Enkenbach-Alsenborn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn
Enkenbach-Alsenborn
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn hervorgehoben
49.4905555555567.9025289Koordinaten: 49° 29′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Enkenbach-Alsenborn
Höhe: 289 m ü. NHN
Fläche: 30,04 km²
Einwohner: 6852 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 228 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67677
Vorwahl: 06303
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 004
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 18
67677 Enkenbach-Alsenborn
Webpräsenz: www.enkenbach-alsenborn.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Wenzel (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Enkenbach-Alsenborn ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn an. Bis zu seinem Tod lebte hier das Pfälzer Fußballidol Fritz Walter.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt 15 km östlich von Kaiserslautern. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Enkenbach und Alsenborn, die jeweils eine lange eigene Geschichte als selbstständige Gemeinde haben und heute zusammengewachsen sind. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Neuhemsbach, Sippersfeld, Kerzenheim, Ramsen, Wattenheim, Fischbach, Kaiserslautern und Mehlingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die beiden Dörfer waren in ihrer Geschichte eng verflochten. Das zeigte sich durch einen gemeinsamen Schultheißen (bis 1795) und Bürgermeister, endete aber mit dem Jahr 1825. Sieben Jahre später, 1832, wurde auch der bis dahin gemeinsame Wald geteilt.

In der Nähe des Daubenbornerhofes gab es vom 12. bis zum 15. Jahrhundert eine Burg, die Burg Breidenborn.

Die günstige Verkehrslage und der Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1871 sowie die Ansiedlung von Betrieben ließen die Bevölkerungszahl trotz einer starken Auswanderung von 1095 Personen im Jahr 1800 auf 3326 im Jahr 1900 und 6900 im Jahr 1975 anwachsen. Dabei ging der Charakter von Bauerndörfern verloren und Enkenbach-Alsenborn wurde zur Wohngemeinde.

Vor dem Ersten Weltkrieg wurde im Waldgebiet westlich von Mehlingen der Truppenübungsplatz Enkenbach-Alsenborn angelegt. Nach Ende der Nutzung wurde er zur Mehlinger Heide.[2][3]

Die heutige Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn entstand mit Wirkung vom 7. Juni 1969 durch Neubildung aus den zuvor eigenständigen Gemeinden Enkenbach (3922 Einwohner) und Alsenborn (2452 Einwohner).[4]

Konfessionen[Bearbeiten]

Am 31. Oktober 2014 waren 42,07 Prozent der Einwohner evangelisch und 29,77 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[5] Im Ortsteil Enkenbach besteht seit 1956 eine Mennonitengemeinde. Im Jahr 2013 gehörten ihr 267 Mitglieder (ohne Kinder, da Mennoniten Menschen erst nach ihrem persönlichen Glaubensbekenntnis im mündigen Alter taufen) an.[6]

Gottesdienstraum im mennonitischen Gemeindehaus, hier im Abendlicht

In Enkenbach-Alsenborn hatte über Jahre die 1990 gegründete Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland ihren Sitz.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Enkenbach-Alsenborn besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 8 9 2 1 2 22 Sitze
2009 6 11 1 1 3 22 Sitze
2004 6 11 1 1 3 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Enkenbach-Alsenborn e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister von Enkenbach-Alsenborn ist Jürgen Wenzel (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Von Blau und Gold gespalten, links ein goldener Brunnen, daraus sich eine Brunnensäule mit zwei Röhren mit fließendem silbernem Wasser und einem linkshin gekehrten goldenen Löwen auf der Spitze erhebt, rechts eine blaugedeckte, mit silbernen Fenstern versehene rote Kirche mit blauem Kreuz.“ Es wurde 1969 von der Bezirksregierung in Neustadt genehmigt.[8]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit Saint-Mihiel in Lothringen wird seit dem 9. Oktober 1983 eine Partnerschaft gepflegt. Daher gibt es im Ortsteil Enkenbach einen St.-Mihiel-Platz.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Provinzkino – Programmkino mit langer Tradition

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert sind die Klosterkirche des ehemaligen Prämonstratenserinnenklosters in Enkenbach aus dem 13. Jahrhundert und die Protestantische Kirche in Alsenborn.

Die Klosterkirche in Enkenbach, erbaut im spätromanischen und gotischen Stil, wurde später mehrfach umgebaut. Auch ist von den übrigen Klostergebäuden nichts mehr erhalten. Von überregionaler Bedeutung ist jedoch das Bildprogramm des Westportals.

Sport[Bearbeiten]

Größter Verein ist der Turn- und Polizeisportverein (TPSV) Enkenbach. Er bietet Handball, Volleyball, Leichtathletik und weiteres an. Momentan existieren im Bereich Reiten/Voltigieren eine M*- und A-Turniergruppe. Bundesweit in den Blickpunkt geriet der Stadtteil Alsenborn in den 1960er und 1970er Jahren durch die Erfolge des SV Alsenborn, der in diesem Zeitraum eine der besten Fußballmannschaften Südwestdeutschlands hatte und dreimal in Folge um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga spielte.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Als traditionelle Eigentümlichkeit des Ortes fällt insbesondere der „Peterstag“ am 22. Februar auf, an dem aus Erinnerung an die Befreiung von der Hornviehseuche im Jahr 1776 zum Teil bis heute in vielen Familien kein Fleisch verzehrt wird.

Fritz-Walter-Haus in Alsenborn

Fritz-Walter-Museum[Bearbeiten]

Nach über zweijährigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen am Anwesen von Italia und Fritz Walter in der Leininger Straße in Enkenbach-Alsenborn wurden am 20. Mai 2004 die Pforten der Privat-Ausstellung Fritz Walter – in memoriam für die Öffentlichkeit geöffnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort ist über die A 6 (SaarbrückenMannheim) an das überregionale Straßennetz - von Frankreich bis Tschechien - angeschlossen. Er hat einen Bahnhof an der Alsenztalbahn, von dem eine Zweigstrecke nach Kaiserslautern führt. Außerdem wird die Gemeinde an Wochenenden und Feiertagen vom Nachtbus Kaiserslautern bedient.

Bildung[Bearbeiten]

Schulen: Josef-Guggenmos-Grundschule, Integrierte Gesamtschule, Hans-Zulliger-Schule (Sonderschule L), Polizeifachschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Verbandsgemeindefeuerwehr Enkenbach-Alsenborn[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr in Enkenbach-Alsenborn ist eine so genannte „Verbandsgemeinde-Feuerwehr“. Die anderen Ortsgemeinden dieser Verbandsgemeinde haben keine eigene Feuerwehreinheit und werden daher von dieser Feuerwehr mitbetreut. Es gehören etwa 70 Männer und Frauen der Einsatzabteilung an. Die Freiwillige Feuerwehr ist auch im Bereich des Katastrophenschutzes des Landkreises tätig und führt die Einheit „Dekon P“ an.[10]

„Masterplan 100 % Klimaschutz“[Bearbeiten]

Im Mai 2012 wurde die Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit mit einem beachtlichen Zuschuss für ihr Projekt als „Masterplan 100% Klimaschutz“-Kommune ausgezeichnet[11]. Im Jahr 2014 wurde die Gemeinde als "Energie-Kommune" ausgezeichnet.[12]

Biomasseheizkraftwerk Enkenbach-Alsenborn
Solardachkataster Enkenbach-Alsenborn

Insgesamt wurden 19 Kommunen ausgezeichnet, darunter auch Großstädte wie Frankfurt am Main, Hannover oder Rostock.

Ziel des Masterplan-Projekts ist es, kommunale Maßnahmenstrategien mit hoher Übertragbarkeit zu entwickeln, die zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen um 80-95% bis zum Jahr 2050 gegenüber dem Niveau von 1990 beitragen. Von 2012 bis 2016 fördert das Bundesumweltministerium in Enkenbach-Alsenborn in einer ersten Phase bis Anfang 2014 die Erstellung des „Masterplans 100% Klimaschutz“ sowie dessen Umsetzung in Phase 2 bis zum Ende des Projekts im Jahr 2016.

Schwerpunkt des Projekts ist die Entwicklung einer auf erneuerbaren Energien basierende Energieversorgung. Dazu gehören:

Der Anteil erneuerbarer Energien bezogen auf das Gesamt-Stromaufkommen im eigenen Stromnetz beträgt in Enkenbach-Alsenborn heute über 50 % (Prognose für das Jahr 2013). Seit 2013 ist mit Hilfe eines internetbasierten[13] Solardachkatasters die Maximalleistung und Wirtschaftlichkeit eines jeden Hauses abzuschätzen. Zur Vorbereitung von Entscheidungen in Fragen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz wurde in der Kommune ein Klimaschutzrat (Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz) eingerichtet.

Gegenüber dem Jahr 2010 konnten im Jahr 2013 fast 130.000 kWh Strom in der Kläranlage Enkenbach-Alsenborn eingespart werden. Dies bedeutet einen Rückgang des Stromverbrauchs von fast 20 Prozent.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Enkenbach-Alsenborn – Sammlung von Bildern
 Wikinews: Enkenbach-Alsenborn – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Karte
  3. Zustand heute
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 176 (PDF; 2,1 MB)
  5. Gemeindestatistik. In: KommWis. 31. Oktober 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  6. Mennonitisches Jahrbuch 113 (2014), S. 171.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  9. Straßenplan Enkenbach-Alsenborn (PDF)
  10. Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn
  11. Informationen zum Projekt "Masterplan 100% Klimaschutz", abgerufen am 13. Mai 2013
  12. Kommunal Erneuerbar
  13. Solardachkataster der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn