Engstingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Engstingen
Engstingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Engstingen hervorgehoben
48.3869444444449.2855555555556700Koordinaten: 48° 23′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 700 m ü. NHN
Fläche: 31,51 km²
Einwohner: 5154 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72829
Vorwahlen: 07129 und 07385Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 089
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 6
72829 Engstingen
Webpräsenz: www.engstingen.de
Bürgermeister: Mario Storz (CDU)
Lage der Gemeinde Engstingen im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Engstingen ist eine aus drei Ortschaften und einem Gewerbepark bestehende Gemeinde in Baden-Württemberg mit gut 5100 Einwohnern. Sie befindet sich auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb im Bereich der Mittleren Kuppenalb.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Engstingen liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb, in 680 bis 750 Meter Höhe auf der Albhochfläche in der Nähe des Albtraufs im Tal der Ur-Lauter, etwa 15 km Luftlinie südlich der Kreisstadt Reutlingen.

Geologie[Bearbeiten]

Die Albhochfläche entstand, als vor etwa 50 Millionen Jahren die Platte des Weißen Jura angehoben wurde. Es bildeten sich viele Risse und Spalten in diesem kalkhaltigen Gestein, sodass Regenwasser sehr schnell versickert und so die Alb ziemlich wasserarm ist. Umso erstaunlicher ist es, dass es im Ortsteil Kleinengstingen eine Mineralquelle gibt.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die Ortsteile Großengstingen und Kleinengstingen liegen zusammen, von einem Kranz von bewaldeten Bergkuppen umgeben. Der Ortsteil Kohlstetten liegt etwa 3,5 Kilometer nordöstlich, der Gewerbepark Haid etwa vier Kilometer südlich. Der tiefste Punkt der Markung mit 673 m liegt an der Bahnlinie Markungsgrenze zu Offenhausen, der höchste Punkt mit 820 m auf dem Judenstein an der Markungsgrenze zu Meidelstetten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Engstingen, sie gehören zum Landkreis Reutlingen:

Lichtenstein St. Johann
Sonnenbühl Nachbargemeinden Gomadingen
Trochtelfingen Hohenstein

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Im Zug der Gemeindereform am 1. Januar 1975 wurden die drei bisher selbständigen Gemeinden Großengstingen, Kleinengstingen und Kohlstetten zur neuen Gemeinde Engstingen vereinigt.

Zur früheren Gemeinde Großengstingen gehörten das Dorf Großengstingen und die Häusergruppen Bahnhof Großengstingen und Haid. Zu den früheren Gemeinden Kleinengstingen und Kohlstetten gehörten jeweils nur die gleichnamigen Dörfer.[2]

Seit der Auflösung der Eberhard-Finckh-Kaserne gehört der Gewerbepark Haid als Teil des an der Bundesstraße 313 liegenden Weilers Haid, der seinerseits die Gemarkungsgrenze zwischen Engstingen und der benachbarten Kleinstadt Trochtelfingen bildet, zum großen Teil ebenfalls zum Gemeindegebiet, wohingegen der Hauptanteil des Wohngebiets Haids südlich der Abzweigung zum Gewerbepark zu Trochtelfingen gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Gemeinsames[Bearbeiten]

Früheste permanente Siedlungsspuren stammen aus der Hallstattzeit (Hügelgräber im Gebiet Haid). Das Gebiet zählte vom ersten bis dritten Jahrhundert zum Römischen Reich (agri decumates).

Beide Engstingen sind Orte der alemannischen Landnahmezeit des 5. Jahrhunderts. Eine politische Trennung kam möglicherweise bereits im 8. Jahrhundert durch eine Zuteilung auf verschiedene fränkische Gaugrafschaften zustande (Großengstingen zum Burichingagau, Kleinengstingen zum Pfullichgau). Dennoch sind die Orte in der historischen Überlieferung oft schwer voneinander zu unterscheiden.

Im Dreißigjährigen Krieg erlitten alle drei Teilorte große Bevölkerungsverluste, wodurch es im Laufe der Zeit zu einem verstärkten Zuzug auswärtiger Familien, vielfach aus der Schweiz, kam.

Großengstingen[Bearbeiten]

Die alemannische Siedlung wurde am Schnittpunkt mehrerer Römerstraßen errichtet (siehe Alblimes). Alemannischen Reihengräber finden sich am östlichen Ortsrand. Der früheste Ortsnamenbeleg Anegistingin datiert auf 24. Januar 783 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch, das im Ort Besitztümer hatte. Bereits zu Beginn des 10. Jahrhunderts erwarb das Bistum Chur Güter. Die sich entwickelnde Herrschaft Engstingen gab Chur als Lehen an verschiedene Adelsherren,so am 16. Oktober 1419, Chur, an Hans von Liechtenstain, herr Hannsen seligen von Liechtenstain, ritters, elicher svn, welcher ein Lehenrevers für die Herrschaft Grossengstigen unterzeichnet und siegelt. Am 29. November 1419 derselbe Hans, Sohn des seligen Ritters Hans von Liechtentain bestätigt, dass „Bischof Johann ze Chur mir ze ainem rechten mannlehen verlihen hät, namlich den kirchensatz ze Engstingen in Swaben und das dorf daselbs, mit allen ihren rechten und zuogehoerden, darin ouch gehoert Undungen und die gueter,die wir von Liechtenstain da hand, und ze Muettelstetten,was wir da hand, und ze Erpffingen,... ze Bernloch ...Kolstetten,... Hon under Liechtestain, Aberhusen, Underhusen in dem Honower tal, Pfulingen und Melchingen ...“ . Am 14. August 1438 (Katalog des Bischofs Flugi, Urkunde Nr. 19) wurde die Herrschaft (Gross)-Engstingen durch „Hanns von Liechtenstain, her Schwengers von Liechtenstain, ritters, saeligen svn, und seinen Bruder Wolf an Wolf von Neuhausen (Neuhausen an der Erms) verkauft. Die Brüder hatten die Herrschaft Gross-Engstingen von Hennslein von Liechtenstain saelig, mins vetter Wernhers saeligen svn von Liechtenstain“ ererbt. 1439 taucht erstmals die Bezeichnung Großengstingen auf. Seltener war die Bezeichnung Churengstingen.

In der Gegend kam es zu einem Streit über die freie Pirsch; des allgemeinen Jagdrechts der Bürger. Die Waidmänner Gerstenecker (Nebenform: Gersteneckher, Eck(her)), Hummel, Stahlecker (Nebenform: Staheleckher) und Schneider erlegten 1577 in der nach ihrer Rechtsauffassung freien Pirsch einen Hirsch und wurden vom Forstknecht verhaftet.[3] Die Stadt Ebingen wurde in dem langjährigen Rechtsstreit von einem Juristen aus Tübingen vertreten. 1559 vermittelte Albrecht von Bayern einen Vertrag. 1583 wurden auf der Schwäbischen Alb neue Grenzsteine mit der Aufschrift Pirsch (Bürsch) und Forst(Vorst) gesetzt.[4]1709 wird die Freie Pirsch abgeschafft und von 1713 bis 1806 als herzogliches Gnadenjagen teilweise wieder eingeführt.[5]

Nach dem Aussterben der Neuhausen 1635 wurde Engstingen nicht mehr verlehnt, es war nun unmittelbarer Bestandteil des weltlich-staatlichen Herrschaftsbereiches des Bistums Chur. Das Schloss der Herren von Neuhausen wurde im 18. Jahrhundert abgetragen.

Am 31. Oktober 1717 wurde die Herrschaft Engstingen von Chur an das Kloster Zwiefalten verkauft. Von diesem kam Großengstingen am 30. April 1750 an das protestantische Württemberg, das den Ort seiner Rentkammer unterstellte, jedoch vom Amt Pfullingen mitverwalten ließ. 1806 wurde Großengstingen Bestandteil des Oberamts Reutlingen (ab 1938 „Landkreis“).

Von 1963 bis 1993 war das Raketenartilleriebataillon 250 ein Verband der Bundeswehr in der Eberhard-Finckh-Kaserne in Großengstingen stationiert.

Kleinengstingen[Bearbeiten]

Das nur wenig östlich von Großengstingen liegende Kleinengstingen wurde auf einem wasserführenden Basalttuffschlot errichtet. Nordwestlich des Ortes findet sich ein alemannisches Reihengräberfeld.

Die älteste bekannte Nennung „Clain Engstingen“ datiert von 1482. Aufgrund der Herrschaft der im 13. Jahrhundert erwähnten Freiherren von Engstingen (liber de Anegestingen) wurde der Ort gelegentlich auch Freiengstingen genannt. Jedoch stand der Ort vermutlich bereits damals unter der Oberherrschaft von Württemberg. Die Ortsherrschaft kam 1454 endgültig an Württemberg, das den Ort seinem Amt Pfullingen eingliederte. Nun wird der Ort manchmal auch als Unterengstingen erwähnt. 1806 kam Kleinengstingen zum Oberamt Reutlingen (1938 „Landkreis“).

Kohlstetten[Bearbeiten]

Vereinzelte Siedlungsspuren südlich des Ortsgebietes gehen bis in die Hallstattzeit zurück. Die Siedlung wurde in der frühen Ausbauzeit angelegt. Die älteste bekannte Nennung des Ortsnamens Cholsteten (von Kohl oder - wahrscheinlicher - Kohle) findet sich in einer Urkunde des Klosters Weißenau von 1161. Von den Grafen von Achalm kam der Ort 1230 an die Grafen von Urach, von diesen 1265 an Württemberg. Der Ort wurde im Dreißigjährigen Krieg sehr stark zerstört, lediglich die Kirche überstand die Zeit relativ unversehrt. Innerhalb Württembergs wurde Kohlstetten Teil des Amts Urach (Unteramt bzw. Kirchspiel Gächingen), 1808 zum Oberamt Münsingen (1938 „Landkreis“), 1973 zum Landkreis Reutlingen.

Haid[Bearbeiten]

1938 errichtete das Deutsche Reich unter der Diktatur des Nationalsozialismus die Munitionsanstalt (Muna) Haid in einem Waldstück etwa vier Kilometer südlich von Großengstingen. Während des Zweiten Weltkriegs war an die Muna ein kleines Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager angeschlossen, in das zwischen 200 und 300 Männer und Frauen hauptsächlich aus Frankreich, Russland und Polen deportiert worden waren. Sie wurden entweder direkt in der Muna eingesetzt oder zu landwirtschaftlichen Arbeiten in den umliegenden Gehöften herangezogen.[6]

Zwischen Februar und April 1945 wurde die Muna von alliierten Luftwaffenverbänden mehrmals bombardiert und schwer beschädigt. Kurz vor Ende des Krieges und der NS-Diktatur ließ die Wehrmacht selbst die noch intakten Reste der Bunkeranlagen sprengen, um sie nicht den anrückenden Truppen der Alliierten in die Hände fallen zu lassen. In den Nachkriegsjahren wurde das Gelände saniert und nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1950 zunächst eine Lungenheilanstalt, danach im Jahr 1953 ein Lager für Flüchtlinge, im Wesentlichen deutsche Vertriebene aus den vormaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches, eingerichtet.

1957 begann die Bundeswehr auf dem Gelände die spätere Eberhard-Finckh-Kaserne zu bauen. Bis zur Schließung Ende 1993 war dort neben dem Raketenartilleriebataillon 250 auch eine amerikanische Einheit (84th Field Artillery Detachment) stationiert. Sie hatte die Aufsicht und Kontrolle über die im an der Straße nach Meidelstetten gelegenen Sondermunitionslager Golf der Eberhard-Finckh-Kaserne stationierten Atomsprengköpfe. Das Gelände um die Kaserne und den Atomwaffenstützpunkt war in den 1980ern über Jahre hinweg ein Anziehungspunkt für verschiedene Aktionen der Friedensbewegung, die mit regionalen Ostermärschen mit bis zu 5.000 Teilnehmern und teils mehrwöchigen Sitzblockaden gegen die militärische Präsenz vor Ort demonstrierte.

Seit Mitte der 1990er Jahre wird das inzwischen zivilen Ansprüchen zugeführte Gelände als Gewerbepark Haid bis in die Gegenwart von den umliegenden Gemeinden Engstingen, Hohenstein und Trochtelfingen gemeinsam genutzt.

Religionen[Bearbeiten]

Bedingt durch die unterschiedlichen Herrschaftsverhältnisse während der Reformation ist Großengstingen (Bistum Chur) katholisch geblieben, während Kleinengstingen und Kohlstetten (beide Württemberg) reformiert (evangelisch-pietistisch) wurden.

Zur 1275 erstmals erwähnten Pfarrei St. Martin in Großengstingen zählte ursprünglich auch Kleinengstingen. Die Martinskirche wurde zwischen 1717 und 1719 vom Kloster Zwiefalten im Rokokostil errichtet. Zur Pfarrei zählen heute auch die Katholiken von Kleinengstingen und Kohlstetten.

Die Pfarrkirche in Kohlstetten wurde 1496 dem Kloster Offenhausen inkorporiert und ist seit der Reformation evangelische Pfarrei. Aufgrund der Reformation kam Kleinengstingen von der katholisch gebliebenen Pfarrei Großengstingen zur Pfarrei Kohlstetten. Der heutige Kirchenbau wurde 1760 errichtet und 1787 erweitert.

1770 erhielt auch Kleinengstingen eine evangelische Kirche.

Die politische Gemeinde Engstingen zählt in der katholischen Kirchenverwaltung zum Dekanat Reutlingen-Zwiefalten des Bistums Rottenburg-Stuttgart, innerhalb der Evangelischen Landeskirche Württemberg zum Kirchenbezirk Münsingen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1823 1.281
1864 1.760
1871¹ 1.842
1880¹ 1.908
1890¹ 1.868
1900¹ 1.957
1910¹ 1.913
1925¹ 2.025
Jahr Einwohnerzahl
1933¹ 2.114
1939¹ 2.169
1950¹ 2.415
1956¹ 2.956
1961¹ 3.707
1965 4.118
1970¹ 4.280
1975 4.679
Jahr Einwohnerzahl
1980 4.458
1985 4.403
1987¹ 4.038
1990 4.291
1995 4.871
2000 5.285
2005 5.519
2010 5.306

¹ Volkszählungsergebnis, andere Zahlen zum jeweiligen Jahresende.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde Engstingen bildet zusammen mit der Gemeinde Hohenstein eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeinderat[Bearbeiten]

In Engstingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Engstingen hat nach der letzten Wahl 17 Mitglieder (2009: 15). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
41,3 %
31,7 %
9,1 %
17,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,3 %p
-1,2 %p
-5,8 %p
+3,8 %p
FB Freie Bürger 41,3 7 38,0 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,7 5 32,9 5
AuB Aktiv und Bürgernah 9,1 2 14,9 2
Frauen Freie Frauenliste 17,9 3 14,9 2
gesamt 100,0 16 100,0 15
Wahlbeteiligung 58,0 % 56,4 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die vorherige Amtszeit von Klaus-Peter Kleiner endete durch Rücktritt 2013; Kleiner verstarb in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 2013. Derzeitiger Bürgermeister - seit 2013 - ist Mario Storz.

Bisherige Bürgermeister der Ortsteile:

  • Großengstingen
    • um 1557: Mich(a)el Gerstenecker (Nebenform Gersteneckher, Eck(her)) d.A., Schultheiß [7]
    • 1771–1799: Lorenz Gogel
    • 1799–1808: Johannes Buk
    • 1809–1828: Claudius Wahl
    • 1828–1852: Johann Georg Wahl
    • 1852–1870: Anton Freudigmann
    • 1871–1885: Andreas Stiegele
    • 1885–1919: Claudius Wälder
    • 1919–1945: Oskar Gauch
    • 1946–1949: Theodor Leippert
    • 1949–1963: Martin Staneker
    • 1963–1975: Kurt Stemmer
  • Kleinengstingen
    • 1670–1721: Johannes Glück
    • 1721–1739: Johann Glück
    • 1739–1744: Stephan Glück
    • 1744–1769: Michael Götz
    • 1769–1791: Martin Failenschmid
    • 1791–1807: Johannes Glück
    • 1807–1822: Johann Friedrich Tröster
    • 1822–1835: Johann Ludwig Weber
    • 1835–1852: Johann Ludwig Glück
    • 1852–1864: Christian Rauscher
    • 1864–1894: Johann Georg Stooß
    • 1895–1904: Christian Stooß
    • 1904–1920: Christian Baisch
    • 1920–1937: Ernst Stooß
    • 1937–1946: Ernst Glück
    • 1946–1954: Wilhelm Mohl
    • 1955–1975: Adam Baisch
  • Kohlstetten
    • 1698–1726: Urban Muntz
    • 1726–1730: Johannes Muntz
    • 1730–1739: Mattheus Vöhringer
    • 1739–1762: Urbanus Muntz
    • 1762–1784: Johann Georg Failenschmid
    • 1784–1797: Ludwig Failenschmid
    • 1797–1814: Johann Georg Beck
    • 1814–1827: Johannes Gäkeler
    • 1827–1827: Johannes Weiler
    • 1828–1829: Johann Georg Maier
    • 1829–1829: Johann Jakob Tröster
    • 1830–1867: Johann Georg Failenschmid
    • 1867–1892: Christoph Gekkeler
    • 1892–1894: Andreas Failenschmid
    • 1894–1915: August Glück
    • 1915–1917: Johann Martin Vöhringer
    • 1917–1927: Jakob Reitter
    • 1927–1945: Johannes Glück
    • 1946–1960: Gottlob Nau
    • 1960–1975: Christian Spohn

Bisherige Bürgermeister nach der Gemeindereform:

  • Engstingen
    • 1975–1983: Kurt Stemmer
    • 1983-2013: Klaus-Peter Kleiner
    • ab 2013: Mario Storz

Wappen und Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit dem 19. Januar 1978 führt die Gemeinde das heutige Wappen mit einem weißen, aufsteigenden Steinbock auf schwarzem Hintergrund, dem Symbol des Fürstbischofs von Chur in der (Schweiz), der bis 1717 die Herrschaft Großengstingen besaß und darüber der Hirschstange auf goldenem Hintergrund, die die Zugehörigkeit zum Haus Württemberg dokumentiert.

Nicht zuletzt wegen der gemeinsamen geschichtlichen Vergangenheit besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Chur im Schweizer Kanton Graubünden.

Wappen der früheren Gemeinden[Bearbeiten]

Großengstingen
Großengstingen
Kleinengstingen
Kleinengstingen
Kohlstetten
Kohlstetten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Automobilmuseum zeigt historische Automobile und Motorräder aus der Nachkriegszeit. Hier findet alljährlich am 3. Oktober das Roller und Kleinwagentreffen statt.

Musik[Bearbeiten]

Engstingen bildet einen musikalischen Schwerpunkt auf der Alb mit dem 1854 gegründeten Sängerbund Kohlstetten, dem Liederkranz Großengstingen von 1858, den erstmals am 6. Oktober 1867 erwähnten Schwäbische Alb Musikanten, den am 6. März 1953 gegründeten Köhlermusikanten sowie dem Posaunenchor, dem gemischten Chor Kleinengstingen und dem Kirchenchor St. Martin Großengstingen.

Bauwerke[Bearbeiten]

St. Martinskirche
St. Blasiuskirche
Sauerbrunnen

Um 1580 wurde in der Ortsmitte von Kleinengstingen die einzige Mineralquelle auf der Albhochfläche entdeckt und speist einen Sauerbrunnen. 1275 wurde eine katholische Pfarrkirche St. Martin erstmals erwähnt. In den Taufstein dieser 1719 fertiggestellten Barockkirche ist die Jahreszahl 1606 gemeißelt, Baumeister war Franz Beer von Bleichten. Die Wendelinuskapelle in Großengstingen wurde 1750 erbaut. Das Großengstiner Schloss wurde Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen. Die evangelische St. Blasiuskirche ist ein 1771 abgeschlossener Neubau. Die evangelische Marienkirche in Kohlstetten (heutige Form von 1787) besitzt Fresken aus der Zeit um 1500. Sie zeigen einen unvollständig erhaltenen Marienzyklus und verschiedene Heiligendarstellungen sowie altwürttembergische Wappen. Die Fresken wurden erst 1956/57 bei einer Kirchenrenovierung wiederentdeckt und restauriert. Dabei wurden Reste eines vermutlich dreischiffigen Vorgängerbaus entdeckt. Das vom historischen Roman Lichtenstein von Wilhelm Hauff inspirierte, 1840 bis 1842 erbaute Schloss Lichtenstein gehört zur fünf km nördlich direkt am Albtrauf gelegenen Nachbargemeinde Lichtenstein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Fasnachtssamstag: Narrenumzug
  • Ostermontag: Eierschießen im Ortsteil Großengstingen
  • Christi Himmelfahrt: Vatertagshockete
  • April/Mai: Köhlerfest im Ortsteil Kohlstetten
  • Juli: Schlosshof-Hockete im Ortsteil Großengstingen
  • 1. Samstag im August: Kohltalfest vom Bauwagen Kleinengstingen e.V.
  • August: Sauerbrunnen-Hockete im Ortsteil Kleinengstingen
  • September: Engstinger Herbst
  • 3.Oktober: Roller- und Kleinwagentreffen im Ortsteil Großengstingen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Auf dem Gelände der ehemaligen Eberhard-Finckh-Kaserne haben die Gemeinden Engstingen, Hohenstein und Trochtelfingen 1994 den Gewerbepark Haid gegründet.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Bei Engstingen gabeln sich die in Nord/Süd-Richtung verlaufenden Bundesstraßen 312 und 313. Die B 312 kommt von der Bundesautobahn 8 beim Flughafen Stuttgart und führt durch Kleinengstingen über Riedlingen, Biberach an der Riß nach Memmingen. Die B 313 zweigt bei Plochingen von der B 10 ab und führt durch Großengstingen über Sigmaringen nach Stockach am Bodensee.

In Ost/West-Richtung verläuft die Landesstraße 230 von der B 27 bei Gomaringen an Kohlstetten vorbei über Münsingen in die Nähe der Bundesautobahn 8 bei Merklingen.

Bahnhof Kleinengstingen

Eisenbahn[Bearbeiten]

1893 verlängerten die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen die Strecke Reutlingen–Honau mit der Zahnradbahn Honau–Lichtenstein über Kleinengstingen und Kohlstetten nach Münsingen (1901 weiter bis nach Schelklingen). In beiden Orten entstanden dafür Einheitsbahnhöfe vom Typ IIa.[8] Mit Eröffnung der Strecke Gammertingen–Kleinengstingen der Hohenzollerischen Landesbahn wurde Kleinengstingen 1901 zum Knotenpunkt, bis die Echaztal-Strecke von Reutlingen 1969 stillgelegt wurde.

Im Öffentlichen Nahverkehr durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) befindet sich die Gemeinde in der Wabe 224.

Bildung[Bearbeiten]

Großengstingen hat als Gemeindezentrum die Grund-, Haupt- und Realschule Freibühlschule, Kleinengstingen weist mit der Steinbühlschule eine Grundschule auf und Großengstingen beherbergt eine Freie Waldorfschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Claudius Wälder (1885–1968), Dekan
  • 1967: Albert Schwarz, Pfarrer in Großengstingen

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Engstingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 29–30
  3. Bestand A 44 U 7137 auf Landesarchiv-BW.de
  4.  Walter Stettner, Jan Thorbecke Sigmaringen (Hrsg.): Ebingen - Die Geschichte einer württembergischen Stadt 1986. S. 102.
  5.  Gottlob Hummel, Genossenschaftsdruckerei (Hrsg.): Die Geschichte der Stadt Ebingen 1923. S. 36.
  6. Ein großes Stillschweigen. In: Reutlinger General-Anzeiger, 2. Januar 2010, Seite 22. – Über eine Forschungsarbeit zu Erinnerungen der Engstinger Bevölkerung an die Zwangsarbeiter in der Muna Haid.
  7. Bestand A 44 U 7137 auf Landesarchiv-BW.de
  8.  Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.