Emmingen-Liptingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Emmingen-Liptingen
Emmingen-Liptingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Emmingen-Liptingen hervorgehoben
47.9311111111118.8505555555556772Koordinaten: 47° 56′ N, 8° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 772 m ü. NHN
Fläche: 54,57 km²
Einwohner: 4607 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78576
Vorwahl: 07465
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 057
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 8
78576 Emmingen-Liptingen
Webpräsenz: www.emmingen-liptingen.de
Bürgermeister: Joachim Löffler (CDU)
Lage der Gemeinde Emmingen-Liptingen im Landkreis Tuttlingen
Landkreis Konstanz Landkreis Rottweil Landkreis Sigmaringen Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aldingen Balgheim Bärenthal Böttingen Bubsheim Buchheim Deilingen Denkingen Dürbheim Durchhausen Egesheim Emmingen-Liptingen Fridingen an der Donau Frittlingen Geisingen Gosheim Gunningen Hausen ob Verena Immendingen Irndorf Königsheim Kolbingen Mahlstetten Mühlheim an der Donau Neuhausen ob Eck Reichenbach am Heuberg Renquishausen Rietheim-Weilheim Seitingen-Oberflacht Spaichingen Talheim (Landkreis Tuttlingen) Trossingen Tuttlingen Wehingen Wurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild

Emmingen-Liptingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf Emmingen

Geographische Lage[Bearbeiten]

Emmingen-Liptingen liegt auf der Hegaualb, der südlichen Abdachung der Schwäbischen Alb, d.h. südlich des Oberlaufs der Donau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Kreisstadt Tuttlingen, im Osten an Neuhausen ob Eck, im Süden an Eigeltingen im Landkreis Konstanz sowie im Westen an Hattingen der Gemeinde Immendingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Emmingen-Liptingen besteht aus den beiden ehemaligen Gemeinden Emmingen ab Egg und Liptingen mit insgesamt 24 Dörfern, Weilern, Höfen und Häusern.

Zur ehemaligen Gemeinde Emmingen ab Egg gehören das Dorf Emmingen ab Egg, die Weiler Lazerhof und Zeilen, die Höfe Buhlenhof (Klemenzenhof, Heißenhof), Lehenholzerhof, Oberer Wasserburgerhof (Eichholzhof), Rager(Dreher)hof, Schäflehof (Ottmarshof), Schenkenberg(er)hof, Schlatterhof, Stefanshof, Venushof und Winklerhof und die Wohnplätze Pension Sonnenhalde und Ziegelei. Zur ehemaligen Gemeinde Liptingen gehören das Dorf Liptingen, der Weiler Wehstetten, die Höfe Bergenhof (Schützenhof), Bühlmühle, Ederstetten, Förlehof, Waldhof (Neuhaus) und Weidenbohlhof und der Wohnplatz Ziegelei.

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Emmingen ab Egg liegen die abgegangenen Ortschaften Maggental und Mittelnbühel. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Liptingen liegt die Burgruine Homburg.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Emmingen wurde im Jahre 820 erstmals urkundlich als Emminga erwähnt.

Liptingen wurde im Jahre 761 als Liubdahinga erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erwähnt und gilt deshalb als älteste Gemeinde im Landkreis Tuttlingen.

Im Bereich des Ortsteils Emmingen ab der Egg befinden sich die Reste der Wallburg Burg Gerichtszoller.

Emmingen kam 1806 zu Baden, Liptingen 1810.

Nach Gründung des Heeresflugplatzes im benachbarten Neuhausen ob Eck wurde an der Straße zwischen Emmingen und Liptingen im Jahr 1938 ein Scheinflugplatz angelegt, um potentielle Luftangriffe auf den tatsächlichen Flugplatz abzuwehren.

Bis zur Kreisreform befanden sich die Ortsteile in unterschiedlichen Landkreisen, Emmingen ab Egg beim früheren Landkreis Donaueschingen, Liptingen beim früheren Landkreis Stockach. Aus den früher selbständigen Gemeinden Emmingen ab Egg und Liptingen wurde im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg am 1. Januar 1975 die neue Gemeinde Emmingen ab Egg gebildet, die später in Emmingen-Liptingen umbenannt wurde.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde Emmingen-Liptingen ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Tuttlingen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009, die in Emmingen-Liptingen als Unechte Teilortswahl durchgeführt wurde, erbrachte bei einer Wahlbeteiligung von 56,4 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Unabhängige Wählergemeinschaft 47,3 % 7
Die Liste 19,4 % 3
Frauen initiativ 12,9 % 2
Offenes Bürgerforum 20,4 % 3

Wappen[Bearbeiten]

Emmingen ab Egg
Emmingen
ab Egg
Liptingen
Liptingen
 
In dem am 14. Juni 1978 vom Landratsamt Tuttlingen verliehenen Wappen wurden Motive der Wappen der Ortsteile aufgegriffen. Schrägbalken und Sterne stammen aus dem im Jahre 1900 angenommenen Wappen von Emmingen ab Egg. Der Schrägbalken war das Wappen des mittelalterlichen Ortsadels, die Sterne und die Tingierung sind eine Anspielung auf das Wappen der Herrschaft Hewen, zu der Emmingen seit etwa 1466 gehörte.

Die Hirschstange ist dem 1895 geschaffenen Wappen von Liptingen entnommen. Sie weist auf die einstige Zugehörigkeit des Ortes zur Landgrafschaft Nellenburg bis 1805 hin.

Blasonierung: Unter goldenem (gelbem) Schildhaupt, worin eine vierendige blaue Hirschstange, in Schwarz ein goldener (gelber) Schrägbalken, begleitet von zwei silbernen (weißen) Sternen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rosenbrunnen
Burgbrunnen im Dorfzentrum

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kirchenburg Emmingen
  • Homburg
  • Dorfmuseum
  • Emminger Brunnen: Rosenbrunnen in der Witthohstraße (1893), Burgbrunnen im Dorfzentrum, Schächerbrunnen, Lindenbrunnen (1860), Kronenbrunnen
  • Schenkenbergkapelle
  • „Schelmenbaum“, ein Skulptur in Form eines unbelaubten Baumes mit Mensch-Affen-Figuren von Peter Lenk

Natur[Bearbeiten]

Hausberg von Emmingen ist der Witthoh (862 m ü. NN), von dessen Aussichtsplateau man Fernsicht über den Hegau mit dessen Vulkanen und den Bodensee mit der Alpenkette im Hintergrund hat.

Seit September 2009 gibt es bei Emmingen einen Friedwald, in dem Naturbestattungen möglich sind.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gewerbestruktur der Gemeinde konnte in den letzten Jahren stark verbessert werden. Dabei handelt es sich um Betriebe der Metallverarbeitung, des Maschinen- und Fahrzeugbaus, schwerpunktmäßig jedoch in der Chirurgiebranche.

Die gute Entwicklung der Gemeinde führte zu einer erheblichen Bevölkerungszunahme. Emmingen-Liptingen ist eine der Gemeinden im Kreis Tuttlingen, die in den letzten Jahren am meisten gewachsen sind.

Verkehr[Bearbeiten]

Von Tuttlingen aus verlaufen die Bundesstraße 14 StockachStuttgart und die Bundesstraße 311 auf die Gemarkung Emmingen-Liptingen. Während die B 311 Richtung Worndorf abzweigt, führt die B 14 an Liptingen vorbei weiter zum „Schuhfranz“. Beim „Hühnerhof“, also direkt an der Gemarkungsgrenze zu Tuttlingen, zweigt die Bundesstraße 491 ab und verläuft durch Emmingen nach Engen.

Die Südbadenbus-Linie 7375 verbindet täglich Emmingen und Liptingen mit Tuttlingen und Stockach, die Linie 45 außerdem Emmingen mit Immendingen. In beiden Linien gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Tuttlingen.

Wichtige Bahnhöfe in der Nähe sind Tuttlingen (etwa 10 km nordwestlich), Immendingen (etwa 14 km westlich) und Stockach (etwa 17 km südöstlich).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 675–677

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emmingen-Liptingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien