Endometritis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
N71 Entzündliche Krankheit des Uterus, ausgenommen der Zervix
- Endo(myo)metritis
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Anatomie der inneren Geschlechtsorgane der Frau

Die Endometritis ist eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Sie ist eine Form der Metropathien.

Ursachen[Bearbeiten]

Diese Entzündung tritt außerhalb des Wochenbettes (s. u.) nur selten auf. Bei den Erregern handelt es sich in der Regel um aus der Vagina verschleppte bzw. aszendierte (aufgestiegene) Bakterien. Selten kommt es zur hämatogenen Infektion des Uterus. Entzündungen im Bereich des Gebärmutterhalses (Zervizitis), der Vagina (Kolpitis, Vaginitis), Tumore sowie ein Intrauterinpessar begünstigen eine Endometritis. Eine Keimverschleppung kann unter anderem bei diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen geschehen (iatrogen). Bei der puerperalen Endometritis kommt es zur Keimverschleppung aus der Vagina während des Geburtsvorganges. Die puerpurale Endometritis kann Ausgangspunkt einer Puerperal-Sepsis sein (siehe Kindbettfieber). Bei Kombination der Endometritis mit einer Entzündung der Muskelwand des Uterus (Myometritis) spricht man dann von einer Gebärmutterentzündung (Metritis)

Typische Erreger der Endometritis sind Staphylokokken, Streptokokken, Escherichia coli und (über eine hämatogene Ausbreitung) auch Tuberkulose-Erreger.

Spezifische Formen[Bearbeiten]

  • Endometritis gonorrhoica: Entzündung bei einer Gonorrhö
  • Endometritis puerperalis: Entzündung im Wochenbett (Kindbettfieber)
  • Endometritis senilis: Entzündung bei atropher Altersschleimhaut.
  • Endometritis tuberculosa: tuberkulöse Entzündung
  • Endometritis post abortum: Entzündung auf Grund eines Fruchtabganges (Abort)

Klinik[Bearbeiten]

In der Regel haben die Patienten anfangs einen lokalisierten Druckschmerz der Gebärmutter (Fundus-betont) in Kombination mit Blutungen und Fieber. Bei Übergreifen der Entzündung auf die Adnexe bestehen meist starke Schmerzen und hohes Fieber. Laborchemisch fallen v. a. die erhöhten Entzündungswerte (CRP, Leukozyten u. a.) auf.

Therapie[Bearbeiten]

In der Regel wird die Entzündung mit Breitbandantibiotika stationär behandelt. Spasmen und Schmerzen lassen sich mit Butylscopolamin und Antiphlogistika behandeln. Kommt es zur Ansammlung von Eiter in der Gebärmutter-Höhle (Pyometra), so muss diese, beispielsweise mit einem Fehlingschen Röhrchen, drainiert werden. Nach der akuten Entzündungsphase ist der Ausschluss eines Tumors im Bereich des Uterus notwendig. Dies erfolgt in der Regel mit Hilfe einer Ausschabung (Abrasio uteri) und pathologischer Diagnostik.

Komplikationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Kay Goerke,Axel Valet: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2006, ISBN 3437428128 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  •  J. W. Dudenhausen: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Walter de Gruyter, 2002, ISBN 3110165627 (Volltext in der Google-Buchsuche).
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!