Empyreum

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Dieser Artikel behandelt den philosophischen und religiösen Begriff. Für die Band siehe Empyrium.
Empyreum, Illustration aus Dante Alighieris Göttlicher Komödie, 19. Jahrhundert

Das Empyreum bzw. Empyrion (von altgriechisch ἔμπυρος émpyros ‚im Feuer befindlich‘) war in der Kosmologie des Mittelalters der höchste Teil des Himmels über der Erde[1] und wird als der Bereich des Feuers oder des Lichtes und die Wohnung der Seligen bezeichnet.[2]

So heißt es im Godeschalcus und Visio Godeschalci mit deutscher Übersetzung: „Man behauptet, daß der Himmel ‚Empyreum‘, d. h. ‚ganz aus Feuer‘ heiße, und zwar allein nach seinem Strahlenschein, nicht auch nach der Hitze; und das sei auch, so will man, der ‚Dritte Himmel‘, zu dem Paulus nach seinem Selbstzeugnis“ [2. Kor. 12,2] „entrückt worden ist; denn man setzt als ersten den Luftraum, als zweiten das Firmament und diesen als dritten in der Reihe.“[3][1] Nach Aristoteles war das Empyreum vom Äther erfüllt.

Im Christentum galt das Empyreum als Aufenthaltsort Gottes und der Seligen. Als solches wird das Empyreum u. a. in Dantes Göttlicher Komödie erwähnt. Im Englischen gibt es heute noch das Wort Empyrean Heaven (Siebter Himmel).

In der Literatur[Bearbeiten]

Als fiktiver Ort ist Empyrion Schauplatz zweier Fantasy-Romane von Stephen Lawhead, Empyrion: Die Suche (Empyrion I: The Search for Fierra) (1985) und Empyrion: Die Belagerung (Empyrion II: The Siege of Dome) (1986). Empyrion ist eine fiktive Kolonie, die in einem fremden Sonnensystem von irdischen Raumfahrern gegründet wurde. Der Planet Empyrion beherbergt zwei völlig unterschiedliche Zivilisationen, die Dome-Kultur und die Fieri. Die Fieri bezeichnen ihre Welt als Empyrion, weil sie glauben, in ständiger Gegenwart des Unendlichen Vaters zu leben.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Enzyklopädie der Philosophie, Weltbild Verlag, Augsburg 1992
  2. Duden, Fremdwörterbuch, 1982
  3. Erwin Assmann (Hrsg.): Godeschalcus und Visio Godeschalci mit deutscher Übersetzung. (Quellen und Forschung zur Geschichte Schleswig-Holsteins 74), Neumünster 1979, S. 111