Endenergie

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Endenergie ist der nach Energiewandlungs- und Übertragungsverlusten übrig gebliebene Teil der Primärenergie, die den Hausanschluss des Verbrauchers passiert hat, wobei zu den Verbrauchern neben den privaten Haushalten auch der Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD), die Industrie und der Verkehr gehört. Endenergie kann als Primärenergieträger vorliegen (z. B. Erdgas) oder in eine sekundäre Energieform umgewandelt worden sein. Beispielsweise wird die chemische Energie von Kohle in Kraftwerken in elektrische Energie umgewandelt und als elektrischer Strom bereitgestellt oder Rohöl (Erdöl) wird in Raffinerien in Kraftstoffe umgewandelt. Da bei der Umwandlung ein Teil der Energie verloren geht (bzw. physikalisch korrekter in nicht mehr weiter nutzbare Energieformen umgewandelt wird), ist die Summe des Endenergieverbrauchs geringer als die Summe des Primärenergieverbrauchs. Der Primärenergieverbrauch enthält also auch alle Umwandlungs- und Übertragungsverluste. In Energiebilanzen werden üblicherweise sowohl Primär- als auch Endenergieverbrauch ausgewiesen.

Auch beim Endverbraucher erfolgt noch vielfach eine Energieumwandlung in Nutzenergie zur Bereitstellung einer Energiedienstleistung. Diese Nutzbarmachung bedeutet zum Beispiel eine Umwandlung der elektrischen Energie in mechanische Energie zum Antrieb von Geräten oder die Umwandlung der chemischen Energie von Brennstoffen in Wärme. Werden die Verluste dieser Umwandlungsstufe vom Endenergieverbrauch abgezogen, so wird das Ergebnis Nutzenergieverbrauch oder -bedarf genannt.

Endenergieverbrauch[Bearbeiten]

Da ein Teil der Primärenergieträger zunächst in Sekundärenergieträger (wie z.B. Strom oder Kraftstoffe) umgewandelt wird, weicht die Aufteilung des Endenergieverbrauchs nach Energieträgern erheblich von der des Primärenergieverbrauchs ab.

Welt[Bearbeiten]

Der Endenergieverbrauch betrug laut Internationaler Energieagentur (IEA) im Jahr 2011 weltweite insgesamt bei 3.691 Mtoe[1], entsprechend 363.3 Exajoule (EJ)[2]. Davon entfielen auf die einzelnen Energieträger:

Anteile am Weltendenergiebedarf[1]
Energieträger Anteil
Öl 41,2 %
Erdgas 15,2 %
Biomasse und Abfall 12,7 %
Elektrischer Strom 17,7 %
Kohle, Torf 9,8 %
Andere (beinhaltet Geothermie, Solarenergie, Windkraft, Wärme etc.) 3,4 %

Deutschland[Bearbeiten]

Der Verkehr hat den größten Anteil am Endenergieverbrauch in Deutschland. Die Haushalte verbrauchen etwa gleich viel wie der Sektor Übriger Bergbau und verarbeitendes Gewerbe.

Endenergieverbrauch nach Sektoren 2011[3]
Sektor absolut in PJ relativ
Übriger Bergbau und verarbeitendes Gewerbe 2.634 26,7 %
Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (incl. Militär) 1.346 15,2 %
Haushalte 2.333 26,3 %
Verkehr 2.568 28,2 %
Insgesamt 8.881 100,0 %

Bedeutendster Endenergieträger sind die Mineralölprodukte, gefolgt von Gasen und elektrischem Strom. Anders als beim Primärenergieverbrauch spielen Kohlen keine große Rolle beim Endenergieverbrauch. Eine wachsende Bedeutung haben die erneuerbaren Energieträger und darunter insbesondere die Biomasse.

Endenergieverbrauch nach Energieträgern 2011[3]
Energieträger absolut in PJ relativ
Kohlen 481 5,4 %
Mineralölprodukte 3.239 36,5 %
Gase 2.208 24,9 %
Sonstige Nichterneuerbare 101 1,1 %
Biomasse und andere Erneuerbare 557 6,3 %
Elektrischer Strom 1.876 21,1 %
Fernwärme 420 4,7 %
Insgesamt 8.881 100,0 %

Schweiz[Bearbeiten]

Erdölprodukte decken mehr als die Hälfte des schweizerischen Endenergieverbrauchs. Die Erdölprodukte haben in der Schweiz also eine größere Bedeutung als in Deutschland; beim Erdgas ist es genau umgekehrt. Etwa ein Viertel des Endenergiebedarfs wird durch elektrischen Strom gedeckt.

Endenergieverbrauch nach Energieträgern 2011[4]
Energieträger absolut in PJ relativ
Kohle und Koks 6,0 0,7 %
Müll und Industrieabfälle 10,1 1,2 %
Erdölprodukte 457,5 53,7 %
Gas 103,7 12,2 %
Holz und Holzkohle 33,7 4,0 %
Biotreibstoffe und Biogas 2,1 0,2 %
Sonne und Umweltwärme 12,5 1,5 %
Elektrischer Strom 211,0 24,8 %
Fernwärme 15,9 1,9 %
Insgesamt 852,3 100,0 %

Speziellere Definitionen[Bearbeiten]

Endenergie von Gebäuden im Sinne der Energieeinsparverordnung[Bearbeiten]

Die im EnEV-Energieausweis angegebenen Werte für den Primär- und Endenergiebedarf von Gebäuden enthalten nicht erneuerbare Energie, die „im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu dem Gebäude erzeugt […] wird,“ (z. B. Wärme aus einem Sonnenkollektor).

Bruttoendenergieverbrauch[Bearbeiten]

In der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Richtlinie 2009/28/EG) wurde in Artikel 2 Punkt f ein Bruttoendenergiebedarf definiert:

„Energieprodukte, die der Industrie, dem Verkehrssektor, Haushalten, dem Dienstleistungssektor einschließlich des Sektors der öffentlichen Dienstleistungen sowie der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zu energetischen Zwecken geliefert werden, ein schließlich des durch die Energiewirtschaft für die Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung entstehenden Elektrizitäts- und Wärmeverbrauchs und einschließlich der bei der Verteilung und Übertragung auftretenden Elektrizitäts- und Wärmeverluste[.]“[5]

Anders als beim klassisch definierten Endenergieverbrauch sind im Bruttoendenergieverbrauch also auch ein Teil der Verluste bei Erzeugung und Transport einberechnet.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b IEA: Key World Energy Statistics 2012 (PDF; 6,1 MB), abgerufen am 14. September 2013.
  2. Umrechnung mit Wolfram|Alpha, abgerufen am 14. September 2013.
  3. a b Auswertungstabellen zur Energiebilanz für die Bundesrepublik Deutschland 1990 bis 2012, Stand Juli 2013, zuletzt abgerufen am 14. September 2013.
  4. Energiestatistik der Schweiz ab 1910, Endenergieverbrauch, Excel-Datei, zuletzt abgerufen am 15. September 2013.
  5. RICHTLINIE 2009/28/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 23. April 2009 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen und zur Änderung und anschließenden Aufhebung der Richtlinien 2001/77/EG und 2003/30/EG (PDF, 1,3 MiB)