Enhanced Oil Recovery

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Enhanced Oil Recovery (EOR, auch Tertiary Oil Recovery (TOR); deutsch: verbesserte Ölgewinnung) ist ein allgemeiner Begriff für Techniken, die eine erhöhte Ausbeute bei der Ölförderung ermöglichen.

Bei den primären und sekundären Methoden der Ölförderung beträgt die Ausbeute 20 bis 40 %. Durch den Einsatz verschiedener Techniken der tertiären Methoden lässt sich die Ölausbeute auf 30 - 60 % erhöhen.[1]

Methoden[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Methoden des EOR, etwa die Gasinjektion, die Injektion von Chemikalien, hauptsächlich Tensiden, die Ultraschallstimulation, die Injektion von mikrobiologisch aktiven Kulturen oder thermische Methoden, etwa durch Einblasen von Dampf.

Gas-Injektion[Bearbeiten]

Gas-Injektion ist eine häufig verwendete Methode. Dabei wird Gas unter hohem Druck in das Bohrloch geführt, um das Öl an die Oberfläche zu drücken. Neben der rein mechanischen Eigenschaft des Gases treten zum Teil auch positive Effekte durch eine Viskositätsverminderung auf. Diese sind darauf zurückzuführen, dass sich das Gas teilweise im Öl löst und damit die Viskosität herabsetzt. Häufig verwendete Gase sind Kohlendioxid, Stickstoff oder Erdgas.

Injektion von Chemikalien[Bearbeiten]

Verschiedene Arten von Chemikalien, wie Polymere und Detergentien werden verwendet. Diese sollen entweder die Viskosität des Rohöls herabsetzen oder die des Wassers erhöhen, das eingespritzt wird, um das Öl an die Oberfläche zu treiben.

Ultraschalltechniken[Bearbeiten]

Es wurden verschiedene Ultraschalltechniken vorgeschlagen. Dabei soll der Bohrkopf so modifiziert werden, dass piezoelektrisch eine Ultraschallschwingung auf das umliegende Gestein übertragen wird, um ein Herauslösen der Öltröpfchen zu ermöglichen.

Injektion mikrobiologisch aktiver Kulturen[Bearbeiten]

Die Injektion mikrobiologisch aktiver Kulturen ist nicht besonders weit verbreitet, wird aber im Moment intensiv erforscht. Dabei werden auch gentechnisch veränderte Mikroben erforscht, die entweder aus langkettigen Ölbestandteilen Biotenside herstellen sollen, oder Stämme, die CO2 erzeugen. Die Injektion der Kulturen erfolgt mit Nährmedien, etwa mit Kohlenhydraten versetztem Wasser. Es wird auch versucht, das Wachstum der natürlich im Boden vorkommenden Bakterien durch Einspeisen von Nährmedien zu fördern.

Ein weiterer Ansatz ist die Verwendung von Mikroben, welche die im Rohöl vorkommenden langkettigen Paraffine in kurzkettige aufbrechen und so ein Einstocken des Öls bei der Förderung vermindern sollen.

Thermische Gewinnung[Bearbeiten]

Bei der thermischen Gewinnung, etwa durch die Einspeisung von Dampf, steht die Viskositätserniedrigung des Rohöls im Vordergrund.

Kosten und Vorteile[Bearbeiten]

Die Kosten-Nutzen-Analyse der EOR-Methoden hängt vom aktuellen Ölpreis ab. In Zeiten eines relativ niedrigen Ölpreises werden tertiäre Methoden in der Regel nicht eingesetzt. Der Gewinn kann allerdings in Zeiten hoher Ölpreise bis zu 100 US$ pro Tonne Rohöl betragen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Enhanced Oil Recovery Scoping Study (PDF; 2,2 MB) www.energy.ca.gov. Abgerufen am 8. November 2009.

Weblinks[Bearbeiten]