Emergency Liquidity Assistance

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Als Emergency Liquidity Assistance (kurz ELA, auf Deutsch etwa „Liquiditätshilfe im Notfall“) wird eine Einrichtung der nationalen Notenbanken des Eurosystems bezeichnet. Darüber können diese vorübergehend illiquiden Kreditinstituten gegen Sicherheiten Liquiditätshilfen gewähren, sofern bei den Instituten die Solvabilität noch gewährleistet ist.[1][2]

Die Entscheidung über derartige Hilfen liegt grundsätzlich im Ermessen der jeweiligen nationalen Notenbank, die auch die Risiken und Kosten der Maßnahme trägt.[3] Damit kommt ihnen und nicht der Europäischen Zentralbank im Eurosystem die Rolle des Kreditgebers letzter Instanz zu.[4] Allerdings müssen Hilfen im Rahmen der ELA durch die EZB genehmigt werden. Der EZB-Rat entscheidet über die Maximalhöhe der Liquiditätshilfe für individuelle Banken.[2]

Details zu den Bedingungen ELA sind nicht veröffentlicht. Es wird geschätzt, dass die Liquiditätshilfen mit einem Zinssatz, der 1 bis 1,5 Prozentpunkte über dem Spitzenrefinanzierungssatz der EZB liegt, verzinst werden und dass die akzeptierten Sicherheiten durchschnittlich eine geringere Qualität aufweisen als die, die in den normalen Fazilitäten der EZB akzeptiert werden.[2]

In der Finanzkrise ab 2007 und der anschließenden Eurokrise wurde die ELA von Banken in Belgien, Griechenland, Irland und Zypern in Anspruch genommen.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ECB Financial Stablity Review, Dezember 2006, S. 171f (PDF, 2,7 MB)
  2. a b c d Reuters: Factbox - How ECB's Emergency Liquidity Assistance works
  3. Sonderausgabe des Monatsbericht der Europäischen Zentralbank „10 Jahre EZB 1998 bis 2008“, S. 140 (aus dem Internet herunterladbar).
  4. Deutsche Bank Research 9. April 2008 „Ziele und Aufgaben der EZB - Preisstabilität vs. Lender of Last Resort“, S. 2f (PDF, 236 KB)