Engehalbinsel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karte des helvetisch-römischen Vicus

Die Engehalbinsel ist eine von der Aare umflossene Halbinsel nördlich der Stadt Bern.

Bau- und Siedlungs-Geschichte [Bearbeiten]

Sie war bereits während der La-Tène-Zeit (5.–1. Jahrhundert v. Chr.) besiedelt. Aus der gallorömischen Epoche, in dem es u.a. als römisches Stadtviertel (Vicus) verstanden wird, wurden u.a. ein kleines Amphitheater und ein Thermalbad ausgegraben. Ein bedeutender, aus der helvetischen Siedlung stammender Fund, ist die Berner Zinktafel.

Die Mauern des 27,55 auf 25,30 Meter messenden Amphitheaters wurden 1880 entdeckt und zunächst als Wasserreservoir gedeutet. Unmittelbar daneben stand damals noch ein 1738 erbauter und seit 1763 mit einer hohen Sandsteinmauer umgebener Pulverturm. Erst als dieser 1955 dem Bau der Matthäuskirche (Tetraeder-Form, abgesetzter kantiger Turm, Kirchgemeindehaus Rossfeld) an der Reichenbachstrasse 114 weichen musste, wurde die ursprüngliche Funktion des römischen Mauerwerks erkennbar.

Geografie [Bearbeiten]

Orts- und Flurbezeichnungen der Region sind Zehendermätteli (Zehndermätteli), Thormemätteli, Senftau, Tiefenau, Felsenau, Aaregg und Rossfeld. Zehendermätteli, eine Waldlichtung mit einer Gärtnerei und einem Restaurant, liegt im Westen der Engehalbinsel. Im Norden befindet sich der Rychebachwald und im Osten der Thormebodewald. Beides sind weitgehend geschlossene Waldgebiete mit nur kleineren Wegen, die von der Aare umflossen werden.

Das heutige Wohn- und Erholungsgebiet wird durch die Tiefenaustraße (No.12) Fernverkehrstechnisch erschlossen bzw. von dieser vom Südwesten aus betreten und im Nordosten durch eine Brücke über die Aare von ihr verlassen. Die A1 verläuft unweit, jedoch jenseits der Aare, im Süden und Osten. Die A6 trifft sich mit der A1 im Südosten.

Mit der Zehendermätteli-Fähre kann die Aare überquert werden und man gelangt nach Bremgarten. Durch die Reichenbachfähre im Noren ist die Engehalbinsel mit dem Areal des Schlosses Reichenbach in der Gemeinde Zollikofen verbunden. Am Standort des Schlosses befand sich in der Römerzeit höchstwahrscheinlich ein Flusskastell, das mit dem Castrum auf der Engehalbinsel in Verbindung stand.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Engehalbinsel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.9757.4533333333333Koordinaten: 46° 59′ N, 7° 27′ O; CH1903: 601119 / 202659