dass er elend und gedrückt herumging“, wie Elsa noch erzählte. „Ich hatte nie gedacht, dass er derart an mir hänge. Das tut auch gut.“ Sie starb am 20. Dezember 1936 in ihrem Haus in Princeton.[2]

Kurz vor seinem eigenen Tod schrieb Einstein an den Sohn seines verstorbenen Freundes Michele Besso: „Was ich aber am meisten an ihm (Besso) bewunderte, ist der Umstand, dass er es fertig gebracht hat, viele Jahre lang nicht nur im Frieden, sondern sogar in dauernder Konsonanz mit einer Frau zu leben - ein Unterfangen, in dem ich zweimal ziemlich schmählich gescheitert bin.“[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stammbaum der Familie Einstein (PDF)
  2. Albert Einstein - Eine Biographie von Albrecht Fölsing
  3. [1] Michele Besso - Einsteins lebenslanger Freund