Endanflug

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Eine A330 im Endanflug auf den Flughafen Zürich

Mit Endanflug (engl.: Final approach) wird in der Luftfahrt der letzte Teil des Landeanfluges bezeichnet.

Er beginnt, wenn sich das Fluggerät Endanflugsektor (final approach area) auf der Schnittstelle von der Endanflughöhe und der Endanflugfläche (engl. final approach level) der Entscheidungshöhe befindet. Im Endanflug erhöht der Pilot die Klappenstellung (engl. flaps) und nimmt über diese Fahrt (engl. speed) zurück. Der Copilot (engl. pilot monitoring, älter: pilot not flying) geht mit dem Piloten (engl. pilot flying) letztmals die Landechecklisten durch, und holt sich bei bewachten Flugplätzen die Freigabe zur Landung (landing clearance). Dabei bekommt er von der Anflugkontrolle das aktuelle Flugwetter mitgeteilt und den Endanflugkurs (engl. final approach track) mit Zuweisung der vorgesehenen Landebahn (engl. runway) und die Staffelung.

Bei unkontrollierten Flugplätzen ist zwingend eine Platzrunde vorgeschaltet.

Der Abschluss des Endanflugs ist in der Regel die Landung, alternativ ein missed approach.

Gelegentlich muss unter widrigen Wetterbedingungen: Blitzeis, Nebel, Gewitter über dem Zielflugplatz auf das Flugzeug auf einen Ausweichflugplatz umgeleitet werden.

Ablauf des Endanfluges[Bearbeiten]

Endanflug bei Flügen nach Sichtflugregeln (VFR)[Bearbeiten]

Beim Sichtflug fliegt der Pilot eine Platzrunde. Anflug- und Sinkgeschwindigkeit werden üblicherweise so aufeinander abgestimmt, dass der Sinkflug bei Motorflugzeugen im Drei-Grad-Winkel zur Horizontalen durchgeführt wird. Als Endanflug wird beim Sichtflug der Teil der Platzrunde bezeichnet, der direkt zur Landebahn in Landerichtung ausgerichtet bis zum Landeanflug mit anschließender Landung geflogen wird. Ihm voran geht der Queranflug.

Endanflug beim Präzisions-Instrumenten Anflug (ILS-Approach)[Bearbeiten]

Der Pilot schaltet das Flugzeug auf in das Instrumentenlandesystem des Zielflugplatzes. Beim ILS ist der Start des Finalsegments der FAP (Final Approach Point), also der letzte ILS-Marker. Das Segment endet je nach ILS-Kategorie (englisches Kürzel CAT) laut ICAO-Code des Flugplatzes größer/gleich 200 Fuß (CAT I), bis 100 Fuß (CAT II) und unter 100 Fuß (CAT III) über der Schwelle THR (Threshold) vor der Landebahn. Der Gleitwinkel für ILS-Anflüge muss ebenfalls laut ICAO zwischen 2,5° und 3,5° für CAT I und zwingend auf 3° für CAT II/III gehalten werden.

Die daraus resultierende Sinkrate ist abhängig von der Eigengeschwindigkeit des Luftfahrzeuges und kann überschläglich mit folgender Faustformel errechnet werden:

VGS Geschwindigkeit über Grund in Knoten * 5 = Sinkrate in Fuß pro Minute

Der Final Approach Segment endet mit dem Landeanflug und der Landung oder dem Abbruch des Landeanflugs (missed approach), wenn der Pilot bei Erreichen der Entscheidungshöhe die Landebahn nicht erkennen kann.

Endanflug von Flugzeugen an militärischen Flugplätzen[Bearbeiten]

Ein Flugzeug wird vom Präzisionsanflugradar durch einen Fluglotsen übernommen und verbal zur Entscheidungshöhe (200ft GND - above Touch Down Zone Elevation) geführt. An dieser Stelle muss der Pilot die Landebahn in Sicht haben um den Anflug visuell zu beenden. Ist dies nicht der Fall, ist ein, vorher durch den Lotsen festgelegtes, Fehlanflugverfahren (Missed Approach Procedure) einzuleiten.

Risiken im Endanflug[Bearbeiten]

Plötzlich auftretende Turbulenzen über dem Anflugsektor sind bei einem im Anflug befindlichen Luftfahrzeug in der Lage, dieses in einen instabilen Anflug zu bringen und unsanft auf die Piste zu drücken, was im Extremfall zur Beschädigung des Flugzeuges und zum Schaden an Personen führen kann. Bei höher gelegenen, oft in freiem Gelände liegenden Flugplätzen besteht die Gefahr von unerwartet auftretenden Böen oder Scherwinden erfasst zu werden, was ebenfalls eine Gefährdung der Landung darstellt.

Abbruch des Anfluges[Bearbeiten]

  • Zwingende Gründe für eine Abbruch: unzureichende Sicht bei der Entscheidungshöhe, anhaltendende erkannte Windscherung, unstabiler Anflug, blockierte Piste, durch Verkehr, Schnee oder Eis;
  • Bereits in der Luft: gemeldeter Glatteisregen oder Gewitter über dem Zielflughafen -flugplatz.
  • Mögliche Konsequenzen eines abgebrochenen Anfluges (Verspätung, ausweichen zum Ausweichflugplatz, Verunsicherung der Passagiere, höhere Anforderungen an die Piloten/Lotsen etc., höherer Kerosinverbrauch)

Endanflug im Segelflugsport[Bearbeiten]

ASK 21 im Endanflug

Im Segelflug, insbesondere auf Streckensegelflug, hat der Begriff Endanflug eine noch eine weitere Bedeutung. Als Endanflug wird hier der letzte geradeaus gerichtete Gleitflug ohne weiteren Aufwind vor dem Erreichen der Platzrunde des Zielflugplatzes bezeichnet. Bei ihm gilt es die zuvor erreichte Flughöhe leistungsoptimal zu verbrauchen. Grundlage dafür ist die Geschwindigkeitspolare bzw. die Gleitzahl des jeweiligen Segelflugzeugs. Beim Segelflug soll die letzte Kurve in einer Höhe von mindestens 100 Metern über der aktuellen Platzhöhe beendet sein. Der Endanflug wird mit einer Sicherheitsreserve (Höhe und Geschwindigkeit) begonnen.

Für Wettbewerbsflieger ist es von großer Bedeutung genau zu berechnen oder sich von einem Endanflugrechner berechnen zu lassen, aus welcher Höhe er den Zielort erreichen kann. Ist eine ausreichende Höhe erreicht, kann auf zeitraubendes Kreisen im Aufwind verzichtet werden. Damit erhöht sich die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Chancen auf den Sieg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]