Emil Schumacher

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Emil Schumacher, 1981

Emil Schumacher (* 29. August 1912 in Hagen, Westfalen; † 4. Oktober 1999 in San José, Ibiza) war ein deutscher Maler und Vertreter des Informel.

Leben[Bearbeiten]

Emil Schumacher wurde am 29. August als drittes Kind von Anna und Emil Schumacher in Hagen geboren. Von 1926 bis 1936 besuchte er die Oberrealschule in Hagen.

Schumacher begann er ein Studium der freien Grafik an der Werkkunstschule Dortmund um Werbegrafiker zu werden.[1] Von 1935 bis 1939 war er als freier Maler ohne eine Beteiligung an Ausstellungen tätig.

Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wurde Schumacher wegen des Vorwurfs des „Kulturbolschewismus“ nicht in die Reichskammer der bildenden Künste aufgenommen. In den Kriegsjahren war er Technischer Zeichner in den Akkumulatoren-Werken, einem Hagener Rüstungsbetrieb. 1941 heiratete er Ursula Klapprott. Unmittelbar nach Kriegsende startet er einen Neubeginn als freier Künstler.

1947 bis 1953[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Schumacher mit kubistischen Landschaften, 1947 hat er seine erste Einzelausstellung in dem von dem Architekten Rasch eingerichteten Studio für neue Kunst in Wuppertal und er ist Mitbegründer der Künstlervereinigung Junger Westen. 1948 erhält er den Kunstpreis Junger Westen der Stadt Recklinghausen, im selben Jahr kauft das Karl Ernst Osthaus Museum Hagen zwei seiner Bilder, Stillleben und Stillleben mit Pilzen an. In den 1950er Jahren entwickelte er Werke, die nur aus der Farbe lebten, ohne jegliches konstruktives Gerüst. Dominierendes Thema seiner Arbeiten sind die Eigenwertigkeit der Farbmaterie und deren psychische Wirkung.

ab 1954[Bearbeiten]

1954 beteiligt sich Schumacher an der von Willem Sandberg im Stedelijk Museum, Amsterdam veranstalteten Ausstellung Deutsche Kunst nach 45: Zum ersten Mal nach dem Krieg wird zeitgenössische Kunst aus Deutschland im Ausland gezeigt. Ab 1955 wurde Schumacher durch erste Ausstellungen und Preise bekannt; durch seine Teilnahme an der 29. Biennale von Venedig[2] 1961 gelang der internationale Durchbruch. Im Jahr 1959 war Emil Schumacher Teilnehmer der documenta II in Kassel. Von 1958 bis 1960 hatte er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg inne. 1964 war er mit drei großformatigen Bildern auf der documenta III, und auch im Jahr 1977 auf der documenta 6 in Kassel vertreten. Heute hängen seine Arbeiten zwischen New York und München in allen wichtigen Museen der Welt. Unter seinen zahlreichen Kunstwerken für den öffentlichen Raum finden sich u. a. großformatige Mosaikarbeiten für die U-Bahn-Station Colosseo in Rom. Von 1966 bis 1977 war er Professor an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Museum[Bearbeiten]

In seiner Heimatstadt Hagen entstand 2006 bis 2009 das Kunstquartier Hagen, welches das Osthaus Museum und – zu seinen Ehren – das neu gebaute Emil Schumacher Museum in einem Museumsviertel vereint. Im Juli 2006 begannen die Bauarbeiten für den Neubau sowie den Umbau und die Erweiterung des Osthaus Museums. Die Eröffnung wurde am 28. August 2009 gefeiert. Wissenschaftlicher Leiter des Schumacher Museums ist seit 2011 der Kunsthistoriker Rouven Lotz.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2011: Schumacher – Afrika. Emil-Schumacher-Museum, Hagen

Werk (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Emil Schumacher. Der Erde näher als den Sternen. Malerei 1936–1999. Hirmer, München 2007, ISBN 978-3-7774-3585-5.
  • Peter Prange: Schumacher, Emil August. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 734–736 (Digitalisat).
  • Hans Gercke, Peter Anselm Riedl, Christoph Zuschlag (Hg.). Emil Schumacher. Letzte Bilder 1997-1999. Ausstellungskatalog Heidelberg, Köln 2000.
  • Ernst-Gerhard Güse (Hg.): Emil Schumacher. Leben in der Malerei. Gespräche und Texte. Ostfildern 2008. (= Schriften der Emil Schumacher Stiftung, Bd. 1.)
  • Ernst-Gerhard Güse: Emil Schumacher. Das Erlebnis des Unbekannten. Ostfildern 2012. (= Schriften der Emil Schumacher Stiftung, Bd. 2.)
  • Michael Klant/Christoph Zuschlag (Hg.): Emil Schumacher im Gespräch. „Der Erde näher als den Sternen“. Stuttgart 1992.
  • Werner Schmalenbach: Emil Schumacher. Köln 1981.
  • Christoph Zuschlag: Der unbekannte Schumacher. Ein wiederentdecktes Wandbild in Hagen. In: Weltkunst, 65, 1995, Nr. 24, S. 3498–3500.
  • Christoph Zuschlag: „Alle Malerei ist Zerstörung“. Anmerkungen zu einem Aspekt des Werks Emil Schumachers. In: Kunstpresse, August 1992, S. 30–33.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Prange: Schumacher, Emil August, in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 734–736. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118611550.html
  2. Kranzfelder, Ivo, „Platschek, Hans Philipp“, in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 515 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118860569.html