Enggano

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Pulau Enggano
Lage der Insel Enggano
Lage der Insel Enggano
Gewässer Indischer Ozean
Inselgruppe Sumatra
Geographische Lage 5° 23′ S, 102° 14′ O-5.3875102.2375281Koordinaten: 5° 23′ S, 102° 14′ O
Länge 35 km
Breite 16 km
Fläche 397 km²
Höchste Erhebung Koho Buwabuwa
281 m
Einwohner 1420 (1989)
3,6 Einw./km²
Hauptort Kajaapu
Pulau Enggano
Pulau Enggano

Enggano (indonesisch Pulau Enggano) ist eine rund 100 km vor der westlichen Küste Sumatras gelegene indonesische Insel im Indischen Ozean.

Geografie[Bearbeiten]

Enggano ist 35 km lang, 16 km breit und 397 km² groß;[1] sie erreicht im Koho Buwabuwa eine Höhe von 281 m.

Die vergleichsweise isoliert liegende Insel gehört zur Provinz Bengkulu. Die drei größten Siedlungen sind Barhau, Kabuwe und Kayaapu. Vor der südlichen Küste liegen die kleinen Inseln Satu, Marbau, Bangkai und Dua.

Weiter im Norden, ebenfalls vor der Westküste Sumatras, liegen die Insel Mega und die Mentawai-Inseln.

Schiffe gehen zur Hafenstadt Bengkulu auf Sumatra.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Krieger aus Enggano im traditionellen Kriegskostüm und Wurfspeer Ekajo (Jahr unbekannt)

Die ungefähr 1600 Einwohner sprechen eine eigene Sprache, die ebenfalls Enggano genannt wird (ISO 639-3: eno).[2] Sie gehört zu den Austronesischen Sprachen, enthält aber sehr ungewöhnliche Elemente.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Vor 70 Millionen Jahren schoben sich indische und asiatische Kontinentalplatten aufeinander, das Himalaya-Gebirge hob sich ebenso wie das Barisangebirge auf Sumatra. Dabei entstand vor der Küste Sumatras ein tiefer Graben im Meer und in Folge die Insel Enggano.[4]

Die Insel wurde zum ersten Mal 1596 von dem niederländischen Seefahrer Cornelis de Houtman erwähnt, der aber nicht landete.[5] 1771 gelang Charles Miller die erste Landung eines Europäers. Der italienische Forscher Elio Modigliani besuchte Enggano 1891 und beschrieb die Einwohner und ihre Kultur.[6]

Gegenwart[Bearbeiten]

Am 6. März 2008 wurde die Insel von einem Erdbeben erschüttert, das etliche Häuser zerstörte.[7]

Die Insel genießt heute einen gewissen Ruf unter Sporttauchern. Sie verfügt über lange, weiße Strände und malerische Korallenriffe. Erreichbar ist sie mit Schiffen von der Küstenstadt Bintuhan aus.

Auf Enggano lebt der endemische Salvadori-Brillenvogel sowie der endemische Engganobeo.

Wegbrücke zu einer Malaria-Station auf Enggano (vor 1936)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Kähler: Texte von der Insel Enggano. Berichte über eine untergehende Kultur (= Veröffentlichungen des Seminars für indonesische und Südseesprachen der Universität Hamburg. Bd. 9, ZDB-ID 1018530-6). D. Reimer, Berlin 1975.
  • Hans Kähler: Enggano – deutsches Wörterbuch (= Veröffentlichungen des Seminars für indonesische und Südseesprachen der Universität Hamburg. Bd. 14). Aus dem Nachlass herausgegeben und mit einem Deutsch–Enggano–Wörterverzeichnis versehen von Hans Schmidt. D. Reimer, Berlin u. a. 1975, ISBN 3-496-00178-X.
  • Albert G. van Zonneveld: Traditionele wapens van Enggano. Een verdwenen cultuur van de Indonesische archipel. Sunfield, Leiden 2012, ISBN 978-90-819274-0-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UNEP Islands (englisch)
  2. Enggano auf Ethnologue.org. Sprecher laut Zensus 2000: 1500. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  3. Roger Blench: Enggano language materials, englisch, abgerufen am 16. Oktober 2012.
  4. indonesiaforyou.com
  5. De eerste expeditie naar indie.
  6. Elio Modigliani: L’isola delle donne. Viaggio ad Engano. Ulrico Hoepli, Milano 1894.
  7. muslimehelfen.org