Emil Muhler

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Emil Joseph Muhler (* 21. April 1892 in München; † 19. Februar 1963) war ein deutscher römisch-katholischer Priester, Pfarrer, Intellektueller sowie Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben[Bearbeiten]

Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg studierte Muhler Theologie. Am 17. Juli 1911 trat er der katholischen Studentenverbindung Langobardia im CV bei. Nach seiner Priesterweihe wurde er 1923 in Volkswirtschaft zum staatswissenschaftlichen Thema Die Idee des gerechten Lohnes nach katholischer Auffassung mit besonderer Berücksichtigung des Familienlohnes promoviert. 1924 wurde er Stadtpfarrer von St. Andreas im Münchner Glockenbachviertel, einem Arbeiterbezirk in München. Als Mitglied der Bayerischen Volkspartei saß Muhler von 1930 bis zur nationalsozialistischen „Machtergreifung“ im Münchner Stadtrat.

1933 wurde er für seine Zusammenarbeit mit kommunistischen Gemeindemitgliedern denunziert. Bei Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche sozialistische Schriften gefunden, die er als Literaturquellen für seine Studien brauchte. Die Gestapo stelle ihn unter „Schutzhaft“. Nach seiner Entlassung äußerte er weiterhin Kritik am NS-Regime, dies auch gegen entsprechende Anweisungen des Generalvikariates, des Domkapitulars Johannes Neuhäusler und des Kardinals Faulhaber. 1940 wurde er erneut von der Gestapo verhaftet, bei erneuten Hausdurchsuchungen fand man seine Schrift „Erlebtes und Erlittenes“ mit Kritik am Nationalsozialismus, an der zögernden Haltung der Kirche und an dem Gerichtsverfahren gegen ihn in den 1930er Jahren. Er wurde in Schutzhaft genommen und monatelang verhört. Unter dem Druck der Verhöre schrieb er eine „Entschuldigung“ an das Sondergericht, was seine Freilassung gegen Ende 1940 bedingte. Er war jedoch weiterhin gegen den Nationalsozialismus engagiert, wie beispielsweise 1943 bei der Information der Auflösung der Klöster im Elsass an den Rösch-Kreis. Die Auflösung konnte verhindert werden.

Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Muhler im Pfarrerblock des KZ Dachau inhaftiert, obwohl er mit dem Attentat nichts zu tun hatte. Dort lernte er u.a. Leonhard Roth kennen. Muhler konnte Ende April 1945 auf einem der Todesmärsche flüchten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat Muhler der CSU bei, gehörte dem Landesvorstand der CSU an und engagierte sich wieder rege in Politik und Publizistik. Er blieb auch in der Kirche weiterhin ein streitbarer Mann, bedingt durch seine Erfahrungen in der NS-Zeit.

Von 1947 bis 1963 war Muhler Mitglied des Bayerischen Senats.

Ehrungen und Gedenken[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

„(Ich) glaube nach wie vor, daß die mir von Donhauser erzählte Geschichte über Greueltaten im Konzentrationslager Dachau wahr ist. (...) Ich bin fest davon überzeugt, daß meine auf S. 40/41 enthaltene Kritik an der Zusammensetzung des Sondergerichtes und dem Verhalten der Gerichtsmitglieder berechtigt war. Die auf S. 41 ausgesprochene Ablehnung der nationalsozialistischen Weltanschauung halte ich auch heute noch aufrecht. Ich bin der Meinung, daß die deutschen Bischöfe die gleiche Ansicht in einer besonderen Erklärung hätten niederlegen müssen. (...) Ich habe keinen Anlass, meine auf S. 68 gebrachte Ansicht über Kardinal Faulhaber zu ändern. Ich berücksichtige hierbei natürlich, daß er inzwischen 72 Jahre alt geworden ist. (...) Kardinal Faulhaber hat es bis heute unterlassen, das Unrecht, das er mir (...) zugefügt hat, wieder gutzumachen. (...) Ich habe keine Hoffnung mehr, daß dieser Streit jemals bereinigt werden kann.“

Emil Muhler in seiner Denkschrift Erlebtes und Erlittenes

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Idee des gerechten Lohnes nach katholischer Auffassung mit besonderer Berücksichtigung des Familienlohnes, Leohaus München 1925
  • Die christliche Weltanschauung im Kampf der Geister, Pustet Regensburg 1933
  • Vom heiligen Sakrament der Ehe, Herder Freiburg 1936
  • Der Christ in der Zeitwende, Echter Würzburg 1948
  • Die soziale Frage im Religionsunterricht, Echter Würzburg 1949
  • Der Christ und die soziale Frage, Echter Würzburg 1953
  • Kirche und Sozialismus, Winfried-Werk Augsburg 1954
  • Die Soziallehre der Päpste, Isar Verlag München 1958
  • Die roten Patriarchen, Verlag Bayern-Kurier München 1961

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]