English Electric Part One

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
English Electric Part One
Studioalbum von Big Big Train
Veröffentlichung 3. September 2012
Label English Electric Recordings
GEP
Format CD
Genre Retro-Prog
Anzahl der Titel 8
Laufzeit 58m46s

Besetzung

Produktion Andy Poole
Studio English Electric Studios (Bournemouth)
Chronologie
Far Skies Deep Time
(2010)
English Electric Part One English Electric Part Two
(2013)

English Electric Part One ist das siebte Studioalbum der englischen Retro-Prog-Band Big Big Train. Es wurde am 3. September 2012 veröffentlicht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das bandeigene Label „Treefrog“ wurde zwischen 2004 und 2007 in „English Electric Recordings“ umbenannt. In einem Blogeintrag vom 16. September 2007 schreibt Gregory Spawton: „Wir haben Songs aufgenommen für unser nächstes Album, English Electric.“[1] Das nächste Album wurde dann aber The Underfall Yard benannt. Von der Idee für den Albennamen bis zur Veröffentlichung von English Electric Part One brauchte es demnach mehr als fünf Jahre. Aufgrund des Erfolgs von The Underfall Yard und Far Skies Deep Time entschied sich die Band nicht nur auf „English Electric Recordings“ zu veröffentlichen, sondern schloss einen Kooperationsvertrag mit dem Label „Giant Electric Pea“.[2][3]

Inhalt[Bearbeiten]

Viele der Songs sind eine Erkundung der englischen Landschaft und der Gemeinschaften von Männern und Frauen, die auf oder unter dem Land arbeiten und Englands Gesicht geprägt haben. Eine zentrale Figur des Albums ist David Longdons “Uncle Jack”, ein Kohlebergmann, der die Natur liebte und viel Zeit damit verbrachte, mit seinem Hund durch die Knicks zu spazieren. Er verbindet die Songs, die unter der Erde oder an anderen dunklen Plätzen angesiedelt sind, mit den Landschaftssongs.[4] Es ist jedoch kein Konzeptalbum.[5]

The First Rebreather handelt vom Bau des Severn-Tunnels. Der Tunnel wurde durch eine unterirdische Quelle, „The Great Spring“ genannt, überflutet und musste durch einen Taucher, dessen normales Equipment dafür nicht geeignet war, abgedichtet werden. So kam es zum Einsatz des ersten Rebreathers. Musikalisch baut der Song hauptsächlich auf Dave Gregorys Gitarrenriffs und Andy Tillisons Orgelspiel auf. Gregory Spawton hat Referenzen zur Band The Divine Comedy eingearbeitet.[6]

Uncle Jack hatte als Bergmann sehr viel Zeit unter Tage verbracht, so dass er seine Freizeit an der Oberfläche wirklich zu schätzen wusste, und oft die Natur, besonders die Hedgerows (Knicks), durchstreifte. In Gedanken an seinen Onkel und inspiriert von Songs wie My Friend The Sun (Family) und Ooh La La (Faces) hat David Longdon diesen Song auf einem Banjo komponiert.[7]

Winchester From St Giles' Hill ist ein Stück über die historische Entwicklung Winchesters, anhand des Ausblicks vom St Giles' Hill. Gregory Spawton: „Ich bat Danny Manners um einen Klavierpart, der sich anhört wie ein Gebirgsbach der einen Abhang hinunterfließt. Aus diesem obskuren Wunsch wurde ein schönes Arrangement.“[8]

Judas Unrepentant beschäftigt sich mit dem Restaurator und Kunstfälscher Tom Keating. Der Titel bezieht sich auf ein Rembrandt-Bild namens „Repentant Judas Returning the Pieces of Silver“ (Der reuige Judas). Dave Gregory gibt hier dem Gerichtsdiener seine Stimme.[9]

In Summoned By Bells geht es um die Erinnerungen von Greg Spawtons Mutter an ihre Kindheit in Highfields (Leicestershire) und eine Reise dorthin.[10]

Upton Heath ist eine Gegend in Dorset, wo Greg Spawton gerne spazieren geht. David Longdon hat versucht, dem Song ein „Lagerfeuergefühl“ zu geben. Dave Gregory spielt Banjo, Danny Manners Kontrabass.[11]

Der Titel des Songs A Boy In Darkness basiert auf der Novelle „Boy in Darkness“ von Mervyn Peake, hat mit deren Inhalt jedoch nichts zu tun. Das Stück ist dreigeteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit Kinderarbeit in den Kohleminen des 19. Jahrhunderts. Thema des dritten Teils ist das Leid von Kindern, die von denjenigen verletzt oder gar getötet werden, denen sie anvertraut sind. Der zweite Teil ist ein Instrumentalpart, der die anderen beiden Teile verbindet.[12]

Hedgerow greift noch einmal Uncle Jacks Spaziergänge auf, und stellt dessen Leben ober- und unterhalb der Erde gegenüber. Die Beatles-artige Coda wird besonders durch das Kornett von Ben Godfrey betont.[13]

Die Musiker[Bearbeiten]

Die Band[Bearbeiten]

Gastmusiker[Bearbeiten]

  • Abigail Trundle: Violoncello
  • Andy Tillison: Orgel, Moog, Keyboards
  • Ben Godfrey: Kornett, Trompete, Piccolotrompete
  • Danny Manners: Klavier, Kontrabass
  • Daniel Steinhardt: E-Gitarre
  • Dave Desmond: Posaune
  • Eleanor Gilchrist: Violine
  • Geraldine Berreen: Violine
  • Jan Jaap Langereis: Blockflöten
  • Jon Truscott: Tuba
  • John Storey: Euphonium, Posaune
  • Lily Adams: Begleitgesang
  • Martin Orford: Begleitgesang
  • Rachel Hall: Violine
  • Sue Bowran: Violine
  • Teresa Whipple: Bratsche
  • Verity Joy: Begleitgesang
  • Violet Adams: Begleitgesang

Titelliste[Bearbeiten]

  1. The First Rebreather – 08.32
  2. Uncle Jack – 03.49
  3. Winchester From St Giles' Hill – 07.16
  4. Judas Unrepentant – 07.18
  5. Summoned By Bells – 09.17
  6. Upton Heath – 05.39
  7. A Boy In Darkness – 08.03
  8. Hedgerow – 08.52

Kritiken[Bearbeiten]

„Seit zwei Jahren schon betrachtete ich “The Underfall Yard” als DIE definitive Scheibe des Rocks der letzten zwanzig Jahre. Sie steht in einer Linie mit den besten der frühen Yes und den späten Talk Talk. [...] Aber, als ich die Promoversion von "English Electric Part I" hörte, nochmal und immer wieder hörte, musste ich von dieser Einschätzung Abstand nehmen. Nichts konnte jemals “Fragile” toppen, “Close to the Edge” tat es. Nichts konnte jemals besser sein als “The Colour of Spring”, aber “Spirit of Eden” war es. Nichts konnte die Qualität und Schönheit von “The Underfall Yard” überbieten, “English Electric” hat es getoppt.“

Brad Birzer, der ein Fan von Big Big Train ist, auf imaginativeconservative.org[14]

„This is essential for any lover of good music.“

kev rowland auf progarchives.com[15]

„Big Big Train – The now Anglo-American prog collective just keep on getting better and better. English Electric Pt. 1 is all the proof you’ll need!“

progrockmag.com[16]

„Wundervoll entspannte (im besten Wortsinne, nicht langweilig, sondern eben entspannt, man muss sich nichts durch Frickel-Höchstleistungen beweisen), symphonische Musik schallt aus den Boxen. Dabei agieren die Engländer mit typisch britischem Understatement und zelebrieren sozusagen die Landadels-Version des Progressive Rock.“

Thomas Kohlruß auf babyblaue-seiten.de[17]

„“English Electric (Part One)” is a fine album full of beautiful melodies and vocal harmonies. The album is a delicate mix of symphonic/progressive rock and influences of the Canterbury scene with often a classical touch. With “English Electric (Part One)” the band follows the chosen path of “Underfall Yard” and refines the typical English atmosphere that shines through the music. In a delicate way the string ensemble and brass band is integrated into the music. Well done, Big Big Train has outdone itself!“

progvisions.nl[18]

„Stelle Dir eine Stimme zwischen Phil Collins und Gary More vor. Stelle Dir Harmonien und Melodien vor, die nach Transatlantic, Genesis und The Flower Kings klingen. Stelle Dir vor die Gruppe wäre von Musikern einer anderen musikalischen Herkunft umgeben, mit Cello, Viola, Banjo, Mandoline, Akkordeon, Tuba usw... [...] dieses Album wird eine Referenz in der Welt des Progressive Rock sein. English Electric Part Two wird mit großer Ungeduld erwartet werden!“

neoprog.eu[19]

„Es ist zwar immer noch ein wenig schade, dass der auf „The Difference Machine“ (dem eigenständigsten Album von Big Big Train) eingeschlagene Weg, mit seinem moderneren, fusionbeeinflußteren Prog-Sound, wieder verlassen wurde, zugunsten eines Genesis-inspirierten Retro-Prog-Sounds. Dieses spielt sich jedoch auf sehr hohem Niveau ab und die Musik von BBT macht einfach Riesenspaß. Einzigartig wird das Album dann doch wieder durch das feine Zusammenspiel der Akteure gerade im instrumentalen Bereich. Das typische multi-instrumentale Spiel von Big Big Train mit Mellotron, Trompete, Flöte, Viola, Cello und und und ist schon etwas besonderes.“

Piotre Walter auf babyblaue-seiten.de[20]

Cover[Bearbeiten]

Die Fotografien auf Cover und Booklet sind von Matt Sefton im County Durham bei der Tanfield Railway gemacht worden. Big Big Train haben ein Bild von ihm auf Flickr entdeckt, das Matt Sefton so beschrieben hatte: „English Electric: Side panel of a railway crane, Tanfield Railway sidings, County Durham. Great name for a band and an album cover - if it doesn't exist already, I'm claiming it!“. Gregory Spawton reagierte mit einem Kommentar zu dem Bild: „My band is working on an album called English Electric at the moment. We're prog / post rock. Great pictures, thanks for uploading them.“[21] So kamen Band und Fotograf in Kontakt. Die Bilder zur CD entstammen der Fotosammlung „Tanfield Railway, Co. Durham“ von Matt Sefton.[22]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. We've been recording some new songs for the next album, English Electric., bigbigtrain.blogspot.de, abgerufen am 20. August 2012.
  2. Big Big Train have entered into partnership with the independent record-label GEP, bigbigtrain.com, abgerufen am 28. August 2012 (englisch).
  3. We’re delighted to announce that well respected progressive outfit Big Big Train have joined forces with GEP, gep.co.uk, abgerufen am 28. August 2012 (englisch).
  4. Many of the songs are an exploration of the English landscape and the communities of men and women who work on and under the land and who have helped shape the landscape, imaginativeconservative.org, abgerufen am 20. August 2012 (englisch).
  5. RadioShow: The European Perspective #161, theeuropeanperspective.com, abgerufen am 7. September 2012 (englisch).
  6. I remembered a story that Dave Gregory told me about the making of the Severn railway tunnel, bigbigtrain.blogspot.de, abgerufen am 20. August 2012 (englisch).
  7. I am very fond of My Friend The Sun by Family and Ooh La La by Faces and I wanted Uncle Jack to have that 'all-together-now-sing-along' feel to it., soundemporium.blogspot.de, abgerufen am 20. August 2012 (englisch).
  8. I asked Danny to develop the piano part so that it sounded like a mountain stream racing down a hillside, bigbigtrain.blogspot.de, abgerufen am 22. August 2012 (englisch).
  9. Judas Unrepentant is a song that concerns Tom Keating., soundemporium.blogspot.de, abgerufen am 22. August 2012 (englisch).
  10. Summoned By Bells is about my mum's upbringing in Leicester and about our trip back to her childhood home., bigbigtrain.blogspot.de, abgerufen am 22. August 2012 (englisch).
  11. I thought it would be a good idea to give it a campfire sing along feel., soundemporium.blogspot.de, abgerufen am 22. August 2012 (englisch).
  12. Explanation: A Boy in Darkness, soundemporium.blogspot.de, abgerufen am 27. August 2012 (englisch).
  13. with the Beatles-esque coda, especially with Ben Godfrey's cornet lines, soundemporium.blogspot.de, abgerufen am 3. September 2012 (englisch).
  14. Nothing could surpass the excellence and beauty of “The Underfall Yard,” but “English Electric” has., imaginativeconservative.org, abgerufen am 20. August 2012 (englisch).
  15. This is essential for any lover of good music., progarchives.com, abgerufen am 26. August 2012 (englisch).
  16. The now Anglo-American prog collective just keep on getting better and better, progrockmag.com, abgerufen am 30. August 2012 (englisch).
  17. die Landadels-Version des Progressive Rock, babyblaue-seiten.de, abgerufen am 30. August 2012.
  18. a fine album full of beautiful melodies and vocal harmonies, progvisions.nl, abgerufen am 31. August 2012 (englisch).
  19. cet album fera référence dans le monde du rock progressif, neoprog.eu, abgerufen am 31. August 2012 (französisch).
  20. Genesis-inspirierter Retro-Prog-Sound, babyblaue-seiten.de, abgerufen am 6. September 2012.
  21. Great name for a band and an album cover - if it doesn't exist already, I'm claiming it!, flickr.com, abgerufen am 20. August 2012.
  22. Tanfield Railway, Co. Durham, flickr.com, abgerufen am 20. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten]