Emil Kiemlen

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Geburtshaus von Emil Kiemlen in Bad Cannstatt, Marktstraße 51 (Haus rechts)

Emil Kiemlen (* 15. Januar 1869 in Cannstatt; † 15. August 1956 in Stuttgart) war ein deutscher Bildhauer.

Kiemlen wurde in der Marktstraße 51 in Cannstatt geboren. Er studierte 1891–94 an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste und 1897 an der Académie Julian in Paris.

Ab 1898 erschuf er seine ersten Kleinbronzen und Monumentalwerke, darunter Denkmäler und zahlreiche Brunnen in Stuttgart.

Bei der Pariser Weltausstellung 1900 gewann er eine Silbermedaille für seine dort ausgestellten Bronze-Statuetten. Er stellte ab 1899 bei der Großen Berliner Kunst-Ausstellung und ab 1900 bei der Sezessions-Ausstellung im Glaspalast München aus.

Er liegt auf dem Uff-Kirchhof in Stuttgart-Bad Cannstatt begraben. Nach Emil Kiemlen ist der Emil-Kiemlen-Weg in Stuttgart benannt.

Werke[Bearbeiten]

Lenau-Denkmal in Esslingen

Galerie[Bearbeiten]

Zerstörte Werke[Bearbeiten]

Emil Kiemlen schuf 1906 für die König-Karls-Brücke zwischen Stuttgart und Cannstatt zwei Standbilder von König Karl I. und König Wilhelm II.. Die Finanzierung der noch fehlenden Ausschmückung der schon 1893 gebauten Brücke gestaltete sich schwierig, da die Württembergische Staatsregierung nicht bereit war, die Kosten zu übernehmen. Die „früheren bürgerlichen Kollegien Cannstatts“ stifteten schließlich einen Betrag aus überschüssigen Einnahmen des Volksfestes und Oberbürgermeister Oskar Nast schlug Emil Kiemlen als Bildhauer vor.

Der Bildhauer Adolf Fremd, der schon vier Skulpturen für die Brücke geschaffen hatte, versuchte den Auftrag ebenfalls zu erhalten und wandte sich direkt an den König, konnte aber nicht mehr verhindern, dass Emil Kiemlen am 22. Dezember 1904 beauftragt wurde. Dieser bekam 24.000 Mark für die beiden Bronzefiguren, die auf den Säulen gegenüber den beiden Treppen aufgestellt wurden, 3,48 m groß und ca. 20 Zentner schwer waren. Die Gussarbeiten erfolgten in den Erzgießereien von Hugo Pelargus und Paul Stotz, der die Figur von Wilhelm II. herstellte. Dieser trug eine Dragoner-Uniform und hatte seinen Blick „auf die Stammburg Württembergs gerichtet“. Karl I. war in Infanterie-Uniform dargestellt und die Cannstatter Zeitung war sich sicher: „Die wehenden Helmbüsche der beiden Gestalten werden eine stattliche Silhouette abgeben.“ Einhellig war auch die Meinung über die hohe künstlerische Qualität der Figuren, die eine große Originaltreue gehabt haben.

Am 16. Juli 1906 wurden auch vier – ebenfalls von Kiemlen geschaffene und von Stotz gegossene – Medaillons mit Portraits des Ministers v. Schmid, des Architekten Karl von Leibbrand und der Oberbürgermeister Theophil Friedrich von Hack und Oskar Nast eingeweiht. Die Einweihung fand ohne König Wilhelm II. statt. Höchster Repräsentant des Staates war an diesem Tag der Innenminister Johann von Pischek. Die beiden Standbilder wurden während des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen.

Quelle[Bearbeiten]

  • Staatsarchiv Ludwigsburg – Ministerialabteilung für den Straßen- und Wasserbau; Archivalieneinheit E 166
  • Karl Leibbrand: Die König-Karls-Brücke über den Neckar zwischen Stuttgart und Cannstatt. Verlag Ernst & Sohn, Berlin 1895
  • Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart-Untertürkheim (2003)
  • Inge Petzold (Text); Christel Danzer (Fotos): Wasser zu Nutz und Zier. Stuttgarter Brunnen und Wasserspiele. Motive, Gestaltung, Geschichte, Geschicke. Stuttgart 1989.
  • Brunnenverzeichnis der Stadt Stuttgart

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. #Petzold 1989, Seite 74-75.
  2. #Petzold 1989, Seite 89.
  3. #Petzold 1989, Seite 61-62.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emil Kiemlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien