Ennedi-Massiv

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Ennedi-Massiv
Kamele ziehen zur Wasserstelle im Ennedi-Gebirge

Kamele ziehen zur Wasserstelle im Ennedi-Gebirge

Höchster Gipfel Basso (1450 m)
Lage AfrikaTschad
Ennedi-Massiv (Tschad)
Ennedi-Massiv
Koordinaten 17° 0′ N, 23° 15′ O1723.243333331450Koordinaten: 17° 0′ N, 23° 15′ O
Gestein Sandstein
Fläche 40.000 km²

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Das Ennedi-Plateau liegt im Nordosten des Tschad in der Borkou-Ennedi-Tibesti-Region und bildet eine der Grenzen des Tschadbeckens. Sein höchster Berg ist der Basso, 1450 Meter. Begrenzt wird es im Norden von der Depression du Mourdi, im Westen von dem Dünengebiet des Erg du Djourab, im Süden vom Hochland von Wadai und im Osten von den Wüsten des Nordsudans.

Es handelt sich beim Ennedi um einen ca. 40.000 km²[1] großen Sandsteinkomplex mitten in der Sahara, der von allen Seiten dem erosiven Angriff des Windes ausgesetzt ist, der auch in die tiefen Täler des Ennedi Eingang findet. Besondere Beachtung fand diese Region innerhalb der geowissenschaftlichen Forschung, weil es sich beim Ennedi um ein Massiv aus Sedimenten des Urozeans handelt, die sich aus dem unterschiedlich hartem Sedimentgestein ausprägte. Karsterscheinungen, wie beispielsweise Turmstrukturen, Pfeiler, Brücken und Bögen, haben sich herausgebildet und strahlen dadurch einen besonderem landschaftlichen Reiz aus.[2]

Verschiedene Petroglyphen (auch Felszeichnungen), wurden in verschiedenen Enneris (Wadi) gefunden. Sie lassen Rückschlüsse auf die Flora und Fauna in dem feuchteren Zeitalter des Nigèro-Tschadien zu und zeugt von der langen Besiedlungsgeschichte des Ennedi durch den Menschen[3]. In diesem Zeitalter des Holozäns entsprangen dem Ennedi die Goz-Kerki-Flüsse, die den Mega-Tschad genannten urzeitlichen See erreichten[4].

Das Plateau hat eine reiche Fauna zu bieten, besonders zu erwähnen sind hier die Krokodile in den sechs Seen der ca. 1,5 km langen Guelta d’Archei, die durch die lange Abgeschiedenheit ihrer Population zwergwüchsig geworden sind, und außerdem vom Aussterben bedroht. Die Guelta d’Archei liegt im 2,110 km² Wildtierreservat Fada Archei[5]. Auch die letzten Löwen der Sahara überlebten hier, bis um 1940 zum letzten Mal einer gesichtet wurde. Vermutlich war in der Vorzeit auch der Ennedi-Tiger (ein Säbelzahntiger) hier heimisch.

Das Ennedi-Massiv war möglicherweise der Ursprung des Uramazonas, als es vor 130 Millionen Jahren noch zum Superkontinent Gondwana gehörte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tschad MUZ-Online.de
  2. UNESCO: World Heritage Scanned Nomination: Purnululu National Park, S. 11 (Datei Seite 84) (englisch; PDF; 4,6 MB)
  3. Tilman Lenssen-Erz: Rock art in African Highlands, Ennedi Highlands, Chad – Artists and Herders in a Lifeworld on the Margins (englisch)
  4. Frédéric Bouchette, Mathieu Schuster, Jean-François Ghienne, Cléa Denamiel, Claude Roquin, Abderamane Moussa, Patrick Marsaleix, Philippe Duringer: Hydrodynamics in Holocene Lake Mega-Chad (PDF-Dokument) (englisch)
  5. TD002 Fada Archei auf BirdLife International (englisch)