Energiebilanz (Umwelt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Energiebilanz weist rechnerisch den Verbrauch von Primär- und Endenergie nach. Sie bildet damit eine Grundlage für die Beurteilung von Produktionsabläufen, Verfahren und Versorgungssystemen. Mit der Energiebilanz wird der Energieverbrauch mengenmäßig dargestellt, so dass der Aufwand beurteilt und Energieverluste ausfindig gemacht werden können. Die Energiebilanz bildet eine Grundlage für den sparsamen Umgang mit Energie.

Die Energiebilanz kennzeichnet bei nachhaltigen Produktionsmethoden den gesamten Aufwand zur Herstellung, zum Betrieb und zur Weiterverwertung (Entsorgung oder Recycling) von Produkten. Dabei wird nicht nur der Energieverbrauch bei der Produktion, z. B. eines Kühlschranks, betrachtet, sondern auch die zur Herstellung und Entsorgung notwendige Energie und Ressourcen (graue Energie).

Für Elektrizitätswerke wird die Energiebilanz aus Herstellung und Betrieb des Werkes als sogenannter Erntefaktor oder auch die Energierücklaufzeit angegeben.

Deutschland[Bearbeiten]

Jährliche Energiebilanzen werden für die Bundesrepublik Deutschland seit 1971 – mit Rückblick bis auf das Jahr 1950 – von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. erstellt.

Beispiele[Bearbeiten]

Energieäquivalente
Energieträger Energiemenge
Erdgas 7,8 kWh/m³
Erdöl 10,0 kWh/l
Buchenholz 4,0 kWh/kg
Fichtenholz 4,5 kWh/kg
  • Für Motoren wie für Heizungen ist die wesentliche Maßzahl für die Energiebilanz ihr Wirkungsgrad.
  • Bei Gebäuden wird die Heizenergie den Wärmeverlusten durch mangelhafte Wärmedämmung gegenübergestellt.
  • Für die Gebäudebeheizung lassen sich Energieträger über die Energieäquivalente vergleichen. Dabei ist die Energiebilanz von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Verfügbarkeit durch den Verbraucher zu beachten. Bei der Produktion von Fichtenholz wird z. B. (nur) zwischen 1,1 % bis 4,2 % der im Rohstoff enthaltenen Energie bis zur Bereitstellung an der Waldstraße aufgewendet - bis zum Verbraucher ist es aber meist noch ein langer Weg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Torsten Marheineke: Lebenszyklusanalyse fossiler, nuklearer und regenerativer Stromerzeugungstechniken. Juli 2002, 222 Seiten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]