Endolymphe

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Schnitt durch die Hörschnecke (schematisch)
  • Perilymphe der Scala vestibuli und Scala tympani (beide stehen über das Helicotrema in Verbindung)
  • Endolymphe der Scala media

Die Endolymphe (gr. ἔνδον endon ‚innen‘ und lat. lympha ‚klares Wasser‘) ist für die Funktion des Hörorganes und des Gleichgewichtsorgans notwendig.

Die Endolymphe ist eine kaliumreiche Flüssigkeit, die der intrazellulären Flüssigkeit ähnelt. Sie wird in spezialisierten Bereichen (Stria vascularis) vom Epithel des Labyrinths gebildet, vermutlich aus der Perilymphe. Der Endolymphraum fasst beim Menschen nur etwa 70 µl pro Seite.[1] Er steht über den Endolymphgang (Ductus endolymphaticus) mit dem Endolymphsack (Saccus endolymphaticus) in Verbindung. Der zwischen zwei Durablättern liegende Endolymphsack befindet sich beim Menschen an der dorsalen Fläche der knöchernen Felsenbeinpyramide (Pars petrosa ossis temporalis) in einer seichten Grube (Apertura canaliculi vestibuli). Dieser Sack dient der Volumenregulation im häutigen Labyrinth.

Durch die unterschiedliche Zusammensetzung von Endolymphe und der in den angrenzenden Hohlräumen Vorhoftreppe und Paukentreppe der Hörschnecke befindlichen Perilymphe besteht eine elektrische Spannungsdifferenz zwischen Schneckengang und Vorhoftreppe bzw. Paukentreppe. Diese Spannungsdifferenz ermöglicht die Umwandlung der Schallwellen zu Nervenimpulsen im Corti-Organ.

Bewegungen der Endolymphe innerhalb der Bogengänge des Gleichgewichtsorganes werden durch Bewegungen des Kopfes bzw. des Körpers insgesamt ausgelöst. Diese Flüssigkeitswelle löst eine Auslenkung der Cilien der Gleichgewichtsrezeptoren (Ampullae membranaceae, Macula sacculi und Macula utriculi) aus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Uwe Gille: Ohr, Auris. In: Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer und Uwe Gille (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. 2. erweiterte Auflage. Enke, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 612–621.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Joachim Kirsch, Christian Albrecht May und Dietrich Lorke: Taschenlehrbuch Anatomie. Georg Thieme Verlag, 2010, ISBN 978-3-13-162511-3, S. 689.