Emmylou Harris

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Emmylou Harris, 2005

Emmylou Harris (* 2. April 1947 in Birmingham, Alabama) ist eine US-amerikanische Country-, Folk- und Rock-Sängerin. In den letzten Jahren ist sie vor allem als Singer-Songwriter hervorgetreten.

Leben[Bearbeiten]

Emmylou Harris wurde 1947 in Birmingham als Tochter des Offiziers Walter Harris und seiner Frau Eugenia geboren. Sie wuchs in der Nähe von Washington, D. C. auf und begann als Teenager, Gitarre zu spielen und zu singen. Sie studierte an der Universität von North Carolina Schauspiel, brach das Studium jedoch ab und zog nach New York. Zu dieser Zeit trat sie in der New Yorker und der Washingtoner Clubszene auf. 1970 veröffentlichte sie ihr erstes Album Gliding Bird auf eigene Kosten, das sich kaum verkaufte. Kurz nach dessen Erscheinen ging die Plattenfirma bankrott. Emmylou Harris, die 1969 geheiratet hatte, brachte wenig später eine Tochter zur Welt und ließ sich kurz darauf von ihrem Mann, dem Songwriter Tom Slocum, scheiden. Sie zog wieder nach Washington zu ihren Eltern und trat gelegentlich in kleineren Clubs auf. In zweiter Ehe war sie mit dem Produzenten Brian Ahern verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat, und in dritter Ehe mit dem Produzenten Paul Kennerley.

Karriere[Bearbeiten]

Emmylou Harris, 2006

1971 lernte Harris den ehemaligen Byrds-Bassisten Chris Hillman kennen, der sie bei einem Auftritt erlebte und der sie Gram Parsons empfahl, der eine Sängerin für sein erstes Solo-Album suchte. Parsons holte sie ein Jahr später nach Los Angeles, wo in Zusammenarbeit mit weiteren Musikern 1972 das Album G.P. entstand. Es folgte eine kurze Tournee, und 1973 wurde ein weiteres Album vollendet: Grievous Angel. Nur wenige Wochen später, im September 1973, starb Gram Parsons an einer Überdosis Drogen und Alkohol. Zu diesem Zeitpunkt war Emmylou Mitglied seiner Tourneeband.

Unterstützt durch Tom Guidera, einen ehemaligen Begleitmusiker Parsons, produzierte sie 1975 ein zweites Solo-Album, Pieces of the Sky. Das Album enthält ihr selbstgeschriebenes Stück From Boulder To Birmingham, das sie Gram Parsons gewidmet hat. Das Album war nur mäßig erfolgreich, die Single-Auskopplung If I Could Only Win Your Love erreichte jedoch die Top Ten. 1977 heiratete sie Brian Ahern, den Produzenten von Pieces of the Sky.

Rodney Crowell, Ricky Skaggs und Albert Lee spielten 1976 und 1977 die nächsten Alben mit Harris ein: Elite Hotel und Luxury Liner. 1979 entstand das stark Country-orientierte Album Blue Kentucky Girl. Das im folgenden Jahr erschienene Bluegrass-Album Roses in the Snow wird von vielen Kritikern als ihr bestes bezeichnet. 1985 brachte sie The Ballad of Sally Rose heraus, eine Art Country-Oper mit 13 eigenen Titeln, für die sie einen Grammy erhielt.

Parallel zur Produktion weiterer Solo-Alben entwickelte sich Emmylou Harris zu einer gefragten Duett-Partnerin. Mit zahlreichen Sängern, darunter Johnny Cash, Bob Dylan, Don Williams, Roy Orbison, Neil Young, Willie Nelson, John Denver und der australischen Rockband Midnight Oil spielte sie gemeinsame Songs ein; die CD Duets versammelt einige dieser Zusammenarbeiten. Ebenfalls sehr erfolgreich war das 1987 in Zusammenarbeit mit Linda Ronstadt und Dolly Parton produzierte Album Trio, dem 1999 das ebenso erfolgreiche Album Trio II folgte.

Das 1995 von Daniel Lanois produzierte Album Wrecking Ball zeigte einen deutlichen Stilwandel, der sich in Red Dirt Girl aus dem Jahr 2000 noch verstärkte. Die Musik wurde komplexer, dunkler und elektrischer und entfernte sich zunehmend vom traditionellen Country-Sound. Deutlich wird dies zum Beispiel in dem Song "Tragedy", bei dem Harris von Bruce Springsteen und dessen Frau Patti Scialfa begleitet wird. Durch Gastauftritte auf Platten beispielsweise von Urge Overkill, Steve Earle, Ryan Adams oder Bright Eyes zeigte die Künstlerin, dass sie ihre musikalische Heimat von nun an eher im Alternative Country sah. Beide Alben wurden mit Grammys als Best Contemporary Folk Album ausgezeichnet. Seit Red Dirt Girl schreibt Emmylou Harris ihre Lieder selbst, was vorher nur selten der Fall war. 2003 erschien ihr Album Stumble into Grace und im April 2006 All the Roadrunning, ein Duett-Album mit Mark Knopfler.

Im Februar 2008 wurde Harris in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

Instrumente[Bearbeiten]

Emmylou Harris spielt vorzugsweise Westerngitarren von Gibson, hauptsächlich J-200-Modelle. Ihr zu Ehren brachte die Firma die L-200 Emmylou Harris-Signature-Gitarre heraus.[1]

Diskografie[Bearbeiten]

Mark Knopfler & Emmylou Harris in Hamburg am 28. Mai 2006
  • Gliding Bird (1970)
  • Pieces of the Sky (1975)
  • Elite Hotel (1976)
  • Luxury Liner (1977)
  • Quarter Moon in a Ten Cent Town (1978)
  • Blue Kentucky Girl (1979)
  • Light of the Stable (Christmas Album) (1980)
  • Roses in the Snow (1980)
  • Evangeline (1981)
  • Cimarron (1981)
  • Last Date (live 1982)
  • White Shoes (1983)
  • The Ballad of Sally Rose (1985)
  • Thirteen (1986)
  • Trio (mit Dolly Parton und Linda Ronstadt) (1987)
  • Angel Band (1987)
  • Bluebird (1988)
  • Duets (mit verschiedenen Partnern) (1990)
  • Brand New Dance (1990)
  • At the Ryman (live 1992)
  • Cowgirl's Prayer (1993)
  • Wrecking Ball (1995)
  • Spyboy (live 1998)
  • Trio II (mit Dolly Parton und Linda Ronstadt) (1999)
  • Western Wall (The Tucson Sessions) (Duo-Album mit Linda Ronstadt) (1999)
  • Red Dirt Girl (2000)
  • Stumble into Grace (2003)
  • All the Roadrunning (mit Mark Knopfler) (2006)
  • All I Intended To Be (2008)
  • Hard Bargain (2011)
  • Old Yellow Moon (mit Rodney Crowell) (2013), Grammy


Compilations (Auswahl):

  • Profile - The Best of Emmylou Harris (1978)
  • Profile II - The Best of Emmylou Harris (1984)
  • Songs of the West (1994)
  • Portraits (1996)
  • Singin' with Emmylou Vol. 1 (2000)
  • Anthology - The Warner/Reprise Years (2001)
  • Singin' with Emmylou Vol. 2 (2003)
  • Heartaches & Highways - The Very Best of Emmylou Harris (2005)
  • Songbird - Rare Tracks & Forgotten Gems (2007)

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1977 Grammy - Best Country Vocal Performance Female
  • 1980 Grammy - Best Country Vocal Performance Female
  • 1981 Grammy - Best Country Performance By a Duo or Group with Vocals
  • 1985 Grammy - Best Country Vocal Performance Female
  • 1988 Grammy - Best Country Performance By a Duo or Group with Vocals
  • 1988 CMA Vocal Event
  • 1993 Grammy - Best Country Performance By a Duo or Group with Vocals
  • 1996 Grammy - Best Contemporary Folk Album
  • 1999 Grammy - Best Country Collaboration with Vocals
  • 1999 Billboard Century Award
  • 2001 Grammy - Best Contemporary Folk Album
  • 2001 Gibson Guitar Award
  • 2002 Patrick J. Leary Humanitarian Award für Landminen-Projekt
  • 2002 American Lifetime Achievement Performer Award
  • 2003 Aufnahme Member of Alabama Hall of Fame
  • 2004 ASCAP Harry Chapin Humanitarian Award
  • 2004 ASCAP Founders Award
  • 2006 Grammy - Best Female Country Vocal Performance
  • 2014 Grammy - Best Americana Album

Quellen[Bearbeiten]

  1. Die L-200 Emmylou Harris-Signature auf gibson.com, abgerufen am 11. Mai 2012

Weblinks[Bearbeiten]