Emil Schumacher

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Emil Schumacher, 1981

Emil Schumacher (* 29. August 1912 in Hagen, Westfalen; † 4. Oktober 1999 in San José, Ibiza) war ein deutscher Maler und Vertreter des Informel.

Leben[Bearbeiten]

Schumacher studierte von 1932 bis 1935 an der Werkkunstschule Dortmund. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wurde er wegen des Vorwurfs des „Kulturbolschewismus“ nicht in die Reichskammer der bildenden Künste aufgenommen. In den Kriegsjahren war er Technischer Zeichner in einer Rüstungsfirma.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er mit kubistischen Landschaften. In den 1950er Jahren entwickelte er Werke, die nur aus der Farbe lebten, ohne jegliches konstruktives Gerüst. Dominierendes Thema seiner Arbeiten sind die Eigenwertigkeit der Farbmaterie und deren psychische Wirkung.

Ab 1955 wurde Schumacher durch erste Ausstellungen und Preise bekannt; durch seine Teilnahme an der 29. Biennale von Venedig 1961 gelang der internationale Durchbruch. Im Jahr 1959 war Emil Schumacher Teilnehmer der documenta II in Kassel. Von 1958 bis 1960 hatte er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg inne. 1964 war er mit drei großformatigen Bildern auf der documenta III, und auch im Jahr 1977 auf der documenta 6 in Kassel vertreten. Heute hängen seine Arbeiten zwischen New York und München in allen wichtigen Museen der Welt. Unter seinen zahlreichen Kunstwerken für den öffentlichen Raum finden sich u. a. großformatige Mosaikarbeiten für die U-Bahn-Station Colosseo in Rom. Von 1966 bis 1977 war er Professor an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe.

In seiner Heimatstadt Hagen entstand 2006 bis 2009 das Kunstquartier Hagen, welches das Osthaus Museum und – zu seinen Ehren – das neu gebaute Emil-Schumacher-Museum in einem Museumsviertel vereint. Im Juli 2006 begannen die Bauarbeiten für den Neubau sowie den Umbau und die Erweiterung des Osthaus Museums. Die Eröffnung wurde am 28. August 2009 gefeiert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2011: Schumacher - Afrika, Emil-Schumacher-Museum, Hagen

Werk[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Emil Schumacher. Der Erde näher als den Sternen. Malerei 1936–1999. Hirmer, München 2007, ISBN 978-3-7774-3585-5.
  • Peter Prange: Schumacher, Emil August. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 734–736 (Digitalisat).
  • Hans Gercke/Peter Anselm Riedl/Christoph Zuschlag (Hg.), Emil Schumacher. Letzte Bilder 1997-1999, Ausstellungskatalog Heidelberg, Köln 2000
  • Ernst-Gerhard Güse (Hg.), Emil Schumacher. Leben in der Malerei. Gespräche und Texte, Ostfildern 2008 (Schriften der Emil Schumacher Stiftung, Bd. 1)
  • Ernst-Gerhard Güse, Emil Schumacher. Das Erlebnis des Unbekannten, Ostfildern 2012 (Schriften der Emil Schumacher Stiftung, Bd. 2)
  • Michael Klant/Christoph Zuschlag (Hg.), Emil Schumacher im Gespräch. »Der Erde näher als den Sternen«, Stuttgart 1992
  • Werner Schmalenbach, Emil Schumacher, Köln 1981
  • Christoph Zuschlag, Der unbekannte Schumacher. Ein wiederentdecktes Wandbild in Hagen, in: Weltkunst 65, 1995, Nr. 24, S. 3498-3500
  • Christoph Zuschlag, »Alle Malerei ist Zerstörung«. Anmerkungen zu einem Aspekt des Werks Emil Schumachers, in: Kunstpresse, August 1992, S. 30-33.

Weblinks[Bearbeiten]