Emscherbrücher

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Emscherbrücher
Skulptur von zwei Emscherbrücher Wildpferden vor dem Eingang der Heitkamp BauHolding

Skulptur von zwei Emscherbrücher Wildpferden vor dem Eingang der Heitkamp BauHolding

Wichtige Daten
Ursprung: Deutschland
Hauptzuchtgebiet: Emscherbruch
Verbreitung: ausgestorben
Stockmaß: bis 135 cm
Farben:
Haupteinsatzgebiet: Grubenpferd, Landwirtschaft

Der Emscherbrücher oder Emscherbrücher Dickkopp war eine wild lebende Hauspferderasse. Sein Vorkommen wurde 1396 erstmals urkundlich erwähnt. Es war bis Anfang des 19. Jahrhunderts im Bruch entlang der Emscher zwischen Waltrop und Bottrop verbreitet. Die letzten Emscherbrücher wurden in den 1840er Jahren eingefangen und an den Herzog Alfred von Croÿ nach Dülmen verkauft.

Die Emscherbrücher erreichten ein Stockmaß bis 135 cm bei einem maximalen Körpergewicht von 300 kg. Als Vertreter der Hauspferde hatten sie kurze Ohren, Hornwarzen an allen vier Beinen und einen von der Rückenwurzel herabhängenden behaarten Schweif.

Seit dem Mittelalter hatten die Adelsfamilien entlang der Emscher das Privileg, das Pferdevorkommen im Emscherbruch zu nutzen. Zum Fang berechtigte Adelshäuser zeigten dies gelegentlich durch eine Prame in ihrem Wappen. Die Prame war eine spezielle Zange, die den Pferden zur Zähmung an die Nüstern geklemmt wurde.

In Crange, an der mittleren Emscher, wurde einmal jährlich zum Laurentiustag im August ein Markt abgehalten, bei dem auch die gefangenen Emscherbrücher Dickköppe zum Verkauf kamen. Aus dem historischen Markt ist die Cranger Kirmes hervorgegangen, an deren erstem Veranstaltungstag bis in die Gegenwart ein Pferdemarkt abgehalten wird.

Als 1926 für die neu gebildete Stadt Wanne-Eickel ein Wappen gestaltet wurde, war die Erinnerung an die wilden Pferde des Emscherlandes noch lebendig. Ein schwarzes Pferd in goldenem Schild, das einen Emscherbrücher symbolisiert, wurde Wappenbild und ist es in Form des 1975 auf die Stadt Herne übertragenen Wappens geblieben.

Die Haltung von Pferden in der Wildbahn war in Westfalen eine verbreitete Zuchtform. Bis heute wird sie beim Dülmener Wildpferd praktiziert, in der ostwestfälischen Senne gibt es seit 1999 wieder ein Projekt Wildbahn Senner Pferde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cordula Marx, Agnes Sternschulte (Hrsg.): „... so frei, so stark ...“ Westfalens wilde Pferde (= Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde. Bd. 21). Klartext, Essen 2002, ISBN 3-89861-082-9.
  • Annette Krus-Bonazza: „Auf Cranger Kirmes“. Vom Pferdemarkt zum Oktoberfest des Westens (= Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland. H. 80). Coppenrath, Münster 1992, ISBN 3-88547-186-1 (formal falsche ISBN). (Volltext als PDF)
  • Aloys Uhlendahl: De leste Iämscherbräuker. In: Der Emscherbrücher. Wanne-Eickeler Hefte. Nr. 1, 1968, (ISSN 1610-3904), S. 2–3
  • Dietrich Rodenbeck: Die Emscherbrücher. In: Der Emscherbrücher. Wanne-Eickeler Hefte. Nr. 1, 1968, S. 4–9.

Weblinks[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]