Enno Heidebroek

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Enno Wilhelm Tielko Heidebroek (* 15. November 1876 in Hannover; † 1. Februar 1955 in Dresden) war ein deutscher Maschinenbau-Ingenieur und Hochschullehrer für Maschinenelemente und Fördertechnik. Als Rektor leitete er 1923/1924 die Technische Hochschule Darmstadt und 1945–1947 die Technische Hochschule Dresden.

Leben[Bearbeiten]

Grab Enno Heidebroeks auf dem Äußeren Plauenschen Friedhof in Dresden

Heidebroek wurde in Hannover geboren und studierte von 1895 bis 1899 Maschinenbau an der dortigen Technischen Hochschule. Er wurde 1899 Assistent am Lehrstuhl für Maschinenelemente und Wasserkraftmaschinen an der Technischen Hochschule (Berlin-) Charlottenburg. Bereits nach einem Jahr reichte er in Hannover seine Dissertationsschrift mit dem Titel Vergleichende Untersuchungen über die hydraulischen Eigenschaften der Überdruckturbinen ein. Als erstem Diplom-Ingenieur für Maschinenbau wurde Enno Heidebroek 1901 der akademische Grad eines Dr.-Ing. verliehen. 1902 verließ er den Lehrstuhl und ging in die Industrie. 1911 erhielt er einen Ruf nach Darmstadt, wo er ordentlicher Professor für Maschinenelemente, Getriebelehre und Kalkulation an der Technischen Hochschule Darmstadt wurde. Für die Jahre 1923 und 1924 wurde er zum Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt gewählt. 1931 folgte er dem Ruf an die Technische Hochschule Dresden, wo er den Lehrstuhl für Maschinenkunde und Fördertechnik übernahm. 1933 unterzeichnete er das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und wurde 1934 Mitglied im Nationalsozialistischen Lehrerbund.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er einer der Universitätsmitarbeiter, deren Engagement eine Neueröffnung der zerstörten Hochschule ermöglichte. Bereits vor der offiziellen Wiedereröffnung der Technischen Hochschule Dresden war Enno Heidebroek 1945 zu ihrem Rektor gewählt worden. Im Jahr 1947 übergab er das Rektorat an seinen Nachfolger Werner Straub. Im Jahr 1951 verlieh ihm die Technische Hochschule Darmstadt die Ehrendoktorwürde.

Enno Heidebroek starb 1955 in Dresden. Sein Grab befindet sich auf dem dortigen Äußeren Plauenschen Friedhof. An der Technischen Universität Dresden trägt heute die Versuchshalle für Fördertechnik an der Nöthnitzer Straße den Namen „Heidebroek-Bau“.

Enno Heidebroek war Mitglied der studentischen Verbindung Corps Altsachsen Dresden im WSC.

Werk[Bearbeiten]

  • Industriebetriebslehre – die wirtschaftlich-technische Organisation des Industriebetriebes mit besonderer Berücksichtigung der Maschinenindustrie (1923)
  • Laufversuche eines Automobilmotors mit Preßstofflagern auf der Kurbelwelle (1938)
  • Die Entwicklung des Lagers seit Ende des vorigen Jahrhunderts (1939)
  • Vergleichende Untersuchungen an Lagerschalenwerkstoffen (1941)
  • Richtlinien für den Austausch von Wälzlagern gegen Gleitlager (1950)
  • Das Verhalten von zähen Flüssigkeiten insbesondere Schmierflüssigkeiten in engen Spalten (1950)
  • Über die Beziehungen zwischen Schmierung und Verschleiss bei geschmierter Gleitreibung (1950)
  • Schmierstoff- und Lagerfragen (1952)
  • Die Beziehungen zwischen Härte, Schmierung und Verschleissfestigkeit (1952)
  • Fördereinrichtungen für Tagebauten und Bau-Großanlagen (1952)
  • Fördereinrichtungen für den Güterumschlag und die Transportvorgänge in der industriellen Produktion (1953)
  • Tragfähigkeitswerte für Lagerstoffe und Konstruktionsbeispiele Wälzlager Gleitlager (1954)

Quellen[Bearbeiten]

  • Nachlass im Universitätsarchiv der Technischen Universität Dresden

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harry Waibel: Diener vieler Herren: Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Lang, Frankfurt am Main 2011 ISBN 978-3-631-63542-1 S. 126 f.