Emstunnel

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A31 Emstunnel
 Emstunnel
Emstunnel (Luftaufnahme)
Nutzung Straßentunnel
Verkehrsverbindung A 31
Länge 945 Meter
Anzahl der Röhren 2
Bau
Baubeginn 1984
Fertigstellung 1989
Betrieb
Freigabe 6. Oktober 1989
Lage
Emstunnel (Niedersachsen)
Red pog.svg
Red pog.svg
Koordinaten
Westportal 53° 13′ 49″ N, 7° 23′ 55,5″ O53.2302717032137.3987596433471
Ostportal 53° 14′ 10″ N, 7° 24′ 32,6″ O53.2361091633437.4090485971283

Der Emstunnel bei Leer ist ein 945 Meter langer, aus zwei Röhren bestehender Straßentunnel.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Tunnel unter der Ems ist Teil der Bundesautobahn 31 von Emden über Leer und Lingen nach Bottrop.

Geschichte[Bearbeiten]

Einfahrt zum Emstunnel

Ziel des Tunnelbaus war die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in Ostfriesland und seiner wirtschaftlichen Schwerpunkte Emden und Leer, insbesondere durch die Anbindung an die Wirtschaftsregion des Ruhrgebietes. Zugleich wurde durch die A 31 und die Unterquerung der Ems die Europastraße 22 in Verlängerung der niederländischen A 7 von Groningen über die Bundesautobahn 280 und die A 28 in den Raum Oldenburg/Bremen als wichtige West-Ost-Verbindung hergestellt.

Der Emstunnel wurde in den Jahren 1984 bis 1989 erbaut und am 6. Oktober 1989 mit dem in Richtung niederländischer Grenze anschließenden Autobahnteilstück für den Verkehr freigegeben.

Im Juli 2013 begann eine Komplettsanierung des Emstunnels, für die rund 14 Monate veranschlagt wurde. Grund für die aufwändige Sanierung sind u.a. neue Richtlinien zur Sicherheitstechnik. Neben Lautsprechern und Videokameras müssen auch die Entwässerungseinrichtungen erneuert werden, über die im Fall eines Unfalls brennbare Flüssigkeiten abfließen können. Zusätzlich muss der Straßenbelag wegen diverser Risse erneuert werden. Während der meisten Bauarbeiten wird jede Tunnelröhre nur einspurig zu nutzen sein. Außerdem muss während einiger Bauarbeiten mit einer Vollsperrung des Tunnels gerechnet werden. Die Kosten von rund 13 Millionen Euro für die Sanierung trägt der Bund.[1]

Während der Sanierungsarbeiten am Emstunnel entstand bei Bohrungen am 6. Dezember 2013 ein fünf Zentimeter großes Leck an der Tunnelröhre, weil Mitarbeiter einer beteiligten Baufirma zu tief gebohrt hatten. Durch das Leck flossen rund 500 Liter Emswasser pro Minute in die Südröhre des Tunnels. Nur durch den Einsatz leistungsstarker Pumpen der Freiwilligen Feuerwehren Jemgum und Holtgaste konnte verhindert werden, dass die Tunnelröhre voll lief. Am 10. Dezember 2013 teilte die Feuerwehr mit, dass ein weiteres Leck an einer Dichtung entdeckt wurde. Erste Bemühungen, die Löcher zu verschließen, scheiterten.[2] Erst am 13. Dezember 2013 konnten Spezialisten der Technischen Universität Braunschweig und der Landesbehörde für Straßenbau das Leck mit speziellen Harzklebern stopfen.[3]

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach dem Elbtunnel in Hamburg war der Emstunnel der zweite Tunnel im Mündungsgebiet eines deutschen Stroms, der angelegt wurde, weil Brücken über den Strom angesichts der hohen Aufbauten von Schiffen keine Alternative darstellten. Im Falle des Emstunnels sind es die Kreuzfahrtschiffe der Papenburger Meyer-Werft, die zu hoch für Brücken gewesen wären.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ndr.de: Emstunnel bei Leer wird zum Nadelöhr, abgerufen am 11. Dezember 2013
  2. nwzonline.de: Zweites Leck in Emstunnel, abgerufen am 11. Dezember 2013
  3. ndr.de: Spezialkleber dichtet Leck im Emstunnel ab, abgerufen am 21. Dezember 2013