Emil Telmányi

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Emil Telmányi

Emil Telmányi (* 22. Juni 1892 in Arad; † 12. Juni 1988 in Holte, Dänemark) war ein ungarischer Geiger und Dirigent.

Telmányi debütierte als Geiger im Alter von zehn Jahren. Er studierte in Budapest Violine und Dirigieren bei Jenő Hubay und Komposition an der Musikakademie. Seit 1911 bereiste er Europa als Violinvirtuose und kam 1912 erstmals nach Kopenhagen. Dort heiratete er 1918 Anne Marie, die Tochter des Komponisten Carl Nielsen und debütierte 1919 als Dirigent.

1925–26 war er Dirigent des Sinfonieorchesters von Göteborg. Später gründete er ein eigenes Kammerorchester. 1936 heiratete er in zweiter Ehe die Pianistin Annette Schiøler, mit der er mehrere Aufnahmen einspielte. Telmányi setzte sich nachdrücklich für das Werk Nielsens ein. Er spielte Uraufführungen seiner Violinwerke mit Musikern wie Ernst von Dohnányi und Victor Schiøler und leitete als Dirigent die Uraufführung seines Klarinettenkonzertes.

Daneben setzte er sich intensiv mit der Aufführungspraxis barocker Kompositionen an und setzte sich für den unter Musikern umstrittenen Vega-Bogen (Bach-Bogen) ein, einen Geigenbogen, der das Spielen mehrstimmiger Akkorde auf der Violine erleichtert. Mit diesem spielte er 1954 die Solosonaten und -partiten von Johann Sebastian Bach für Violine ein. Von 1940 bis 1969 unterrichtete er an der Musikakademie von Aarhus.

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