NiMH-Akkumulator mit geringer Selbstentladung
Ein NiMH-Akkumulator mit geringer Selbstentladung (englisch low self-discharge NiMH battery, oder kurz LSD-NiMH) ist eine spezielle NiMH-Akku-Variante, die es in verschiedenen Bauformen (z.B. Mignon (AA), Mikro (AAA), Baby (C), Mono (D), 9-V-Block (1604D bzw. PP3)) gibt. Vorreiter war Sanyo mit dem Akkutyp "eneloop", es sind aber inzwischen auch ähnliche Produkte anderer Hersteller auf dem Markt.
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[Bearbeiten] Besonderheiten
Das Besondere an diesen Akkus ist eine sehr geringe Selbstentladung. Gewöhnliche NiMH-Akkus verlieren ständig ihre Ladung. Im Neuzustand beträgt der Verlust in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Ladung bereits 10 % und danach etwa 15 bis 50 % pro Monat. Die Selbstentladung gebrauchter Akkus kann auch mehr als 50 % pro Woche betragen, auch wenn die Akkus ansonsten noch ihre volle Kapazität haben. LSD-NiMH-Akkus besitzen im ersten Monat eine Selbstentladung von 15 %, später verlieren sie lediglich 15 % pro Jahr (bei 20 Grad Celsius Umgebungstemperatur).[1][2] Erreicht wird dies durch eine neue Superkristallgitter-Legierung (Superlattice Alloy) als ein wasserstoffbindendes Material für die Kathode von NiMH-Batterien und durch eine geänderte Nickelhydroxid-Legierung für die Anode. Beides reduziert den chemischen Zerfall und beugt somit der Selbstentladung vor. Der Nachteil ist die geringere Kapazität. Während Standard-NiMH-Akkus im Mignon-Format bis etwa 3000 mAh erhältlich sind, haben gleichgroße LSD-NiMH-Akkus nur ungefähr 2000 mAh. Erst 2009 wurde von der deutschen Ansmann AG mit maxE Plus ein LSD-NiMH-Akku vorgestellt, dessen Kapazität mit 2500 mAh (Herstellerangabe) an die Kapazität von Standard-NiMH-Akkus heranreicht.
Langzeittests und Anwenderberichte bestätigten die geringe Selbstentladung.[3] Die mittlerweile große Menge an Nachahmerprodukten bestätigt den Erfolg dieses neuen Akkutyps.
LSD-NiMH-Akkus sind beim Kauf bereits geladen und können daher sofort eingesetzt werden. Zum Wiederaufladen kann jedes handelsübliche Ladegerät für NiMH-Akkus verwendet werden. Ihr Spannungsverlauf wurde nach Herstellerangaben für den Einsatz in digitalen Geräten optimiert. Dies bedeutet, dass ihre Entladungskurve flacher ist und somit auch bei niedrigen Ladeniveaus noch die nötigen Einschaltspannungen erreicht werden. Außerdem haben LSD-NiMH-Akkus einen sehr geringen Innenwiderstand, was dazu führt, dass hoher Stromverbrauch auch bei niedrigem Ladeniveau einen nur geringen Spannungsabfall verursacht.
Der Nachteil der geringeren Kapazität selbst gegenüber nominell höherkapazitiven Akkus fällt nicht so stark ins Gewicht, da sich die Geräte erst sehr viel später abschalten als bei herkömmlichen Akkus. Oder anders ausgedrückt: Von der Kapazität des Akkus ist ein größerer Teil tatsächlich nutzbar. Die von herkömmlichen Akkus abweichende Entladekurve kann jedoch dazu führen, dass Ladezustandsanzeigen beispielsweise bei Digitalkameras ungenau arbeiten. Erwähnenswert ist außerdem die Tieftemperaturfestigkeit der Eneloops, deren Vorstellung deswegen im Rahmen ihrer Produkteinführung in Australien in einer Eisbar erfolgte.[4]
[Bearbeiten] Ladegeräte
Für die LSD-NiMH-Akkus sind keine besonderen Ladegeräte erforderlich.[3] Vorhandene Ladegeräte für herkömmliche NiMH-Akkus (und sogar alte Ladegeräte für NiCd-Akkus) können weiter benutzt werden.
[Bearbeiten] NiMH-Produkte mit geringer Selbstentladung
Inzwischen haben weitere Anbieter vorgeladene und schwach selbstentladende NiMH-Akkus im Programm:
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Es handelt sich bei diesen Bezeichnungen nicht immer um eigenständige Entwicklungen, sondern meist um unter eigenem Markennamen verkaufte Ware eines anderen Herstellers. Außer Sanyo, das die eigene Technik nicht als Lizenz zur Verfügung stellt, haben GP und Yuasa eine vergleichbare Technik entwickelt. Bei allen anderen Anbietern handelt es sich derzeit um Akkus eines dieser beiden Hersteller.[5]
[Bearbeiten] Weblinks
- Sehr ausführlicher Test der Sanyo-Akkus, von Lesern kommentiert
- Zellenspannung und Kapazität bei unterschiedlichen Entladeströmen und 30-Tage-Lagerung erstellt von silverfox, zum Vergleich herkömmliche Einwegbatterien
- Testbericht in Zeitschrift Guter Rat 2/2008 (PDF-Format)
- Testbericht diverser NiMH-LSD-Akkus
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Jürgen Rink: Volle Ladung. Nickelmetallhydrid-Akkus mit reduzierter Selbstentladung. In: c’t-Magazin. Nr. 22, 2007, S. 170 ff.
- ↑ Jürgen Rink: Durchhaltevermögen. Langzeittest von NiMH-Akkus mit reduzierter Selbstentladung. In: c’t-Magazin. Nr. 15, 2009, S. 152 ff.
- ↑ a b Jürgen Rink: Dauerläufer: Langzeittest von NiMH-Akkus mit reduzierter Selbstentladung. heise mobil, 14. August 2009, abgerufen am 21. August 2009 (Deutsch).
- ↑ http://www.masterinstruments.com.au/page/eneloop_launch.html
- ↑ Jürgen Rink: Energiereserve: Nickelmetallhydrid-Akkus mit reduzierter Selbstentladung. heise mobil, 26. November 2007, abgerufen am 21. August 2009 (Deutsch).