Ennetbaden

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Ennetbaden
Wappen von Ennetbaden
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk: Baden
BFS-Nr.: 4026i1f3f4
PLZ: 5408
Koordinaten: (666180 / 259390)47.4819448.316673360Koordinaten: 47° 28′ 55″ N, 8° 19′ 0″ O; CH1903: (666180 / 259390)
Höhe: 360 m ü. M.
Fläche: 2.11 km²
Einwohner: 3002
(31. Dezember 2008)[1]
Website: www.ennetbaden.ch
Karte
Karte von Ennetbaden

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Ennetbaden (schweizerdeutsch: Ännetbade) ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Baden des Schweizer Kantons Aargau. Sie befindet sich, wie der Name andeutet, gegenüber der Stadt Baden am rechten Ufer der Limmat. Ennetbaden war früher ein Teil Badens, ist aber seit 1819 eine eigenständige Gemeinde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Ennetbaden, Ansicht von Westen

Ennetbaden besitzt auf allen Seiten natürliche Grenzen. Das Dorf liegt in einem 1,5 km kurzen, muldenförmigen Seitental der Limmat zwischen dem Geissberg (586 m ü. M.) im Norden sowie der Lägern und der Klus von Baden im Süden. Die Limmat bildet die westliche, der Höhtal-Sattel die östliche Grenze der Gemeinde. Die Bebauung konzentriert sich auf den Uferbereich an der Limmat sowie auf den sonnigen Geissberg-Südhang.

Das Gemeindegebiet ist 211 Hektaren gross, davon sind 88 Hektaren bewaldet und 71 Hektaren überbaut. Die höchste Stelle liegt auf der Lägern auf 757 Metern, die tiefste Stelle an der Limmat auf 360 Metern.

Nachbargemeinden sind Freienwil im Norden, Ehrendingen im Osten, Wettingen im Süden, Baden im Westen und Obersiggenthal im Nordwesten. Baden, Ennetbaden und Wettingen bilden einen zusammenhängenden Siedlungsraum.

[Bearbeiten] Geschichte

Grabungen im Jahr 2008 ergaben, dass die Römer um 120 n. Chr. auf den Brandruinen eines 80 Jahre zuvor entstandenen Handwerkerquartiers, das zur Siedlung Aquae Helveticae (Baden) auf der anderen Flussseite gehörte, einen repräsentativen Terrassenbau errichteten. Dieser war ungewöhnlich luxuriös mit Freskenmalereien, Mosaiken, marmorverkleideten Wänden und Fussbodenheizungen ausgestattet; auch Teile des Mobiliars blieben erhalten. Das Gebäude wurde um 270 nach Überfällen der Alamannen aufgegeben. Bei den Grabungen kam ausserdem ein Friedhof aus dem 7. Jahrhundert zum Vorschein.[2]

Ennetbaden wurde erstmals 1150 erwähnt, als integraler Bestandteil der Stadt Baden. Doch nur die Inhaber der «Kleinen Bäder» am Limmatufer besassen das Bürgerrecht, die übrigen Bewohner waren Hintersassen, die dem Kloster St. Blasien zehntpflichtig waren. Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen im Jahr 1415 gehörte Ennetbaden zur Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. Die Steuerpflicht verlagerte sich zunehmend zur Stadt, ohne dass den Ennetbadenern die gleichen Rechte zugestanden wurden. Nur in landwirtschaftlichen Angelegenheiten handelten sie über die «Gerechtigkeitsgenossenschaft» eigenständig.

Ennetbaden, Ansicht von Norden

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Die Ennetbadener entsandten nun einen Vertreter in den Stadtrat, der aber nur eingeschränktes Mitbestimmungsrecht hatte, so dass es häufig zu Spannungen kam. Baden empfand Ennetbaden als lästiges Anhängsel, während Ennetbaden sich vom grösseren Nachbarn ausgegrenzt fühlte. Als die Ennetbadener die Zahlung der Polizeisteuer verweigerten, stellte der Stadtrat im Januar 1817 beim Kanton den Antrag, den Stadtteil abzutrennen und daraus eine eigenständige Gemeinde zu bilden. Nach langen Verhandlungen erliess die Kantonsregierung ein entsprechendes Dekret, das nach der Zustimmung des Grossen Rates am 22. Dezember 1819 in Kraft trat.[3] Nach der Gründung der BBC in Baden Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Ennetbaden zu einem bevorzugten Wohngebiet. Der Kurbetrieb kam nach dem Zweiten Weltkrieg zum Erliegen.

[Bearbeiten] Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gelb schwarzer Schildhauptpfahl.» Nach der Trennung von Baden führte Ennetbaden das Stadtwappen unverändert weiter. Erst 1942 wurde ein eigenes Wappen eingeführt. Die Form behielt man bei, lediglich die Farben wurden geändert.[4]

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Hotel Schwanen

Das am rechten Ufer der Limmat gelegene Ennetbaden ist durch die Schiefe Brücke und den Mercier-Fussgängersteg mit dem Badener Bäderquartier verbunden. Die sich dem Flussufer entlang ziehende Häuserzeile ist halb ländlich und halb städtisch geprägt. Gut erhalten ist das Hotel «Schwanen», während andere Gebäude sichtbare Spuren des Verfalls aufweisen. Im Gange sind umfassende Renovationsarbeiten.[5]

In Flussnähe befindet sich das «Schlössli», ein herrschaftlicher Anwesen. Das Baujahr ist nicht bekannt, doch dürfte es vor 1543 entstanden sein und diente als Landsitz vornehmer Badener Bürger. Im Jahr 1800 liess der damalige Besitzer das Gebäude vollständig im spätbarocken Stil neu erbauen. Von der alten Bausubstanz blieb nur der runde Treppenturm an der Nordseite erhalten, der um ein Stockwerk erhöht und mit einer Zwiebelkuppe versehen wurde.[6]

[Bearbeiten] Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Einwohner 451 997 2223 2566 2963 3257 2702 2966 3019

Am 31. Dezember 2008 lebten 3002 Menschen in Ennetbaden, der Ausländeranteil betrug 21,2 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 40,7 % römisch-katholisch und 32,5 % reformiert; 6,7 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 83,8 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,4 % Französisch, 2,2 % Italienisch, 1,8 % Serbokroatisch, je 1,7 % Englisch und Portugiesisch, 1,3 % Albanisch, 1,1 % Türkisch.[8]

[Bearbeiten] Politik und Recht

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Gemeindeammann der Amtsperiode 2006-2009 ist Basil Müller (parteilos).

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Ennetbaden gehört zum Friedensrichterkreis Baden.

[Bearbeiten] Wirtschaft

In Ennetbaden gibt es rund 550 Arbeitsplätze, davon 10 % in der Landwirtschaft, 8 % in der Industrie und 82 % im Dienstleistungssektor.[9] Ennetbaden ist wegen seiner sonnigen Hanglage vor allem eine Wohngemeinde. Es gibt keine Grossunternehmen, dafür zahlreiche kleine Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Die grosse Mehrheit der Erwerbstätigen arbeitet in den benachbarten Orten Baden und Wettingen. Am Südhang des Geissbergs wird Weinbau betrieben.

[Bearbeiten] Verkehr

Blick auf die Schiefe Brücke

Der nächste Bahnhof befindet sich wenige Gehminuten entfernt in Baden. Ennetbaden wird von zwei Buslinien der RVBW bedient, sowie von zwei Postautolinien, die von Baden nach Kaiserstuhl bzw. Döttingen verkehren.

Im 20. Jahrhundert war Ennetbaden stark vom Durchgangsverkehr betroffen, da sich ein grosser Teil des Verkehrs aus Norden, aus dem westlichen Limmat- und dem Aaretal über die 1874 erbaute Schiefe Brücke nach Baden bewegte. 2002 gab es eine gewisse Entlastung durch den Bau der Siggenthaler Brücke. 2007 wurde der lang ersehnte Goldwandtunnel dem Verkehr übergeben, der die Kern- und Bäderzone vom Durchgangsverkehr entlang der Limmat befreit. Gleichzeitig wurde die Schiefe Brücke für den Privatverkehr gesperrt, was sowohl für Ennetbaden als auch für das Badener Bäderquartier eine weitgehende Entlastung vom Verkehrslärm mit sich bringt.

[Bearbeiten] Bildung

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zu Baden gibt es in Ennetbaden lediglich eine Primarschule. Die Schulkinder der Oberstufen besuchen die Schulen in Baden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsstatistik, 2. Halbjahr 2008 - Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Luxuriöses Bad aus der Römerzeit freigelegt, Neue Zürcher Zeitung, 9. Dezember 2008
  3. Urs Tremp: «Szenen einer Ehe». In: Ennetbadener Post, Nr. 2/2008, Gemeindeverwaltung Ennetbaden, Mai 2008 (S. 10–13)
  4. Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004. ISBN 3-906738-07-8
  5. Im Limmatbogen beginnt die Renaissance, Aargauer Zeitung, 5. Mai 2008
  6. Peter Hoegger: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. Band VI, Bezirk Baden I. Birkhäuser Verlag, Basel 1976, ISBN 3-7643-0782-X. S. 348–359.
  7. Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden im Bezirk Baden - Statistisches Amt des Kantons Aargau
  8. Gemeindeporträt - Statistisches Amt des Kantons Aargau
  9. Betriebszählung 2005 - Statistisches Amt des Kantons Aargau

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Ennetbaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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