Encholirium

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Encholirium
Encholirium horridum

Encholirium horridum

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Pitcairnioideae
Gattung: Encholirium
Wissenschaftlicher Name
Encholirium
Mart. ex Schult. & Schult.f.

Encholirium ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Pitcairnioideae innerhalb der Familie Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die etwa 42 Arten sind nur in Brasilien beheimatet.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Die Encholirium-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen, die als Xerophyten terrestrisch oder lithophytisch leben. Sie bilden kräftige, sprossbürtige Wurzeln. Sie wachsen stammlos oder kurzstämmig und sind durch seitliche Kindel horstbildend.

Die in einer dichten, ausgebreiteten, grundständigen Rosette zusammen stehenden Laubblätter sind dick, lineal und laufen in eine scharfe Spitze aus. Die Blattränder sind sehr hart und dornig gesägt. Meist ist die Blattunterseite weiß beschuppt.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Endständig wird ein sehr kräftiger Blütenstandsschaft gebildet. Die einfachen oder selten verzweigten, traubigen Blütenstände sind bis zu 2 Meter lang. Die gestielten, zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Es sind drei Kelchblätter vorhanden. Die drei Kronblätter sind gelb oder grünlich-gelb. Es sind zwei Kreise mit je drei fertilen Staubblättern vorhanden. Die Basis der Staubfäden ist nicht verwachsen, dies unterscheidet die Gattung Encholirium von der Gattung Dyckia. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Der zylindrische, gerade Griffel endet in einer dreilappigen Narbe.

Eine Besonderheit stellt die Beobachtung dar, dass Encholirium glaziovii, heute ein Synonym von Encholirium subsecundum von einer Fledermaus-Art der Lonchophyllinae, Lonchophylla bokermanni bestäubt wird, auch von Encholirium vogelii wird eine Fledermausbestäubung auf Grund des Blütenbaues erwartet; der überwiegende Teil der Arten in der Familie der Bromeliaceae wird durch Vögel bestäubt. [1]

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Es werden dreifächerige Kapselfrüchte gebildet, die viele geflügelte Samen enthalten. Die keilförmigen Samen sind mit einem Hautrand versehen. Die Samenausbreitung erfolgt durch den Wind.

Stoffwechsel[Bearbeiten]

Die Encholirium-Arten betreiben CAM-Photosynthese.

Vorkommen[Bearbeiten]

Alle Encholirium-Arten kommen nur in Brasilien vor. Im Bundesstaat Minas Gerais sind die meisten Arten beheimatet. Sie gedeihen nur in sonnigen Bereichen zwischen Felsen in Höhenlagen von 15 bis zu 2000 Meter, meist jedoch 900 bis 1500 Meter.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung der Gattung Encholirium erfolgte 1830 mit der Typusart Encholirium spectabile Mart. ex Schult. & Schult. f. durch Carl Friedrich Philipp von Martius bei Joseph August Schultes und Julius Hermann Schultes in Johann Jacob Römer und Julius Hermann Schultes: Systema Vegetabilium, 7 (2), S. 1233 [2]. Der Gattungsname Encholirium leitet sich von den griechischen Wörtern enchos für Speer and leiron für Lilie ab.[3] In einigen Veröffentlichung steht die falsche, ungültige Schreibweise „Encholirion“.[4]

Encholirium bildet mit Deuterocohnia und Dyckia eine monophyletische Gruppe, sie gehen also auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück. Sie gehören zur Unterfamilie Pitcairnioideae innerhalb der Bromeliaceae.

Heute gehören etwa 42 Arten in die Gattung Encholirium Stand 2013 [4]:[5]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ivan Sazima, Stefan Vogel & Marlies Sazima: Bat pollination of Encholirium glaziovii, a terrestrial bromeliad, In: Plant Systematics and Evolution, Volume 168, Numbers 3-4, 1989, S. 167-179: Fulltext-Online. doi:10.1007/BF00936097
  2. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  3. Jason R. Grant An Annoted Catalogue of the Generic Names of the Bromeliaceae, In: The Marie Selby Botanical Gardens, 1998. (Herkunft der Gattungsnamen in der Familie der Bromeliaceae in englischer Sprache)
  4. a b In „Species Index“ auf Encholirium klicken bei Eric J. Gouda, Derek Butcher & Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 3.1 (2012). zuletzt eingesehen am 28. Juli 2013
  5. H. E. Luther: An Alphabetical List of Bromeliad Binomials, 2008 in The Marie Selby Botanical Gardens, Sarasota, Florida, USA. Veröffentlicht durch The Bromeliad Society International.

Ergänzende Literatur[Bearbeiten]

  • Marcelo Mattos Cavallari, Rafaela Campostrini Forzza, Elizabeth Ann Veasey, Maria Imaculada Zucchi & Giancarlo Conde Xavier Oliveira: Genetic Variation in Three Endangered Species of Encholirium (Bromeliaceae) from Cadeia do Espinhaço, Brazil, Setected using RAPD Markers, In: Biodiversity and Conservation, Volume 15, Number 14, 2006, S. 4357-4373. doi:10.1007/s10531-005-3741-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Encholirium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien