Energiewende

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Photovoltaikfeld und Windturbinen am Windpark Schneebergerhof
Parabolrinnenkraftwerk zur Erzeugung von elektrischem Strom in Kramer Junction, Kalifornien

Als Energiewende wird die Realisierung einer Nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität mit Erneuerbaren Energien bezeichnet. Hierzu zählen die Windenergie, Biomasse (Bioenergie, einschließlich Deponiegas und Klärgas), Wasserkraft, Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Geothermie und Meeresenergie, die als Alternative zu fossilen Energieträgern (Öl, Kohle, Erdgas) und Kernbrennstoffen (Uran) dienen sollen. Mit Energiewende wird der Teil der Rohstoffwende bezeichnet, der die Energierohstoffe betrifft.

Da einzelne Maßnahmen häufig nur ein begrenztes Potential haben, sind mehrere parallele Ansätze für eine zügige Umsetzung der Energiewende notwendig. So spielen z.B. Energiesparen und die Verbesserung der Energieeffizienz eine große Rolle. Verbesserte Wärmedämmung von Gebäuden ist ein Beispiel für eine wirkungsvolle Energiesparmaßnahme; der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungen ist ein Beispiel verbesserter Energieeffizienz. Mit intelligenten Stromzählern kann der Energieverbrauch zu Zeiten erfolgen, in denen Strom preiswert angeboten wird.

Für gewöhnlich wird bei der Energiewende ein weitgehend dezentraler Ansatz verfolgt[1], dies schließt aber zentrale Ansätze wie z.B. den Bau von Offshore-Windparks oder Biomassegroßkraftwerke nicht aus. Ein Beispiel für einen umfassenden nicht dezentralen Ansatz ist das DESERTEC-Projekt.

Inhaltsverzeichnis

Begriff [Bearbeiten]

Der Begriff war Titel einer vom Öko-Institut 1980 erarbeiteten wissenschaftlichen Prognose zur vollständigen Abkehr von Kernenergie und Energie aus Erdöl; diese wurde auch als Taschenbuch veröffentlicht.[2] In den darauf folgenden Jahrzehnten erweiterte sich der Begriffsumfang; er geht in der heutigen Form wenigstens auf das Jahr 2002 zurück. In jenem Jahr fand am 16. Februar in Berlin die Fachtagung Energiewende – Atomausstieg und Klimaschutz statt, veranstaltet vom deutschen Bundesumweltministerium.

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'Energiewende' benennt eine deutliche Veränderung der Energiepolitik: Durch einen Wechsel von einer nachfrageorientierten zu einer angebotsorientierten Energiepolitik und einen Übergang von zentralistischer zu dezentraler Energieerzeugung (z. B. der gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung (Kraft-Wärme-Kopplung) in sehr kleinen Blockheizkraftwerken bis hin zu größeren Heizkraftwerken) soll es anstelle von Überproduktion und vermeidbarem Energiekonsum zu Energiesparmaßnahmen und höherer Effizienz kommen. Diese anfangs stark bekämpften Ansichten des Öko-Instituts sind nach und nach energiepolitisches Allgemeingut geworden.

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Im weiteren Sinn umfasst die Energiewende auch die Demokratisierung der Energiegewinnung.[3] Während in der traditionellen Energiewirtschaft wenige Großkonzerne mit zentralen Großkraftwerken den Markt als Oligopol beherrschen und damit einhergehend eine kartellrechtlich wie politisch bedenklich große Machtfülle anhäuften, lassen sich die Erneuerbaren Energien in der Regel dezentral aufstellen. Über Beteiligungsmodelle wie Bürgerwindparks und Bürgersolarparks sind viele Bürger direkt an der Energieerzeugung involviert;[4] Photovoltaikanlagen können sogar von Einzelpersonen errichtet werden. Bei Stadtwerken und anderen Unternehmen in öffentlicher Hand sind die Bürger ebenfalls indirekt an der Energieerzeugung beteiligt, während bei der konventionellen Energiewirtschaft vergleichsweise wenige Aktionäre profitieren. Nicht zuletzt ermöglicht die dezentrale Errichtung der Erneuerbaren Energien eine Wertschöpfung in der Region und eine Stärkung des ländlichen Raumes, so dass Kapitalabflüsse aus der Region minimiert werden. Daher spielen Erneuerbare Energien in der kommunalen Energiepolitik eine zunehmend große Rolle und werden von der Lokalpolitik häufig gefördert.

Situation in einzelnen Ländern [Bearbeiten]

Derzeit findet in vielen Industriestaaten und auch in Schwellenländern ein massiver Ausbau Erneuerbarer Energien statt. Befürworter der Energiewende halten diesen Ausbau für unvermeidbar angesichts der begrenzten Ressourcen fossiler Energieträger sowie deren konstanter Verteuerung, des Klimawandels sowie der Gefahren der Kernenergienutzung und der weltweit ungelösten Endlagerung.

Unabhängig davon sind die Investitionskosten pro Megawatt bei Windkraftanlagen und auch bei Photovoltaikanlagen deutlich gefallen.

Dänemark [Bearbeiten]

Infolge der Ölkrise 1973, die Dänemark als weitgehend ölabhängigen Staat im Besonderen traf, gab es dort Überlegungen, Kernkraftwerke zu errichten, um die Energieversorgung zu diversifizieren. Es entstand eine starke Anti-Atomkraftbewegung, die die Kernkraftpläne der Regierung heftig kritisierte[5], was schließlich dazu führte, dass die Regierung im Jahr 1985 in einer Resolution beschloss, keine Kernkraftwerke in Dänemark zu bauen.[6] Stattdessen setzte man in Dänemark auf die Erneuerbaren Energien, vor allem auf die Windenergie. Windkraftanlagen zur Stromerzeugung konnten in Dänemark in ihrer Frühform bereits auf eine längere Geschichte zurückblicken, die bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreicht. Bereits 1974 erklärte eine Expertenkommission, „daß es möglich sein müßte, 10 % des dänischen Strombedarfs aus Windenergie zu erzeugen, ohne daß es zu besonderen technischen Problemen im öffentlichen Stromnetz kommen werde“.[7] Parallel zu dieser grundlegenden Forschung wurde die Entwicklung großer Windkraftanlagen aufgenommen; sie war zunächst jedoch wenig erfolgreich (wie auch das Projekt Growian in Deutschland).

Vielmehr setzen sich kleine Anlagen durch, die oft von privaten Eigentümern oder oder kleinen Unternehmen (z.B. Bauern) betrieben wurden. Die Errichtung dieser Anlagen wurde durch staatliche Maßnahmen gefördert; zugleich begünstigten die gute Windhöffigkeit, die dezentrale Siedlungsstruktur Dänemarks sowie fehlende administrative Behinderungen ihre Verbreitung. Zum Einsatz kamen robuste Anlagen im Leistungsbereich von zunächst nur 50-60 kW, die in der Tradition der Entwicklungen der 40er Jahre standen und die z.T. von Kleinstfirmen in Handarbeit gefertigt wurden; zudem fand bereits ab Ende der 70er Jahre bis in die 80er Jahre hinein eine rege Exporttätigkeit in die Vereinigten Staaten statt, wo die Windenergie ebenfalls einen frühen Boom erlebte. 1986 gab es in Dänemark bereits ca. 1200 Windkraftanlagen,[8] die allerdings erst knapp 1 % zur Stromversorgung Dänemarks beitrugen.[9] Dieser Anteil stieg im Laufe der Zeit deutlich. Im Jahr 2011 deckten die Erneuerbaren Energien 40,7 % des Stromverbrauchs, 28,1 % davon entfiel auf Windkraftanlagen. [10] Bis 2020 strebt die Regierung einen Anteil der Windenergie von 50 % in der Stromerzeugung an, zugleich soll der Ausstoß von Kohlendioxid um 40 % gesenkt werden.[11] Am 22. März 2012 veröffentlichte das Dänische Ministerium für Klima, Energie und Bauwesen ein vierseitiges Papier mit dem Titel "DK Energy Agreement". Darin werden langfristige Leitlinien der dänischen Energiepolitik formuliert. [12]

Seit Anfang 2013 ist in Neubauten der Einbau von Öl- und Gasheizungen verboten, ab 2016 wird dies ebenfalls für den Bestandgebäude gelten. Zugleich wurde ein Förderprogramm für den Heizungsaustausch aufgelegt. Ziel Dänemarks ist es, bis 2020 die Nutzung fossiler Energien um 33 % zu reduzieren. 2050 soll die vollständige Unabhängigkeit von Erdöl und Erdgas erreicht sein.[13]

Deutschland [Bearbeiten]

Das zerstörte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (v.l.n.r. Reaktorblöcke vier bis 1 (5 und 6 sind nciht im Bild). Kernschmelzen in mehreren der Kernreaktoren waren Auslöser des zweiten Atomausstiegs in Deutschland

Obwohl die Energiewende alle drei Bereiche Strom, Wärme und Verkehr umfasst, fokussiert sich die öffentliche Wahrnehmung vor allem auf dem Strombereich. Mögliche Erklärungen dafür sind

  • die Umwälzungen im Strombereich gehen schneller voran als in den anderen Bereichen und sind deutlich umfassender.
  • der Stromsektor ist infolge des jahrzehntelangen, politisch hoch aufgeladenen Kampfes um die Kernenergie sowie der dezentral aufgestellten und damit auch für alle Menschen sichtbaren Erneuerbaren Energien in der öffentlichen Debatte deutlich präsenter als die eher unscheinbaren und vergleichsweise wenig sichtbaren Veränderungen im Wärme- und Verkehrsbereich.

Eine verengende Fokussierung auf den Sektor Strom kann dazu führen, dass die beiden anderen Bereiche vernachlässigt werden.

Geschichte [Bearbeiten]

Die ersten großen Schritte der Politik in Richtung Energiewende fanden in Deutschland unter der rotgrünen Bundesregierung (1998 - 2005, Kabinett Schröder I und Kabinett Schröder II) statt. Zwar hatte es zuvor schon einzelne Fördermechanismen für Erneuerbare Energien wie z.B. das Stromeinspeisungsgesetz gegeben, diese waren jedoch in kein Gesamtkontext einer Energiewende eingebettet. Auch war weder ein Atomausstieg noch eine Reduktion des Einsatzes fossiler Energien vorgesehen. Im Jahr 2000 änderte sich dies, als in Deutschland ein zeitlich gestaffelter Atomausstieg („Atomkonsens“) erstmals eine parlamentarische Mehrheit fand. Nahezu zeitgleich wurde mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ein Fördermechanismus auf Basis von Einspeisevergütungen eingeführt, der den Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich beschleunigen sollte. Noch heute gilt das EEG (mittlerweile mehrfach novelliert) als eine wirkungsvolles Mittel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien; kontinuierlich erfolgende Anpassungen an geänderte Marktsituationen werden für notwendig gehalten.[14] Seit im Herbst 2012 bekannt wurde, dass der Strompreis - unter anderem wegen einer zum 1.1.2013 stark steigenden EEG-Umlage - steigen würde, ist das EEG verstärkt in der Diskussion. Unter anderem wurde eine Deckelung der EEG-Umlage und/oder der jährlich geförderten Neubaumenge gefordert.

Eine gravierende Änderung der deutschen Energiepolitik erfolgte im Herbst 2010, als die schwarz-gelbe Bundesregierung eine deutliche Laufzeitverlängerung – teils acht, teils 14 Jahre – für die damals 17 deutschen Kernreaktoren beschloss. Zwar wurde am grundlegenden Ziel des Atomaustieges sowie dem Ersatz der konventionellen durch Erneuerbare Energien nicht gerüttelt, dennoch wurde die Laufzeitverlängerung vielfach als Abkehr von der Energiewende angesehen. Im März 2011 begann die Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan; sie führte zu einer erneuten Wende in der Energiepolitik:

Nach einem starken Erdbeben und einem Tsunami am 11. März 2011 fielen in den drei zum Unglückszeitpunkt in Betrieb befindlichen Kernreaktoren und in sieben Abklingbecken die Kühlsysteme aus; es kam zu mehreren Explosionen und Bränden, Kernschmelzen in diesen drei Reaktoren sowie zum Austritt großer Mengen radioaktiver Stoffe in die Umwelt. Kurz darauf verkündete die deutsche Bundesregierung ein dreimonatiges Atom-Moratorium und die Absicht, die ein halbes Jahr zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke in Teilen rückgängig zu machen und die ältesten der 17 Kernreaktoren etwas früher als im Atomkonsens (Sommer 2000) festgelegt endgültig abzuschalten.

Am 6. Juni 2011 beschloss das Kabinett Merkel II das Aus für acht Kernkraftwerke und den stufenweisen Atomausstieg bis 2022.[15][16] Am 30. Juni 2011 beschloss der Bundestag in namentlicher Abstimmung mit großer Mehrheit (513 Stimmen)[17] das „13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“, das die Beendigung der Kernenergienutzung regelt. Insbesondere erlosch die Betriebsgenehmigung für acht Kernkraftwerke in Deutschland; die Laufzeit der übrigen neun Kraftwerke ist zeitlich gestaffelt: die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke ist für 2022 beschlossen. Auch wurde beschlossen, die Energiewende zu beschleunigen.[18][19]

Infolge dieser Beschlüsse entbrannte eine Debatte über die Versorgungssicherheit, wobei vor allem von Industrie- und Wirtschaftsverbänden die Gefahr eines Stromausfalles aufgrund nicht ausreichender Erzeugungskapazitäten in Süddeutschland betont wurde (zum Verlauf der Debatte siehe hier). Für den Fall des Stromengpasses im Winter kündigten daraufhin österreichische Stromkonzerne 2011 an, zusätzliche Kraftwerkskapazitäten bereitzuhalten, um notfalls aushelfen zu können (siehe auch Kaltreserve).[20] Auch Russland bot Deutschland an, ab 2016 bei Engpässen auszuhelfen – mit über Polen geleitetem Atomstrom.[21] Deutschland blieb aber sogar in den strengen Frostperioden des Winters 2011/2012 während der Tagesspitzenlast Netto-Stromexporteur. Im Tagesschnitt wurden 150-170 GWh Strom vor allem nach Frankreich exportiert, das aufgrund seiner vielen mit Strom beheizten Wohnungen eine stark erhöhte Stromnachfrage hatte. Dies entspricht der Produktionsmenge von 5 bis 6 großen Kernreaktoren.[22] Die unterstützende und stabilisierende Wirkung der Stromerzeugung aus regenerativer Energie wurde öffentlich von den Netzbetreibern eingeräumt.[23][24] Im Jahr 2012 verzeichnete Deutschland trotz Atomausstieg einen neuen Rekordstromexport[25], ebenso im ersten Quartal 2013. [26]

Am 26. Juli 2012 wurde bekannt, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland im ersten Halbjahr 2012 auf 25 % gestiegen ist; im gleichen Zeitraum des Jahres 2011 waren es noch 21 % gewesen.[27][28][29]

Im März 2013 teilte das Bundesumweltministerium mit, dass Deutschland voraussichtlich seine Klimaschutzziele bis 2020 verfehlen wird. Ziel war eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 40 %; erwartet werde nun eine Reduktion zwischen 33 und 35 Prozent, je nach Wirtschaftsentwicklung. Ursache hierfür sei der derzeit nicht funktionierende EU-Emissionshandel.[30] Durch ein massives Überangebot an Zertifikaten liegt deren Preis bei einem Bruchteil des ursprünglich vorgesehenen Niveaus, wodurch es für Unternehmen kaum Anreize gibt, in emissionsarme Technologien zu investieren. Eine Reform des Emissionhandels, die die Europäische Kommission sowie Altmaier für dringend notwendig halten, lehnt Wirtschaftsminister Philipp Rösler (Stand März 2013) strikt ab.[31]

Im Jahr 2012 exportierte Deutschland nach Angaben von destatis 66,6 TWh elektrische Energie, importiert wurden 43,8 TWh, was einen Exportüberschuss von 22,8 TWh bedeutet (entspricht etwas weniger als 4 Prozent der Nettostromerzeugung). Der Exportüberschuss wuchs dabei gegenüber dem Vorjahr auf das Vierfache und erreichte den höchsten Stand der vergangenen vier Jahre. Mit der Stromausfuhr wurden 3,7 Mrd. Euro eingenommen, für die Einfuhr mussten 2,3 Mrd. Euro aufgewendet werden, so dass Deutschland einen Exportüberschuss von 1,4 Mrd. Euro erzielen konnte.[32] Damit betrug der Wert der ausgeführten elektrischen Energie 5,56 ct/kWh, während der Wert der importierten elektrischen Energie mit 5,25 ct/kWh etwas niedriger lag. Die Entwicklung der deutschen Stromhandelsbilanz wird im Artikel Energiemarkt ausführlich dargestellt. Der Grund hierfür ist, dass Frankreich während Zeiten niedrigen Strombedarfs viel elektrischer Energie zu dann niedrigen Preisen exportiert, um seinen v.a. aus in der Grundlast laufenden Kernkraftwerken bestehenden Kraftwerkspark nicht drosseln zu müssen. Deutschland exportiert dagegen v.a. zu Zeiten höheren Strombedarfs, also während Mittel- und Spitzenlast, wenn die Strompreise für gewöhnlich höher liegen.[33]

Politische Debatte [Bearbeiten]

Im Januar 2012 warnten mehr als dreißig führende Energieforscher Deutschlands in einem offenen Brief vor dem Scheitern der Energiewende in Deutschland. In diesem Schreiben – adressiert an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, den damaligen Umweltminister Norbert Röttgen sowie an die Mitglieder des Umwelt- und des Wirtschaftsausschusses des Bundestages – heißt es, das Vorhaben werde nur bei einer „dauerhaften Senkung des Energiebedarfs gelingen“. Überall dort, wo es wirkungsvolle Instrumente zu entwickeln gelte, um den Energieverbrauch zu senken, seien die konkreten Signale bisher „zwiespältig“. Die Forscher fordern, „die Bremsen zu lösen und in allen Handlungsfeldern eine Energieeinsparpolitik zu gestalten, die den selbst gesetzten ambitionierten Regierungszielen gerecht wird“.[34]

In der Wirtschaft wird das Thema Energiewende ambivalent betrachtet. Während der BDI sowie insbesondere die energieintensive Industrie und die etablierten Energieunternehmen der Energiewende traditionell ablehnend gegenüberstehen, betonen andere Unternehmen wie z. B. Siemens und Munich Re, Hersteller der EE-Branche und größere Teile des Handwerks[35] die Vorteile der Umstellung auf Erneuerbare Energien.[36] Mittlerweile sieht auch der BDEW als Lobbyverband der Energiewirtschaft die Energiewende als „unumkehrbar“ an. So sagte Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller im April 2012 den VDI nachrichten in Bezug auf die Energiewende: „Es geht nicht mehr darum, ob, sondern wie sie umgesetzt werden wird.“ Zugleich forderte Müller von der Politik geeignete(re) Rahmenbedingungen für die Transformation der Energiemärkte.[37]

In der Wirtschaftspresse positionierte sich beispielsweise die Financial Times Deutschland in einem Leitartikel klar pro Energiewende, übte jedoch Kritik an der Umsetzung.[38]

Das Thema 'Energiewende' kam stark in den Fokus der Öffentlichkeit, als Bundeskanzlerin Merkel am 16. Mai 2012, drei Tage nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Bundesumweltminister Norbert Röttgen entließ und Peter Altmaier zu seinem Nachfolger bestimmte. Außerdem ist die Solarförderung in der öffentlichen Diskussion, seitdem im Bundesrat auch CDU-regierte Länder eine Kürzung der Solarförderung ablehnten.

Ende Mai mehrten sich in den schwarz-gelben Koalition und in der Wirtschaft Stimmen, die das bisherige Vorgehen bei der Energiewende in Zweifel zogen. Peter Altmaier bekräftigte daraufhin den Willen der Bundesregierung, an Atomausstieg und Energiewende festhalten zu wollen: „Die Kernenergie in Deutschland ist Geschichte. Der Ausstieg ist beschlossen. Und ich kenne keine ernstzunehmende Kraft in Deutschland, die ihn revidieren will (…). Die Akzeptanz für die Kernenergie war in Deutschland nach Fukushima nicht mehr vorhanden, und es gibt sie auch heute nicht. Deutschland kann als erste Volkswirtschaft in Europa die Energiewende schaffen.“[39] Die Bundesregierung erarbeitete einen Netzentwicklungsplan für den Ausbau neuer Stromstrassen, der am 30. Mai 2012 veröffentlicht wurde.[40]

Bundespräsident Joachim Gauck warnte am 5. Juni 2012 davor, dass die Energiewende nicht „allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen“ gelänge und „wohl auch nicht mit einem Übermaß an Subventionen“, sondern vielmehr mit „überzeugenden Innovationen und im fairen Wettbewerb“. Deshalb sei es notwendig, „einen verlässlichen politischen Rahmen zu setzen“, sodass „Schädliches vermieden und Gewünschtes erreicht wird. Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik“ heiße für ihn, „dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechnung gestellt werden und nicht den Steuerzahlern. Und dass umweltfreundliche Produktion sich für Unternehmen im Wettbewerb auszahlt.“ Zugleich warnte Gauck davor, die Kosten für die Umweltpolitik nachfolgenden Generationen aufzubürden, da eine solche Haltung „schlicht verantwortungslos“ wäre. Ebenfalls mahnte er, dass sich auf der Erde jedes Leben „im Einklang mit der Natur entfalten“ könne, deshalb sei langfristig „ökonomisch nur sinnvoll, was ökologisch vernünftig“ sei.[41][42]

Im Juli 2012 äußerte der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier Zweifel, ob sich der Stromverbrauch wie im Konzept der Energiewende geplant bis 2020 um 10 % senken lässt. „Wenn wir nicht aufpassen, dann kann die Energiewende zu einem sozialen Problem werden“, sagte er. Die Frage der Bezahlbarkeit von Energie sei aus den Augen verloren worden. „Für mich hat höchste Priorität, dass Strom bezahlbar bleibt.“[43] Philipp Rösler, Bundeswirtschaftsminister und FDP-Vorsitzender, äußerte sich kurz darauf ähnlich.[44] In der SPD schwelt seit längerem ein Streit zwischen Umwelt- und Wirtschaftspolitikern.[45]

Anfang August forderte Umweltminister Altmaier mehr Zurückhaltung bei der Diskussion über die Strompreise. So gingen die bisherigen Preissteigerungen auf die Verteuerung fossiler Quellen wie Öl- und Gas zurück, nicht auf den höheren Anteil Erneuerbarer Energien.[46]

Kritiker monieren, dass die Finanzierung der Energiewende in Deutschland derzeit ungleich verteilt ist.[47][48] So zahlen z. B. arme Haushalte entsprechend einer Studie des Institutes der Deutschen Wirtschaft zufolge relativ bis zu zehnmal mehr für die Subvention von Sonnen- und Windstrom als reiche.[49] Zudem ist die energieintensive Industrie im Gegensatz zu Kleinunternehmen und den meisten Mittelständlern von der Umlage weitestgehend befreit, sodass laut Bundesnetzagentur Großunternehmen, die zusammen 18 % des deutschen Stroms verbrauchen, nur 0,3 % der Umlage tragen müssen (Stand Juni 2012).[50][51] Aufgrund dieser Subvention für Großunternehmen zulasten von Kleinunternehmen und Privatverbrauchern leitete die EU-Kommission im Juni 2012 ein Beihilfeverfahren ein.[52] Auch wird kritisiert, dass die schwarz-gelbe Regierung durch eine starke Ausweitung der Ausnahmen für die Industrie die Kosten für die Energiewende auf immer weniger Schultern, insbesondere Kleinunternehmen sowie Privatbürgern verteilt. Beispielsweise wurde die Schwelle, ab der Ausnahmeregelungen für Unternehmen greifen, von 10 GWh pro Jahr auf 1 GWh reduziert, entsprechend dem Stromverbrauch von ca. 250 Haushalten. Infolgedessen stieg die Zahl der Unternehmen, die die Ausnahmeregelung beantragten, von 813 im Jahr 2011 auf 2.023 alleine bis September 2012 an, 2006 waren es erst ca. 400 Unternehmen gewesen.[53][54] Für 2013 rechnet das Bundesumweltministerium infolge der Ausweitung der Sonderregelungen mit ca. 5.000 Unternehmen, die eine Befreiung von der EEG-Umlage beantragen.[55]

Altmaier kritisierte im Oktober 2012 die Umweltminister vor ihm, also seine Amtsvorgänger: weder Röttgen noch Gabriel noch Trittin hätten ein 10-Jahres-Konzept gehabt bzw. entwickeln lassen. "Politiker aller Parteien dachten lange, dass es reicht, regenerative Energien zu fördern, und alles andere wird sich von selbst ergeben". Den Ärger der Verbraucher wegen der steigenden Stromkosten finde er verständlich. [56]

Im Februar 2013 äußerte der Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung, dass es eine Schieflage in der Strompreisdebatte gebe. Obwohl die Energiewende nur für einen Teil der Strompreissteigerungen verantwortlich sei, werde sie oft alleine dafür verantwortlich gemacht. Zudem mache die Stromrechnung weiterhin nur zwei bis drei Prozent der Kosten eines Durchschnittshaushalts, bzw. 21 % der Gesamtenergiekosten. Dem gegenüber stünden 37 % für Transport (Benzin/Diesel) und 42 % für Wärme. Während die Wärmekosten seit 2007 um 46,7 % gestiegen seien, habe sich der Strom nur um 29 % verteuert; der Anstieg der Wärmekosten werde jedoch im Gegensatz zu den Stromkosten in der Energiekostendebatte nicht thematisiert. Um den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien systemverträglich gestalten zu können, müsse das EEG weiterentwickelt werden, Ausnahmen für die Industrie überprüft werden und zudem auf europäischer Ebene Korrekturen am EU-Emissionshandel durchgeführt werden.[57][58]

Die wachsende Kritik an der Kostenentwicklung war Anlass für eine Analyse des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, welche die Förderkosten für erneuerbare Energien, die vermiedenen Kosten für fossile Energien, die Kostendämpfung an der Strombörse und vermiedene Umweltschadenskosten gegenüberstellt. Demzufolge zeichnet sich eine volkswirtschaftlich positive Bilanz der Energiewende ab 2030 ab.[59]

Der Fortgang der Energiewende kann auf der Plattform "Agora Energiewende" anhand tagesaktueller Daten und Grafiken nachverfolgt werden.[60]

Frankreich [Bearbeiten]

Seit 2012 entwickeln sich in Frankreich politische Diskussionen zum Thema Energiewende und wie die französische Wirtschaft davon profitieren könnte.[61]

Im September 2012 prägte die Umweltministerin Delphine Batho den Begriff „Ökologischer Patriotismus“. Die Regierung begann einen Arbeitsplan für einen möglichen Beginn der Energiewende in Frankreich. Dieser soll bis Juni 2013 folgenden Fragen nachgehen:[62]

  • Wie kann Frankreich Richtung Energieeffizienz und Energieeinsparung gehen? Überlegungen zu veränderten Lebensstilen, Änderungen in Produktion, Verbrauch und Transport.
  • Welchen Weg kann man gehen um den angepeilten Energiemix im Jahre 2025 zu erreichen? Die Klimaschutzziele Frankreichs fordern eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 % bis 2030 und 60 % bis zum Jahr 2040.
  • Auf welche erneuerbaren Energien soll Frankreich setzen? Wie sollen die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie gefördert werden?
  • Mit welchen Kosten und Finanzierungsmodellen muss für Beratung und Investitionsförderung für alternative Energien gerechnet werden? Mit welchen für Forschung, Renovierung und Erweiterung der Fernwärme, Biomasse und Geothermie? Eine Lösung könnte eine Fortführung des CSPE sein, eine Steuer, die auf die Stromrechnung aufgeschlagen wird.

Die Umweltkonferenz für nachhaltige Entwicklung am 14. und 15. September 2012 behandelte als Hauptthema das Thema Umwelt- und Energiewende.[63].

Japan [Bearbeiten]

Am 14. September 2012 beschloss die japanische Regierung auf einem Ministertreffen in Tokio einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis in die 2030er-Jahre, spätestens aber bis 2040. Die Regierung teilte mit, man wolle „alle möglichen Maßnahmen“ ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen.[64] Wenige Tage später schränkte die Regierung den geplanten Atomausstieg wieder ein, nachdem die Industrie gedrängt hatte, die Pläne zu überdenken. Angeführte Argumente waren, dass ein Atomausstieg die Wirtschaft belasten und es aufgrund des Imports von Öl, Kohle und Gas zu hohen Mehrkosten kommen würde. Daraufhin billigte die Regierung die Energiewende, ließ aber den Zeitpunkt für die Stilllegung der Kernkraftwerke offen.[65]

Österreich [Bearbeiten]

Holzvergasungsanlage zur Deckung des Wärme- und Strombedarfs in Güssing

Die Energieerzeugung in Österreich ist traditionell auf Grund der geographischen Gegebenheiten stark geprägt durch erneuerbare Energien, insbesondere Wasserkraft. Über 76 % der Inlandsproduktion wurden mittels erneuerbarer Energieerzeugung erreicht, 14 % aus der Verbrennung von Erdgas und 9 % aus der Verbrennung von Erdöl.[66] Auf Grund des Atomsperrgesetzes sind in Österreich keine Kernkraftwerke in Betrieb.

Die inländische Energieerzeugung macht aber in Summe nur 31 % des österreichischen Gesamtenergieverbrauchs (im Verkehr, zur Stromerzeugung, zur Wärmeerzeugung, …) aus. Der Gesamtenergieverbrauch wird gedeckt durch ca. 42 % Öl, 23 % Erneuerbare Energien, 23 % Gas und 12 % Kohle. Relativ zum Gesamtenergieverbrauch erhöhte sich der Anteil erneuerbarer Energieträger in den letzten 20 Jahren nur um zirka einen Prozentpunkt. Er soll nach EU-Vorgaben bis 2020 auf 35 % zulegen.[67] Insbesondere im Bereich der Ökostromanlagen ist jedoch kein Trend zur Energiewende erkennbar – der tatsächliche Ökostromanteil nimmt in Österreich stetig ab. Auch wenn die Stromerzeugung durch Ökostromanlagen laufend wächst (von 37 TWh 1997 auf 45,4 TWh 2010) sinkt der absolute Anteil der Ökostromanlagen am Gesamtenergieverbrauch (von 66 % 1997 auf 61 % 2010). Die von der EU in der Richtlinie 2001/77/EG für Österreich vorgeschriebenen Ziele für den Anteil an erneuerbaren Energien am (Brutto- ) Stromverbrauch von 78,1 % für 2010 wurden somit deutlich verfehlt. Österreich droht daher ein Vertragsverletzungsverfahren.[68]

Eine Energiewende in Österreich kann man in einzelnen Dörfern, Städten und Regionen erkennen. So gilt beispielsweise Güssing im Burgenland als Vorreiter für unabhängige und nachhaltige Energiegewinnung. Seit 2005 erzeugt Güssing bereits bedeutend mehr Wärme (57,5 GWh) und Strom (14 GWh) aus nachwachsenden Rohstoffen als die Stadt selbst benötigt.[69] Das Burgenland plant, basierend auf dem Landtagbeschluss vom 8. Juni 2006, bis 2013 den gesamten Strombedarf mit erneuerbarer Energie abzudecken. Dies soll hauptsächlich durch die Errichtung weiterer Windenergieanlagen erreicht werden – nach Umsetzung aller geplanten Projekte sollen bis 2013 insgesamt 290 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 520 MW in Betrieb sein.[70][71] (siehe auch Liste österreichischer Kraftwerke#Windenergie)

Vereinigtes Königreich [Bearbeiten]

In Großbritannien setzt v.a. auf den Einsatz von Windenergie, sowohl Onshore als auch Offshore, wobei insbesondere der Bau von Offshore-Windparks stark vorangetrieben wird. In diesem Bereich ist das Vereinigte Königreich mit einer installierten Leistung von 2,1 GW (etwa die Hälfte der weltweit installierten Leistung) weltweit führend. Ende 2012 waren dort 8,4 GW insgesamt Windenergieleistung installiert, wobei es weltweit hinter China, den USA und Deutschland auf Platz vier rangierte. Nachdem die Förderung zunächst auf einer Quotenregelung basierte, wobei allerdings die Ausbauziele immer wieder verfehlt wurden, stellte aufgrund der schlechten Erfahrungen mit diesem System auf Einspeisevergütung um.[72]

Vorgeschichten und Netzstruktur [Bearbeiten]

DESERTEC: Skizze einer möglichen Infrastruktur für eine nachhaltige Stromversorgung in Europa, dem Nahen Osten und Nord-Afrika

Historisch sind bereits lange vor der heutigen Debatte dezentrale wie zentralistische Ansätze für eine aus verschiedenen Hintergründen propagierte Abkehr von fossilen Rohstoffen hin zu alternativen Energiequellen vorgeschlagen worden. Sie waren oft mit großtechnischen Utopien verbunden.

Bis deutlich ins 20. Jahrhundert hinein waren die Energieversorgung dezentral geprägt, erst mit den ersten Großkraftwerken im zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts verschob sich die Balance in Richtung zentraler Energieversorgung. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, nur wenige Jahre nach Bau des ersten damals noch als "Kraftzentrale" bezeichneten Kohlekraftwerks wurden die ersten stromerzeugenden Windmühlen gebaut. Diese knüpften damit sowohl an die dezentrale Tradition der noch zu dieser Zeit weitverbreiteten Windmühlen als auch der Wassermühlen an. Diese waren während der Industrialisierung noch weit bis in die Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein und noch vor den teureren Dampfmaschinen die wichtigsten gewerblichen Kraftquellen. Diese stromerzeugenden Windmühlen erfuhren im frühen 20. Jahrhundert insbesondere in ländlichen Gebieten, die bei der Elektrifizierung den Städten deutlich hinterher hinkten, eine z.T. relativ große Verbreitung.

Vorreiter war Dänemark, aber auch in den USA und Deutschland fanden die Anlagen Absatz; bis in die 30er Jahre wurden etwa 3.600 Windmühlen in Deutschland gebaut, die sowohl als Pumpen zum Einsatz kamen, jedoch teilweise auch der Stromerzeugung dienten.

Zudem wurde in den 20er und 30er Jahren die technischen und physikalischen Grundlagen der Windenergienutzung gelegt. Neben der Masse der dezentralen Kleinanlagen wurden dabei auch Großanlagen mit bis zu 20 MW Leistung angedacht; von diesen selbst nach heutigen Maßstäben gewaltigen Anlagen wurde durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges jedoch keine Prototypen gebaut. Allerdings ging in den USA 1941 mit der Smith-Pullman-Anlage eine Windkraftanlage mit bereits 1,25 MW in Betrieb, die zwar von großen technischen Problemen geplagt war, jedoch vier Jahre lang in Betrieb blieb. Parallel dazu gab es in Deutschland während des NS-Regimes Planungen, die Energieversorgung der sog. Wehrbauern u.a. dezentral mit Windenergie zu decken.[73] Die dazu im nationalsozialistischen Deutschen Reich betriebenen Studien haben über den damals beteiligten späteren deutschen „Windenergiepapst“ Ulrich W. Hütter die heutige Windkraftanlagentechnik ganz wesentlich vorangetrieben. [74][75]

Eine klare Trennung in zentralistische Modellen, die durch fossile Großkraftwerke dominiert werden, hin zu dezentralen Netzstrukturen mit einem höheren Anteil an Erneuerbaren Energien (die in Niederspannungs-, Mittelspannungs- und oft auch die Hochspannungsebene einspeisen) ist nicht möglich, da die Grenzen zwischen den Systemen fließend sind. Des Weiteren sollte die Energiewende zwar technisch zunächst über dezentrale Strukturen realisiert werden, die Umsetzung per se ist aber als Bestandteil eines gesellschaftspolitischen Großprojekts im Stile der historischen Great Transformation zu sehen. Sie wird im Gegensatz zur dieser aber nicht vom Bürgertum vorangetrieben, sondern in Form etwa des Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen und dessen Bericht Welt im Wandel - Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation von einer regierungsamtlichen Kommission.

Als zugehörige großtechnische Utopie wird beim Desertec-Projekt erwägt, die Erzeugung von Strom aus regelbaren solarthermischen Kraftwerken in Südeuropa, Nordafrika und dem Nahen Osten massiv auszubauen. Durch eine Verknüpfung der Stromübertragungsnetze dieser Regionen soll sichergestellt werden, dass die lokal unstet verfügbare Energie (Wind- und Photovoltaikstrom) durch Windkraft-Überschüsse aus anderen Regionen und Strom aus regelbaren erneuerbaren Energien ergänzt wird. Die Realisierung ist über Vorstudien und eine aufgrund vorhandener Netzleitung an der Meerenge von Gibraltar bereits erfolgte Stromeinspeisung von Sonnen- und Windkraftproduktion aus Marrokko nach Spanien im kleineren Maßstab bislang nicht herausgekommen.

Bewertung [Bearbeiten]

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Für die Transformation des Energiesystems von zentralistischen Modellen, die durch Großkraftwerke dominiert werden, hin zu dezentralen Netzstrukturen mit einem höheren Anteil an Erneuerbaren Energien (die in Niederspannungs- und Mittelspannungsnetze einspeisen) werden Vorteile und Nachteile angeführt.

Fossile Energiegewinnung im Rheinischen Braunkohlerevier: Im Vordergrund der Tagebau Garzweiler, im Hintergrund Kohlekraftwerke und Hochspannungsleitungen

Vorteile [Bearbeiten]

Uranbergbau in der Rössing-Mine in Namibia, der größten Uranmine der Welt
Steinkohleabbau im Tagebau El Cerrejón in Kolumbien
  • Erhöhung der Versorgungssicherheit durch Dezentralität. Die zunehmende dezentrale Stromerzeugung durch die Energiewende erhöht die Netzstabilität. Der Ausfall einzelner, kleiner Erzeugereinheiten kann besser kompensiert werden als ungeplante Ausfälle von Großkraftwerken[76][77]. Da allerdings ein Teil der regenerativen Energierzeuger fluktuierend ins Stromnetz einspeist, können Maßnahmen wie Freileitungs-Monitoring und die Einführung eines Smart Grids notwendig werden, um die Spannung des Stromnetzes stabil zu halten. Auch Virtuelle Kraftwerke, in denen verschiedene regenerative Energieerzeuger sowie gegebenenfalls Abnehmer intelligent vernetzt sind, tragen zur Versorgungssicherheit bei.[78] Zudem können Erneuerbare Energien, insbesondere Photovoltaik, einspringen, wenn konventionelle Kraftwerke im Sommer aufgrund einer zu großen Flusserwärmung durch abgegebenes Kühlwasser gedrosselt bzw. ganz heruntergefahren werden müssen, ein seit längerem bekannter Effekt, der mit Verstärkung der Globalen Erwärmung immer häufiger auftreten wird.[79][80]
  • Demokratisierung von Produktions- und Distributionsstrukturen (Energiegenossenschaften, Energieautonome Regionen)[81]
  • Vermeidung von Umweltzerstörung bzw. Umweltverschmutzung beim Abbau fossiler Energieträger[82][83][84] (siehe Erdölgewinnung, Erdgas, Steinkohlenbergbau, Braunkohlebergbau) bzw. beim Fördern von Uran („Uranabbau“)
  • Vermeidung von Atommüll und von weiteren Risiken der Kernenergie[85]
  • Verringerung der Treibhausgas- und Schadstoffemissionen fossiler Energien[86]
  • Schonung begrenzter Ressourcen wie Erdöl (Peak Oil), Erdgas und Kohle, deren Reichweiten (Stand 2009) 41, 62 bzw. 124 Jahre betragen[87]
  • Größere wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit von Exporteuren fossiler Energieträger bzw. von Uranexporteuren[88]
  • Verminderung der wirtschaftlichen Risiken einer Energieknappheit bzw. einer Energiekrise (z. B. Ölkrise) durch praktisch unbegrenzte Primärenergie
  • Vermeidung von Ressourcenkonflikten, z. B. Ressourcenkriegen[89]
  • Volkswirtschaftliche Vorteile durch eine langfristig betrachtet günstigere Energieversorgung[90]
  • Erhöhung der inländischen Wertschöpfung durch Verringerung von Energieimporten:[91][92] So betrug die Nettoimportabhängigkeit in Deutschland 2010 laut Bundeswirtschaftsministerium bei der Kernenergie 100 %, bei Naturgasen 81,8 %, bei Mineralöl 97,8 % und bei der Steinkohle 77,0 %.[93] Im Jahr 2011 waren die Erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 35 % an der heimischen Primärenergieerzeugung nach der Braunkohle mit 38,5 % Anteil und mit großem Abstand vor Erdgas mit 10,0 % der zweitwichtigste heimische Energieträger.[94] Beispielsweise importierte Deutschland in den ersten 9 Monaten des Jahres 2012 68,9 Mio. Tonnen Erdöl im Wert von 44,7 Mrd. Euro.[95]
  • Da kleinere Kraftwerke ihre Leistung schnell dem Bedarf anpassen können, das Höchstspannungsnetz entlasten, den Abstand zwischen Verbraucher und Kraftwerk reduzieren und zwangsläufig eine höhere Anzahl von Kraftwerken bedingen, wird zudem die Netzsicherheit verbessert.[96]
  • Windenergie oder Wasserkraft sind in einer Vollkostenrechnung, die auch externe Kosten mit einbezieht, bereits heute häufig preiswerter als konventioneller Strom.[97] Diese externen Kosten wie z. B. Folgen aus dem Klimawandel oder der Emission von Schadstoffen werden bisher in den Kosten für Strom aus fossilen Energieträgern nicht abgebildet, womit es zu einem Marktversagen zugunsten der konventionellen Energiewirtschaft kommt[98].
  • Photovoltaikanlagen, Sonnenkollektoren und zum Teil auch Windkraftanlagen können als Kleinkraftwerke direkt beim Endverbraucher installiert werden. Wegen der dadurch entfallenden Transportkosten und Steuern müssen die Stromkosten dieser Kraftwerke nicht mit Großhandelsstrompreisen konkurrieren, sondern mit jenen für Endverbraucher.

Nachteile [Bearbeiten]

Pumpspeicherwerk Goldisthal, eine Möglichkeit zur Speicherung von Elektrischer Energie
Strommast mit 110-kV-Freileitung
  • Die Produktion von Windkraft, Solar- und in geringerem Maße von Wasserkraftanlagen ist aufgrund ihrer Wetterabhängigkeit deutlich weniger planbar als die von konventionellen Kraftwerken. Um die real benötigte Leistung zu decken, muss daher auf Speichertechnologien, sowie einen Mix von Kraftwerkstypen und eine geographisch weit verteilte Aufstellung der Anlagen zurückgegriffen werden. Problematisch ist dabei in Deutschland der Bau von grundlastfähigen Kraftwerken für die Übergangszeit bis zu einer regenerativen Vollversorgung (ca. 2050) geworden. Insbesondere die Abschaltung von Kernkraftwerken in Süddeutschland führte zur Notwendigkeit der Erweiterung bestehender bzw. des Neubaues von Gaskraftwerken, bis genügend Speicher errichtet sind. Allerdings halten die niedrigen Börsenstrompreise durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien die Stromunternehmen derzeit von der Errichtung von Gaskraftwerken eher ab.[99] Seitens der Stromwirtschaft wird hierfür sogar die Zahlung von staatlichen Zuschüssen geltend gemacht.[100]
  • Bestimmte Arten von Speichertechnologien wie Pumpspeicherkraftwerke haben einen großen Flächenverbrauch.
  • Eine regionale Energiewende in den entwickelten Industriestaaten ohne übergeordnetes internationales Klimaabkommen verkennt das derzeitige globale Allokationsproblem fossilen Energieverbrauchs. Selbst wenn einige Vorreiterländer ihre Energiegewinnung in Richtung CO2-Minimierung oder Vermeidung optimieren, lässt sich dadurch der anthropogene globale CO2-Eintrag in die Atmosphäre nicht reduzieren, falls die Emissionen den Marktbedingungen folgend in andere Staaten verlagert werden, beispielsweise durch Verlagerung der Produktionsinfrastruktur in energiepreisgünstige Regionen der Schwellen- und Entwicklungsländer. Die hierfür notwendigen Mechanismen des Emissionshandels existieren auf internationaler Ebene jedoch noch nicht in ausreichendem Maße.[101] Ausweislich des Jahresberichts der EU-Kommission und einer Studie des niederländischen Umweltforschungsinstituts PBL stiegen die CO2-Emmisionen der exportorientierten Volksrepublik Chinas im Vergleich der Jahre 2010 und 2011 um 9 % auf 7,2 Tonnen pro Jahr und Einwohner. Damit hat China das derzeit leicht fallende CO2-Eintragsniveau der Europäischen Gemeinschaft in Höhe von derzeit 7,5 Tonnen pro Jahr und Einwohner fast erreicht. Im Vergleich hierzu stieg der weltweite CO2-Eintrag um 3 %.[102] D. h. energiepreisgünstig, jedoch CO2-emissionsintensiv in den Schwellenländern produzierte Güter werden in die industriell hoch entwickelten Regionen exportiert.
  • Die Photovoltaik ist derzeit (2012) noch deutlich teurer als fossile Energien (und auch als Windenergienutzung), bislang sind die Preise allerdings stetig gesunken (siehe Einspeisevergütung). Ausgelöst wurde diese Preisreduktion durch eine starke Ausweitung der Produktion, durch daraus resultierenden Skaleneffekte, die starke Konkurrenz und technische Weiterentwicklungen ('Lernkurve'). Man rechnet mit weiter sinkenden Kosten pro erzeugtem Kilowatt, auch durch eine Verbesserung des Wirkungsgrades[103]. Auch die Kosten für Windstrom sind in den letzten Jahren stark gesunken und werden voraussichtlich weiter sinken. Zudem kommen immer mehr WEA in ein Alter, in dem sie abgeschrieben sind und dann aus diesem Grund günstiger Strom produzieren können.[104]
  • FAO Food Price Index 1990–2012
    Flächen- und Nutzungskonkurrenz zwischen Nahrungsmittelerzeugung und Energiepflanzenanbau. In den Industrieländern zunehmend verwendeter Biosprit wird als Mitursache für die zeitweilige starke Verteuerung von Nahrungsmitteln Ende 2007 (sogenannte Tortilla-Krise) angesehen. Daher wird der Einsatz einiger Bioenergien (z. B. Biokraftstoffe wie Bioethanol aus Maisstärke) in Frage gestellt bzw. abgelehnt.[105] Eingewandt wird dagegen, dass die Nahrungsmittelpreise nach 2007 auf in etwa vorherige Werte absanken (siehe FAO Food Price Index). Ein weiterer Ausbau der Bioenergien und der steigende Nahrungsmittelbedarf durch die steigende Weltbevölkerung verschärfen jedoch diese Nutzungskonkurrenz. Zudem sind auch ökologische und andere Aspekte von Bedeutung. In der Zeit von 2007 bis Anfang 2012 verteuerten sich in Deutschland landwirtschaftliche Grundstücke im Schnitt um 25 % – in Ostdeutschland sogar um mehr als 85 %, im Westen um rund 13 %. Es findet laut Bauernverband ein Verdrängungswettbewerb zwischen landwirtschaftlicher Nahrungs- und Energieproduktion statt.[106]

Debatte um Potential der erneuerbaren Energien und Gesamtenergiebedarf [Bearbeiten]

Jeroen van der Veer, Vorstand des Ölkonzerns Shell AG, hielt es im Jahr 2007 zwar für möglich, in 2050 bis zu 30 % des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. In absoluten Zahlen werde 2050 aber sogar mehr Öl, Gas und Kohle konsumiert werden als heute. Die Menschen schätzten seiner Ansicht nach die Dimensionen der für eine Rohstoffwende notwendigen Veränderungen falsch ein.[107] Dem stehen mehrere Argumente entgegen. So sind die Reserven an Öl (siehe Globales Ölfördermaximum) und Erdgas begrenzt. Gegen die verstärkte Nutzung von Kohle zur Bereitstellung von Strom und Wärme sowie als Alternative zu Erdöl (coal-to-liquid (CTL)) sprechen die damit verbundenen überproportional hohen Treibhausgas-Emissionen sowie ein zu erwartender Anstieg der Preise (Kohlefördermaximum).

Um bei der Begrenzung der globalen Erwärmung das 2-Grad-Ziel nicht zu verfehlen und damit unkalkulierbare Klimafolgen zu riskieren, ist eine komplett kohlendioxidfreie Energieversorgung für den Zeitraum 2040 bis 2050 anzustreben[108]. Dieses Ziel wird für Deutschland durchaus als erreichbar angesehen, wenn die Ausbaugeschwindigkeit bei den regenerativen Energien gesteigert wird.[109]

Auch das Potential und die Geschwindigkeit des Ausbaus der erneuerbaren Energien wird unterschiedlich eingeschätzt. In Deutschland, Europa und der Welt wurde dies in zahlreichen Studien massiv unterschätzt, wie eine Analyse der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) aus dem Jahre 2009 zeigt.[110] (siehe Artikel Erneuerbare Energie)

In ihrer Potentialstudie ERNEUERBARE ENERGIEN 2020 – Potenzialatlas Deutschland aus dem Jahr 2010 prognostizierten die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) bzw. der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), dass bis 2020 ein Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch in Höhe von 28 % bei vertretbarem Flächenbedarf erreichbar ist. 2009 hatte die Bundesregierung 18 % als Ziel genannt. 47 % des benötigten Stroms könnten mit erneuerbaren Energien gedeckt werden (Prognose der Bundesregierung 2009: 30 %), bei der Wärmeversorgung 25 % (Bundesregierung 2009: 14 %) und bei der Mobilität 22 % (Bundesregierung 2009: 12 %).[111]

Schwer einschätzbare Faktoren wie die zunehmende Konkurrenzfähigkeit erneuerbarer Energien durch technische Weiterentwicklung, Preisentwicklung der fossilen Energieträger, unklare Reichweite der fossilen Energieträger, Intensität der Bemühungen zum Klimaschutz und anderes lassen langfristig keine exakten Prognosen zu.

Positionierung der erneuerbaren Energieträger [Bearbeiten]

Logo von IRENA
Kraftwerk Tilbury A and B, das weltweit größte Biomassekraftwerk[112]
Die Zufeuerung von Biomasse im Kraftwerk Drax hat den effektiven Kohlendioxidausstoß um über 10% reduziert[112]

Auf internationaler Ebene wurde 2010 die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien IRENA gegründet. Sie tritt damit an die Seite der 1957 gegründeten IAEO (Atomenergie) und der Internationalen Energieagentur IEA 1973 (Fossile Energieträger) und versteht sich als „treibende Kraft“ den großflächigen und verstärkten Einsatz und die nachhaltige Nutzung von Erneuerbaren Energien weltweit zu fördern[113].

Die Koordination und Konkurrenz um erneuerbare Energien ist unter anderem ein Gegenstand der Forschung am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.[114] Demnach befinden sich die Energiemärkte derzeit in einer Phase tiefgreifenden Umbruchs. Durch die Ölkrisen der 70er Jahre, Nuklearkatastrophen, einer mittlerweile eingetretenen Ernüchterung um die Kernfusion sowie der Einsicht um die klimaschädliche Wirkung fossiler Brennstoffverbrennung seien Leerstellen in soziotechnischer, politischer und ökonomischer Hinsicht entstanden. Allerdings sei es bisher nicht möglich, technische Patentlösungen zu identifizieren, von denen man mit Sicherheit wisse, daß sie moderne Energiebedarfe in Zukunft decken können.[114] Zugleich sei umstritten, wie eine sichere, tragfähige und nachhaltige Energieversorgung aussehen solle und was genau unter den entsprechenden Begriffen zu verstehen sei.[114]

Die Neuordnung der Energieversorgungssysteme moderner Gesellschaften sei dabei weniger ein technisches Entwicklungsprojekt, sondern spiele sich in konfliktträchtigen Koordinationsprozessen zwischen Industrie, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ab.[114] Eine Sektorstudie beschreibt Verhalten von Marktakteuren der deutschen Solarindustrie. Ein gewichtiger Anteil der dort auftretenden Verteilungskonflikte besteht demnach in konkurrierenden Einflussversuchen auf institutionelle, soziotechnische und kulturelle Marktstrukturen.[114][115]

Während Finnland aufgrund seiner umfangreichen Wälder seit jeher stark auf den Brennstoff Holz setzt, ist der hohe Holzanteil in Polen darauf zu zurückzuführen, dass dort die Erneuerbaren Energien insbesondere im Stromsektor bisher ein Nischendasein fristen.[116] In Deutschland liege der Anteil von Holz am bei etwa der Hälfte. Das Verhältnis von Strom- zu Wärmeerzeugung liegt bei etwa 1 zu 10.[117]

2011 wurde etwa die Hälfte der globalen Pelletproduktion von acht bis zehn Millionen Tonnen in europäischen Kraftwerken verstromt. Nahezu alle großen europäischen Energieversorger wie E.on, RWE, Vattenfall, Electrabel (Belgien), Drax (Großbritannien), Dong (Dänemark) oder Essent (Niederlande) verstromen Holzpellets in Kohlekraftwerken als Beifeuerung oder in umgerüsteten Kohlekraftwerken oder hegen Pläne, dies in naher Zukunft zu tun. German Pellets stieg 2011 in die Produktion in Nordamerika ein.[118]

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Agora Energiewende: 12 Thesen zur Energiewende. Ein Diskussionsbeitrag zu den wichtigsten Herausforderungen im Strommarkt, Berlin 2013. (online, PDF, 2,97 MB)
  • GEA: Global Energy Assessment - Toward a Sustainable Future. Cambridge University Press, Cambridge, UK and New York, NY, USA and the International Institute for Applied Systems Analysis, Laxenburg, Austria, 2012, ISBN 978-1-107-00519-8 (Download beim IIASA; Presseerklärung des WBGU vom 12. Dezember 2012; abgerufen am 12. Januar 2013).
  • Severin Fischer/Oliver Geden: Die deutsche Energiewende europäisch denken, SWP Aktuell, A 47, 2011 (online, PDF)
  • Conrad Kunze: Soziologie der Energiewende: erneuerbare Energien und die Transition des ländlichen Raums. Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8382-0347-8.
  • Rob Hopkins: Energiewende. Das Handbuch. 2008 Zweitausendeins (Originaltitel: „The Transition Handbook: From Oil Dependency to Local Resilience“ (Transition Guides), 2008)
  • Uwe Fritzsche: Das Energiewende-Szenario 2020. Ausstieg aus der Atomenergie, Einstieg in Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. Untersuchung im Auftrag der Bundestagsfraktion und der Landtagsfraktion NRW von Bündnis 90/Grüne sowie der Heinrich-Böll-Stiftung. Öko-Institut, Freiburg 1996, ISBN 3-928433-26-1.
  • Volker Hauff: Energie-Wende – von der Empörung zur Reform. Mit den neuesten Gutachten zum Ausstieg aus der Kernenergie. Droemer Knaur, München 1986, ISBN 3-426-03853-6.
  • Florentin Krause, Hartmut Bossel, Karl-Friedrich Müsser-Reissmann: Energie-Wende: Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran. Ein Alternativ-Bericht des Öko-Instituts. Fischer, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-10-007705-9.

Weblinks [Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Energiewende – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Siehe auch das Energiekonzept 2050: "Damit verbunden ist ein Paradigmenwechsel beim Kraftwerkseinsatz und bei der Markt-, Netz- und Systemintegration der erneuerbaren Energien: weg von der bisherigen Grundlastphilosophie auf der Basis zentraler fossiler und nuklearer Großkraftwerke hin zu einem immer größeren Anteil dezentraler fluktuierender Energien aus erneuerbaren Quellen, die durch eine Vielzahl von Maßnahmen verstetigt werden können. Energiekonzept 2050. Fraunhofer IBP, Fraunhofer ISE, Fraunhofer IWES, ISFH, IZES gGmbH, ZAE Bayern und ZSW. Abgerufen am 14. April 2013.
  2. Krause, Bossel, Müller-Reißmann: Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran, S. Fischer Verlag 1980, ASIN: B0029KUZBI.
  3. Henrik Paulitz: Dezentrale Energiegewinnung - Eine Revolutionierung der gesellschaftlichen Verhältnisse. IPPNW. Abgerufen am 20. Januar 2012.
  4. Mit Bürgerengagement zur Energiewende. Internetseite des Deutschen Naturschutzrings. Abgerufen am 17. Februar 2012.
  5. Sonne: Im Norden ging die auf. In: Tagesspiegel, 18. Oktober 2010. Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  6. Nuclear Energy in Denmark. world-nuclear.org./ Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  7. Erich Hau, Windkraftanlagen: Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit, Berlin - Heidelberg 2008, S. 45.
  8. Die Kraft aus der Luft. In: Die Zeit, 6. Februar 2012. Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  9. Erich Hau, Windkraftanlagen: Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit, Berlin - Heidelberg 2008, S. 56.
  10. Renewables now cover more than 40% of electricity consumption. Danish Energy Agency. Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  11. Dänemark hat neue Regierung. In: Neues Deutschland, 4. Oktober 2011. Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  12. PDF
  13. Abschied vom Ölkessel. In: heise.de, 16. Februar 2013. Abgerufen am 16. Februar 2013.
  14. Erneuerbare Energien: Quotenmodell keine Alternative zum EEG. Internetseite des DIW. Abgerufen am 7. März 2013.
  15. Der Weg zur Energie der Zukunft, bundesregierung.de.
  16. Kabinett beschließt Atomausstieg bis 2022, Süddeutsche Zeitung, 6. Juni 2011, abgerufen 2. Juli 2011.
  17. Wer stimmte wie ab, Bundestag.
  18. 13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes (PDF-Datei; 213 kB).
  19. bundestag.de: weitere Quellen.
  20. Deutsche erhalten im Winter Strom aus Österreich, Stromvergleich.
  21. Russland will Deutschland bei Stromengpasss helfen, Stromvergleich.
  22. Frankreich braucht „Stromhilfe“ aus Deutschland, in: Focus, 8. Februar 2012. Abgerufen am 25. Februar 2012.
  23. taz, 3. Februar 2012: Energiewende im Praxistest - Atomkraft an die Wand geblasen, TAZ, eingefügt 25. Februar 2012.
  24. Tennet-Chef zur Blackout-Gefahr, Manager Magazin, 7. Februar 2012, eingefügt 25. Februar 2012.
  25. Energieverbrauch in Deutschland. Daten für das 1.-4. Quartal 2012 Abgerufen am 7. März 2013.
  26. Deutscher Kohlestrom flutet Europa
  27. FAZ.net: Ökostrom knackt Marke von 25 Prozent vom 26. Juli 2012.
  28. Erneuerbare Energien liefern mehr als ein Viertel des Stroms. Pressemitteilung des BDEW vom 26. Juli 2012. Abgerufen am 29. Juli 2012.
  29. Erneuerbare Energien liefern mehr als ein Viertel des Stroms, Anhang (PDF; 23 kB). BDEW. Abgerufen am 29. Juli 2012.
  30. Altmaier: Deutschland beim Klimaschutz auf gutem Weg, aber nicht mit dem nötigen Tempo. Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums. Abgerufen am 23. März 2013.
  31. Klimaschutzprojekte gefährdet. Energiewende geht das Geld aus. In: n-tv.de, 13. März 2013. Abgerufen am 23. März 2013.
  32. Deutschland exportierte auch 2012 mehr Strom als es importierte. destatis. Abgerufen am 2. April 2013.
  33. Electricity trading. German power exports more valuable than its imports. Renewables International, 2. April 2013. Abgerufen am 4. April 2013.
  34. Forscher warnen vor Scheitern der Energiewende, Die Zeit.
  35. Energiewende aus Sicht des Handwerks – energiepolitisches Positionspapier (PDF-Datei; 403 kB). Abgerufen am 9. März 2012.
  36. Energiewende. Industrie im Kern gespalten. In: Handelsblatt, 9. März 2012. Abgerufen am 9. März 2012.
  37. Neues Marktdesign für Energiewende. In: VDI nachrichten, 27. April 2012. Abgerufen am 27. April 2012.
  38. Abschied vom Atom. Energiepolitik, bitte wenden!. In: Financial Times Deutschland, 9. März 2012. Abgerufen am 10. März 2012.
  39. Kritiker aus eigenen Reihen torpedieren Energiewende, Der Spiegel vom 27. Mai 2012.
  40. Netzentwicklungsplan Strom.
  41. Rede Joachim Gaucks zur Eröffnung der Woche der Umwelt 2012. bundespraesident.de./ Abgerufen am 6. Juni 2012.
  42. SPD wirft Gauck "Ost-Mentalität" vor, Die Zeit.
  43. Schleppende Energiewende - Altmaier zweifelt an Prognosen der Regierung, Der Spiegel vom 15. Juli 2012.
  44. Regierung weicht Energieziele auf, Der Spiegel vom 17. Juli 2012.
  45. SPD grenzt sich in der Energiepolitik von Grünen ab, Der Spiegel vom 15. Juli 2012.
  46. Erdöl und Erdgas machen Strom teurer. In: Focus, 9. August 2012. Abgerufen am 10. August 2012.
  47. Stefan Schultz, Energiewende. Was an der Strom-Debatte stimmt - und was nicht Zuletzt abgerufen am 21. März 2013.
  48. Hubertus Bardt, Judith Niehues, Holger Techert: EEG.pdf Das Erneuerbare-Energien-Gesetz - Erfahrungen und Ausblick. Studie im Auftrag des. Institut der deutschen Wirtschaft Köln, 2012. März 30, abgerufen am 29. Mai 2012 (deutsch): „In den letzten Jahren ist nicht nur der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung und damit die nach dem EEG vergütete Strommenge rasant angestiegen. Auch die durch-schnittliche Vergütung ist unter anderem wegen des Trends zu einem höheren Anteil der Photovoltaik deutlich höher geworden. Die Entwicklung geht nicht hin zu einem verringerten, sondern zu einem erhöhten durchschnittlichen Preis für Strom aus erneuerbaren Quellen. Zuletzt sind die als Subvention einzuordnenden Differenzkosten erheblich angestiegen. 2011 lagen sie bei insgesamt 12,4 Milliarden Euro, nach 9,4 Milliarden Euro im Vorjahr und 5,3 Milliarden Euro in 2009. Entsprechend ist auch die EEG-Umlage zu Lasten der Stromverbraucher angestiegen (Abbildung..). Von 2000 bis 2009 stieg sie kontinuierlich von 0,2 Cent je Kilowattstunde auf 1,3 Cent je Kilowattstunde. Danach erhöhte sie sich drastisch auf 2,05 Cent in 2010, 3,53 Cent in 2011 und 3,592 Cent im Jahr 2012. Für einen typischen Haushalt mit einer Abnahmemenge von 3.500 Kilowattstunden Strom bedeutete dies einen Anstieg der ausgewiesenen EEG-Kosten von 7,0 Euro in 2000 über 71,8 Euro 2010 auf 125,7 Euro im laufenden Jahr.“
  49. Thiemo Heeg: Erneuerbare Energien, Arme zahlen mehr für die Energiewende, Einkommensschwache Haushalte beteiligen sich mit einem Prozent ihres Vermögens an der Energiewende, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. April 2012.
  50. Evaluierungsbericht der Bundesnetzage zur Ausgleichsmechanismusverordnungntur. Internetseite der Bundesnetzagentur. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  51. Ökostrom-Umlage. Netzagentur kritisiert Entlastungen für Industrie. In: Der Spiegel, 15. Mai 2012. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  52. EU leitet Beihilfeverfahren gegen Deutschland wegen EEG-Befreiung der Großindustrie ein. Pressemitteilung. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  53. Rekordzahl an Firmen will von Energiewende-Kosten befreit werden. In: Süddeutsche Zeitung, 30. August 2012. Abgerufen am 30. August 2012.
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  55. EEG sorgt für Zweiklassengesellschaft. In: Impulse (Zeitschrift), 26. September 2012. Abgerufen am 26. September 2012.
  56. RP 20. Oktober 2012: [nachrichten.rp-online.de/politik/altmaier-kritisiert-seine-vorgaenger-kein-plan-fuer-energiewende-1.3037534]
  57. Nachhaltigkeitsrat sieht Schieflage in Strompreisdebatte. Strommagazin. Abgerufen am 15. Februar 2013.
  58. Der Strompreisdebatte fehlt die Nachhaltigkeit (PDF-Datei; 119 kB). Rat für Nachhaltige Entwicklung. Abgerufen am 15. Februar 2013.
  59. Lena Reuster, Swantje Küchler: Die Kosten der Energiewende - Wie belastbar ist Altmaiers eine Billion?, 2013
  60. Aktuelle Stromdaten zu Stromerzeugung-/verbrauch und Import/Export
  61. La transition énergétique, un vrai vecteur de croissance pour la France Les échos, Mai 2012
  62. Transition énergétique: quels moyens et quels coûts? batiactu 21. September 2012
  63. Conférence environnementale des 14-15 septembre 2012 developpement-durable.gouv.fr, September 2012
  64. Wegen Reaktorunglück in Fukushima: Japan verkündet Atomausstieg bis 2040 bei focus.de, 14. September 2012 (abgerufen am 14. September 2012).
  65. Energiewende: Japan schränkt Atomausstieg wieder ein bei zeit.de, 19. September 2012 (abgerufen am 20. September 2012).
  66. Energiestatus Österreichs 2009 (PDF-Datei; 1,58 MB) des BMWFJ, S. 1–2.
  67. Brüssel gibt Wien strenge Klimaziele vor, Der Standard, 3. Dezember 2007.
  68. eur-lex.europa.eu.
  69. Modell Güssing - Wussten Sie, dass ..., Europäisches Zentrum für erneuerbare Energie Güssing.
  70. Austrian Wind Power - Stromautarkie.
  71. Forschen & Entdecken, 01/2012.
  72. Erneuerbare Energien: Quotenmodell keine Alternative zum EEG. DIW Wochenbericht 45/2012, S.18f. Abgerufen am 14. April 2013.
  73. Vgl. Erich Hau Windkraftanlagen – Grundlagen, Technik, Einsatz, Wirtschaftlichkeit. 4. Auflage. Springer, Berlin 2008, Kap. 2 (Strom aus Wind – Die ersten Versuche), insbesondere S. 23-44.
  74. Walther Schieber: Energiequelle Windkraft. Berlin (1941)
  75. M. Heymann: Geschichte der Windenergienutzung: 1890–1990. Campus Verlag, Frankfurt 1995 (zugl. Diss. Deutsches Museum München)
  76. BCM News, 4.Juli 2009: Stromausfälle in Hamburg nach Störung im AKW Krümmel, abgerufen 25. Februar 2012.
  77. Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR), 19. Januar 2012: Stromhilfe-Österreich: Tricksen die Versorger die Verbraucher aus?, abgerufen 25. Februar 2012.
  78. Virtuelle Kraftwerke. Windstrom in den Boiler . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. März 2012. Abgerufen am 2. März 2012.
  79. Wassermangel könnte Stromproduktion gefährden. In: Der Spiegel, 4. Juni 2012. Abgerufen am 4. Juni 2012.
  80. Erderwärmung behindert Stromversorgung. In: Süddeutsche Zeitung, 4. Juni 2012. Abgerufen am 4. Juni 2012.
  81. Kunze, Conrad (2012): Soziologie der Energiewende. Stuttgart, Ibidem.
  82. Volker Quaschning, Regenerative Energiesysteme. Technologie - Berechnung - Simulation. München 2011, S. 31.
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