Emeishan-Trapp

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Der Emeishan-Trapp ist ein Flutbasalt im südlichen China, dessen Zentrum in der chinesischen Provinz Sichuan liegt. Im angloamerikanischen Sprachraum wird er auch als Permian Emeishan Large Igneous Province (übersetzt etwa Permische magmatische Großprovinz des Emeishan) bezeichnet. Die Basaltvorkommen erstrecken sich über ein Gebiet von 250.000 km² und sind durch tektonische Vorgänge im Mesozoikum und Känozoikum auf komplizierte Weise deformiert und aus ihrer ursprünglich waagrechten Lage verstellt.[1]

Wie andere Vorkommen von Trapp besteht der Emeishan-Trapp aus vielen Lagen vulkanischer Gesteine, die als Lava von ausgedehnten vulkanischen Eruptionen abgelagert wurden. Die Eruptionen begannen vor etwa 260 Millionen Jahren und werden auf einen Plume zurückgeführt.[2] Begleitet werden die Basalte von zahllosen Intrusionen.

Obwohl der Emeishan-Trapp bei weitem nicht das Ausmaß des mit 251 Millionen Jahren geologisch etwas jüngeren Sibirischen Trapps erreichte, wird er aufgrund der angenommenen ökologischen Auswirkungen mit dem Massenaussterben am Ende des Mittleren Perms (Guadalupium) in Verbindung gebracht.[3][4] Aufgrund dieses zeitlichen Zusammenfallens ist der Emeishan-Trapp ein Bestandteil der größeren wissenschaftlichen Debatte über die Gründe von Massenaussterben in der Erdgeschichte.[5] Die zeitliche Koinzidenz diente als ein Argument – unter anderem wurde dies von Vincent Courtillot vertreten – für die Theorie, dass Vulkanismus die Hauptursache für Massenaussterben ist. Gegner dieser Theorie nehmen als Ursache der Massenaussterben Impakt-Ereignisse durch den Einschlag eines Meteoriten oder Kometen an. Einige unter ihnen führen vulkanischen Ereignisse, die zur Entstehung von Flutbasalten wie den Emeishan-Trapp oder den Dekkan-Trapp führten, ebenfalls auf solche Meteoriten-Einschläge zurück.[6] Die Theorie eines Meteoriteneinschlages als Ursache für den Emeishan-Trapp ist jedoch heftig umstritten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ching-Hua Lo, Sun-Lin Chung, Tung-Yi Lee, Genyao Wu: Age of the Emeishan Flood Magmatism and Relations to Permian-Triassic Boundary Events. Earth and Planetary Science Letters, Bd. 198, S. 449 – 458, 2002 (pdf, 650 Kb)
  2. Bin He, Yi-Gang Xu, Sun-Ling Chungc, Long Xiaoa, Yamei Wang: Sedimentary evidence for a rapid kilometer-scale crustal doming prior to the eruption of the Emeishan flood basalts. Earth and Planetary Science Letters, Bd. 213, S. 391 – 405, 2003. (Kurzfassung)
  3. He Bin; Yi-Gang Xu; Xiao-Long Huang; Zhen-Yu Luo; Yu-Ruo Shi; Qi-Jun Yang; Song-Yue Yu: Age and duration of the Emeishan flood volcanism, SW China: Geochemistry and SHRIMP zircon U-Pb dating of silicic ignimbrites, post-volcanic Xuanwei Formation and clay tuff at the Chaotian section. Earth and Planetary Science Letters, Bd. 255, S. 306 – 23, 2007 (Kurzfassung)
  4. Shu-zhong Shen, James L. Crowley, Yue Wang, Samuel A. Bowring, Douglas H. Erwin, Peter M. Sadler et al.: Calibrating the End-Permian Mass Extinction. Science, DOI:10.1126/science.1213454, 2011 (Kurzfassung)
  5. Mei-Fu Zhou, John Malpasa, Xie-Yan Songa, Paul T. Robinsona, Min Suna, Allen K. Kennedyb, C. Michael Lesherc, Reid R. Keays: A temporal link between the Emeishan large igneous province (SW China) and the end-Guadalupian mass extinction. Earth and Planetary Science Letters, Bd. 196, Nr. 3-4, S. 113 – 122, 2002 (Kurzfassung)
  6.  Adrian P. Jones; David G. Price; Paul S. DeCarli; Richard Clegg: Impact Decompression Melting: A Possible Trigger for Impact Induced Volcanism and Mantle Hotspots?. In: C. Koeberl und F. Martinez-Ruiz (Hrsg.): Impact markers in the Stratigraphic Record. Springer Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-540-00630-3, S. 91-120 (http://www.mantleplumes.org/WebDocuments/JonesSpringer2003.pdf).