Emsbüren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Emsbüren
Emsbüren
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Emsbüren hervorgehoben
52.39257.291388888888943Koordinaten: 52° 24′ N, 7° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 139,31 km²
Einwohner: 9901 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48488
Vorwahl: 05903
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 010
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 18
48488 Emsbüren
Webpräsenz: www.emsbueren.de
Bürgermeister: Bernhard Overberg (parteilos)
Lage der Gemeinde Emsbüren im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
Über dieses Bild

Emsbüren ist eine Einheitsgemeinde im südlichen Landkreis Emsland in Niedersachsen. Der Name der Gemeinde wird auf der zweiten Silbe betont. Emsbüren grenzt im Westen an Engden und Wietmarschen, im Norden an die Stadt Lingen, im Osten an die Samtgemeinde Spelle und im Süden an die Gemeinde Salzbergen sowie die Stadt Schüttorf. Seit August 2007 ist Emsbüren – als erste niedersächsische Kommune – offiziell anerkannter Ausflugsort.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Emsbüren liegt an dem Fluss Ems, der Großen Aa sowie der Speller Aa im Städtedreieck LingenRheineNordhorn. Südwestlich liegt das Autobahnkreuz Schüttorf (A 31/A 30), nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Emsbüren liegt auf der Endmoräne der Elstereiszeit, einem Ausläufer des Teutoburger Waldes.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gemeinde Emsbueren neu.png
  1. Ahlde: 21,26 km², 433 Einwohner
  2. Berge: 14,1 km², 2.037 Einwohner (Fläche zusammen mit Emsbüren)
  3. Elbergen: 22,42 km², 527 Einwohner
  4. Emsbüren: 2.529 Einwohner
  5. Gleesen: 21,73 km², 644 Einwohner
  6. Leschede: 29,32 km², 2.005 Einwohner
  7. Listrup: 21,39 km², 598 Einwohner
  8. Mehringen: 9,13 km², 1.154 Einwohner

Stand: 1. Januar 2013[2]

Räumliche Zuordnung[Bearbeiten]

Boote auf der Ems zwischen Elbergen und Gleesen
  • Ahlde: Bauerschaften südlich Emsbürens
  • Berge: Bauerschaft und Siedlungsgebiet rund um den Emsbürener Ortskern
  • Elbergen: kleiner Ort mit eigenem Ortskern und der Kirche St. Johannes der Täufer; nördlichster Gemeindeteil
  • Emsbüren: Zentrum der Gemeinde Emsbüren
  • Gleesen: Bauerschaft mit Siedlungsgebiet und Ferienhaussiedlung im Nordosten Emsbürens im Naherholungsgebiet östlich der Ems. Zugeordnet werden die Orte Gleesen, Hesselte und Helschen
  • Leschede (Aussprache [ˈleːʃədə]): überwiegend Siedlungsbauten, nördlich des Zentrums mit eigenem Ortskern sowie Bahnhof und der Erlöserkirche.
  • Listrup: östlich gelegener kleiner Ort mit eigenem Ortskern und der Kirche Unbefleckte Empfängnis St. Mariens. Zugeordnet werden Listrup und Moorlage
  • Mehringen: Bauerschaft an der Ems

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Emsbüren (alt: Büren) wird hergeleitet von niederdtsch. -büren, -bur(en) und kommt althochdeutsch als bur für „kleines Haus“ etc., mittelniederländ. buur für „Wohnung, Dorf“ vor. Der Ort muss sehr alt sein, da bereits 819 die St.-Andreas-Kirche erstmals urkundlich erwähnt wird. Die Kirche soll von dem Missionar Liudger, der sich in Bühren ein Absteigequartier für seine Reisen nach Friesland schuf, begründet worden sein. Der Ort lag im Grenzgebiet von Venkigau und Bursibant. So kommt es, dass wesentliche Teile der Ortschaft zum Bursibant gerechnet wurden, einige aber auch zum Venkigau. Zum „Kirchspiel Emsbüren“ – kurz „Kespel“, abgeleitet von Kerkspell – gehörten früher 14 Bauerschaften, die sich zum Teil selbst verwalteten und sich unterschiedlich entwickelten: Einige sind Bauerschaften geblieben, andere haben sich zu selbstständigen Orten entwickelt.

Seit dem 13. Jahrhundert gehörte Emsbüren zum Oberstift Münster. In Emsbüren existierte neben dem Gogericht, das ausschließlich für das Kirchspiel Emsbüren zuständig war, noch ein königlich herzogliches Freigericht, das für die Freiheit Emsbüren und Schepsdorf zuständig war. Das Gogericht Emsbüren gehörte zwar zum Amt Rheine-Bevergern, wurde aber als selbstständig betrachtet. Da aber diese Gogericht stets an die Grafen von Bentheim verpfändet war, übten diese letztendlich die Gerichtsbarkeit aus. Die Tätigkeit des Richthofes (Richthofstraße, Richters Esch) ist durch zahlreiche Quellen und ein Gerichtssiegel (1591) belegt. Der Richthof soll auch der Platz gewesen sein, den Liudger als Zwischenstation auf dem Weg in seine Missionsgebiete an der Emsmündung nutzte.

Durch politische Veränderungen während der Herrschaft Napoleons gelangten die Besitzungen des Richthofes zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunächst an den Herzog von Looz-Corswarem, der auf Schloss Bentlage bei Rheine residierte. In der Folgezeit wechselte das Kirchspiel mehrfach den Landesherrn. Bei der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress wurde es 1815 dem Königreich Hannover zugewiesen und 1866 preußische Provinz. Dort gehörte es zum Amt Lingen, nach der preußischen Annexion Hannovers zum Landkreis Lingen, der 1977 Teil des Landkreises Emsland wurde.

Am 1. Januar 1965 begann mit der freiwilligen Bildung der Samtgemeinde Emsbüren aus den Gemeinden Berge, Emsbüren und Mehringen ein neuer Abschnitt in der Geschichte des alten Kirchspiels. 1967 wurde diese Samtgemeinde durch die Gemeinden Ahlde, Bernte, Elbergen, Gleesen und Leschede erweitert und hieß fortan „Samtgemeinde Kirchspiel Emsbüren“. Diese Entwicklung fand 1974 durch die Gemeindereform in Niedersachsen ihren Abschluss. Emsbüren gab Teile von Ahlde und Mehringen an Salzbergen ab, Listrup kam zur neuen Gemeinde Emsbüren.

Geschichte und Namensherleitung der alten Bauerschaften[Bearbeiten]

  • Ahlde (alt: Aludwide, 1285 Altewede) wird 890 im ältesten Heberegister des Klosters Werden aufgeführt und zum Venkigau gerechnet. Das Bestimmungswort ist unklar, im Grundwort ist -widu = Gehölz enthalten. Waddie hatte 24 Scheffel Korn und einen Heerschilling, Hruodleb 32 Scheffel Korn und den Heerschilling an Werden zu liefern. Außerdem mussten sie für Unterkunft zu sorgen, wenn der Abt nach Ostfriesland reiste, wo Werden etliche Besitzungen hatte. Die Einwohnerzahl hat sich im Laufe der Jahrhunderte wenig verändert.

  • Berge wird in alten Quellen nicht gesondert erwähnt, da es mit Bühren eng verzahnt war und daher immer diesem Ort zugerechnet wurde.

  • Bernte (alt: Bernithi, Bernete) und Berntermoor werden etwa gleichzeitig mit Leschede 1352 im Werdener Urbar als Teil des Bursibant erwähnt. Die Namensherkunft ist unklar. Der Ort muss nach der Namensableitung aber viel älter sein. Das Grundwort -te, -ete, -ithi, -ide, -ede, -de ist ein uraltes Stammwort, das nur noch in suffixähnlicher Form auftritt. Es soll für ha(g)-ithi = Heide stehen. Das wird unter anderem dadurch belegt, dass -ithi usw. in den Marschgegenden von Oldenburg und Ostfriesland, wo es keine Heide gab, nicht auftritt.

  • Bexten (um 1400 Bekeseten = Sitz am Bach), vergl. niederdtsch. beke = Bach, später auch: Bührbexten (im Gegensatz zu Feilbexten, das seit 1905 Ortsteil von Salzbergen ist).
  • Drievorden auch Drievörden (alt: Drieburi). Hier ist das Bestimmungswort der alten Bezeichnung von der Zahl drei (niederdtsch. dri) abgeleitet. Das Grundwort steht ähnlich wie bei Emsbüren für niederdtsch. -büren, -bur(en), gleichbedeutend mit „kleines Haus“, „Wohnung“, „Hof“. Die jüngere Bezeichnung Drievorden soll drei Furten oder Drief-Ort bezeichnen. Letzteres würde dann auf einen Sammelpunkt für das Bentheimer Zehntvieh hindeuten. Diese Annahme ist aber nicht gesichert. Drievorden gehört heute zur Gemeinde Engden, Samtgemeinde Schüttorf.
  • Elbergen wird um 890 erstmals urkundlich erwähnt. Die Bestimmungswort el, eli bedeutet Erle oder Holunder. Das Grundwort erklärt sich von selbst. Im Ganzen handelte es sich wohl um eine Anhöhe mit Holunder oder Erlenwuchs. Die Gemeinde Elbergen war später eine Kapellengemeinde, die von Emsbüren versorgt wurde.
  • Engden (alt: Engene) wird 1267 erwähnt, als Friedrich v. Engen als Bentheimer Edler genannt wird. Engden gehört heute zur Samtgemeinde Schüttorf.

  • Gleesen (alt: Glesen) liegt an der Aamündung, direkt bei Bramsche. 1263 wird erstmals ein Bauernhof in Gleesen genannt. Die Herkunft des Namens ist unklar. Gleesen dürfte etwa gleich alt wie Hesselte sein.

  • Helschen (alt: Helsgan, Helschere) wird um 1150 erwähnt. Die Herkunft des markanten Namens ist unbekannt. Möglicherweise bezieht sich die Namensgebung auf den zwischen Helschen und Gleesen gelegenen Hilligenberg, einen Platz, an dem die alten Götter verehrt wurden. Dafür spricht die Bezeichnung Altar und die Sage von der spinnende Frau, die an diesem Ort spielt.

  • Hesselte (alt: Haslethi, Heslethe). Bestimmungswort unklar: von hees = Strauchwerk, Gestrüpp, Hasel oder hessel = Grenze; Grundwort -lithi = Geländeabhang. Hesselte wird um 1223 erstmals erwähnt. Damals verkaufte der Propst Lutger von Clarholz den Zehnten von fünf Hesselter Erben für 25 Mark an den Münsterschen Dompropst Rembold. In Hesselte wurde 2007 eine germanische Siedlung aus der römischen Kaiserzeit entdeckt, die vermutlich am Marschweg der römischen Truppen, die in der Nähe über Ems und Große Große Aa übersetzten, bzw. in der Nähe eines römischen Stützpunktes lag.

  • Leschede. Bei diesem Ort ist die Herkunft des Namens nicht gesichert. Einerseits könnte das Bestimmungswort mit dem Bach Lee zusammenhängen, der an Wietmarschen vorbei in die Vechte mündete. Andererseits könnte darin leh für Nachbarschaft stecken. Die Bedeutung des Grundwortes schede ist gänzlich unklar. In Leschede, unweit des Bahnhofs, da, wo sich einst Handelswege von Holland über die Emsfähre nach Osten und von Münster nach Norden kreuzten, stand eine schlichte Kapelle, eine Stiftung aus dem Jahr 1683. Sie bildete einen gern besuchten Mittelpunkt dieses Ortes.

  • Listrup (alt: Lihtastorpe) wird 890 im Werdener Heberegister als Teil des Venkigaus beschrieben. Im Bestimmungswort steckt liten (dtsch. Leute). Das Grundwort torpe, thorpe steht für Dorf. Es handelte sich somit um halbfreie Sassen eines Haupthofes, die hauptsächlich dort wohnten. Ein Wenno lieferte dem Kloster 32 Scheffel Korn und 16 Denare Heerschilling, und musste später Quartier für den reisenden Abt oder dessen Boten stellen.

  • Mehringen (alt: Maringen), von mar = Sumpf, wird 1181 erstmals schriftlich erwähnt. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit mehreren Laken (lacus = kleiner See), die um 1900 verfüllt worden sind. In Mehringen gibt es noch die Bezeichnung Krüsel (alt: Crucilo), die auf den ehemals vorhandenen Waldreichtum hinweist. Aus Mehringen stammte die Dichterin Maria Mönch-Tegeder, die Ihr gesamtes Werk in plattdeutscher Sprache geschrieben hat. In Mehringen existieren drei Großsteingräber, so dass eine erste Besiedlung also schon etwa 3500-2800 v. Chr. stattgefunden haben muss.

  • Moorlage gehört seit 1400 zu Emsbüren. Das Grundwort -lage bezieht sich auf eine baumlose, verhältnismäßig ebene, jedoch nicht allein zum Getreideanbau genutzte Fläche. Um 1400 musste Graf Claus von Tecklenburg Moorlage an Münster abtreten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl 1880 1900 1925 1933 1939 1950
Ahlde 410 418 501 585 604 784
Berge 414 414 471 502 499 726
Bernte 232 246 261 268 256 316
Bexten-Listrup 462 449 574 631 630 927
Elbergen 263 292 340 344 357 577
Emsbüren 481 550 683 679 659 1.011
Gleesen 424 450 544 558 572 887
Leschede 387 408 573 618 724 1.050
Mehringen 275 350 435 449 455 652

Religion[Bearbeiten]

Wie der gesamte Landkreis Emsland, ist auch die Gemeinde Emsbüren traditionell von der katholischen Kirche geprägt.

  • Römisch-katholisch: 80 %
  • Evangelisch-lutherisch: 10 %
  • Evangelisch-reformiert: 2 %
  • Sonstige/keine: 8 %

(Stand 1. Januar 2007)

Politik[Bearbeiten]

Emsbüren hat seit 1974 den Status einer Einheitsgemeinde.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Emsbüren besteht aus 24 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9.001 und 10.000 Einwohnern.[3] Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Bernhard Overberg.

Bei der letzten Kommunalwahl zum Gemeinderat am 11. September 2011 kam es zu folgenden Ergebnissen:

  • CDU: 18 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Emsbüren: 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 10. September 2006 wurde Bernhard Overberg (parteilos) zum Bürgermeister gewählt. Er konnte sich mit 61,23 % der Stimmen im ersten Wahlgang gegen den bisherigen Bürgermeister Norbert Verst (CDU) durchsetzen.

Nach seiner ersten Amtszeit wurde er am 15. Juni 2014 in einer Stichwahl mit 55,03 % der Stimmen wiedergewählt. Sein Gegenkandidat in der Stichwahl war Klaus Hemme (CDU).[4] In der vorhergehenden Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014 schied der dritte Kandidat, Dieter Bünker (parteilos), mit 20,27 % der Stimmen aus.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Emsbüren zeigt auf goldenem Grund ein schmales rotes Andreaskreuz, belegt mit einem senkrechten blauen Wellenpfahl.[6]

Der Heilige Andreas tauchte mit seinem Symbol, dem schrägen Kreuz, bereits in einem Siegel des Freigerichts Emsbüren mit der Jahreszahl 1591 auf. Der blaue Wellenpfahl stellt die Ems dar. Der gelbe Untergrund stellt die Getreidefelder der Ortschaft und somit die Landwirtschaft dar.

Flagge[Bearbeiten]

Die Farben der Flagge sind gelb/rot/gelb. Sie zeigt im mittleren roten Feld das Gemeindewappen.[6]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die St.-Andreas-Kirche: gotische, dreischiffige Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert mit einem 78 m hohen Turm, der über 204 Stufen zu erreichen ist.
    Die St.-Andreas-Kirche
    Im Innern der Kirche tragen drei schlanke Säulenpaare das hohe Gewölbe. Seit in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Nordschiff zur Breite und Höhe des bereits vorhandenen gotischen Südschiffes ausgebaut wurde, hat die Kirche die Gestalt einer dreischiffigen Hallenkirche. Die Seitenschiffe haben die gleiche Höhe wie das Hauptschiff. Große gotische Fenster erhellen den Kirchenraum bei Tage in großzügiger Weise und bringen besonders bei Sonneneinfall die kunstvoll gestalteten Fensterbilder zur Geltung. Vor allem der Chorraum, der ebenfalls Mitte des 19. Jahrhunderts angefügt wurde, erstrahlt dann in einer Farbenkombination, die den Besucher fasziniert und verweilen lässt. Der kunstvoll geschnitzte neugotische Altar stammt aus dem Jahre 1908. Er stammt aus der Kunsttischlerei A. Bücker in Rheda (jetzt: Rheda-Wiedenbrück). Die geöffneten Bildtafeln zeigen neben einer Kreuzigungsgruppe auf vier Flächen den Leidensweg Christi. Ein Taufbrunnen im romanischen Stil im Eingangsbereich der Kirche ist aus Bentheimer Sandstein gehauen und stellt hier das älteste steinerne Zeugnis aus christlicher Zeit dar. Die zweimanualige Schleifladenorgel aus der Werkstatt Kreienbrink in Osnabrück hat 31 Register mit 2133 Pfeifen. 11 Register stammen noch aus der 1841 von Johann Kersting, Münster, gebauten Orgel. Den reich verzierten und dem Umfeld angepassten Orgelprospekt gestaltete Ernst Suberg, Elleringhausen.
  • Die St.-Johannes-der-Täufer-Kirche in Elbergen wird etwa um die Zeit von 1290 bis 1310 angenommen, während die älteste Nachricht über Elbergen selbst aus dem Jahre 890 stammt. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche findet sich in einem Ablassbrief des Papstes Benedikt XII. aus dem Jahre 1338.
  • Die St.-Marien-Kirche in Listrup wurde am 17. Mai 1883 eingeweiht
  • Der Pfarrgarten Emsbüren wurde von 1838 bis 1855 von dem Pfarrer Albert Deitering angelegt. Die etwa 1,5 ha große landschaftliche Anlage überrascht durch ihre große Vielfalt an Gehölzen: über 200 verschiedene Arten sollen es sein. Viele der Bäume stammen noch aus dem 19. Jahrhundert. Einige der schönsten Exoten gruppieren sich um das zentrale Rasenoval direkt am Pfarrhaus. Besonders hervorzuheben sind ein Ginkgo, eine Schlangenfichte und ein Trompetenbaum. Die hausferneren Bereiche muten waldartig an mit dichtem immergrünen Unterwuchs aus Eibe, Stechpalme und Rhododendron.
  • Der Heimathof: ein Bauernhof von 1766 mit acht originalgetreuen Fachwerkhäusern auf dem alten Galgenberg stellt eine typische emsländischen Hofanlage aus dem 18. Jahrhundert dar. Diese besteht aus einem Bauernhaus, Backhaus, Wagenschuppen, Scheune, Schafstall, und Heuerhaus. Die Gebäude standen ursprünglich in Lingen und wurden in Emsbüren wiederaufgebaut. Das Haupthaus wurde durch den Heimatverein 1973 erworben und originalgetreu wieder aufgebaut.
  • Der Heilkräutergarten mit 200 verschiedenen Kräutern, Bäumen und Sträuchern auf dem Gelände des Heimathofes. Angelegt wurde er 2002 auf einer Fläche von rd. 2.000 m².
  • Das Wohnhaus der Kornbrennerei Kuipers aus dem Jahr 1818
  • Die alte Amtsvogtei an der Papenstraße mit einem schönen Sandsteinbogen, 1824 vom letzten Vogt des Richthofes erbaut. Sie wurde im Jahr 2008 restauriert und dient seitdem als Sitz für den Fremdenverkehrsverein VVV und das Standesamt.
  • Die Mehringer Steine bestehend aus einer Gruppe von drei Großsteingräbern (ca. 2500 v. Chr.). Die Findlinge sind bis zu 3 m groß
  • Der Herzog-und-Kumpan-Brunnen wurde 1994 auf dem Emsbürener Marktplatz errichtet. Herzog und Kumpan sind die Protagonisten des Emsbürener Karnevals. Die Figuren entstammen einem Schelmenroman von Bernd Bücker aus Salzbergen, wonach der „Herzog“ als Kiepenkerl mit seinem „Kumpan“ an der Seite durchs Emsland zogen und oft in „Büren“ (Emsbüren) verweilten und ihre Späße trieben. Die Bronzefiguren wurden vom Künstler Janischowski aus Steinfurt geschaffen. Sie haben ihren Platz auf der begehbaren Brunnenanlage, die aus kreisrunden Betonplatten, die ineinandergreifen, gefunden. Das Wasser tritt quellenartig aus der obersten Brunnenscheibe aus und fließt bachähnlich nach unten. Auch aus einem Gefäß, das der Herzog in seiner Hand hält, sprudelt Wasser heraus.
  • Pastor sine Koh wurde im Juni 2004 als Bronzeskulptur „Pastor sine Koh“ im Ortszentrum von Emsbüren aufgestellt. Jedem ist wohl dat Leed van Pastor sine Koh bekannt, das seinen Ursprung in Emsbüren hat. Die Überlieferung erzählt, dass Pastor Deiterings Kuh eines Tages nicht mehr fressen wollte. Die herbeigerufenen Schlitzohren Kobes und Herm-Dirk – Viehdoktoren und Schlachter zugleich – bescheinigten schnell, dass die Kuh notgeschlachtet werden müsse. Pastor Deitering willigte ein; das Fleisch sollten die Armen bekommen. Dem war jedoch nicht so. Die Kuh wurde unter allzu gierigen Bürgern aufgeteilt, so dass die Armen leer ausgingen. Als dieser Skandal aufflog, machte sich ein heimlicher Dorfpoet an die Arbeit. Die deftigen Verse wurden nachts bei Mühle, Brücke und Rathaus an die Tür geheftet, um die Dorfgemeinschaft über den Raub an den Armen in Kenntnis zu setzen. Eine Melodie wurde gefunden, und das „Lied van Pastor sine Koh“ war geboren.
  • Enkings Mühle, eine fünfstöckige Holländermühle aus dem Jahre 1802, die auch heute noch benutzt wird um den Roggen für Enkings Pumpernickel zu schroten. Der Pumpernickel wird auch in der Mühle gebacken. Die Mühle wurde zu ihrem 200-jährigen Bestehen umfassend renoviert, verfügt über ein Cafe und kann nach Anmeldung besichtigt werden.
  • Listruper Emswehr
  • Erlöserkirche Leschede, vom Land Niedersachsen als Baudenkmal eingestuft, im Jahre 1952 als evangelische Diaspora-Kapelle vom Architekten Otto Bartning (1883-1959) erbaut
  • Emsflower ist ein Gärtnereigroßbetrieb, direkt am Autobahnkreuz A30/A31 gelegen, mit zur Zeit ca. 38 ha unter Glas, Direktvermarktung und Besucherzentrum mit Gastronomie und Erlebniswelt. In der endgültigen Ausbaustufe mit 60 ha unter Glas handelt es sich um den größten Gartenbaubetrieb Europas.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Emsbürener Karneval mit über 110 teilnehmenden Wagen am Rosenmontag der größte Karnevalsumzug des Emslands. Zuvor finden unter den Tollitäten „Herzog und sein Kumpan“ Prunksitzungen statt. Ausrichter sind die KKE (Karnevalsgesellschaft Kespel Emsbüren) und der ECC (Emsbürener Carnevals Club).
  • Herzogmarkt, jährlich am Sonntag nach Ostern, große Gewerbeschau, die auch von lokalen Vereinen und Einrichtungen genutzt wird
  • Emsbürener Kaltblutrennen am ersten Sonntag im September
  • Emsbürener Großkirmes am Wochenende vor dem letzten Dienstag des Septembers
  • Emsbürener Weihnachtsmarkt und das traditionelle Kirchturmblasen finden im Advent statt
  • Osterprozession vom Nattenberg zur Andreaskirche
  • Emsbürener Musiktage, klassische Veranstaltungsreihe mit Internationalen Meisterkursen für Holzbläser, die jährlich im Herbst stattfindet. Im Turm der St. Andreaskirche hängen insgesamt 5 Glocken. 4 Glocken wurden von der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher 1949 gegossen mit den Tönen c', d', e' und g'. Die 5te Glocke wurde 1599 von der Niederländischen Glockengießerei Gerd Schimmel (historisch) und hat den Ton gis'. Die Glocke ist leider nicht läutbar.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

  • Bernard van Lengerich Gruppe, Land- und Oberflächentechnik
  • Emsflower, Gärtnereigroßbetrieb
  • Hölscher + Leuschner, Stallbau, Gartenpavillon
  • Hermann Paus Maschinenfabrik, Radlader, Lastenaufzüge und Bergbau-Spezialfahrzeuge
  • K. Schulten, Spezialmaschinen für den Fenster- und Rolladenbau
  • Robel Mobil GmbH, Sonderfahrzeugbau, Reisemobile, Rettungsfahrzeuge
  • Fangmeyer, Industrie- und Autolackierung, Malerbetrieb

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christine Hermanns/Gemeinde Emsbüren (Hrsg.), Saxlinga - Kirchspiel - Gemeinde. 1175 Jahre Emsbüren, Emsbüren 1994.
  • Frank Schmitz, Das plattdeutsche Lied „van Pastor siene Koh“. Ist es tatsächlich in Emsbüren entstanden? Eine Spurensuche, Lingen (Ems), 2007
  • Herbert Wagner: Militär in der Region. Dokumentation über den Artillerieschieß- und Bombenabwurfplatz Engdener Wüste/Nordhorn-Range. Bad Bentheim 1989 (enthält u. a. Kanonenverladung in Elbergen).
  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein... Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929–1945. LIT-Verlag Münster 2004 (enthält u. a. Widerstand d. kath. Kirche).
  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück – Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling – Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels – Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth, Heinrich Dünheuft – Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber) – Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Statistik des Deutschen Reichs - Ergebnissen verschiedener Volkszählungen, Berlin 1883-1944
  • Statistisches Jahrbuch 1950, Niedersächsisches Amt für Landesplanung und Statistik, Hannover 1950

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emsbüren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. http://www.emsbueren.de/staticsite/staticsite.php?menuid=151&topmenu=149 Überblick der Ortsteile
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 2. September 2013
  4. Wahlergebnis der Bürgermeisterstichwahl 2014
  5. [1]
  6. a b Hauptsatzung der Gemeinde Emsbüren (PDF; 178 kB), abgerufen am 2. September 2013