Emily Blunt

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Emily Blunt auf dem Toronto International Film Festival 2012

Emily Olivia Leah Blunt (* 23. Februar 1983 in London) ist eine britische Schauspielerin, die unter anderem mit einem Golden Globe Award ausgezeichnet wurde.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Emily Blunt wurde als Tochter eines Anwalts und einer Lehrerin geboren. Sie wuchs mit drei weiteren Geschwistern in Roehampton auf[1] und begeisterte sich früh für das Singen und Cellospiel, ehe sie sich als Jugendliche durch Zufall der Schauspielerei zuwandte. Als 16-Jährige kam sie in das renommierte Internat Hurtwood House, wo sie sich zum Spaß der Theaterarbeit widmete. Daraufhin wurde sie noch während ihrer Schulzeit von einem Agenten entdeckt.[2] Nach einem einjährigen Schauspielstudium in ihrer Heimatstadt begann Blunt, die als Kind stotterte[3], am Theater Fuß zu fassen. 2001 debütierte sie im Alter von achtzehn Jahren in George S. Kaufmans und Edna Ferbers Stück The Royal Family am Haymarket Theatre Royal in London. Unter der Regie von Peter Hall war Blunt neben u. a. Judi Dench und Toby Stephens als Mitglied einer berühmten Schauspielerfamilie zu sehen, die ihr Leben ausschließlich dem Theater widmet. Die Kritiker lobten ihr Spiel, und die junge Engländerin wurde für den Part der Gwen Cavendish mit dem Evening Standard Award als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Nach The Royal Family sah man Blunt im Frühjahr 2002 neben Clare Higgins und Jochum Ten Haaf in Richard Eyres Inszenierung von Vincent in Brixton am Londoner National Theatre, wo sie für ihre berührende unschuldig-weise Darstellung der Eugenie Anerkennung fand[4]. Im Herbst desselben Jahres interpretierte sie gemeinsam mit Lex Shrapnel die Titelrollen in William Shakespeares Romeo und Julia auf dem Theaterfestival von Chichester.

Ihr Debüt im britischen Fernsehen feierte Blunt 2003 an der Seite von Alex Kingston in dem Historiendrama Boudica, woraufhin sie vorwiegend in Kostümfilmen erscheinen sollte. Im selben Jahr folgte Pete Travis' preisgekrönter Fernsehmehrteiler Henry VIII, in dem Emily Blunt in einer Nebenrolle als Catherine Howard agierte, der fünften Ehefrau des englischen Königs Heinrich VIII. (gespielt von Ray Winstone). Nach der Nebenrolle als Mordopfer in der Fernsehfassung von Agatha Christies Kriminalroman Tod auf dem Nil, Poirot: Death on the Nile, erhielt Blunt 2004 ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm. In Paweł Pawlikowskis Drama My Summer of Love mimt sie die reiche und gebildete 16-jährige Tamsin, die sich einen Sommer lang auf eine Liaison mit der rauen Proletarierin Mona (gespielt von Nathalie Press) einlässt. Der Film, von der New York Times als Triumph über Stimmung und Implikation gefeiert,[5] stand in der Gunst der Kritiker und wurde 2005 mit dem renommierten britischen Filmpreis BAFTA als beste britische Kinoproduktion des Jahres ausgezeichnet. Ebenso in den Mittelpunkt rückte Emily Blunt, deren Leistung als verwöhnte höhere Tochter ihr gemeinsam mit Schauspielkollegin Nathalie Press den Evening Standard British Film Award als meistversprechende Nachwuchsdarstellerin einbrachte.

Durch den Erfolg von My Summer of Love einem internationalen Publikum bekannt geworden, folgten mehrere Hauptrollen sowohl in britischen als auch internationalen Fernsehproduktionen, darunter der Part einer Vestalin mit übersinnlicher Begabung in dem preisgekrönten historischen Mehrteiler Empire und Stephen Poliakoffs Drama Gideon’s Daughter, in dem sie die vernachlässigte Tochter eines erfolgreichen PR-Beraters (gespielt von Bill Nighy) verkörperte und dafür den Golden Globe gewann. 2006 sah man Blunt erneut als manipulative Schöne neben Susan Sarandon und Sam Neill in Ann Turners Familiendrama Unwiderstehlich, für dessen Dreharbeiten sie mehrere Monate in Australien verbrachte. Noch im selben Jahr folgte mit David Frankels Der Teufel trägt Prada ihr erstes Engagement in Hollywood. In der spitzfindigen Komödie über die New Yorker Modewelt agierte sie neben Anne Hathaway als ehrgeizige Assistentin einer erfolgreichen Herausgeberin eines Modejournals (gespielt von Meryl Streep). Blunt erhielt das Lob der US-amerikanischen Kritiker und wurde im selben Jahr für den Teen Choice Award als beste Nachwuchsdarstellerin und den Golden Globe als beste Nebendarstellerin nominiert. Daraufhin folgte die Schauspielerin von 2007 bis 2008 mehreren Angeboten für amerikanische Kinoproduktionen, darunter die weibliche Hauptrolle neben Tom Hanks und John Malkovich in dem Drama The Great Buck Howard. 2009 übernahm Blunt die Titelrolle als junge Königin Victoria (1819–1901) in Jean-Marc Vallées Filmbiografie The Young Victoria. In der Folge konnte sich die Schauspielerin, die sich am liebsten für Figuren entscheidet, „die nicht so stromlinienförmig sind“,[2] weiter in Hollywood etablieren und erhielt Hauptrollen wie die neben Benicio del Toro in der Neuverfilmung des Horrorfilms Wolfman (2010) und neben Matt Damon in dem Science-Fiction-Thriller Der Plan (2011). Sie war Jon Favreaus erste Wahl für die Rolle der Black Widow in Iron Man 2, musste die Rolle jedoch wegen der Dreharbeiten zu Gullivers Reisen ablehnen, worauf Scarlett Johansson diese übernahm.[6] 2012 spielte sie bereits zum dritten Mal neben Jason Segel in dem Film Fast verheiratet. Zuvor standen beide schon für Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu (2010) und Die Muppets (2011) vor der Kamera. Seit 2012 wirbt sie für das Parfüm Opium von Yves Saint Laurent.[7]

Blunt war mit dem kanadischen Jazz-Sänger Michael Bublé liiert, den sie bei einem seiner Konzerte kennenlernte, und lebte abwechselnd in London und Vancouver. Die Beziehung zerbrach nach drei Jahren im Juli 2008.[8]

Seit dem 10. Juli 2010 ist Blunt mit John Krasinski verheiratet.[9] Im Februar 2014 wurde die Tochter der beiden geboren.[10]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten]

  • 2001: The Royal Family
  • 2002: Vincent in Brixton
  • 2002: Romeo und Julia (Romeo and Juliet)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 2004: Nominierung für den British Independent Film Award für My Summer of Love (Vielversprechendste Nachwuchsdarstellerin)
  • 2005: Lobende Erwähnung des Motovun Film Festivals für My Summer of Love (gemeinsam mit Natalie Press)
  • 2005: Evening Standard British Film Award für My Summer of Love (Vielversprechendste Nachwuchsdarstellerin – gemeinsam mit Natalie Press)
  • 2005: Nominierung für den London Critics Circle Film Award für My Summer of Love (Beste britische Newcomerin)
  • 2007: Golden Globe Award für Gideon’s Daughter (Beste Nebendarstellerin in einer Serie, Miniserie oder Fernsehfilm)
  • 2007: Golden-Globe-Nominierung für Der Teufel trägt Prada (Beste Nebendarstellerin)
  • 2007: Zwei BAFTA-Award-Nominierungen für Der Teufel trägt Prada (Beste Nebendarstellerin und Beste Nachwuchsdarstellerin)
  • 2007: London Critics’ Circle Film Award für Der Teufel trägt Prada (Beste britische Nebendarstellerin)
  • 2007: Women in Film Crystal Awards (Face of the Future)
  • 2009: Nominierung für den British Independent Film Award für Young Victoria (Beste Hauptdarstellerin)
  • 2009: Nominierung für den Satellite Award für Young Victoria und Sunshine Cleaning (Beste Hauptdarstellerin – Drama und Beste Nebendarstellerin)
  • 2010: Vancouver Film Critics Circle Award für Young Victoria (Beste Hauptdarstellerin in einem kanadischen Film)
  • 2010: Golden-Globe-Nominierung für Young Victoria (Beste Hauptdarstellerin – Drama)
  • 2010: zwei Nominierungen für den London Critics Circle Film Award für Young Victoria und Sunshine Cleaning (Beste Hauptdarstellerin des Jahres und Beste Nebendarstellerin des Jahres)
  • 2010: Costume Designers Guild Award (President’s Award)
  • 2011: Jupiter (Beste Darstellerin International)
  • 2013: Golden-Globe-Nominierung für Lachsfischen im Jemen (Beste Hauptdarstellerin - Komödie/Musical)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emily Blunt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Hoggard, Liz: Meet the Mac pack. In: Sunday Review, 10. Juni 2007
  2. a b vgl. Sanders, Daniel: Biest mit Herz bei Spiegel Online, 25. Mai 2009 (aufgerufen am 26. Juni 2009)
  3. vgl. Interview mit Emily Blunt und Nathalie Press bei theage.com.au (engl.)
  4. vgl. Kritik der Sunday Times bei nationaltheatre.org.uk (engl.)
  5. vgl. Filmkritik von A. O. Scott in der New York Times, 17. Juni 2005
  6. http://www.moviegod.de/kino/meldung/18529/iron-man-2-ersetzt-scarlett-johansson-emily-blunt-als-black-widow
  7. http://beautydavne.blogspot.de/2011/11/emily-blunt-fur-yves-saint-laurent.html
  8. vgl. jdl/dpa: Emily Blunt und Michael Bublé wieder solo bei spiegel.de, 11. Juli 2008 (aufgerufen am 12. Juli 2008).
  9. http://www.serienjunkies.de/news/the-office-27350.html
  10. http://celebritybabies.people.com/2014/02/16/emily-blunt-and-john-krasinski-welcome-daughter-hazel/