Emil Nolde

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Emil Nolde; Porträtfoto von Minya Diez-Dührkoop, 1929
Signatur

Emil Nolde (* 7. August 1867 als Hans Emil Hansen in Nolde bei Buhrkall, Provinz Schleswig-Holstein; † 13. April 1956 in Seebüll) war einer der führenden Maler des Expressionismus. Er ist einer der großen Aquarellisten in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Nolde ist bekannt für seine ausdrucksstarke Farbwahl.

Leben[Bearbeiten]

Jugendjahre und Ausbildung[Bearbeiten]

Emil Nolde wurde einige Kilometer östlich von Tondern im Ortsteil Nolde von Buhrkall (heute Burkal) als viertes von fünf Kindern geboren. Sein Geburtsort Buhrkall im nördlichen Teil des Herzogtums Schleswig gehörte von 1867 bis 1920 zu Preußen und damit zum Deutschen Reich. Nach einer Volksabstimmung wurde es dänisch. Nolde erhielt die dänische Staatsbürgerschaft, die er bis an sein Lebensende behielt. Nolde verstand sich aber nicht als Däne, sondern zeitlebens als Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit in Nordschleswig. Sein Vater war Nordfriese und stammte aus der Gegend um Niebüll; er sprach nordfriesisch, seine Mutter sprach südjütisch. Emil Nolde besuchte deutsche Schulen und sah seine Herkunft als eine „Mischung aus Schleswigerin und Friesenblut“. Seine Jugendjahre auf dem elterlichen Hof in Nolde waren geprägt von harter Arbeit und einem relativ kargen Leben. Er war der jüngste von drei Brüdern und hatte eine jüngere Schwester.

Von 1884 bis 1888 ließ er sich als Schnitzer und Zeichner an der Kunstgewerbeschule in Flensburg (heute Museumsberg Flensburg) ausbilden. Er war dort an der Restaurierung des Brüggemann-Altars beteiligt. Danach arbeitete er für verschiedene Möbelfabriken, unter anderem in München, Karlsruhe und Berlin. 1892 trat er am Gewerbemuseum in St. Gallen eine Stellung als Lehrer für gewerbliches und ornamentales Entwurfszeichnen an, die er bis 1897/1898 innehatte. In dieser Zeit lernte er Hans Fehr kennen, mit dem er lange verbunden blieb. Er arbeitete zunächst an einer Reihe von Landschaftsaquarellen und Zeichnungen der Bergbauern. Nolde wurde schließlich durch kleine farbige Zeichnungen der Schweizer Berge bekannt. Er ließ Postkarten dieser Arbeiten drucken, die ihm dann schließlich ein Leben als freier Künstler erlaubten.[1] Er ging nach München, wurde allerdings von der Akademie abgelehnt und begann zunächst ein Studium an der privaten Malschule Adolf Hölzels in Dachau, bevor er 1899 an die Académie Julian in Paris ging. 1900 mietete er ein Atelier in Kopenhagen. 1902 heiratete er dort die 23 Jahre alte dänische Schauspielerin Ada Vilstrup (1879–1946), „das junge, schöne Mädchen“.[2] Mit ihr zog er 1903 auf die Insel Alsen.[3] Dort lebte er ab 1903 in einem Fischerhaus am Waldesrand. Als Atelier diente ein Bretterverschlag am Strand. Ab 1905 lebte er im Winter meist in Berlin zunächst am Tauentzien, dann in der Bayernallee in Berlin-Westend.[4]

Malerei[Bearbeiten]

Seit 1902 nannte sich Nolde nach seinem nordschleswigschen Heimatdorf. Um 1903 malte er noch „lyrische“ Landschaften. Er wurde Mitglied der Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft und nahm zwischen 1903 und 1912 an fünf Ausstellungen teil. 1904 war er auf der Jahresausstellung im Flensburger Museum mit den Gemälden „In der Räuberstube“ und „Sommernacht“ vertreten. Von 1906 bis 1907 war er Mitglied der Künstlergruppe Brücke und begegnete in Berlin Edvard Munch. In der kurzen Zeit, in der er Brücke-Mitglied war, brachte er die Radierung in die Gemeinschaft und vermittelte Kontakte zu dem Hamburger Sammler und Kunstmäzen Gustav Schiefler. 1909 wurde Nolde Mitglied der Berliner Secession.

1910 kam es zum Bruch innerhalb der Berliner Secession, als viele Werke meist expressionistischer Künstler von der Jury zurückgewiesen worden waren, unter ihnen der Berliner Maler Georg Tappert. Auf Initiative von Georg Tappert, gefolgt von Max Pechstein und weiteren Künstlern, so auch Nolde, bildete sich die Neue Secession. Sie eröffnete am 15. Mai ihre erste Ausstellung unter dem Titel „Zurückgewiesene der Secession Berlin 1910“.[5]

Erste religiöse Bilder entstanden: Abendmahl, Pfingsten und Verspottung. Zwischen 1910 und 1912 hatte er erste Erfolge mit Ausstellungen in Hamburg, Essen und Hagen. Bilder vom Nachtleben in Berlin, wo er gemeinsam mit seiner Frau Ada regelmäßig die Wintermonate verbrachte, Theaterzeichnungen, Maskenstillleben, 20 „Herbstmeere“, das neunteilige „Das Leben Christi“ entstanden. Von Herbst 1913 bis Ende August 1914 unternahm er als Mitglied der Medizinisch-demographischen Deutsch-Neuguinea-Expedition des Reichskolonialamtes eine Reise in die Südsee, auf der Rückreise begann der Erste Weltkrieg. Nolde zog 1916 in das kleine Bauernhaus Utenwarf (54.9066558.788232) an der Westküste nahe Tondern und der Vidå (dt. Wiedau). Die heftigen Auseinandersetzungen um die deutsch-dänische Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg waren ihm zuwider, und obwohl er sich als Deutscher fühlte, nahm er komplikationslos die dänische Staatsbürgerschaft an, als sein Geburtsort nach der Volksabstimmung in Schleswig 1920 an Dänemark fiel.

Seebüll[Bearbeiten]

Haus Seebüll und Garten

Erst als das Land um Utenwarf zunehmend erschlossen und entwässert wurde, zog er mit seiner Frau auf die deutsche Seite der Grenze, da ihn dort die Landschaft an seine Heimat bei Nolde erinnerte. Das Ehepaar erwarb 1926 eine leerstehende Warft, die sie Seebüll nannten und auf der bis 1930 das gleichnamige Wohn- und Atelierhaus des Malers erbaut wurde, gelegen nahe Neukirchen im Amt Wiedingharde des damaligen Kreises Südtondern. Sie wohnten zunächst in dem benachbarten Bauernhaus „Seebüllhof“, das sie gemeinsam mit der Warft und den umliegenden Weideflächen erworben hatten. Der Umzug in das neu erbaute Haus „Seebüll“ erfolgte im Jahr 1930. Das Wohngebäude ist ein zweigeschossiger Kubus mit Flachdach, an den eingeschossige Anbauten über dreieckigem Grundriss angefügt sind. 1937 wurde dem Wohnhaus ein Atelierhaus mit Bildersaal angefügt. Der Bau ist nach Entwürfen Emil Noldes aus Backstein errichtet worden. Die Farbigkeit im Innern des Wohnhauses korrespondiert mit den kräftigen Farben der Gartenpflanzen.[6]

Neben dem Haus legten Ada und Emil Nolde einen Garten an, dessen Wege in Form der Initialen E und A verlaufen.[7] Zum Garten gehören zwei Gebäude: ein 1935/36 errichtetes, reetgedecktes Gartenhaus, das sogenannte „Seebüllchen“, sowie die Begräbnisstätte von Ada und Emil Nolde. Diese befindet sich in einem ehemaligen Erdschutzbunker, der 1946, als Ada starb, in eine Gruft umgewandelt wurde. An der Stirnwand schuf Nolde das Mosaik „Madonna mit Kind“.[8] Der Garten Noldes ist ein individuelles Gartenkunstwerk, das die zeitgenössische Reformbewegung aufnimmt, die sich gegen industrielle und genormte Kunstformen richtet. So entstand in der weiten Marschlandschaft in Bepflanzung und Ausstattung ein recht geschlossener, heimatbezogener Bauerngarten, auch wenn dieser keine für diese Gärten typische auf das Haus bezogene Mittelachse aufweist und Haus und Garten getrennte Einheiten bilden.[9]

Zu seinem 60. Geburtstag wurde ihm 1927 eine Jubiläumsausstellung in Dresden gewidmet.

Im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Joseph Goebbels in der Ausstellung „Entartete Kunst“, 1938 Berlin. Links zwei Gemälde von Emil Nolde: Christus und die Sünderin und Die klugen und die törichten Jungfrauen, rechts eine Skulptur von Gerhard Marcks: Heiliger Georg

Nolde war früh der Überzeugung, die „germanische Kunst“ sei allen anderen weit überlegen. Er wurde 1934 Mitglied einer der verschiedenen nationalsozialistischen Parteien in Nordschleswig, der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig (NSAN). Die konkurrierenden nationalsozialistischen Parteien wurden 1935 aufgrund von Bemühungen des Gauleiters Hinrich Lohse in Schleswig-Holstein zur NSDAP-Nordschleswig (NSDAP-N) zusammengefasst.

Nolde war auch antisemitisch eingestellt, wie aus vielen Dokumenten hervorgeht – so auch aus seinem Buch Jahre der Kämpfe, das 1934 erschien.[10] Er kämpfte gegen jüdische Kunsthändler wie Paul Cassirer und Maler wie Max Liebermann. Zugleich sprach er sich dagegen aus, moderne französische Malerei der Stilrichtungen Impressionismus, Kubismus, Surrealismus, Fauvismus und Primitivismus im deutschen Kunsthandel anzubieten. Eine Äußerung galt Rosa Schapire, einer Kunsthistorikerin, die den noch unbekannten Künstler durch Vorträge und Ausstellungsberichte gefördert hatte:

„'Eine hiesige junge Dame interessiert sich sehr für Ihre Kunst' erzählte Frau Rauert. Es war Fräulein Dr. Schapiere [sic], und als wir nach Alsen kamen, wurden uns ihre frisch geschriebenen Artikel zugesandt. Auch kamen Briefe geflogen. Die schnell auflodernde Freundschaft zwischen ihr und uns brach bald wieder in sich zusammen. Nur Asche blieb. Vom Winde verweht. In der Kunst war es meine erste bewußte Begegnung mit einem Menschen, anderer Art als ich es war. Mit 18 Jahren hatte ich in Flensburg den ersten Juden gesehen […] Juden haben viel Intelligenz und Geistigkeit, doch wenig Schöpfergabe. Ein junger forscher Jude, als ich nach Berlin gekommen war, sagte mir dass: „jedes junge Mädchen, mit dem ich zum dritten Mal allein zusammen bin, m u ß fallen.“ Mir waren wund alle Zarten edlen Innigkeiten. Juden sind andere Menschen, als wir es sind.“

Emil Nolde: Jahre der Kämpfe. Berlin 1934 S. 101[11]

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus schätzten Teile der Nazi-Führung seine Kunst und seine kunstpolitische Einstellung. 1933 veranstaltete der NS-Studentenbund eine Ausstellung mit seinen Werken. Auch Joseph Goebbels gehörte neben Albert Speer zu den Förderern von Nolde. Trotzdem wurde Nolde, ohne dass er das ernstgenommen hätte, von einem Teil der NS-Führung verfolgt – dazu gehörten Alfred Rosenberg und Adolf Hitler selbst. Nolde war daher sehr überrascht, dass seine Werke von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst diffamiert wurden. Noldes Gemälde Leben Christi bildete den Mittelpunkt der nationalsozialistischen Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ im Jahr 1937. Noch am 2. Juli 1938 machte Nolde in einem Schreiben an Joseph Goebbels geltend, dass er sich als fast einzigster (sic) deutscher Künstler im offenen Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst sähe, und wies darauf hin, dass er sofort nach der Gründung der NSDAP-Nordschleswig deren Mitglied geworden sei.[12] (Näheres dazu im Unterkapitel Expressionismusstreit des Artikels über die NS-Ausstellung in München). Die Verfolgung Noldes ging aber weiter. Einige Zeit später wurden über tausend Bilder Noldes beschlagnahmt, zum Teil verkauft und zum Teil zerstört.


1941 wurde er wegen „mangelnder Zuverlässigkeit“ aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen, wodurch ihm die professionelle Arbeit als Künstler untersagt blieb; ausstellen konnte er jedoch bereits zuvor nicht mehr. Bereits 1938 hatte er mit der Serie kleinformatiger Aquarelle begonnen, die er Ungemalte Bilder nannte, die auf über 1300 Blätter anwuchs und erst nach dem Tod des Künstlers bekannt wurde.[13] Die „Ungemalten Bilder“ entstanden nicht mehr vor dem Motiv in der Landschaft, sondern im Atelier aus der Phantasie. Nach 1945 übertrug Nolde einige dieser Blätter in Gemälde. Er selbst meinte, wenn „ich sie alle malen sollte (in Öl), müsste meine Lebenszeit mehr als verdoppelt werden.“[14] Er notierte dies während der Arbeit an den „Ungemalten Bildern“ neben vielen anderen Reflexionen über seine Situation und über die Kunst allgemein in einer Sammlung von Notizzetteln, die er „Worte am Rande“ betitelte. Die Figur des Malers Max Ludwig Nansen im Roman Deutschstunde von Siegfried Lenz ist Nolde in dieser Epoche nachempfunden. Eine Überwachung Noldes, wie im Roman beschrieben, ist jedoch nicht belegt. 1944 wurde Noldes Wohnung in Berlin durch Bomben zerstört.

Die späten Jahre[Bearbeiten]

Gedenktafel am Wohnhaus Bayernallee 11 in Berlin-Westend

Nach 1945 erhielt Nolde zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. Im Jahr 1946 starb seine Frau; zwei Jahre später heiratete er Jolanthe Erdmann (* 9. Oktober 1921 in Berlin; † 13. Juni 2010 in Heidelberg),[15] Tochter des Komponisten und Pianisten Eduard Erdmann. Bis 1951 malte er noch über 100 Gemälde und bis 1956 viele Aquarelle. Emil Nolde war Teilnehmer der documenta 1 (1955), seine Werke wurden dann auch posthum noch auf der documenta II (1959), und auch auf der documenta III im Jahr 1964 in Kassel gezeigt. Emil Nolde starb am 13. April 1956 in Seebüll, wo er – neben seiner 1946 verstorbenen ersten Frau Ada – im von beiden geliebten Garten seine letzte Ruhestätte fand.

Ehrungen[Bearbeiten]

Nachlass[Bearbeiten]

Haus Seebüll, das heutige Nolde-Museum

Anwesen und künstlerischer Nachlass wurden Ausgangsvermögen der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde,[16] die im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Malers das Nolde-Museum errichtete. Die Stiftung präsentiert dort in jährlich wechselnden Ausstellungen rund 160 Werke von Nolde. Im ehemaligen Atelier des Malers hat sein bedeutendstes religiöses Werk – das neunteilige Altarwerk Das Leben Christi von 1911/12 – seinen festen Platz gefunden. Zum 50. Todesjahr Noldes war die Ausstellung 2006 dem Alterswerk gewidmet. Die Ausstellungen hier und im daneben errichteten Dokumentations- und Veranstaltungsgebäude ziehen jedes Jahr rund 80.000 Besucher an.[17]

Seit 2007 gibt es eine Dependance der Stiftung in der Jägerstraße 54/55 am Gendarmenmarkt in Berlin. Dort werden im Rahmen von wechselnden Ausstellungen neben Werken von Nolde auch Exponate anderer Künstler präsentiert.

Das Werk Noldes umfasst neben Gemälden auch Lithografien und klein- bis großformatige Aquarelle. Seine Motive sind sehr vielfältig, er malte unter anderem Landschaften, religiöse Motive oder das Berliner Nachtleben. Bekannt wurde er auch durch die Aquarelle von seiner Südsee-Reise als Mitglied der medizinischen „Deutsch-Neuguinea-Expedition“, die ihn durch Moskau, Sibirien, Korea, Japan und China führte. In den Blumen-Aquarellen konnte Nolde seine Vorstellung von der Musikalität und der absoluten Wirkung der Farben realisieren, ohne die Bindung an die Natur zu verlieren. Er selbst sagte zur Bedeutung von Farben für sein Werk: Ich liebe die Musik der Farben … Die Farben sind meine Noten, mit denen ich zu- und gegeneinander Klänge und Akkorde bilde.

In der Literatur[Bearbeiten]

Das Leben Emil Noldes in der Zeit des „Malverbots“ ab 1941 spiegelt sich in dem Roman und Film Deutschstunde von Siegfried Lenz wider.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Noldes Hohe Sonnenblumen wurde als Leihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt zur Verfügung gestellt und im Kabinettssaal ausgestellt.

Der Hamburger Richter und Kunstsammler Gustav Schiefler erstellte den ersten zweibändigen Katalog des Graphischen Werkes von Nolde.

  • um 1903: Wassermühlen, Ruttebüllkoog. Privatbesitz
  • 1904: Norburg. Öl auf Leinwand, 73 × 88 cm, Galerie Kornfeld, Bern 2011
  • 1905: Piazza San Domenico II. Düsseldorf, Kunstmuseum
  • 1908: Blumengarten. Düsseldorf, Kunstmuseum
  • 1908: Großer Mohn. Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren
  • 1909: Pfingsten. Berlin, Neue Nationalgalerie
  • 1909: Verspottung Christi. Berlin, Brücke-Museum
  • 1910: Joseph erzählt seine Träume, Wien, Belvedere
  • 1910: Tanz um das Goldene Kalb. München, Pinakothek der Moderne
  • 1910: Bauernhof. Flensburg, Museumsberg Flensburg
  • 1910: Herbstmeer I. Dortmund, Museum am Ostwall
  • 1910: Herbstmeer XI. Kunsthaus Zürich
  • 1910/1914: Fremde Vögel-Tropenvögel. Aquarell, ganzseitige Abbildung Nr. 13 in: Emil Nolde: Jahre der Kämpfe, 1934
  • 1911: Im Café. Essen, Folkwang-Museum
  • 1912: Heilige Maria von Ägypten. Essen, Folkwang-Museum
  • 1912: Maria Ägyptiaca. (Triptychon). Hamburg, Hamburger Kunsthalle (davor Sammlung Heinrich Kirchhoff)[18]
  • 1915: Figur und Blumen. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Gm 1859 (Leihgabe aus Privatbesitz)
  • 1915: Die Zinsmünze. Kiel, Kunsthalle Kiel
  • 1915: Herrenbildnis I. (Sammlung Rauert)
  • 1915: Lichte See. Halle an der Saale, Moritzburg
  • 1915: Maria und Simeon im Tempel. Halle an der Saale, Moritzburg
  • 1918: Nasser Tag. Nolde Stiftung Seebüll
  • 1919: Der Schwärmer. Hannover, Sprengel-Museum
  • 1919: Nadja. Öl auf Leinwand, 40 × 25 cm, (Erben Rathenau; am 12. Juni 2007 für 2,15 Millionen Euro versteigert)
  • 1919: Blumengarten (Ringelblumen). Nolde Stiftung Seebüll
  • um 1920: Knabenkopf. Aquarell u. Tusche, 29,4 × 22,6 cm (eines der wenigen Kinderportraits in Noldes Œuvre)
  • 1922: Landschaft mit Bauernhaus. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Gm 1690 (Leihgabe aus Privatbesitz)
  • 1925: Landschaft mit ruhenden Kühen. Öl auf Leinwand, 73 × 88 cm, (Privatsammlung, Deutschland)
  • 1930: Rote Hagebutten mit grünen und gelben Blättern und braungelben Gräsern. Aquarell auf Japan
  • um 1930: Tiefblaues Meer unter gelb-violettem Himmel. Aquarell. Rechts unten signiert. Auf Japan, 32,5 × 46 cm.
  • 1930: Abendfriede. Halle an der Saale, Moritzburg
  • 1930: Kahn im Schilf. Halle an der Saale, Moritzburg
  • 1930: Schwüler Abend. Nolde Stiftung Seebüll
  • 1932: Hülltoft Hof. Seit 1934 als Geschenk von Margarinefabrikant und Generalkonsul Alfred Voss in der Kunsthalle Hamburg (bis zur Beschlagnahme 1937 als "Entartete Kunst"), dann Privatbesitz, nach einer Auktion 2002 als Geschenk der Alfred Voss Erben wieder in der Kunsthalle Hamburg.[19]
  • 1930/35: Blaue Iris (Feuerlilien, Rudbekia). Aquarell auf Japanpapier, signiert, 33,5 × 45,4 cm
  • 1933: Blumen und Wolken. Öl auf Leinwand, 73 × 88 cm, Sprengel-Museum[20]
  • 1935/1940: Abend in der Marsch. Aquarell, 34,2 × 47,3 cm
  • 1936: Hohe See. Öl auf Leinwand, 73,5 × 99,5 cm
  • 1937: Gelbe und hellrote Dahlien. Flensburg, Museumsberg Flensburg
  • 1938–1945: Ungemalte Bilder (Aquarelle aus der Zeit des Malverbots)
    • Waldschrat
    • Fremde Menschen
    • Ferne Mädchen
  • 1940: Hohe Wogen. Flensburg, Museumsberg Flensburg
  • 1940: Der große Gärtner. Hannover, Sprengel-Museum
  • 1942: Großer Mohn, rot, rot, rot. Neukirchen, Nolde-Museum
  • 1945/48: Meer mit Dampfer. Aquarell und Tuschfeder auf Japanpapier, 23,8 × 21,3 cm
  • 1946: Abendliches Meer und schwarzer Dampfer. Aquarell, 22,4 × 26,8 cm
  • 1947: Ferne Mädchen. Mannheim, Kunsthalle Mannheim
  • 1947: Meer und Boot mit braunem Segel. Aquarell auf Japan
  • 1948: Bewegtes Meer. Kiel, Kunsthalle Kiel

Texte[Bearbeiten]

  • Briefe aus den Jahren 1894–1926. Hrsg. von Max Sauerlandt. Furche, Berlin 1927.
  • Das eigene Leben. Bard, Berlin 1931
  • Jahre der Kämpfe. Rembrandt, Berlin 1934.
  • Emil Nolde: Erinnerungen. Eine Kassette die folgende vier Teile enthält (Das eigene Leben; Jahre der Kämpfe; Welt und Heimat; Reisen, Ächtung, Befreiung). DuMont, Köln 2002, ISBN 978-3-8321-7171-1.
  • Mein Leben. DuMont, Köln 1976. 8. Auflage 2008, ISBN 3-7701-0913-9.
  • Emil Nolde: Begegnung mit dem Nordischen. (Ausstellungskatalog Kunsthalle Bielefeld. Hrsg. Jutta Hülsewig-Johnen.) Kerber, 2008, ISBN 3-86678-129-6.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 23.März.2002-26.Mai.2002: "Emil Nolde und die Südsee." Hypo-Kunsthalle in München. Davor auch im Kunstforum Wien.
  • 3. Februar–12. Mai 2008: Emil Nolde. Begegnung mit dem Nordischen. Kunsthalle Bielefeld
  • 15. Juni–13. Oktober 2013: Emil Nolde. Die Pracht der Farben. Museum Frieder Burda in Baden-Baden.
  • 25. Oktober 2013–2. Februar 2014: Emil Nolde – In Glut und Farbe. Belvedere, Wien.
  • 5. März–15. Juni 2014: Emil Nolde. Retrospektive. Städel Museum in Frankfurt am Main. Kritik der Ausstellung durch Julia Voss in der FAZ vom 5. März 2014. In der Ausstellung wird Noldes Rolle als Verfolgten des NS stark in Frage gestellt.[21]

Eine Liste aktueller Ausstellungen findet sich auf der Website der Nolde Stiftung Seebüll.[22]

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Sauerland: Emil Nolde. Mit 100 Tafeln im Anhang. Verlag: Kurt Wolff, München 1921
  • Michael Breckwoldt: Seebüll. In: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 567-572.
  • Dietmar Elger: Expressionismus. Taschen, Köln 1988, ISBN 3-8228-0093-7.
  • Emil Nolde. Gemälde, Aquarelle, Grafik. Ausstellungskatalog Galerie Neher Essen, Essen 1991, ISBN 3-923806-21-3.
  • Festschrift. Ausstellungseröffnung am 25. April 1957 im Hause Seebüll. Ada und Emil Nolde zum Gedächtnis. 1957, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde. – Die erste Ausstellung der Stiftung nach dem Tode Emil Noldes in dessen Haus Seebüll.
  • Uwe Danker: „Vorkämpfer des Deutschtums" oder „Entarteter Künstler" – Nachdenken über Emil Nolde in der NS-Zeit. Jahrbuch Demokratische Geschichte Band 14, 2001 (PDF; 1,7 MB).
  • Hans Fehr: Emil Nolde: ein Buch der Freundschaft. DuMont Schauberg, Köln 1957.
  • Volker Griese: Schleswig-Holstein. Denkwürdigkeiten der Geschichte. Historische Miniaturen, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-1283-1 [darin das Kapitel: 'Ungemalte Bilder'. Emil Nolde, Seebüll 1941-1945]
  • Monika Hecker: Ein Leben an der Grenze. Emil Nolde und die NSDAP. In: Nordfriesland. 110, 1995, S. 9–15.
  • Wolfdietrich von Kloeden: Nolde, Emil. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 6, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1, Sp. 993–1000.
  • Günter Kunert: Nordfriesland im Licht. Auf Emil Noldes Spuren. Mit einem Essay von Günter Kunert. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0345-0.
  • Ursula Peters: Moderne Zeiten. Die Sammlung zum 20. Jahrhundert. In: Zusammenarbeit mit Andrea Legde, Nürnberg 2000 (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Bd.3), insb. S. 11–120 passim.
  • Manfred Reuther: Nolde, Emil (bis 1902 Hans Emil Hansen). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 328–330 (Digitalisat).
  • Christian Saehrendt: Die Kunst der „Brücke“ zwischen Staatskunst und Verfemung. Expressionistische Kunst als Politikum in der Weimarer Republik, im „Dritten Reich“ und im Kalten Krieg. Stuttgart 2005, in der Reihe Pallas Athene. Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Hrsg. Rüdiger vom Bruch und Eckart Henning. Band 13
  • Katja Schneider (Hrsg.): Ausstellung Nur für Ihre Frauen, Schmuck von Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner. Stiftung Moritzburg, Halle (Saale) 2003, ISBN 3-86105-137-0.
  • Martin Urban: E. Nolde. Landschaften. Aquarelle und Zeichnungen. Dumont, Köln 1969. 3. Auflage 2005, ISBN 3-8321-3298-8.
  • Martin Urban: Emil Nolde. Werkverzeichnis der Gemälde. 2 Bände. Beck, München, 1987 und 1990, ISBN 3-406-32538-6.
  • Emil Nolde – Die Südseereise. Dumont 2008, ISBN 978-3-8321-9083-5. (Ausstellungskatalog)
  • Emil Nolde. „Ungemalte Bilder“ / Emil Nolde. „Unpainted Pictures”, Nolde Stiftung Seebüll, hrsg. von Manfred Reuther, Köln: DuMont, 2009 ISBN 978-3-8321-9234-1
  • Florian Illies: Glosse. In: Die Zeit, Nr. 32/2008; über Noldes Vertuschungen und die des Herausgebers des langjährigen Direktors der Noldestiftung in Seebüll, Martin Urban.
  • Kirsten Jüngling: Emil Nolde. Die Farben sind meine Noten. Propyläen, Berlin 2013, ISBN 978-3-549-07404-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikiquote: Emil Nolde – Zitate
 Commons: Emil Nolde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Emil Nolde – Infothek – Künstlerbiografien. Galerie Widmer, abgerufen am 18. Mai 2010.
  2. zitiert nach  Das eigene Leben – Emil Nolde erzählt von Emil Hansen. In: Der Spiegel. Nr. 8, 1949 (online).
  3. Emil Nolde Biografie. In: art DIRECTORY. Abgerufen am 18. Mai 2010.
  4. Lieberman-Villa am Wannsee: Faltblatt zur Ausstellung Max Liebermann und Emil Nolde. Gartenbilder. Vom 22. April bis 20. August 2012
  5. Annette Meier: Vom Impressionismus zum Kubismus, Museumsportal Berlin, abgerufen am 12. Juli 2011
  6. Noldegarten Seebüll. Gartentafel des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein.
  7. Michael Breckwoldt: Seebüll. In: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 569.
  8. Michael Breckwoldt: Seebüll. In: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 570.
  9. Michael Breckwoldt: Seebüll. In: Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 571.
  10. s. Jahre der Kämpfe. Rembrandt, Berlin 1934, S. 101 und auch in der Glosse, Die Zeit vom 31. Juli 2008.
  11. nach Uwe Danker: „Vorkämpfer des Deutschtums" oder „Entarteter Künstler" – Nachdenken über Emil Nolde in der NS-Zeit. Jahrbuch Demokratische Geschichte Band 22, Band 14, 2001. S. 151. Die antisemitischen Sätze nach dem fünften Satz sind in den nach 1945 erschienen Auflagen der Erinnerungen weggelassen.
  12. Ralf Georg Reuth: Goebbels, Piper, München/Zürich 2. Aufl. 1991, S. 368
  13.  Emil Nolde, Manfred Reuther (Hrsg.): Ungemalte Bilder. Katalog zur Ausstellung der Dependance Berlin der Nolde Stiftung Seebüll. Dumont, Köln 2009, ISBN 978-3-8321-9234-1.
  14. Emil Nolde: Mein Leben. Köln 2000, S. 403
  15. In Memoriam: Die späte Liebe des großen Künstlers. In: B.Z., 22. Juni 2010, Seite 10
  16. Website des Nolde-Museums, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde
  17. Bericht bei wirtschaftsland-sh.de, abgerufen am 28. Mai 2013
  18. Ein Flügel „Tod der Maria“ ist leicht zugänglich in: Berghof (Red.): Kunst in der Verfolgung: Entartete Kunst (Ausstellung) 1937 in München. Beispiele. Neckar, Villingen 1998, ohne ISBN, Großformat
  19. Ulrich Luckhardt: Emil Nolde: Hülltoft Hof. Die Geschichte eines Bildes. Hamburg 2002
  20. Sprengel Museum – Einzelkünstler – Emil Nolde. Abgerufen am 18. Mai 2010.
  21. emil-nolde-im-frankfurter-staedel-mehr-sympathisant-als-widerstaendler
  22. Ausstellungen. In: Nolde Stiftung Seebüll. Website. Abgerufen am 5. März 2014.