Emstek

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Emstek
Emstek
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Emstek hervorgehoben
52.8336111111118.154444444444457Koordinaten: 52° 50′ N, 8° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 108,13 km²
Einwohner: 11.551 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49685
Vorwahlen: 04473, 04447
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 005
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 1
49685 Emstek
Webpräsenz: www.emstek.de
Bürgermeister: Michael Fischer (CDU)
Lage der Gemeinde Emstek im Landkreis Cloppenburg
Landkreis Ammerland Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Leer Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Landkreis Osnabrück Landkreis Vechta Landkreis Wesermarsch Oldenburg (Oldenburg) Barßel Bösel Cappeln (Oldenburg) Cloppenburg Emstek Essen (Oldenburg) Friesoythe Garrel Lastrup Lindern (Oldenburg) Löningen Molbergen SaterlandKarte
Über dieses Bild

Emstek ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Soeste im Oldenburger Münsterland, unmittelbar östlich von Cloppenburg. Im Nordosten endet das Gemeindegebiet an der Lethe, die in diesem Teil das Naturschutzgebiet Ahlhorner Fischteiche durchfließt. Der nördlichste Teil der Gemeinde Emstek gehört zum Naturpark Wildeshauser Geest.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde setzt sich aus den folgenden acht Bauerschaften zusammen:

Die größten Orte sind Emstek, gefolgt von Höltinghausen, Halen und Bühren.

Geschichte[Bearbeiten]

Emstek in Quellen[Bearbeiten]

Nachdem ab 780 n. Chr. von Karl dem Großen (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) neun Missionssprengel zur Christianisierung der unterworfenen Sachsen errichtet worden waren, wurden von der Missionszelle Visbek aus durch Abt Gerbert Castus - den Apostel des Oldenburger Münsterlandes - die ersten Kirchengemeinden in der Umgebung gegründet.[2] Zu diesen zählte im Lerigau die Pfarrkirche Emstek. [3]

Die Ortschaft Emstek wurde 872 erstmals erwähnt, die Ortschaft Halen, aus der sich auch Höltinghausen bildete, 890. Hoheging ist eine Gründung als Kolonie von 1910, und Westeremstek wurde urkundlich erstmals erwähnt im Jahre 1259. Das Kirchspiel Emstek gehörte bis zum Ende der französischen Besatzung 1814 zur Herrschaft Vechta.

Namensentwicklung[Bearbeiten]

  • 947: „emphstece“
  • 1014: „emstecki“
  • 1159: „emstice“
  • 1218: „emestecke“
  • 1350: „emesticke“
  • 1696: „emstecke“

„Emp“ bedeutet „Stätte am Fluss“. Im Gemeindeteil Garthe entspringt die Soeste, worauf der Name Emstek zurückzuführen ist.

Politische Zugehörigkeit[Bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten]

Katholisch[Bearbeiten]

Die kath. Kirche St. Margaretha in Emstek
  • St. Aloysius, Höltinghausen
  • St. Johannes, Bühren
  • St. Margaretha, Emstek
  • St. Marien, Halen
  • St. Marien, Hoheging

Evangelisch[Bearbeiten]

  • Laurentius-Kirche, Emstek: Die evangelisch-lutherischen Einwohner der Kommunalgemeinden Emstek und Cappeln sind zur ev.-luth. Kirchengemeinde Emstek-Cappeln zusammengeschlossen. In Cappeln versammeln sich die ev.-luth. Gemeindemitglieder in der Martins-Kirche, in Emstek in der St.-Laurentius-Kirche. Emstek-Cappeln gehört zur Oldenburgischen Landeskirche.

Sonstige[Bearbeiten]

  • Freie Evangeliumschristengemeinde Emstek e.V.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Emstek

Bürgermeister[Bearbeiten]

Im April 2007 wurde erstmals ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt. Der CDU-Kandidat Michael Fischer erhielt 74,9 % der Stimmen bei 36,7 % Wahlbeteiligung.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Emstek gilt als Gemeinde mit der höchsten CDU-Wählerschaft (um 90 %) in Deutschland. Bei den letzten Wahlen zum Gemeinderat kam es zu folgenden Ergebnissen:

Partei 10. Sept. 2006 11. Sept. 2001
CDU 87,8 % 11.177 24 Sitze 82,8 % 11.495 21 Sitze
SPD 7,7 % 985 2 Sitze 14,0 % 1.948 2 Sitze1
FDP 4,6 % 587 1 Sitz 3,1 % 436 1 Sitz
Wahlbeteiligung 53,2 % 54,3 %

Der aktuelle Gemeinderat wurde im Vergleich zum vorhergehenden Gemeinderat um drei Sitze verkleinert.

1 Die SPD hat nach dem Wahlergebnis 4 Sitze im Gemeinderat erhalten (2: Personenwahl / 2: Listenwahl). Da der Wahlvorschlag aber nur 2 Kandidaten enthielt, können 2 Sitze nicht besetzt werden.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Emsteks

Auf rotem Schild eine Burg in Silber mit blauem Spitzdach und goldener Kugel. Rechts und links des Gebäudes zwei stilisierte Bäume (Hagedorn und Linde) in Gold. Vor dem Schlussbogen des Burgtores an einer Schnur eine ornamentierte Kapsel („Desum-Knop“) in Gold.

Das Wappen erinnert an das Desum-Gericht, das jahrhundertelang auf dem Desum bei Emstek tagte. Es enthält nämlich die gleichen Motive wie das Gerichtssiegel des Gogerichts auf dem Desum. Dieses Siegel, nach Erlass der „Vechtischen Gerichtsordnung“ am 26. Februar 1578 für das Desum-Gericht angefertigt, wurde von dem Bischöflich-münsterschen Gografen geführt. Gemeinschaftlich mit dem Wildeshauser Desum-Grafen nahm er zwar noch die vier „stevelichen“ Gerichtstage an alter echter Dingstatt auf dem Desum wahr, doch seine materiell wichtigeren Partgerichte hielt er auf der „Freiheit vor der Burg Vechta unter dem Hagedorn ab.

Der letzteren Situation entspricht das Siegelbild von 1578. Es stellt nicht den Dingstuhl auf dem Desum dar, sondern die Burg Vechta, flankiert von zwei Bäumen, der „Linde“ und dem „Hagedorn“ (Weißdorn). Interessant ist das Siegel durch sein „redendes“ Beizeichen. Die ornamentierte Kugel ist ein „Desum-Knop" (Bisamknopf, ein mit „desem“ Boisam-Moschus gefüllter Behälter).

Die Farben des Wappens drücken die verschiedene landesherrliche Zugehörigkeit der Gemeinde Emstek aus. Zunächst gehörte sie zu der Grafschaft Vechta-Ravensberg (Rot und Silber), 1252 kam sie zum Bistum Münster (Rot und Gold) und 1803 zum Herzogtum Oldenburg (Rot, Gold, Blau). Im gleichen Jahre wurden die Gemeinden Emstek und Cappeln dem Landkreis Cloppenburg zugeteilt.

Die Gemeinde Emstek beantragte am 28. Januar 1930 ein Siegelbild mit den oben bezeichneten Motiven nach einem Entwurf von Ministerialrat Rauchfeld. Das Ministerium des Innern in Oldenburg genehmigte es am 23. Juni 1930. Nach den Unterlagen der Archive bemühte sich Emstek nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nicht um ein Gemeindewappen.

Am 30. Juni 1969 wurde das obige Wappen vom Gemeinderat beschlossen, das der Regierungspräsident der Bezirksregierung Oldenburg am 27. August 1969 genehmigte.

Badesee in Halen bei Emstek

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kokenmühle an der Aue in Gartherfeld
Urwald Baumweg
Dianasee im Staatsforst Baumweg
Gogerichtsstätte in Desum
Hofladen der Staatlichen Teichwirtschaft Ahlhorn

Das Krankenhaus (Sankt Antonius-Stift) wurde 2008 von der Initiative Deutschland – Land der Ideen als einer der „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Gemeinde Emstek bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten bzw. Freizeitzielen. Hierzu gehören unter anderem der Halener Badesee, der Urwald Baumweg, die links der Lethe gelegenen Teile des Naturschutzgebiets Ahlhorner Fischteiche, das Gogericht auf dem Desum und auch die Wassermühle Kokenmühle in Gartherfeld.

Sport[Bearbeiten]

Die Damenmannschaft des SV Höltinghausen spielt derzeit (Saison 2007/08) in der Fußball-Regionalliga.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsstruktur der Gemeinde Emstek ist geprägt durch kleine und mittlere Unternehmen aus den Branchen Kunststoffverarbeitung, Metallbau, Sanitär- und Lüftungstechnik, Umwelttechnik, Bau- und Elektrogewerbe, Nahrungs- und Futtermittelproduktion, Gärtnereien, Kalksandsteinherstellung und Energiegewinnung.

Die Landwirtschaft spielt trotz des Strukturwandels in den vergangenen Jahren eine dominante Rolle in der Gemeinde (so wie im gesamten Oldenburger Münsterland). Die landwirtschaftlichen Betriebe bilden die Grundlage für die Weiterverarbeitung der regionalen Nahrungsmittelindustrie.

In der Gemeinde Emstek befindet sich das interkommunale Gewerbegebiet ecopark.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde zieht sich der Reuterweg, eine alte Heerstraße von der Ems zur Elbe. Die moderne Verkehrsanbindung erfolgt durch den Autobahnanschluss an die A 1 zwischen Bremen und Osnabrück, sowie an die A 29. Daneben hat Emstek einen weiteren Anschluss an das Bundesfernstraßennetz mit der Umgehungsstraße B 72 (Europastraße E 233), weitere Bundesstraßen in der Gemeinde sind die B 213 und die B 69.

Medien[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Michael Bönte: Abt Gerbert Castus - Ein Missionar aus zweiter Reihe. Kirchensite (Online-Zeitung des Bistums Münster). 29. Oktober 2004. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. Offizialatsbezirk Oldenburg. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  4. Website der Gemeinde Emstek: http://www.emstek.de/fileadmin/user_upload/Emstek-Kommunalwahl-2011.pdf
  5. Ort des Tages: Emstek. Land der Ideen, abgerufen am 1. Oktober 2013.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Zoller: Archäologische Untersuchungen an der Garther und Lether Burg sowie an der Zitadelle Vechta. In: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 1984. Vechta 1983, S. 105–117

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emstek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien