Emmendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Emmendorf
Emmendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Emmendorf hervorgehoben
53.01666666666710.56666666666752Koordinaten: 53° 1′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Uelzen
Samtgemeinde: Bevensen-Ebstorf
Höhe: 52 m ü. NHN
Fläche: 10,88 km²
Einwohner: 746 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29579
Vorwahl: 05875
Kfz-Kennzeichen: UE
Gemeindeschlüssel: 03 3 60 008
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Lindenstr. 12
29549 Bad Bevensen
Bürgermeister: Uwe Silbermann (CDU)
Lage der Gemeinde Emmendorf im Landkreis Uelzen
Sachsen-Anhalt Landkreis Celle Landkreis Gifhorn Landkreis Harburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Lüneburg Wriedel Wriedel Landkreis Heidekreis Altenmedingen Bad Bevensen Bad Bodenteich Barum (Landkreis Uelzen) Bienenbüttel Ebstorf Ebstorf Gerdau Eimke Emmendorf Gerdau Gerdau Hanstedt (Landkreis Uelzen) Himbergen Jelmstorf Lüder (Lüneburger Heide) Natendorf Oetzen Rätzlingen (Niedersachsen) Römstedt Rosche Schwienau Soltendieck Wrestedt Stoetze Suderburg Suderburg Suhlendorf Uelzen Uelzen Weste (Niedersachsen) Wrestedt Wrestedt WriedelKarte
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Emmendorf ist eine Gemeinde inmitten der Lüneburger Heide im Landkreis Uelzen, Niedersachsen. Die Gemeinde Emmendorf gehört zur Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Emmendorf hat gut 750 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt auf halber Strecke zwischen Uelzen und Bad Bevensen. Durch den Ort fließt die Ilmenau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Emmendorf besteht aus den Ortschaften Emmendorf, Heitbrack, Nassennottorf und Walmstorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Orte Emmendorf, Walmstorf und Nassennottorf liegen im Tal, Heitbrack auf der östlichen Höhe der Ilmenau. Das erste schriftliche Zeugnis über den Ort Emmanthorpe ist die Bestätigungsurkunde der Güter des Klosters Oldenstadt vom 2. März 1006. Damit gehört dieses Dorf zu den ältesten urkundlich erwähnten Siedlungsplätzen des Kreises Uelzen.

Das Gebiet gehörte damals zum Bardengau in der Provinz Ostfalen. Archäologische Funde belegen, das sich hier in der Gegend schon zur Jungsteinzeit und der Eisenzeit Menschen angesiedelt haben.

Ein wichtiges Ereignis landesgeschichtlicher Bedeutung trug sich in Emmendorf zu Beginn des Lüneburger Erbfolgestreites zu. Die Lüneburger Herzogsfamilie war im Mannesstamm ausgestorben. Herzog Wilhelm v. Lüneburg war trotz viermaliger Verheiratung, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, verstorben (23. November 1369). Der einzige Sohn seines 1352 verstorbenen Bruders Otto, Otto, war, wie es in einer Urkunde heißt, „mit dem Rullwegelein von der Brucken bei Emmendorf in die Elmenow gefallen“ und ertrunken.[2]

Die Ilmenau und die Brücke bei Emmendorf, die lange Zeit zwischen Uelzen und Bevensen der einzige Übergang über die Ilmenau war, haben im Leben und in der Geschichte der Gemeindedörfer immer eine bedeutende Rolle gespielt. Im Dreißigjährigen Krieg wird Emmendorf und seine Brücke über die Ilmenau wieder erwähnt. Damals wurden die Brücken in Medingen und Emmendorf abgebrochen, damit die kaiserlichen Truppen nicht über die Ilmenau kommen sollten.

Ein Ilmenau-Übergang gegenüber dem Orte Walmstorf wird im Jahre 1747 genannt und besteht noch heute (Brücke). Verkehrsgeschichtliche Bedeutung erlangten die Gemeindeorte durch ihre unmittelbare Lage am so genannten „Oldenstädter Karrenweg“,[3] einem uralten Handelsweg. Den ersten Hinweis auf diesen Weg liefert die Bestätigung der Oldenstädter Klostergüter von 1142, in der es heißt, die Abtei besitze den Zoll an der Brücke zu Uelzen. Dieser Weg, der sich eng an das östliche Ufer der Ilmenau anschmiegt, ist wahrscheinlich aus einer ersten Verbindung zu Lande zwischen Bardowick bzw. Lüneburg und Magdeburg hervorgegangen.

Das bevorzugte Transportfahrzeug, wie auch der Wegename ausdrückt, war bei den schlechten Wegverhältnissen und besonders im hügeligen Gelände an den Hängen der Ilmenau der Karren. Besonders erwähnt werden für unser Gebiet die Hopfenkarren aus dem Amt Isernhagen; leichte Fahrzeuge mit ausladendem Aufsatz.

Dieser Oldenstädter Karrenweg (auch Winter-Frachtweg) ist nach den vorhandenen Spuren bis etwa 1700 stark befahren worden, bis der für die Communionspost eingerichtete Weg über Jelmstorf und Tätendorf (heutige B 4) auch den Frachtfahrern freigegeben wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Heitbrack und Walmstorf eingegliedert.[4]

Erklärung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1006 Emmanthorp, 1133 bis 1137 Emmenthorp, 1142, 1240 bis Ende des 13. Jahrhunderts Emmendorp. Der Ortsname Emmendorf ist zurückzuführen auf den Vornamen Em(m)o, der die Kurzformen von Erm(en) ist. Germanisch „ermana“ steht für „Erde, Welt, weltweit, allumfassend“.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Emmendorf setzt sich aus neun Abgeordneten zusammen.

CDU SPD WV Gesamt
2011 6 (65,1 %) 1 (16,1 %) 2 (18,7 %) 9 Sitze[5]

Letzte Kommunalwahl am 11. September 2011

Bürgermeister / Verwaltung[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Uwe Silbermann (CDU). Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Haus Bevenser Straße 7.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Im Ortsgebiet liegt auch der Elbe-Seitenkanal.

Wappen[Bearbeiten]

Die Brücke symbolisiert die lokale Brücke über die Ilmenau. Die Brücke wurde bereits im 14. Jahrhundert erwähnt und spielte eine wichtige Rolle in der lokalen Entwicklung. Die beiden Räder symbolisieren die Oldenstädter Karrenweg, ein Handelsweg bereits im Jahre 1142 erwähnt. Die beiden Räder symbolisieren die Wagen (Karren) auf der Straße. Das Kreuz ist das Heliandkreuz, errichtet im Jahr 1930 und ein typisches Wahrzeichen der Gemeinde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Grimm: 1000 Jahre Emmendorf. Geschichte und Geschichten vom Dorf und Umgebung. Gemeinde Emmendorf, K+R Druck, Molzen 2006.
  • Wilhelm Havemann: Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg. 3 Bände. Verlag der Dietrich'schen Buchhandlung, Göttingen 1853–1857 (Nachdruck. (= Beiträge zur Geschichte, Landes- und Volkskunde von Niedersachsen und Bremen. Serie A: Nachdrucke (Repr.). Bd. 22). von Hirschheydt, Hannover-Doehren 1974–1975, ISBN 3-7777-0843-7).
  • Petra Mößlein: Monasterium quoddam nomine Ullishusun. Die Geschichte der ehemaligen Klosterkirche in Oldenstadt/Uelzen von ihren karolingerzeitlichen Anfängen bis zur Reformation (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte von Stadt und Kreis Uelzen. Bd. 5). Museums- und Heimatverein, Uelzen 2006, ISBN 3-929864-08-8.
  • Bruno Ploetz: Der Hessenkarrenweg zwischen Lüneburg und Ebstorf. In: Lüneburger Blätter. Bd. 13, 1962, ISSN 0076-1443, S. 59–83.
  • Otto Puffahrt: Die Beteiligung des Gutes Emmendorf an der Verkoppelung der Feldmark Emmendorf 1830–1833 (Landkreis Uelzen). Selbstverlag, Lüneburg 2005, DNB 976893673.
  • Pascale B. Richter: Das neolithische Erdwerk von Walmstorf, Landkreis Uelzen. Studien zur Besiedlungsgeschichte der Trichterbecherkultur im südlichen Ilmenautal (= Veröffentlichungen der Urgeschichtlichen Sammlungen des Landesmuseums zu Hannover. Bd. 49). Isensee, Oldenburg 2002, ISBN 3-89598-839-1 (zugleich: Hamburg, Universität, Dissertation, 1999).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emmendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

„Heimatkalender 1987“, S. 105, Gemeindewappen, Lutz Krüger, Emmendorf

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Hermann Sudendorf: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande. Erster Teil (bis zum Jahre 1341), Carl Rümpler, Hannover 1859, S. XII.
  3. Lüner Amtsakten – NLA-HStA Hannover Hann. 74 Lüne 243 Nr. 4.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 237.
  5. Ergebnis der Kommunalwahlen in Niedersachsen 2011.