Emergenza

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Emergenza Hamburg (2007)
Emergenza Hamburg (2007)

Das Emergenza ist ein seit 1992 bestehendes internationales Nachwuchsfestival. Es wird in Turnierform ausgetragen, mit rund 150 Veranstaltungsorten in ca. 30 Ländern.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Emergenzafestival fand am 8. Januar 1992 vor 245 Gästen in Rom statt. Es wurde von diversen italienischen Bands gegründet, die eine Möglichkeit zum Auftreten suchten. Zum damaligen Finale Mitte 1992 kamen schon 3.000 Gäste. Nach stetig wachsendem Erfolg in Italien fand am 7. Januar 1996 das erste Konzert im Ausland, in Paris, statt. Dort spielten über 23 Tage verteilt 114 Bands. 1998 fand das Emergenza bereits in 10 europäischen Ländern statt, bevor 2001 der Sprung über den Atlantik, nach Montreal in Kanada, geschafft wurde. Den Weg in die USA fand das Festival erst 2004, als es soweit war, nahmen jedoch gleich fünf Städte (Boston, Buffalo, Chicago, Philadelphia und Washington) und über 700 Bands daran teil. In Europa spielten zu der Zeit schon knapp 4.000 Nachwuchsbands.

Modus[Bearbeiten]

Nachdem jede teilnehmende Band 90 Euro Anmeldegebühr bezahlt hat, hat sie die Möglichkeit, an einem Konzert in einer naheliegenden großen Stadt 25 Minuten zu spielen. Das dortige Publikum stimmt nach dem Auftritt ab, welche der acht Bands dieses Abends am besten war. Die Bands, die bei mehreren dieser Auftritte die meisten Besucher begeistern können, fahren zu den nationalen Finalrunden, wo sie von einer Jury bewertet werden. Seit der Saison 2011/2012 ist schon in der zweiten Runde eine Fachjury tätig, die zusammen mit dem Publikum die besten zwei Bands des Abends für das Finale auswählt.[1]

Das internationale Finale findet seit 2000 beim Taubertal-Festival in Rothenburg ob der Tauber statt. Die dort siegreiche Band erhält seit 2004 eine mehrwöchige Studioproduktion und eine Tournee durch die USA und Europa.

Seit 2009 fördert Emergenza seine beste Bands durch den Emergenza Artistpool, welcher Gigs, unter anderem bei Festivals wie Sziget oder South by Southwest, an die ausgewählten Bands vermittelt.

Anmeldegebühr[Bearbeiten]

Die von den Veranstaltern „Start-Deposit“ genannte Anmeldegebühr kann durch die Verrechnung von durch die Bands verkaufte Tickets wieder zurückerstattet werden. Dabei werden pro verkaufter Karte 1 € der Abgabe gutgeschrieben. Sobald 80 Karten verkauft wurden, wird der Restbetrag amortisiert.[2]

Falls eine angemeldete Band nicht auftreten kann, wird die Startgebühr nur im Fall höherer Gewalt oder im Krankheitsfall gegen Vorlage eines ärztlichen Attests zurückerstattet.[2]

Gewinner[Bearbeiten]

  • 1999: Myballoon (Berlin, Deutschland)
  • 2000: Nada Brama (Berlin, Deutschland)
  • 2001: Willowtree (Stockholm, Schweden)
  • 2002: Munshy (Paris, Frankreich)
  • 2003: Nervous Nellie (Stockholm, Schweden)
  • 2004: Mr Brown (Hamburg, Deutschland)
  • 2005: Rock Hard Power Spray (Århus, Dänemark)
  • 2006: The Sessions (Vancouver, Kanada)
  • 2007: Fire Flies (New York, USA)
  • 2008: Gloria Cycles (Brighton, UK)
  • 2009: Kid Galahad (Göteborg, Schweden)
  • 2010: Hanatochiruran (Tokio, Japan)
  • 2011: Envy (Oslo, Norwegen)
  • 2012: Hurricane Love (Malmö, Sweden)
  • 2013: Obsolete Radio (Lille, Frankreich)

Kritik[Bearbeiten]

Dadurch, dass die Bands in den Vorrunden durch das Publikum bewertet werden, kommen oft Bands weiter, die die größte Fanschar mobilisieren können. Andererseits, dadurch dass die Zuschauer für mehrere Bands abstimmen dürfen, werden qualitativ auffällige Gruppen oft in die nächste Runde gewählt.

Bisher haben einige Bands, zum Beispiel die Emil Bulls, Itchy Poopzkid, Rock Hard Power Spray (DK), Sincere (B), Fertig, Los! (D), Lik...ed(F) ausgehend vom Emergenza einen Plattenvertrag bekommen. Andere Bands haben dank Emergenza Management oder Publishing Vertrage bekommen, unter anderem Mr Brown (D), Für Kerstins Letzte (D), Willowtree (S), Diablo Swing Orchestra (S).

Kritiker führen die Kommerzialisierung des Emergenza-Festivals an, die keine richtige Nachwuchsförderung biete. Die Eintrittspreise sind relativ hoch (zwischen 6 und 15 Euro), aber es handelt sich andererseits um übliche Preise für die Clubs, in denen Emergenza seine Konzerte veranstaltet.

Da das Publikum bereits in den Vorrunden entscheidet, sind die Bands daran interessiert, ihre Fans zu mobilisieren und zum Kauf der Karten zu motivieren. Die Reihenfolge, in der die Bands später spielen dürfen, hängt in einigen Städten von der Anzahl verkaufter Tickets pro Band ab. Die Band mit den meisten Verkäufen darf als erste entscheiden, wann sie spielen möchte. Weiter geht dieses Verfahren dann mit absteigender Anzahl von Verkäufen. Dadurch sind die Musiker motiviert, möglichst viele Zuschauer zu den Konzerten zu locken, was dem Veranstalter wiederum einen monetären Gewinn garantiert. Die Bands selbst können sich aber auch einen Gage erspielen. Kritiker sehen hier den größten Fehler des Emergenza und einige Bands boykottieren den Contest, weil sie die Musik nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses sehen.

Interessante Bands, die nicht vom Publikum die notwendigen Stimmen bekommen haben, können über sogenannte Wild Cards (die von einer technischen Jury verliehen werden) einen Platz für die weiteren Runden gewinnen, jedoch kommt diese Wild Card eher selten zum Einsatz.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FAQ auf ermegenzafestival.de
  2. a b FAQ auf ermegenzafestival.de