Elterlein
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Erzgebirgskreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Zwönitz | |
| Höhe: | 620 m ü. NN | |
| Fläche: | 45,87 km² | |
| Einwohner: |
3090 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 67 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09481 | |
| Vorwahl: | 037349 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 21 180 | |
| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 28 09481 Elterlein |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Siegbert Ullrich (Freie Wähler Hermannsdorf) | |
| Lage der Stadt Elterlein im Erzgebirgskreis | ||
Elterlein ist eine erzgebirgische Kleinstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Elterlein liegt im Erzgebirge. Die Stadt breitet sich sternförmig von dem auf einem Hochplateau liegenden Marktplatz ausgehend, ansteigend in Richtung Schatzenstein und nach drei Seiten abfallend bis an die den Ort umgebenden Auen am Schlangengraben und Schwarzbach, aus.
Ortsteile [Bearbeiten]
Die Stadt Elterlein besteht seit der Eingemeindung von Schwarzbach im Jahr 1996 aus zwei und seit der Eingemeindung von Hermannsdorf im Jahr 1999 aus drei Ortsteilen. Das an der Staatsstraße 258 zwischen Elterlein und Zwönitz gelegene Burgstädtel bildet keinen eigenen Ortsteil.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Im Norden grenzen die Städte Zwönitz und Geyer sowie die Gemeinde Tannenberg an Elterlein. Im Osten sind es die Stadt Schlettau, im Süden die Stadt Scheibenberg sowie die Gemeinde Raschau-Markersbach und im Westen die Stadt Grünhain-Beierfeld.
Höchste Erhebung [Bearbeiten]
Die mit 760 m über NN höchste Erhebung auf dem Gebiet der Stadt ist der unmittelbar nordwestlich von Elterlein, an den Gemeindegrenzen zu Zwönitz und Grünhain-Beierfeld im Grünhainer Wald gelegene Schatzenstein.
Geschichte [Bearbeiten]
Elterlein [Bearbeiten]
Der Ort lag im Mittelalter an einem wichtigen Handelsweg zwischen Halle und Prag, der Salzstraße über den Preßnitzer Pass. Der Name Elterlein wird meist von Altarlein, also einem kleinen Altar an ebendiesem Weg, abgeleitet. Erstmals wurde das Elterlein 1406 urkundlich erwähnt. Angaben, wonach der Ort bereits 1118 bestand, sind nicht belegt. Auch die Ersterwähnung als Stadt ist erst für 1483 schriftlich belegt.
Elterlein gewann zur Zeit des Großen Berggeschreys, durch den im Erzgebirge aufblühenden Bergbau, rasch an Bedeutung. Um 1500 besaß die Stadt ein eigenes Bergamt für seine Zechen. Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Bergbau, wie in der gesamten Region, auch in Elterlein zurück und wurde eingestellt. Doch noch heute sind zahlreiche Zeugnisse des Altbergbaus zu finden. Neben Stollen-Mundlöchern, Halden und Tagebrüchen, der idyllisch gelegene Schwarze Teich, der Ende des 16. Jahrhunderts zusammen mit dem künstlichen Steingraben zum Betrieb einer Zeche angelegt wurde.
Durch den Bergbau entstanden schon früh verarbeitende Gewerbe wie Mühlen, Hammer- und Hüttenwerke. Während der Industrialisierung war Elterlein im März 1848 neben Mittweida ein Schauplatz des Nagelschmiedeaufstandes. Dieser richtete sich gegen neue Fabriken, mit denen die Nagelschmiede als Handwerker und Kleinstunternehmer im freien Wettbewerb nicht konkurrieren konnten und daher durch diese ihre Erwerbsgrundlagen bedroht sahen. In Elterlein wurde von den Aufständischen die Leinbrocksche Fabrik gestürmt.
Durch mehrere ausgedehnte Stadtbrände in den Jahren 1662, 1676, 1719, 1861 und 1868 wurde Elterlein oft schwer zerstört.
Schwarzbach [Bearbeiten]
Im Jahr 1240 ist das Waldhufendorf Schwarzbach erstmals in einer Übereignungsurkunde an das Kloster Grünhain urkundlich erwähnt.
Der Ort wurde am 1. April 1996 eingemeindet.[2]
Hermannsdorf [Bearbeiten]
Hermannsdorf ist ein vermutlich um 1200 besiedeltes und 1460 erstmals urkundlich erwähntes Waldhufendorf. Auch hier prägte bis ins Jahr 1873, neben der Landwirtschaft, besonders der Bergbau über Jahrhunderte das Leben und hinterließ sichtbare Zeichen wie den Seifengrund mit zwei mächtigen Raithalden.
Der Ort wurde am 1. Januar 1999 eingemeindet.[3]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Am 3. Oktober 1990 zählte Elterlein 3668 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:
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1993 bis 1997
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1998 bis 2002
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2003 bis 2007
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ab 2009
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- Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Politik [Bearbeiten]
Elterlein ist seit dem 1. Januar 2009 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Zwönitz, in der Zwönitz die erfüllende Gemeinde ist. Zuvor war die Stadt Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Geyer.
Karl Weinhold (CDU) war von 1990 bis 2009 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Elterlein. Am 9. November 2009 hat Siegbert Ullrich (Freie Wähler Hermannsdorf) das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters übernommen.
Partnerstädte [Bearbeiten]
Seit dem 14. September 2004 gibt es eine offizielle Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Belm in Niedersachsen, die auf ersten Kontakten in den 1950er Jahren basiert. Seit 1953 bestehen Verbindungen zur Gemeinde Remshalden in Baden-Württemberg, die 2003 ebenfalls durch eine offizielle Partnerschaft besiegelt wurden.
Religion [Bearbeiten]
Mit denen der St. Laurentiuskirche Elterlein, der St. Michaeliskirche Hermannsdorf und der Dorfkirche Schwarzbach gibt es drei Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche. Innerhalb der Evangelischen Landeskirche gibt es zudem die Landeskirchliche Gemeinschaft und im Ortsteil Elterlein hat eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche ihren Kirchsaal.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke / Ausflugsziele / Erholung [Bearbeiten]
- Sankt-Laurentiuskirche Elterlein (Grundsteinlegung 1481; Grundsteinlegung des neuen Turmes 1889)
- Sankt-Michaeliskirche Hermannsdorf (erbaut 1611) mit Pollerorgel
- Fachwerkhäuser im oberen Ortsteil von Hermannsdorf
- Kursächsische Postdistanzsäule von 1729 in Elterlein (Originalstandort: Marktplatz)
- Barbara-Uthmann-Denkmal in Elterlein
- Schatzenstein
- Naturschutzgebiet Hermannsdorfer Wiesen und "Schwarzer Teich"
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Dengelfest im OT Schwarzbach (im Juni)
- Sternwanderung zum Schatzenstein (erster Samstag im Oktober)
- Kirchweihfest in Elterlein (zweiter Sonntag im September)
- Weihnachtsmarkt in Elterlein (1. Advent)
- Turmblasen vom Turm der Sankt-Laurentiuskirche Elterlein (an jedem Adventssonntag)
Freizeit [Bearbeiten]
- Wandern
- Reiten
- Bowling
- Schlittenhunde
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
An die Tradition des schon früh existierenden verarbeitenden Gewerbes anknüpfend ist Elterlein heute, gemessen an den hier insgesamt 1471 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern (Stand 30. Juni 2007) und am Gesamt- sowie Auslandsumsatz, einer der regional bedeutsamsten Industriestandorte mit der Automobilzulieferindustrie als größtem Arbeitgeber. Bedeutende ansässige Unternehmen sind unter anderen Bodet & Horst GmbH & Co. KG, Linnemann-Schnetzer Sachsen GmbH, Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG und Takata-Petri (Sachsen) GmbH.
Verkehr [Bearbeiten]
Elterlein liegt an einem Autobahnzubringer für das Obere Erzgebirge, der Staatsstraße 258. Sie bietet eine direkte und schnelle Verbindung zwischen der A 72 (AS Stollberg-West) und der B101 (bei Scheibenberg).
Mit der Bahnstrecke Zwönitz–Scheibenberg hatte die Stadt ab 1900 auch einen Bahnanschluss. Nach dem teilweisen Rückbau der Strecke im Jahr 1947 als Reparationsleistung an die Sowjetunion, wurde 1966 der Eisenbahnverkehr endgültig wieder eingestellt und die noch verbliebene Reststrecke zwischen Elterlein und Scheibenberg ebenfalls zurückgebaut.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Wolfgang Uhle (1512–1594), bekannt als Pestpfarrer von Annaberg
- Karl Weinhold (* 1946), Politiker (CDU), MdL, Bürgermeister von Elterlein (1990–2009)
Personen, die mit Elterlein in Verbindung stehen [Bearbeiten]
- Christian Lehmann (1611–1688), Kindheit und erste Anstellung als Hilfsgeistlicher in Elterlein, einer der bedeutendsten Altchronisten des Erzgebirges
- Johannes Oertel (1840–1916), Bürgermeister von Elterlein, Besitzer des Hammerguts Tännicht
Literatur [Bearbeiten]
- Jens Hahn: Elterlein-Scheibenberg-Oberwiesenthal: Drei Bergstädte im Erzgebirge – Erzbergbau und Knappschaftswesen bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Obererzgebirgischer Silberspiegel, 2010 ISBN 978-3-00-029673-4
- Richard Steche: Elterlein. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 68.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Internetpräsenz der Stadt Elterlein
- Elterlein im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
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