Enkelados

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Enkelados und Athene auf einem attisch-rotfigurigen Teller ca. 525 v. Chr
Darstellung des Enkelados im Garten des Schlosses von Versailles

Enkelados (gr. Ἐγκέλαδος der Tobende, von κελαδέω; lat. Enceladus) ist der Name eines Giganten aus der griechischen Mythologie.

Abstammung[Bearbeiten]

Enceladus wird in der Namensliste der Bibliotheke des Apollodor als Sohn der Gaia und dem Blut des Uranos, das bei seiner Entmannung auf Gaia fällt, genannt.[1] Bei Vergil[2] und in der Namensliste der Dionysiaka von Nonnos wird nur die Mutter Gaia genannt[3]. In der Namensliste im Prefatio von Hyginus ist er der Sohn der Ge und des Tartaros.[4]

Mythos[Bearbeiten]

In der Gigantomachie wird er als Gegner von Zeus[5], Dionysos[6] oder der Athene beschrieben. Am verbreitetsten ist die Konstellation mit Athene.

Nach Pausanias warf Athene mit ihrem Streitwagen nebst Pferden nach ihm.[7] In der Bibliotheke[1] und bei Kallimachos begrub sie ihn unter dem Ätna,[8] nach Philostratos warf sie ganz Sizilien auf ihn, damit er sich nicht mehr gegen die Götter erheben konnte.[9]

In Nonnos Dionysiaka wird Enkelados von Bacchus mit einem Kugelhagel aus Laub zurückgeworfen. Erst als Gaia ihm im Falle des Sieges Athene als Bettgenossin verspricht, kämpft er weiter. Dionysos verbrennt seinen Körper mit einer Feuersbrunst, er wird aber erst von einem Donnerkeil des Zeus besiegt.[3]

Moderne Rezeption[Bearbeiten]

Der Saturnmond Enceladus wurde nach dem Giganten in latinisierter Form benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bibliotheke des Apollodor 1, 34-38.
  2. Vergil: Georgica 1, 276.
  3. a b Nonnos: Dionysiaka 25, 85 ff.
  4. Hyginus: Prefatio.
  5. Froschmäusekrieg 283.
  6. Euripides: Der Kyklop 5-9.
  7. Pausanias: Reisen in Griechenland 8, 47, 1.
  8. Kallimachos: Fragment 1, 36.
  9. Philostratos: Bilder 2, 17.